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Wein & Weintemperatur

Gestartet von am 12. November 2013 um 10:19

Dachte mir, dass das man das Thema gut und gern mal hier ins Forum "auslagern" könnte.

Das Problem ist nur, dass die meisten Lokale sich an Temperaturempfehlungen für Weiß- und Rotweine nicht halten wollen bzw. können.

Oder holen wir weiter aus: das Thema Wein ist in den meisten Lokalen ohnehin ein Stiefkind. Da gibt's mehrere Probleme, an denen ich dann als Gast scheitere und mir überlege, was ich tun soll: in ein anderes Lokal gehen, die glasweise ausgeschenkten Weine akzeptieren - oder einen Wein "vorbestellen", will ich eine ganze Flasche köpfen lassen.

Denn was habe ich vom besten Weinangebot eines Lokals, wenn:

- die Trinktemperatur weit über der überall von Sommeliers empfohlenen Trinktemperatur liegt
- die Trinktemperatur im Glas zwar beim Einschenken noch passt, aber im Glas schnell die empfohlene Trinktemperatur (weit, weit) übersteigt, da ein guter Wein ja erst nach 15-20 Minuten im Glas richtig zu "wachsen" beginnt, es sei denn, ich schätze die Weine von "Promiwinzern", die beim Entkorken noch Erstaunen auslösen, dafür nach 15-20 Minuten im Glas schon "gestorben" sind....
- die glasweis angebotenen Weine nicht ausreichend sind, die guten Flaschenweine aber allesamt erst zu entkorken sind.

Was also tun?
Ein sehr gutes Speiselokal fragte mich am Telefon "Woos?", als ich fragte, ob es möglich wäre, den Wein X aus der Online-Weinkarte bereits heute zu entkorken, wir kämen gerne morgen zu 6t am Abend ins Lokal. Eine Vorauszahlung des Weins per Überweisung wurde auch nicht akzeptiert.
Der Vorschlag, einen eigenen Wein mitzunehmen, mit entsprechendem Stoppelgeld natürlich, wurde auch am Telefon auch mit "Najo, i waaß net..." quittiert.

Oft ist es also so, dass man sich zwar wunderbar speisentechnisch verwöhnen lassen kann, in puncto Wein war mein eigener Weinkeller allerdings bis dato immer noch der beste ;-)))

Experte
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Antwort von am 12. November 2013 um 15:58

Das Problem ist halt - den meisten Gästen ist es überhaupt nicht wichtig.
Und dementsprechend achten auch die allermeisten Gastronomen nur auf die Küche, der Wein ist eh schon "fertig" in der Flasche.... ;-)

Experte
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Antwort von am 15. November 2013 um 10:57

HappaHappa: du hast natürlich Recht - Blindverkostungen klammern einen gewissen "Erwartungseffekt" aus, das Auge trinkt auch nicht mehr mit, sprichwörtlich.

Aber gestern bekam ich einen viel zu jungen Barolo serviert, er war zwar schon einen Tag offen, darauf hatte ich geachtet, weil Tage zuvor hätte man ihn extra entkorken müssen, was ich natürlich ablehnte (war tagelang im selben Haus einquartiert).

Einen "jugendlichen" Barolo erkennt man natürlich, ein "unreifes Gerstl", die Kellnerin erklärte mir dann, es wäre ein 09er. Hätte ich doch zuerst in die Karte geschaut!

Experte
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Antwort von am 15. November 2013 um 13:35

Ich bin ja auch kein Weinexperte, aber trinke in letzter Zeit vermehrt Wein statt Bier, da es selten gutes Bier in Lokalen gibt.

Als ich unlängst bei einem Freund zu Besuch war, tranken wir einen Zweigelt und Pinot Noir vom Bio Weinbau Killmeyer. Ich trink Rotwein eigentlich immer recht warm. Laut Auskunft des Winzers soll man seine Rotweine aber kühl trinken. War mir auch neu und ungewohnt kalten Rotwein zu trinken.

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Antwort von am 18. Dezember 2013 um 12:47

Merkwürdig, ich tendiere immer mehr zur absoluten Raumtemperatur (die bei mir zugegebenermaßen unterdurchschnittlich ausfällt) und viel Luftzufuhr. Mittlerweile mache ich die Flaschen gerne früh morgens für den kommenden Abend auf. Hat sich in letzter Zeit bezahlt gemacht!

Ich hatte das Glück im Laufe des Wochenende einen Vergleich zwischen drei Rotweinen von Hans Schwarz anzustellen: frisch entkorkt am Samstag Nachmittag und dann die gleichen Flaschen, offen abgestellt irgendwo zwischen 15 und 18 Grad Montag abends (also über 50 Stunden). Eine verlor stark, die zweite steigerte sich minimal und dritte gewann enorm dazu (für mein Empfinden).

Es scheint mir also, als wäre es irgendwo ein Glücksspiel. Konnte bisher keine fixen Indikatoren feststellen, weder Rebsorten, noch Alkoholgehalt, noch Verschlussart...einen günstigen, jungen Rotwein würde ich vermutlich auch immer direkt und leicht gekühlt trinken, würde aber nicht beschwören, dass nicht auch ein solcher durch viel Belüftung wachsen könnte.

Experte
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Antwort von am 18. Dezember 2013 um 12:57

Vickerl: genau so ist es... man merkt an der Entwicklung eines Weines an der Luft, ob er Qualität hat oder nicht.
"Zerbricht" er innerhalb kürzester Zeit an der Luft, oder blüht er immer mehr auf. In meinem Keller gibt's nur mehr Weine, die man am Vortag schon entkorken kann - und die tagelang stehen können, ohne an Kraft zu verlieren.
Was anderes kommt mir nicht mehr ins Haus.

Experte
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Antwort von am 18. Dezember 2013 um 14:36

Also ich lerne hier: nie wieder spontan vino tinto, außer er stammt von einem Promiwinzer, dann aber ganz hurtig runterschütten! :D

Hängt die Belüftungsdauer nicht aber auch stark von der Ausprägung der Tannine ab, sprich je mehr/dichter die Tannine, desto langsamer öffnet/entfaltet sich der Wein?

So gesehen ist es doch aber für ein Lokal enorm mühsam, qualitativ hochwertig auszuschenken, da man ja theoretisch alle angebotenen Weine schon offen vorbereiten müsste. Insofern wäre es in der Gastronomie, die Wert auf Weinbegleitung legt, so etwas wie ein Wein-Vorbestellungssystem einzuführen, zumindest für rote und ggf. süße...wie läuft das zum Beispiel am Sachsengang?

Experte
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Antwort von am 18. Dezember 2013 um 14:40

Ich werd' nie vergessen, wie der Admiral vom Pöckl innerhalb von 20 Minuten im Glas bitter geworden ist.
In der Welt der Modewinzer wird viel getrickst und geschönt. Dann sind die Weine beim Entkorken eine wahre Aromawucht im Glas, doch schon nach kurzer Zeit verschwinden diese Weine...

Experte
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Antwort von am 18. Dezember 2013 um 17:37

derweinrat: na jetzt langt's aber mit vinophilem Schwanzeinziehen. Mit dem Gabarinza liegst' ja eh wunderbar. Ich würd den 11er aber noch liegen lassen. Schade drum! ;-)

Experte
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Antwort von am 18. Dezember 2013 um 17:57

Hab den 09er schon eingebunkert und du traust dich über den 11er...gut zu wissen, dass der kommt!

Hoffentlich ist mein Jahrestagspräsent namens "G" nicht auch so eine schnellausg'rauchte Modeerscheinung für die Prominenz. Da bereitet mir amarone's Schilderung zum Admiral so ein wenig Kopfzerbrechen, wenn ich an so manche Investition dieses Jahres denke.

Experte
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Antwort von am 24. Dezember 2013 um 01:46

Frage an die Weinkenner!
Ich hab heute 1 Flasche Blaufränkisch 2008, Creitzer Reserve vom Gesellmann bekommen. Was haltet ihr von diesem Rotwein?

Experte
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Antwort von am 24. Dezember 2013 um 02:18

magic: Regel Nr. 1: er muss dir schmecken, alles andere ist "Sommelier"-Latein.
Aber mach ihn mal ein paar Stunden vor dem Genuss auf. Auf alle Fälle mit Essen. Größere Gläser. Nicht aus dem Kühlschrank, aber auch nicht 22 Grad. Wohl bekomms!

Experte
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Antwort von am 24. Dezember 2013 um 23:23

Müßte ich mich festlegen (immer etwas gefährlich), würde ich vorschlagen, daß der Wein mit 16 °C ins Glas kommt, dann darf er sich auch ruhig um 1-2 Grad erwärmen.

Experte
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Antwort von am 27. Dezember 2013 um 18:08

Heute geöffnet - 1 Schluck gemacht und entsorgt:
Gesellmann - BF - 2008 - Hochacker.

Experte
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Antwort von am 27. Dezember 2013 um 18:56

Zunächst einmal: schade!

Aber: Wieso entsorgt? Fehlerhaft, oder (so klingt dein Absatz) deiner Meinung nach untrinkbar?
Kenne nur den 11er Hochacker...kein Weltwunder, aber für mich unter den DAC Blaufränkern dieses Jahrgangs eher im vorderen Drittel zu suchen. Fand ihn durchaus typisch und solide gemacht, aber etwas dünn, besser gesagt "schwoch auf da Brust"!

ad Amarone: Wer zählt denn für dich zu den "Promiwinzern", die so schnell verpuffen, falls du Namen nennen willst? Den blonden Hünen vom See kann ich mir schon selbst zusammenreimen. War etwas überrascht, dass du auch bezüglich Markowitsch einen einschlägigen Kommentar abgegeben hast. Obwohl sein Rosenberg (07 und 08) für mich die wohl bisher herbste Weinenttäuschung war, gemessen an Preis und Nachrede, würde ich seine Weine nicht so recht zu den Blendern zählen. Den Redmont kann ich gut leiden und der schafft eigentlich auch eine Nacht an der Luft (inklusive Dekantieren)! Der Pinot Noir war auch eine angenehme Überraschung.

Experte
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Antwort von am 28. Dezember 2013 um 23:28

Auf gut wienerisch: Der Wein hat widerlich "gsiaslt".

Experte
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Antwort von am 29. Dezember 2013 um 22:49

Und schon wieder eine Flasche von der selben Sorte! Hochacker. Ich bin am Heulen. Wann krieg ich mal einen ordentlichen Zweigelt?

Experte
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Antwort von am 29. Dezember 2013 um 23:24

magic: ich für mich finde den Gesellmann nicht schlecht, ist aber nur meine Meinung.
Nur - ich würde einen Wein nie entkorken und sofort auf seine Trinkbarkeit bewerten. Es gibt genügend Weine, die beim Entkorken ihre wuchtige Nase präsentieren und nach 15 Minuten ist der ganze Zauber vorbei.
Umgekehrt gibt es aber Weine, die so "verschlossen" oder gar stinkig sind, dass sie Sauerstoff brauchen, um ihr wahres Gesicht zeigen zu können.

Experte
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Antwort von am 29. Dezember 2013 um 23:28

Vickerl: ich hab mit zwei Weintypen ein Problem - jene, die hingeschönt werden und denen nach kürzester Zeit die Luft ausgeht.... oder jene, die zwar astrein und sauber sind, aber von Sortentypik soviel haben wie ein türkischer Ferienclub orientalisches Flair verbreitet.

Experte
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Antwort von am 30. Dezember 2013 um 00:27

zu magic: Süß, naja...da es um einen trockenen Wein geht, war dir also die Frucht zu ausgeprägt, bzw. zu künstlich? Das fällt mir auch des Öfteren auf, vor allem bei jüngeren und vor allem frisch geöffneten Weinen (wie amarone schon bemerkt hat), die einen erst einmal richtig anspringen und dann entweder verwelken, oder dann tatsächlich zu dem wachsen, was sie auf Anhieb übertrieben vorgeben zu sein! Oft sind zu Beginn diese roten Beeren und floralen Geschichten extrem künstlich und teils penetrant im Vordergrund.

ad amarone: So letztens erfahren am Beispiel von Nittnaus' "Kalk und Schiefer". Der Mist- und Dunggeruch frisch geköpft war unfassbar. Geschmacklich schon da sehr fein, aber diese Nase einfach so aufdringlich, dass es schwer zu ertragen war. Zum Glück hab ich ihm eine Chance gelassen und war zwei Stunden später ziemlich begeistert. In diesem Preissegment definitiv eine Entdeckung!
Sehr diplomatisch, keine direkte Warnung... ;)

Experte
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Antwort von am 30. Dezember 2013 um 20:06

Der entsorgte Wein war ca. 3 bis 4 Stunden im Dekanter.

Experte
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Antwort von am 30. Dezember 2013 um 20:21

Eigenartig - da muss die Flasche was ghabt haben :-/
Wobei - "siaßln" (was auch immer genau du damit jetzt meinst) ist immer noch besser als mäuseln... Link
Uns wurde mal ein ostdeutscher Rotwein geschenkt. Beim Öffnen noch "interessant", jede Minute wurd's dann schlimmer. Das war auf gut norddeutsch eine furchtbare Plörre, für den Endausbau im Ausguss! ;-)

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Antwort von am 30. Dezember 2013 um 20:26

Wer trinkt auch DDR (Dunkeldeutschen Rotwein)...selber schuld. ;)
Sicher so ein Erlebnis wie mit meinem Rotwein aus China Marke "Lange Mauer" mit einem Soyasossen-Abgang.Werd ich nie vergessen und das bei Wein und So.

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Antwort von am 30. Dezember 2013 um 20:48

Ich war vor ein paar Jahren in Leipzig und habe einige sehr erfreuliche (indes nicht bedeutende) Weine aus der vormaligen DDR getrunken. Dies allerdings in einer quasi-Vinothek, wo wohl auf gewisse Standards geachtet wurde.

Ich habe mir übrigens in den letzten Tagen den Kopf zerbrochen: Wann habe ich das letzte Mal einen Zweigelt getrunken, der mir wirklich gefiel? Es mag an meinem immer weniger verläßlichen Gedächtnis liegen, aber ich ist nichts eingefallen. (Das ich ich etwa der verständlicherweise traurigen magic empfehlen könnte.)

Natürlich: Es MUSS derlei geben!

Experte
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Antwort von am 30. Dezember 2013 um 21:00

Warum sich nicht einfach mal beraten lassen? Bei W&C kann man die Weine meisten gratis verkosten.

Experte
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Antwort von am 30. Dezember 2013 um 21:05

"Die Weine" sicher nicht; manche gewiß. Aber die Idee, in eine Vinothek (die W&C nicht sein muß) und sich etwas empfehlen zu lassen ist sehr gut. Die wollen sich ja Kunden schaffen.

Experte
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Antwort von am 30. Dezember 2013 um 21:07

Pardon, viele Tippfehler heute abend. Aber die Irrtümer sind, denke ich, nicht sinnenstellend.

Experte
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Antwort von am 30. Dezember 2013 um 21:52

Also ich tu mir mit dem Zweigelt auch nicht so leicht, aber es gibt schon ein paar nette Geschichten! Genau wie bei St. Laurent und Frührotem Veltliner, sogar Rösler. Ich glaube nicht an "schwache" Rebsorten...ich denke so etwas redet man sich gerne ein, genau wie die Unantastbarkeit der großen Namen.

Beratung in der Vinothek kann durchaus sinnvoll sein, nur ist vor allem wichtig, dass man sich bereits ein geschmackliches Selbstverständnis geformt hat, so dass man mit etwaigen Empfehlungen auch etwas anfangen kann. Für mich hat das bedeutet die allgemeine Terminologie der Weinwelt bezüglich meines persönlichen Geschmacks zu übersetzen.

Experte
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Antwort von am 31. Dezember 2013 um 14:50

Glaub ich gern. Bin aber nicht so der Weinliebhaber. Für meine bescheidenen Bedürfnisse ist WC mehr als genug ;)

Experte
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Antwort von am 31. Dezember 2013 um 14:53

Ich Banause bin schon zufrieden, wenn ich bei Hofer einen prämierten Wein finde und mir einbilde , dass er gut ist. ;)

Experte
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Antwort von am 31. Dezember 2013 um 15:15

Lieber Weinrat!
Danke für die Gedächtnisauffrischung! Ja, stimmt, danke.

Experte
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Antwort von am 31. Dezember 2013 um 18:30

Ja sowieso! Im neuen Jahr!

Experte
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Antwort von am 1. Jänner 2014 um 01:20

Wir sind gut gerutscht. Mein Mann bringt gerade den Schwie heim.
Der Spar soll eine reichhaltiges Sortiment an guten Weinen haben. Werde ich einmal ausprobieren.
Und ansonsten, wenn ich mich nicht mehr melde bin ich an Gehörsturz oder so ähnlich gestorben. Seite einer Woche die Knallerei, wobei die Leute doch eigentlich am Hungertuch nagen, lt. Printmedien.

Experte
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Antwort von am 1. Jänner 2014 um 02:41

Das letzte Geld, das von den EuroMillionen übrigbleibt, wird in die Vertreibung der bösen Geister investiert. Ich habe einiges Verständnis für das Eh-Schon-Wurscht-Prinzip.
Alles Gute Euch Allen!

Experte
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Antwort von am 1. Jänner 2014 um 10:46

Erst wenn der letzte Schluck Sekt weggetrunken, die letzte Alkoholleiche entsorgt und die Magic ihren Gehörsturz hat, werden die Menschen merken, daß man Böller nicht essen kann. Begrabt meine Leber an der Biegung der Theke. Alles Gute im neuen Jahr! Ich geh jetzt zum Zahnarztnotdienst.

Experte
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