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Do, 13. Juni 2024

Jell, Krems - Bewertung

am 31. Juli 2016
SpeisenAmbienteService
Es war wieder einmal so weit, am 27.7.2016 ging es auf einen kurzen nachmittäglichen Ausflug in die Hochburg der Marille, in die Wachau, um uns mit der jährlichen Ration an köstlichen Früchten einzudecken. (PS: sie kosten nicht doppelt so viel wie im Vorjahr, wie das in verschiedenen Medien zu lesen und zu hören war, sondern nur um 50% mehr als 2015)

Zwischenzeitlich stand auch wieder ein Kurzbesuch im „Strandcafe Dürnstein - Eissalon an der Donaupromenade“ am Programm Link Das Eis (Marille, Tiramisu, Joghurt) ist auch 2016 der Hammer, aber das ist wie immer eine ganz andere Geschichte.....

Und nachdem die Gegend bekanntlich auch kulinarisch so einiges zu bieten hat, haben wir am Vormittag gleich auch noch telefonisch einen Tisch im GASTHAUS JELL am Hohen Markt in Krems, für den Abend reserviert. Unser einziger Besuch liegt etwa 10 Jahre zurück, wir haben ihn aber noch positiv in Erinnerung.
Parkplätze gabs rund ums Lokal, zumindest jetzt im Juli, mehr als genug, bis 18h zahlt man dafür, aber da sperrt sie e erst auf. Glück hatten wir obendrein, es war der erste Tag nach der Urlaubssperre, da sind vermutlich die Lebensmittel besonders frisch :-)

Der kleine Gastgarten bietet im Idealfall 30 Gästen Platz und war an diesem lauen Sommerabend natürlich voll besetzt. Viele unserer Lieblingsnachbarn waren da, einige wenige Einheimische und mia. All diejenigen die einen auf Glücksritter machten, durften im Inneren des Lokals Platz nehmen und das waren einige, oder sie sind verärgert wieder abgezogen. :-))

Richtig gemütlich ist es hier, überdacht, sehr alte Weinstöcke ziehen sich quer durch, begrenzt ist der kleine Garten durch ein Steinmäuerl mit einem niedrigen Gitterzaun und verschiedenen Grünpflanzen. Die Tische geschmackvoll in apricot / weiß eingedeckt, die Stahlrohrsessel mit Armlehnen und Sitzpolster. Ein netter Ort um gut zu essen!

Das Service wird sehr souverän durch eine Dirndldame gemanagt, ein Profi ihres Fachs. Sie ist überaus flott, sehr aufmerksam, nichts steht länger als nötig am Tisch, freundlich natürlich auch und sie hat ihren Job sicherlich irgendwann gelernt. Aber es kommt ihr leider keine lächeln aus, sie wirkt irgendwie kühl, wir hatten den Eindruck eines „perfekten Serviceroboters“. Schade das kostet ihr die Höchstnote :-(
Hin und wieder half ihr ein sehr junger, freundlicher Lederhosenkellner, über den ich aber sonst nicht viel sagen kann.

Zu Beginn hatten wir jeder ein Glaserl eines fruchtigen, spritzigen Frizzante, den Jell Sante, samt Eiswürferl. Ein spezielles Tröpferl für sie, von einem Winzer aus der Gegend. Dazu wurde uns nach Rückfrage Leistungswasser serviert.
Ich trank an diesem Abend 2 x 0,3l des Schremser Roggenbiers, der Weintrinker wollt‘s wissen. Sehr ähnlich einem Weißbier würde ich sagen, wenig bitter, aber irgendwie eigenwillig, vor allem dann das zweite Seidl, das Erste schmeckte noch, sagen wir interessant. Die liebe Frau hatte 1/8 Grünen Veltliner am Berg, vom Ott aus Feuersbrunn, Jahrgang 2015, der ihr zum Essen sehr "gefallen" hat.
Der Espresso danach durchschnitt, aber wenigstens nicht bitter.

Ob wir ein Gedeck haben wollen wurden wir gefragt, ja bitte 2x. Es bestand aus herzhaftem Speck, top Fleischaufstrich, sowie einem wenig aufregenden Topfen was weiß ich was Aufstrich, dazu verschiedenes frisches Brot. (War uns für ein Gedeck fast zu umfangreich)
Eine Vorspeise gabs, das Kren-Mayonnaise-Ei, dazu französischer Salat und Beinschinken, sowie Weißbrot. Die Kombination Kren und Ei war ein kleines geschmackliches Feuerwerk, der Franzose eine Art Mayonnaise mit Gmias und Ei, so wie man beispielsweise Schinkenrollen füllt, sehr gut und der Schinken leicht geräuchert, ein ganz ein feiner.
Bei den Hauptspeisen wurde der Innereienfan nicht enttäuscht, es gab drei verschiedene, Hirn, Leber und Nieren. Ich entschied mich für gerösteten Nierndln in einer Veltliner- Sauerrahmsauce, dazu Grammeltascherln. Die Schweinsnieren weich, aber doch mit Biss, das Saftl mit viel Speck und Zwiebel, wunderbar sämig und perfekt abgeschmeckt und auch die knusprigen Tascherln mit gschmackiger Fülle. Das einzige das da nicht gepasst hat war die Menge, denn die war überschaubar, ansonst wars grandios.
Unsere zweite Hauptspeise war das rosa gebratene Donaulandlamm, mit köstlichen Knuspergrammeln auf einem Eierschwammerlsosserl, mit Topfenpalatschinke? Das Lampl super zart und weich, das Messer ist quasi von alleine durchgeglitten, die Sauce dazu vom Feinsten, sie ließ den Gaumen schon fast jubilieren :-) Unter einer Pala dazu konnten wir uns zuerst wenig vorstellen, war aber schlussendlich eine ganz „normale“ Palatschinke mit einer eher festen Topfenfülle, sodass man sie gut schneiden konnte, hat sehr gut dazu gepasst, irgendwie?
Nachspeise ja auch, eine Kugel Zotter Schokoladeeis, himmlisch!

Und die Moral von der Geschicht, aus der Küche der Ulli Amon-JELL kommen ganz feine Speisen raus, das Ambiente eines zum Wohlfühlen und auch die Servicedame macht einen sehr guten Job, nur bitte auch mal lächeln und nicht sooo „korrekt“. Die Rechnung mit Trinkgeld über 95,-- Euro haben wir mit Plastik beglichen und sind sehr zufrieden, mit vielen Marillen im Kofferraum, wieder nach Hause gefahren.
Donaulandlamm, perfekt! - Jell - Kremsgröste Nierndln mit Grammeltascherln, top! - Jell - Kremsfranzösischer Salat, Kren-Mayonnaise-Ei, Beinschinken - Jell - Krems
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