Der kleine Hunger trieb mich das erste Mal spätabends in dieses Lokal. Eine frei wählbare Vorspeisenplatte sollte es sein, die jedoch weit mehr als den kleinen Hunger gestillt hätte.
Unerwartet, quasi als Gruß aus der Küche, kommt mit den Getränken ein kleiner Teller frische Kräuter, rohe Zwiebel und etwas Schafskäse.
Der Humus ist lecker, sehr cremig. Das Joghurt mit Spinat gut, eine besondere persische Note schmecke ich nicht heraus.
Klein geschnittene Oliven, eingelegt in Granatapfelsoße verfeinert mit Walnüssen und Kräutern, sehr ungewöhnliches Geschmackserlebnis. Mir schmeckts ausgezeichnet, der Begleitung ist es zu ausgefallen. Auf Anfrage wird gesagt, dass der Geschmack von den Tigerblüten (?! wurde wohl 1:1 übersetzt) komme.
Dazu Dough, ein Joghurtgetränk mit Kräutern, mhhh. Das Fladenbrot kommt wahrscheinlich vom türkischen Bäcker ums Eck, fast bin ich enttäuscht, dass es so gewöhnlich schmeckt.
Der Eintopf aus Kalbfleisch mit Kräutern als Mittagsmenü gut,
welche Kräuter es allerdings sein sollten, läßt sich durch die Zubereitungart leider nicht mehr erschmecken. Beim Lammspieß vermisse ich Grillgeschmack und Gewürze, die extra Butter zum Lamm finde ich dagegen Klasse. Der gereichte Basmati ist sehr gut und viel zuviel.
Die Lammstelze sehr lecker. Eine zart geschmorte Stelze auf einer dezent sauren Gemüse- und Tomatensauce, wieder sehr zurückhaltend gewürzt.
Das Ambiente ist sehr gemütlich und angenehm. Man spürt sofort eine orientalische Gelassenheit und verweilt hier auch gerne nach dem Essen noch auf eine kleine Tasse Tee und einen Plausch.
Das Service ist sehr aufmerksam und höflich. Fragt immer wieder, ob alles passt. Perfekte persische Gastfreundschaft.
Wer einen gemütlichen Abend mit gutem Essen und besonders aufmerksamen Service sucht ist hier bestens aufgehoben. Die Speisen konzentrieren sich auf den Grundgeschmack der Zutaten, was mir persönlich fast zu wenig ist, da suche ich das 1001 Nacht-Feeling, Düfte und Gerüche eines orientalischen Gewürzbasars. In diese Richtung könnte das Apadana etwas selbstbewußter auftreten. Gebe jedoch zu, in Zeiten, wo jeder auf Lokale geeicht ist, die versuchen mit Salz den Getränkeumsatz zu steigern, ist eine Rückbesinnung zum feinen Gaumen auch nicht zu verachten.
Die Portionen sind viel zu groß, beim letzten Besuch teilte ich ein Gericht und selbst für 2 Personen war es immer noch zuviel.
Das Angebot an Speisen und das Essen selbst ist sehr gut. Die Atmosphäre ist angenehm und nicht übertrieben laut, außer beim Bauchtanz, aber dort ist es ja eher erwünscht!
von mir konsumiertes: Adas Polo (Lammstelze), Kabab Kalidj (faschierter Rind- Lammspies mit Jogh/Tomatensauce), Bamijeh (Eintopf aus Okraschoten), ...
ich persönlich finde, immer mal wieder einen Besuch wert (findet auch die Saunarunde)