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Gasthof Ochsen - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 16. Februar 2014
Pressesprecher
89
34
19
3Speisen
3Ambiente
3Service
19 Fotos1 Check-In

Die ersten Gehversuche auf Langlaufschiern am gestrigen Vormittag im Nordic Sport Park von Sulzberg waren sehr kraftraubend und daher war ein ausführliches Mittagessen die entsprechende Belohnung. Den Alpenblick habe ich ja schon getestet, also fällt die Wahl diesmal auf den Ochsen in unmittelbarer Nachbarschaft. Denn auch der verfügt über eine Terrasse mit Südausrichtung, was bei zweistelligen Plusgraden ein wesentliches Asset darstellt.

Die Zuckerpuppe und ich werden vom Seniorchef Schmuck persönlich eingewiesen. Es ist kurz vor high noon und die Platzauswahl noch eine leichte. Wir nehmen in der ersten Reihe Platz und vertiefen uns in die Speisekarte. Diese lässt durchaus Ambition erkennen. Aus der Genießer-Karte wähle ich für den Start eine Rinderkraftbrühe mit Tirolerknödel und Gemüsestreifen um 4,50 Euro.

Die dampfende Suppe ist jedenfalls kräftig, was sich an den Fettäugelchen gut erkennen lässt. Im großen Teller wirken die beiden Tirolerknödel etwas klein. Sie sind auch zu wenig gesalzen und etwas trocken. Das Gemüse ist sehr grobschlachtig geschnitten. Summa summarum eine 3.

Die Damen vom Service sind adrett in landesüblicher Tracht gekleidet, freundlich und in der Regel zur Stelle, wenn man sie braucht. Sowohl seitens des Chefs als auch seitens der Angestellten wird öfters nachgefragt, ob auch alles passe.

Sulzberg liegt dieser Tage mit seinen 1015 Metern über dem Meer praktisch an der Schneegrenze. Unterhalb ist es noch grün und so ist auch der Blick gen Süden ein zweifärbig geprägter. Die Ausstattung des Ochsen ist rustikal und nicht ganz neu. Es dominieren Holz, Stein und Textilien in traditioneller Ausführung. Das Branding funktioniert gut: sogar am Handtuchspender auf der Toilette ist das Logo angebracht.

Als Hauptgang gibt es für die Zuckerpuppe „Riesengarnelen in Kräutern und Olivenöl gebraten, dazu pikante Knoblauchspaghetti“ um 19 Euro. Das Ganze kommt eher als Garnelen auf Spaghettini daher. Die Nudeln sind perfekt al dente mit einer feinen Würze vom Chili, reichlich Knoblauch und nicht zu viel Öl, die Garnelen etwas kleiner als erwartet, dafür ausgelöst und gut scharf angebraten. Durchaus eine 4 bis 5.

Ich bekomme einen Zwiebelrostbraten mit pfannenfrischen Kartoffelrösti um 16,50 Euro. Die Sauce stockt schon etwas und erinnert mich geschmacklich eher an Fertigprodukte (was sie aber sicher nicht war). Bei Anschneiden habe ich schon die Befürchtung, das Fleisch ist zäh. Es ist zwar nicht ganz mürbe, aber Gott sei Dank hat der Eindruck getäuscht. Allerdings ist es unterschiedlich stark durch. Bestellt hatte ich es „medium“, stellenweise ist es „medium rare“. Die Rösti schmecken stark süßlich, der Zwiebel ist stellenweise etwas hart. Ich bin in der Tat etwas enttäuscht und vergebe gedanklich eine knappe 3.

Zwischenzeitlich dringt aus dem Inneren immer wieder Gegröle an unsere Ohren. Offensichtlich zieht sich die Auflösung der Ballgesellschaft vom Vorabend stark in die Länge und Reste der Dorfjugend sind beharrlich. Die Nachfrage im Freien nimmt stark zu und der Chef stellt kurzer Hand Zusatztische auf.

Zum Abschluss gibt es zwei Cappuccino und für mich „gebackene Apfelküchle im Zimtmantel, dazu Walnusseis und frische Früchte“ um 7,50 Euro. Früchtemäßig waren Karambole, Ananas, Trauben, Apfel, Kiwi und Orange in kleinen Dosen vorhanden. Die Apfelringe selbst waren weniger im Zimtmantel, sondern auf einem Zimtbeet. Das Walnusseis war göttlich und daneben befand sich doch tatsächlich Brausepulver! Ja: das Zeug, das wir als Kinder immer auf der Zunge zerplatzen ließen. Aus meiner Sicht eine amüsante Variante. Das ganze sah gut aus, hat gut geschmeckt und hat sich auch eine 4 bis 5 verdient.

Resümee: Der Ochsen ist in allen Belangen tendenziell einen Tick hinter der unmittelbaren Konkurrenz. Fürs Essen vergebe ich – verursacht im Wesentlichen durch meine Hauptspeise – in Summe eine gute 3. Die selbe Note gibt es für Service und Ambiente. Zwar hat man denselben Standortvorteil wie der Alpenblick vis-à-vis, man nutzt ihn aber weniger konsequent.

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Kommentare (1)

am 17. Februar 2014 um 09:50

@derweinrat: Hast Du gewürfelt? ;-)

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89
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Gasthof Ochsen
Dorf 5
6934 Sulzberg
Vorarlberg
Speisen
Ambiente
Service
30
30
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