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Winisan

Lange Gasse 34
1080 Wien (8. Bezirk - Josefstadt)
Küche: Japanisch
Lokaltyp: Restaurant, Café
Tel: 01 402 23 62
Lokal teilen:

3 Bewertungen für: Winisan

Rating Verteilung
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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 11. März 2016
Update am 17. Juli 2016
Experte
Stammersdorfer
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4Ambiente
3Service
21 Fotos2 Check-Ins

(Kurzes) Update zu Besuch vom 15.7.2016....

Das Essen wieder großartig, wenn auch intensiver/schärfer gewürzt als beim ersten Besuch im März.
Leitungswasser wird (derzeit) nicht verrechnet, siehe die Bewertung vom 5.3.16, der Prinzessin.
Der Hinterhofgastgarten schön und ruhig, man fühlt sich sehr wohl.
Die Noten für Speisen und Ambiente sehe ich beide weitgehende bestätigt.

Wo sich aber sehr viel Positives getan hat war beim Service, da dürfte einiges geschult worden sein. Alle sehr freundlich, weitgehend aufmerksam, wesentlich koordinierter als beim Märzbesuch, es wird nachgefragt, recht rasch abserviert und flott unterwegs waren die -3- Mitarbeiter auch. Nach dem vorgestrigen Besuch hätten wir, hätte ich, wahrscheinlich sogar einen 4er vergeben, belasse es aber vorerst bei 3.

Und was ich jetzt auch weiß, die Dame, die ich zuletzt als Serviceleiterin (was sie sicher nach wie vor auch ist) und Frau Oberkellner bezeichnet habe, ist die Geschäftspartnerin von Herrn Brugger und zwar Margit Pruckner. Und die war an dem Abend überaus bemüht, kommunikativ, wir konnten sogar das eine oder andere kurze Gespräch mit ihr führen und den Sake gabs auch wieder.

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Der Achte Bezirk, unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 2016, den 8. März. Dies sind die Abenteuer des Stammersdorfer, der mit seiner Holden seit Jahren unterwegs ist, um neue Lokalitäten zu erforschen......:-))
(Die älteren Leser hier im Forum wissen natürlich sofort woher das stammt, für die anderen Link)

Heute hat es uns nur unweit von zu Hause ins neue Lokal des Herrn Wini, alias WINISAN verschlagen. Und wer jetzt glaubt der in Feldkirchen aufgewachsene Wini Brugger ist Kärntner nur weil er den Dialekt spricht, der irrt. Wie mir das Netz verriet stammt er doch vom wunderschönen Achensee in Tirol. Aber das ist wie immer eine ganz andere Geschichte......

Die Zusammenfassung, wir haben nur sehr wenig Ahnung von japanischer Küche und schon gar nicht kann ich beurteilen, ob das uns gebotene, irgendwas mit authentisch zu tun hat? ABER eines weiß ich sicher, es war ganz großartig!
Das Ambiente hat vor etwa 20 Jahren, zu Zeiten der Alten Backstube, auch schon so ausgesehen und das Service war ziemlich chaotisch und heillos überfordert. Wir haben mit nicht ganz so großzügiger Maut 127,-- Euro gezahlt und das Weitra Pils, das sich auf der Mehrwertsteuerrechnung fand, aber nicht konsumiert wurde, hat man uns anstandslos storniert. Hier gilt noch CASH ONLY CASH, oder wie man in unseren Breiten sagt, nur bares ist wahres......

Der zweite Versuch einer dermal telefonischen Reservierung hat geklappt. Mitte Februar hat meine Frau persönlichen vorgesprochen, ist aber abgeblitzt, Hütte voll. Das war sie auch an diesem Dienstagabend. Den Espresso haben wir auf Ersuchen der Oberkellnerin schon im Tagescafe, dem vorderen Bereich des Lokals eingenommen, aber das war schon in Ordnung so.

Aufgefallen ist uns das illustre Publikum, nahezu jede Altersschicht war da und auch überraschend viele Touristen.

Was das dunkle Ambiente in dem Nichtraucherlokal mit den Teils farbenfrohen Sesseln betrifft, verweise ich auf die sehr schöne Bewertung von adn1966 vom 25.2. dieses Jahres. Wir hatten unseren massiven Holztisch im hintersten Teil des Lokals, quer durch also. Aufpassen heißt es am Weg dahin, einige Querbalken nötigen jene welche über 185cm zum Kopf einziehen. Unseren großen Tisch für 8, teilten wir uns mit zwei weiteren Gästen, allerdings saßen die am anderen Ende und in der Mitte stand eine große Grünstaude im goldenen Topf, sodass man vollkommen ungestört essen und sich unterhalten konnte. Zu Beginn des Besuchs war die Raumtemperatur am unteren Ende dessen was ich als angenehm empfinde, die Liebste meinte nur, da ist es kalt. Das hat sich aber im Laufe des Abends deutlich gebessert. Der 4er fürs Ambiente ist ein aufgerundeter, ihr gefiel es besser als mir.

Nun zum großen Schwachpunkt des Lokals, den vier sehr jungen Servicemitarbeitern, sowie einer Serviceleiterin? Außer der wichtigen habe alle „Love all serve all“ in roter Schrift auf ihren schwarzen Leiberln, sowie Crew stehen. Jeder ist hier für jeden Tisch zuständig, nur das klappt nicht. Sie sind zwar alle sehr freundlich, was gerade noch den 2er rettet, aber das wars auch schon. Es dauert alles relative lange, außer dem was aus der Küche kommt. Sie laufen planlos herum, sind unkoordiniert, wenn nachgefragt wird dann gleich doppelt, sie sehen nichts, auch den Wein haben wir uns selbst aufgemacht, nachdem der Aperitif schon länger ausgetrunken war, geschweige denn nachschenken. Ein Lächeln hat es sowieso zu keiner Zeit gegeben. Sie sind mit ihrem Job irgendwie überfordert, hat‘s den Anschein.

Jetzt zu den überaus erfreulichen Dingen, die da aus der Schauküche raus kamen. Die Winisan Vorspeisenvariation ab 2 Personen, damit begann es. Dürfte auch nicht immer gleich sein, was da drauf ist. Bei uns waren am einen Ende des länglichen Holzbrettl Sojabohnen zum selbst auslösen. Habe sie natürlich zuerst mit irgendwelchen großen Erbsen verwechselt, erst die Fotos hier machten mich schlauer. In der Mitte fand sich Rettich? mit Blümchen und am anderen Ende ein kleines dreieckiges Schüsserl mit Paradeisern und Jungzwiebeln (auf den steht er, die findet man fast überall) ganz köstlich mariniert übrigens. Dann war da Sashimi vom Lachs und vom (Wolfs)barsch, oben drüber ein Gewürz mit leichter schärfe, allerfeinst! Das Ganze auf grünem Salat, auch da die leicht süßliche Marinade großartig. Am anderen Teil des Brett Caesar Salad, die sehr vielen Salatherzen grandios mariniert, auch mit einer leichten Schärfe, die Hendlteile knusprig, goldgelb paniert. Dazu gab es je ein kleines Schüsserl mit Soyasauce, Wasabi und Jungzwiebel, sowie je ein etwas Größeres mit Japan Mayo, auch da viel Jungzwiebel drinnen. Der Gaumen jubilierte, mehr kann man dazu nicht sagen und optisch sehr schön anzuschauen wars obendrein.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Auftaktgetränke schon geleert. Meine Frau hatte den Frizzante des Hauses, der kommt vom Weingut Schmidt aus Hagenbrunn, eine kleine Gemeinde, quasi gleich neben der Metropole Stammersdorf, aber schon im Weinviertel in NÖ gelegen. :-)) Habe ihn nicht gekostet, aber sie war begeistert. Ich probierte es mit dem einzigen japanischen Bier auf der Karte, dem Asahi, in der 0,3 Liter Variante. Für mich gut, wenig Säure, leicht zu trinken, aber von einheimischen Bieren nicht zu unterscheiden.
Das Flascherl des Abends „Wiener Duo“ 2015, aus GV und WR, auch vom Schmidt, wie derzeit alle Weine (4 weiß, 3 rot) die es beim ihm, außer jene aus dem biodynamischen Anbau, gibt. Er hat uns überzeugt, war sehr fruchtig und frisch, leicht zu trinken und angenehm am Gaumen, jugendlich eben.

An der Stelle ein kleiner Abstecher zu den Weingläsern, nicht stillos, sondern ohne Stiel. Sie standen bereits auf den Tischen, als wir ankamen und wurden in der Bewertung der Prinzessin vom 5.3. als Weinglas Ersatz dargestellt.
Zu dem nur so viel, der namhafteste Glasdealer des Landes, Meister Riedel, hat seit 2014 verschiedene stiellose Gläser im Angebot, ich würde daher das was es beim W.B. an Gläsern gibt, nicht unbedingt als stil-los bezeichnen. Ob sie jetzt gefallen, oder nicht, ist eine andere Sache.....

Und dann fanden die kleinen Spieße (Yakitori) den Weg zu uns an den Tisch. Zuerst drei und zwar Leber mit Ingwer-Mirin-Soja-Marinade, Fleischbällchen süß sauer mit WinGin-Marinade und Tigergarnelen mit Thaicurry-Kokos-Marinade. Dazu bestellten wir einmal gebratenen Reis mit Gemüse und Ei. Etwas später dann für mich alleine, Herz mit Shisimi Pfeffer-Wodka-Marinade. Die Leber weich und zart, die Bällchen fein faschiert und die kleinen Tiger sogar mit etwas Eiengeschmack, ja und die verschiedenen Marinaden haben jede Speise einfach nur himmlisch gemacht, beschreiben kann ich sie e nicht. Der Reis hatte einen etwas süßen Geschmack, drin fand sich nona Jungzwiebel, Erbsen und Karotten, auch der einfach nur perfekt. Meine „Nachspeise“ das Hendlherz ließ meinen Gaumen dann endgültig singen.

Der Espresso danach kam von Daniel Moser, hatten wir den nicht gerade im Lugeck? Man kann ihn als gelungen bezeichnen, stark, wenig bitter und schwarz wie die Nacht, in der Karte stand Arabica von Hand geröstet. Einziges Manko die Kaffeemaschine ist nicht heiß genug eingestellt, aber er wurde mit einem Glas Wasser serviert.

Und als wir so im Tagescafe des WINISAN alias Herr Wini sitzen und plaudern, bringt uns die Frau Oberkellner noch jedem einen kleinen Tonbecher mit einem 16%igem Sake. Ob er uns geschmeckt hat? Ja irgendwie schon?
Und als wir dann endgültig gehen wollten, bekamen wir noch sein Kochbuch „das Beste aus Wini Bruggers Küche“ mit auf den Weg.

Wiederholungsgefahr EXORBITANT!

Wie schrieb ich eingangs, dies sind die Abenteuer des Stammersdorfer, der mit seiner Holden seit Jahren unterwegs ist um neue Lokalitäten zu erforschen……….:-))

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 5. März 2016
Experte
PrinzessinisstdieErbse
48
6
19
3Speisen
4Ambiente
2Service

O.k., Prinzessin ist schon sehr kritisch auf ihre alten Tage geworden und manchmal überlege ich mir, ob ich nicht langsam meinen Zicken- Freundinnen Schneewittchen und Dornröschen zu ähnlich werde…. Naja, zumindest weiß ich, dass ich gegen Äpfel allergisch bin und von einem Rosenstachel nicht in einen hundertjährigen Schlaf verfallen muss….

Aber kritisch hat ja nix mit zickig zu tun… von daher erzähl ich euch jetzt ganz frei von der Leber weg, was wir im Winisan erlebten…. Apropos Leber, das war noch eine feine Überraschung des Abends, aber dazu später mehr.

Im Dezember ist der Herr Wini Brugger ja wieder in der Gastroszene Wiens aufgetaucht und dieses Mal klang das Konzept auch wirklich spannend und wurde entsprechend in allen Medien hoch höchst und am Höchsten gelobt… ein altes Gasthaus übernommen, das Inventar bei belassen…. von einem japanischen Heurigen wurde ebenso geschrieben, wie auch von dem Ort in Wien, wo man im Moment sicher am skurillsten und gleichzeitig am besten essen könne…
Alles Voraussetzungen die quasi „Prinzessin komm“ hinaus posaunten und so folgten wir dem Ruf.

Der erste Eindruck um es neumodisch zu formulieren: sehr cool, was hier aus einem Altwiener-Gasthaus mit ein paar pinken Anstrichen an Stühlen und ein paar Graffiti an den Wänden gemacht wurde.

Der Charme überzeugte auf jeden Fall vorab. Nettes Service, ein wenig ungewohnt, dass mein Frizzante aus einem Kännchen in ein Stil-loses, bereits am Tisch stehendes Glas gefüllt wurde… Quasi der Weinglas Ersatz, wie wir im Laufe des Abends noch feststellten bzw. selbst herausfanden… Ist ja auch nett, wenn anscheinend das „Heurigen“-Konzept nachempfunden werden soll… weil auch die Flasche Wein, ein sehr guter Riesling vom Loimer wurde uns einfach kommentarlos am Tisch gestellt…. Wasser kam erst nach Bitte, aja, die Weinbestellung übrigens auch erst nach dem zweiten Mal urgieren.

Spannend zu beobachten, dass am Nachbartisch sehr wohl lieber aus konventionellen Weingläsern getrunken werden wollte, die Kellnerin aber kleinlaut zurückkam und meinte, sie hat leider im Moment nur EIN sauberes Weinglas……..????

Wir bestellten uns vorab die Vorspeisenplatte und waren schon beim Servieren angetan, sehr gutes Sashimi auf einem schönen und abwechslungsreichen Salat und ein wirklich sehr guter Ceasar Salad mit knusprig paniertem Hähnchen und feinen Salatherzen… Super Dressing… machte wirklich Spaß.

Zur Hauptspeise bestellte sich der Herr Prinzgemahl einen Chili-Hot-Pot, leider fehlte es hier an Würze, nein nicht an Schärfe, sondern einfach an dem gewissen etwas… erinnerte doch eher an heißes Wasser mit Chili und ein paar Garnelen, die vielleicht besser um ihr Leben geschwommen wären.

Prinzchen und ich entschieden uns für diverse Yakitori-Spieß- Variationen vom Huhn, sind ja auch quasi die Signature-Dishes des Restaurantkonzeptes. Also einmal her mit:
Filet – Meersalz – Curry – Sesam
Meatballs – süss & sauer – WinGin
Leber – Ingwer – Mirin – Soja
Haut – Currysalz – Japan Whisky

Filet- und Fleischbällchen sehr gut, fein abgeschmeckt und die Gewürze auch ausreichend.
Ebenso die Leber, für mich eine Überraschung, wirklich fein im Geschmack, sehr guter Gar-Punkt und auch wenn gebratene Hühnerleber sonst nicht so zu meinen Favoriten gehört, hier würde ich sie nochmals bestellen.
Ganz im Gegenteil zu der vielgerühmten Hühnerhaut… Ich dachte ja an diesen wunderbaren Geschmack von knusprig gerillter Henderlhaut, den wir sicher alle so lieben und wo es jedes Mal ärgerlich ist, dass so ein Federvieh nur so wenig Haut besitzt.
Aber nein, dies erinnerte im Geschmack eher an das Frittieröl, nur ganz zaghafter Geflügeleigengeschmack, eine kleine Prise Asia-Gewürze, kein Salz merkbar… schade, eine Enttäuschung.

Ebenso mehr erwartet hatten wir uns dann noch vom Dessert… die Winisan-Schokoladenträne, eine kleine Patisserie-Kreation von Schokobiskuit, Schokomousse auf Schokopudding… da passte das Preis-Leistungs-Verhältnis (€ 6,00) gar nicht… wie leider im Ganzen gesehen bei einigen Positionen nicht… die Vorspeisenplatte wie beschrieben ausgezeichnet, doch um diesen Preis (€ 38,00 für 2 Personen)…. Ebenso der Chili-Hot-Pot....

Ihr wisst normalerweise schweigt Prinzessin lieber über finanzielle Details, doch hier muss ich kurz näher darauf eingehen, da ich es doch mehr als verwunderlich finde, dass die Preise gegenüber der Speisekarte auf der Homepage doch um einiges nach oben optimiert wurden…. Und wenn drei Monate nach der Eröffnung schon eine Neukalkulation stattfinden muss, dann bitte zumindest so, dass es der Gast nicht mitbekommt. Angefangen von dem Krügerlpreis von € 4,20 statt € 3,90, über den Frizzante € 4,30 statt € 3,50, bei den Speisen war der höchste Unterschied bei der Haut von € 9,00 statt € 6,00, Leber ebenso um € 2,00 teurer…….

Aber wirklich befremdlich war dann die Verrechnung des „Josefstädter Wassers“ um € 1,50, wie erwähnt, hatte ich zu unserer Flasche Wein um ein Glas Wasser gebeten….. Dass bei einer Gesamtkonsumation von € 149,70 dann auch noch das Wasser verrechnet wird, ich weiß die ewige Diskussion, aber so habe ich es noch nicht erlebt!

Wenn ich schon auf der einen Seite ein gepimptes Gasthaus/Heurigen-Konzept beim Service durchziehe, wobei bei meiner Prinzessinnen-Ehre ich ein paar Originale kenne, wo das Service um einiges aufmerksamer ist, dann wäre es doch fein, das Gesamtkonzept auch in der Preisgestaltung durchzuziehen, oder wieder anders rum… ich verlange meinen Preis, dann muss aber auch alles perfekt sein….

Ja Prinzessin kritisiert gerade den Herrn Brugger…. Ich oute mich jetzt und muss leider sagen, dass ich auch damals im Indochine nicht das gelobte Land fand, dass so viele zum Pilgern animierte.
Aber das macht ja nix, in meiner Märchenstadt darf ja jeder seine Meinung vertreten, ob es andere interessiert oder nicht, ist dann eine andere Geschichte…. Deshalb höre ich auch nicht auf, euch immer wieder neue zu erzählen....

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Kommentar von am 17. Jul 2016 um 12:31

Leitungswasser wurde bei unserem Besuch am 15.7.2016 nicht (mehr) verrechnet......

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 25. Februar 2016
Experte
adn1966
80
48
22
4Speisen
4Ambiente
5Service
8 Fotos2 Check-Ins

Japan + Heuriger?

Hört man diese beiden Worte denkt man wohl zuerst an Busgruppen japanischer Touristen, die in Grinzing den angeblichen Succus Wiens (Schnitzel, Veltliner und Wienerlieder) vorgesetzt bekommen. Wer käme schon auf die Idee, diese Worte zu „japanischer Heuriger“ zu kombinieren, und was, bitte, dürfte man sich dann darunter vorstellen?

Nun, es gibt ihn seit kurzem, den ersten japanischen Heurigen in Wien, erdacht hat dieses nicht unschräge Konzept Wini Brugger, umtriebiger Kärntner und Asienspezialist unter Österreichs Topköchen, der nach vielen Jahren in Asien z.B. im „Indochine 21“ mit einer Fusion von asiatischer und französischer Küche für Furore gesorgt hat. Nach seiner Zeit im Indochine verbrachte er viel Zeit in Asien und entdeckte in Japan die Yakitori – Lokale für sich, einfache Lokale, die Spieße, vor allem vom Huhn (Yakitori bedeutet wörtlich „Grillhähnchen“), aber auch von Fisch und Rind in einfachem Ambiente servieren. Er beschloss, dieses Konzept nach Wien zu bringen und, voilà, das Wini San war geboren, Wiens erster japanischer Heuriger mitten im Achten, in der ehemaligen „Alten Backstube“ in der Lange Gasse 34. Es soll eine Verbindung zwischen der urigen Atmosphäre eines Heurigen mit der Yakitori Küche schaffen, Sashimi und Gemüse in Tempurateig inklusive. Interessant, wenngleich nicht leicht vorstellbar.

Gestern waren die Liebste und ich, zusammen mit 4 Freunden im Wini San, und durften dieses neue Konzept hautnah erleben. Das Fazit vorweg: ein toller Abend, ein wahrlich eigenwilliges Konzept, kulinarisch ein echter Hochgenuss.

Die Alte Backstube ist ein klassisches Biedermeierhaus, mit vielen, lang gezogenen, etwas verwinkelten Gewölben und einem tollen Innenhof, der hoffentlich im Sommer als Garten genutzt wird. Das Ambiente (viel dunkles Holz, große Tische, sehr gemütlich) suggeriert tatsächlich, dass man ein typisches Wiener Beisl oder einen Stadtheurigen betreten hat, niemals würde man vermuten, in Kürze feinste japanische Küche serviert zu bekommen.

Man betritt das Wini San durch einen Vorraum, der offenbar eher für Gäste bestimmt ist, die nur etwas trinken möchten, weiter geht’s an einer kleinen Küche und einer großen, offenen Küche vorbei, in der Wini Brugger zu Werke geht, in die heurigenartigen Speiseräume. Wir werden freundlich empfangen und eine junge Dame, die uns den ganzen Abend freundlich, charmant und kompetent betreut hat, reicht uns die Karten. Und schon ist der Kontrast zum Ambiente perfekt, man wurde in der Sekunde quasi von der Josefstadt nach Japan gebeamt. Hot Sashimi vom Barsch, Schwarzer Kabeljau mit Ssamjang Sauce und Daikon, Chili Hot Pot mit Shrimp und Koriander, Karfiol Tempura mit Yuzu-Sake-Creme und viele andere, höchst interessante japanische Gerichte lachen einem entgegen. Und natürlich der Haupt-Act des Lokals, die Yakitori Küche, die auf der Karte unter „Yakitori Bar“ firmiert. Hier wird das ganze Huhn zu Spießen aus den einzelnen Teilen verarbeitet, es gibt Spieße mit Leber, Spieße mit Herz, Spieße mit Haut, Spieße mit Oberschenkel, - you get the picture.

Wir eröffnen mit einem sensationellen 2015er Veltliner vom Gritsch aus Spitz/Donau, - weintechnisch sind wir also in einem Topheurigen, - einige von uns nehmen erst einmal ein japanisches Bier, leicht und sehr süffig. Wir entscheiden uns für zwei große Vorspeisenplatten, um die gesamte Vielfalt kosten zu können. Nach nicht allzu langer Wartezeit kommen zwei große, längliche und idente Holzplatten daher (Japan goes Brettljause), auf der sich folgende Vorspeisen befinden: Sashimi vom Lachs, herrlich zart und von tadelloser Qualität. Sashimi vom Barsch, nicht minder gut. „Wini’s Caesar Salad“, einige Salatherzen, herrlich würzig mariniert. Sicherlich einer der Besten, die ich je gegessen habe, ein Schüsselchen mit einem sehr guten Pilzsalat und zwei Schüsseln mit Sojabohnen, die man selbst auslösen muss. Karfiol im Tempura-Teig, vorzüglich. Dazu werden kleine Schüsseln hausgemachter, japanischer Mayonnaise, Soyasauce mit Wasabi, sowie eine Chili-Sauce gereicht. Das Besteck (auch Stäbchen) gibt’s in kleinen Metallköchern, die, ganz Heurigen-style, am Tisch stehen.

Die Vorspeisen waren vorzüglich, ohne wenn und aber. Das kulinarische Grundgesetz für gutes Essen wurde hier perfekt erfüllt: erstklassige Produkte treffen auf hohe Kochkunst. So simpel, und doch so oft verfehlt.

Nun zu den Hauptspeisen: Nächste Runde Veltliner vom Gritsch (immerhin sind wir ja beim Heurigen), für die Liebste die Misosuppe, der Rest einigt sich auf Spieße von Leber, Oberschenkel, Brust, Hühner-Meatballs und Gemüse. Dazu, weil sie tatsächlich so sensationell waren, noch zwei Portionen Lachs-Sashimi. Und auch zwei Portionen Tigergarnelen, die mit japanischem Whisky flambiert werden. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Auch hier ist die Wartezeit kurz, die Spieße werden in der Mitte des Tisches eingestellt und jeder von uns erhält kleine, japanische Teller, um alles verkosten zu können. Der Service punktet nach wie vor mit Charme und erklärt die einzelnen Speisen beim Servieren.

Die Misosuppe der Liebsten katapultiert sich aus dem Stand auf den ersten Platz der von uns konsumierten Misosuppen, eine echte Geschmacksexplosion, die am Gaumen statt findet. Die Spießchen sind klein, pro „Hühnerteil“ zwei Stück, zart und saftig, würzig und fein mariniert. Auch die Gemüsespießchen sind fein und geschmacklich hervorragend. Gleiches gilt für die Garnelen, für die Sashimi sowieso.

Zeit für Kaffee und Dessert: 6 x kleiner Espresso werden bestellt, dazu drei Nachspeisen: das Signature – Dessert, ein Bananen-Brot-Pudding mit japanischem Whisky, eine Mother-Fuko Cheese Cake (dieses Dessert könnte man sogar rappen), sowie einer „WiniSan Schokoladeträne“, einem Mousse au Chocolat in Tränenform. Die Desserts werden jeweils in großen, hölzernen Behältern serviert, die wie übergroße Löffel aussehen. Sehr ansprechend.

Beim Kaffee schwächelt Herr Brugger zum ersten Mal, der Espresso ist nicht wirklich heiß und für einen „Ristretto“ viel zu dünn. Bei den Desserts sticht der an eine Bananenschnitte anmutende Bananen-Brot-Pudding hervor, der Winner der Desserts. Die Cheese Cake ist interessant, ähnelt allerdings etwas mehr einem Linzer Auge und hat mit einer klassischen Cheese Cake nicht allzu viel gemein. Das Mousse ist gut, hinkt in Punkto Intensität des Geschmacks den anderen Desserts aber etwas hinterher.

Für Speis und Trank werden am Ende pro Person 75,- inklusive Trinkgeld fällig, absolut angemessen für Menge und Qualität der Speisen und Getränke, immerhin haben wir den Weinbestand vom Gritsch um 3 Flaschen reduziert. Zum Abschluss gibt’s noch einen Sake aufs Haus. Das Wini San bleibt auch bei den Zahlungsmodalitäten puristisch, schon auf der Homepage wird darauf hingewiesen, dass nur Bargeld akzeptiert wird. Das Lokal ist rauchfrei, im Innenhof gibt es allerdings die Möglichkeit, zwischen den Gängen zu rauchen.

Das Konzept ist schräg, aber genauso gewollt. (Zitat Wini Brugger, mit dem ich mich dann noch ein wenig unterhalten konnte. Ein freundlicher Mann, der Herr Brugger, keinerlei "Celebrity" - Allüren, gefällt mir.).Die Fusion zwischen uriger Heurigenatmosphäre und japanischer Küche funktioniert, obwohl ich mir das nicht vorstellen konnte. Es war ein gemütlicher Abend in urigem Ambiente, mit exzellentem Wein und wirklich fantastischer, japanischer Küche, einzig der Kaffee verhindert die Höchstnote.

Wir werden sicher wiederkommen, das steht fest.

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Hilfreich?Ja21Gefällt mir19Lesenswert16
Letzter Kommentar von am 26. Feb 2016 um 11:09

Danke adn1966! So lasst uns gemeinsam das Brot brechen und Wein trinken!

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Winisan - Karte
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