Zum Bretschneider
Ehrenfelsgasse 4, Wien 1120
Küche: Wiener KücheLokaltyp: Gasthaus, Beisl
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Zum Bretschneider – erfolgreiche Beislrettung
Das Beisl- bzw. Gasthaus-Sterben macht zwar nicht halt und betrifft nicht nur meine Wiener Region samt herzallerliebst feinen Wiener Küche, umso me...MehrZum Bretschneider – erfolgreiche Beislrettung
Das Beisl- bzw. Gasthaus-Sterben macht zwar nicht halt und betrifft nicht nur meine Wiener Region samt herzallerliebst feinen Wiener Küche, umso mehr erfreut mich, wenn eines erhalten bleiben konnte.
Zuvor ging man hier zum „Stafler“, der nach Südtiroler Küche ausgerichtet war. Noch eine Ära zuvor hieß es „Wunsch“, dessen Name noch die Glasscheibe der Eingangstüre schmückt. Aus dessen Zeit stammt die Inneneinrichtung.
Aufgrund Erkrankung musste die Fam. Stafler aufgeben und danach stand das Beisl eine ganze Saison leer. Ich dachte schon an Untergang, doch fanden sich nun 2025 zwei beherzte Gastronomen und so ist es als „Zum Bretschneider“ wieder auferstanden.
Neuaufleben Wr. Gasthaustradition
Das Ambiente ist unberührt geblieben, welches die 60-70-er aufleben lässt. Es kann durchaus so antiquiert bleiben, auch wenn ich nicht der Freund von allzu „uralt“ bin. Einigen gefällt er aus dem Grund auch nicht wirklich.
Solches kann auch den Touch von „abgestanden“ annehmen, wie heruntergekommene Tranklerbuden, die von mir aus ruhig aussterben dürfen, aber keine Sorge, dem ist nicht der Fall. Man pflegt fleißig sich angesammelte Patina und vor allem die ehrwürdige alte Schank, die den Namen "Bretschneider" trägt.
Mir ist das jedenfalls lieber als die Verschlimmbesserung mit modernen Stilmitteln. So erhält das Ambiente von mir ein sauberes Gut. Nächste Saison wird auch der Schanigarten wieder belebt werden, aber der übte auf mich bislang leider keine große Anziehungskraft aus. Doch, wie sogt da Weana: „No, schau ma moi“, man kann auch überrascht werden.
Es gibt eine bescheiden ausgerichtete Mittagskarte, zuzüglich von Di-Fr zwei Mittagsmenüs, eines davon vegetarisch. Am Sa kommt aus dem Ofen ein Schopf- bzw. Kümmelbraten. Den kann man auch gemischt haben. Und ab 17:30 Uhr gibt es die größere Abendkarte. Der p.t. Leser findet das auch auf deren HP.
Die Rückkehr zur Wr. Küche
Positiv für mich ist die neue Einkehr traditioneller wie regionaler Küche, dazu etwas von Innereien, aber ich denke man ist noch in der Startphase. Der Einstieg war mit einem verpatzen Gulasch ein Desaster, aber man sagte mir, es war der letzte Tag Koch des Kochs. Ich werde das daher nicht näher darlegen, wenn’s eh passe ist.
Momentan wurde Gulasch von der Karte genommen, aha! Kann’s der neue Koch a net? Für mich ein Minuspunkt. A g’staundenes Wirtshaus ohne Gulasch, jo heast? Is wie a Hendl, des kane Eier legt. Also muss man sich mit dem „Hendl“ begnügen. Darum mein kleiner Einwand „bescheiden“.
Nach der ersten Tuchfühlung, die mit der Gulasch-Niederlage endete, vertraute ich aber der Ansage „neuer Koch“ und besuchte es nach einiger Zeit wieder.
Damals wie auch zuletzt war aber die Rindsuppe gut. Sie glänzt mit betont dunkler Farbe und intensivem Geschmack. Wird nachgeholfen? Aba sicher, doch beim sog. Wirt‘n ums Eck ist das m.E. erlaubt. Es ist ein Gasthaus, um das es hier geht, kein Gourmettempel!
Mittlerweile stellte ich fest, dass man mittags ohne Reservierung keinen Platz bekommt, so musste ich einmal wieder von dannen ziehen. Mit anderen Worten, des Beisl rennt mittlerweile guat. No oiso, geht do. 😊
Bei einem weiteren Besuch lockte mich das Samstag Ofenbratl gemischt, ein Stk. Kümmel und ein Stk. vom Schopf. Bei beiden die Fleischqualität und Saftigkeit tip-top, lediglich fehlte mir beim Kümmelstück auch die Note „Kümmel“, auch im Saft oder ein deftiges Krusterl. Aber es gab wie sich‘s g‘hört ein Natursafterl, keine Pampe!
Zum Kümmel-Ausgleich gab‘s ein paar Grammel-Stückchen, fand ich gelungen. Die Beilagen wiederum tadellos, nicht übersüßtes oder zu Tode mehliertes Kraut und zwei frischeste Serviettenknödel. Echte Knödel, d.h. in Kugelform mag ich zwar lieber, aber der Geschmack nach gewohnter Manier überzeugte.
Meine Begleitung war mit Kärntner Kasnudeln mehr als zufrieden, deutlich besser als woanders, handmade angesagt, so auch geliefert. Sanfter und geschmackvoller Teig (warum die aber Nudeln heißen, muss mir erst wer erklären, naja Kärntner hoit), desgleichen die Fülle, und optisch schönes „Grändeln“. Die Köchin darf ab sofort heiraten. 😊
Grüner Salat war bescheiden bzw. nicht nach meiner Fasson mariniert, aber ok, ich bin dafür kein Maßstab, andere mögen den modernen Dressing-Style. Mir war er zu trocken, meine Begleitung fand’s passend. Sie darf das letzte Wort haben, ist ja bei Frauen heute en vogue.
Das bisherige Resümee
Weitere Erfahrungen wie Civapcici oder Schinkenfleckerl genossen meine Beachtung, es gibt sehr gute als auch bescheidenere Erlebnisse, wie der Faschierte Braten, der mit zu trocken war, wobei das Gute überwiegt.
So erhalten die Menüs meinen persönliches Stempel „hausmännisch“, aber es gibt nicht selten auch Hauseigenes. Man vermisst auch das typische Freitag-Fisch-Menü. Summa summarum sind die Speisen „gut“.
Das Getränkesortiment ist Standard-Wirtshaus-Like, aber eines kann erwähnt werden, und zwar kenn man das Wort „Ristretto“. Die Kaffeemarke „Gianni“ war für mich neu. Wer was zur Verdauung danach braucht, erhält Heimisches vom Hause Reisetbauer. Nett ist das nostalgische Achterlglas für den Schankwein, ich find’s putzig (siehe Foto).
Im Service werken die beiden jungen Männer, welche die HP zieren (ich denke, es sind die Pächter). Einige weitere Kräfte unterstützen sie und machen insgesamt einen sehr guten Job. Das darf ich lobend „Sehr gut“ nennen.
So habe ich mit dem Bretschneider einen Wirthausklassiker mit passabler Wiener Prägung dazugewonnen, wobei ein Manko weiter bestehen bleibt, dass mir doch einige Klassiker fehlen und ich meine damit nicht nur das Gulasch, auch der ZRB z.B. fehlt. Dafür passt das Preisniveau, was man für diese Kategorie erwartet.
Der nahegelegene Schwabl wird aus meiner Favoriten-Stellung kaum verdrängt werden können, dafür ist Di und Mi offen, an denen der Schwabl Ruhetage hat. In der Hinsicht ist mir der Bretschneider für die Mittagsküche, die ich heute zunehmend in Anspruch nehme, wenn auch als Lückenbüßer, aber doch auch zur Bereicherung geworden.
Bericht in ca. 940 Worten - Euer WrkFan
Das Beisl- bzw. Gasthaus-Sterben macht zwar nicht halt und betrifft nicht nur meine Wiener Region samt herzallerliebst feinen Wiener Küche, umso mehr erfreut mich, wenn eines erhalten bleiben konnte.
Zuvor ging man hier zum „Stafler“, der nach Südtiroler Küche ausgerichtet war. Noch eine Ära zuvor hieß es „Wunsch“, dessen Name noch die Glasscheibe der Eingangstüre schmückt. Aus dessen Zeit stammt die Inneneinrichtung.
Aufgrund Erkrankung musste die Fam. Stafler aufgeben und danach stand das Beisl eine ganze Saison leer. Ich dachte schon an Untergang, doch fanden sich nun 2025 zwei beherzte Gastronomen und so ist es als „Zum Bretschneider“ wieder auferstanden.
Neuaufleben Wr. Gasthaustradition
Das Ambiente ist unberührt geblieben, welches die 60-70-er aufleben lässt. Es kann durchaus so antiquiert bleiben, auch wenn ich nicht der Freund von allzu „uralt“ bin. Einigen gefällt er aus dem Grund auch nicht wirklich.
Solches kann auch den Touch von „abgestanden“ annehmen, wie heruntergekommene Tranklerbuden, die von mir aus ruhig aussterben dürfen, aber keine Sorge, dem ist nicht der Fall. Man pflegt fleißig sich angesammelte Patina und vor allem die ehrwürdige alte Schank, die den Namen "Bretschneider" trägt.
Mir ist das jedenfalls lieber als die Verschlimmbesserung mit modernen Stilmitteln. So erhält das Ambiente von mir ein sauberes Gut. Nächste Saison wird auch der Schanigarten wieder belebt werden, aber der übte auf mich bislang leider keine große Anziehungskraft aus. Doch, wie sogt da Weana: „No, schau ma moi“, man kann auch überrascht werden.
Es gibt eine bescheiden ausgerichtete Mittagskarte, zuzüglich von Di-Fr zwei Mittagsmenüs, eines davon vegetarisch. Am Sa kommt aus dem Ofen ein Schopf- bzw. Kümmelbraten. Den kann man auch gemischt haben. Und ab 17:30 Uhr gibt es die größere Abendkarte. Der p.t. Leser findet das auch auf deren HP.
Die Rückkehr zur Wr. Küche
Positiv für mich ist die neue Einkehr traditioneller wie regionaler Küche, dazu etwas von Innereien, aber ich denke man ist noch in der Startphase. Der Einstieg war mit einem verpatzen Gulasch ein Desaster, aber man sagte mir, es war der letzte Tag Koch des Kochs. Ich werde das daher nicht näher darlegen, wenn’s eh passe ist.
Momentan wurde Gulasch von der Karte genommen, aha! Kann’s der neue Koch a net? Für mich ein Minuspunkt. A g’staundenes Wirtshaus ohne Gulasch, jo heast? Is wie a Hendl, des kane Eier legt. Also muss man sich mit dem „Hendl“ begnügen. Darum mein kleiner Einwand „bescheiden“.
Nach der ersten Tuchfühlung, die mit der Gulasch-Niederlage endete, vertraute ich aber der Ansage „neuer Koch“ und besuchte es nach einiger Zeit wieder.
Damals wie auch zuletzt war aber die Rindsuppe gut. Sie glänzt mit betont dunkler Farbe und intensivem Geschmack. Wird nachgeholfen? Aba sicher, doch beim sog. Wirt‘n ums Eck ist das m.E. erlaubt. Es ist ein Gasthaus, um das es hier geht, kein Gourmettempel!
Mittlerweile stellte ich fest, dass man mittags ohne Reservierung keinen Platz bekommt, so musste ich einmal wieder von dannen ziehen. Mit anderen Worten, des Beisl rennt mittlerweile guat. No oiso, geht do. 😊
Bei einem weiteren Besuch lockte mich das Samstag Ofenbratl gemischt, ein Stk. Kümmel und ein Stk. vom Schopf. Bei beiden die Fleischqualität und Saftigkeit tip-top, lediglich fehlte mir beim Kümmelstück auch die Note „Kümmel“, auch im Saft oder ein deftiges Krusterl. Aber es gab wie sich‘s g‘hört ein Natursafterl, keine Pampe!
Zum Kümmel-Ausgleich gab‘s ein paar Grammel-Stückchen, fand ich gelungen. Die Beilagen wiederum tadellos, nicht übersüßtes oder zu Tode mehliertes Kraut und zwei frischeste Serviettenknödel. Echte Knödel, d.h. in Kugelform mag ich zwar lieber, aber der Geschmack nach gewohnter Manier überzeugte.
Meine Begleitung war mit Kärntner Kasnudeln mehr als zufrieden, deutlich besser als woanders, handmade angesagt, so auch geliefert. Sanfter und geschmackvoller Teig (warum die aber Nudeln heißen, muss mir erst wer erklären, naja Kärntner hoit), desgleichen die Fülle, und optisch schönes „Grändeln“. Die Köchin darf ab sofort heiraten. 😊
Grüner Salat war bescheiden bzw. nicht nach meiner Fasson mariniert, aber ok, ich bin dafür kein Maßstab, andere mögen den modernen Dressing-Style. Mir war er zu trocken, meine Begleitung fand’s passend. Sie darf das letzte Wort haben, ist ja bei Frauen heute en vogue.
Das bisherige Resümee
Weitere Erfahrungen wie Civapcici oder Schinkenfleckerl genossen meine Beachtung, es gibt sehr gute als auch bescheidenere Erlebnisse, wie der Faschierte Braten, der mit zu trocken war, wobei das Gute überwiegt.
So erhalten die Menüs meinen persönliches Stempel „hausmännisch“, aber es gibt nicht selten auch Hauseigenes. Man vermisst auch das typische Freitag-Fisch-Menü. Summa summarum sind die Speisen „gut“.
Das Getränkesortiment ist Standard-Wirtshaus-Like, aber eines kann erwähnt werden, und zwar kenn man das Wort „Ristretto“. Die Kaffeemarke „Gianni“ war für mich neu. Wer was zur Verdauung danach braucht, erhält Heimisches vom Hause Reisetbauer. Nett ist das nostalgische Achterlglas für den Schankwein, ich find’s putzig (siehe Foto).
Im Service werken die beiden jungen Männer, welche die HP zieren (ich denke, es sind die Pächter). Einige weitere Kräfte unterstützen sie und machen insgesamt einen sehr guten Job. Das darf ich lobend „Sehr gut“ nennen.
So habe ich mit dem Bretschneider einen Wirthausklassiker mit passabler Wiener Prägung dazugewonnen, wobei ein Manko weiter bestehen bleibt, dass mir doch einige Klassiker fehlen und ich meine damit nicht nur das Gulasch, auch der ZRB z.B. fehlt. Dafür passt das Preisniveau, was man für diese Kategorie erwartet.
Der nahegelegene Schwabl wird aus meiner Favoriten-Stellung kaum verdrängt werden können, dafür ist Di und Mi offen, an denen der Schwabl Ruhetage hat. In der Hinsicht ist mir der Bretschneider für die Mittagsküche, die ich heute zunehmend in Anspruch nehme, wenn auch als Lückenbüßer, aber doch auch zur Bereicherung geworden.
Bericht in ca. 940 Worten - Euer WrkFan
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Die Kasnudel hat ihren Namen durch die Tatsächlichkeit, dass es sich bei ihrer Hülle um Nudelteig handelt :-)