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Mein Weihnachtsgeschenk an alle Freunde hier

Gestartet von am 18. Dezember 2011 um 16:51

Ich hoffe, es gefällt euch!

Weinheber:

Ich hab sonst nix, drum hab ich gern
ein gutes Papperl, liebe Herrn:
Zum Gabelfrühstück gönn ich mir
ein Tellerfleisch, ein Krügerl Bier,
schieb an und ab ein Gollasch ein,
(kann freilich auch ein Bruckfleisch sein),
ein saftiges Beinfleisch, nicht zu fett,
sonst hat man zu Mittag sein Gfrett.
Dann mach ich - es is eh nicht lang
mehr auf Mittag - mein' Gesundheitsgang,
geh übern Grabn, den Kohlmarkt aus
ins Michaeler Bierwirtshaus.
Ein Hühnersupperl, tadellos,
ein Beefsteak in Madeirasoß,
ein Schweinspörkelt, ein Rehragout,
Omletts mit Champignon dazu,
hernach ein bisserl Kipfelkoch
und allenfalls ein Torterl noch,
zwei Seidel Göß - zum Trinken mag
ich nicht viel nehmen zu Mittag -
ein Flascherl Gumpolds, nicht zu kalt,
und drei, vier Glaserl Wermut halt.
Damit ich's recht verdauen kann,
zünd ich mir mein Trabukerl an
und lehn mich z'rück und schau in d' Höh,
bevor ich auf mein' Schwarzen geh.
Wann ich dann heimkomm, will ich Ruh,
weil ich ein Randerl schlafen tu,
damit ich mich, von zwei bis vier,
die Decken über, rekreir.
Zur Jausen geh ich in die Stadt
und schau, wer schöne Stelzen hat,
ein kaltes Ganserl, jung und frisch,
ein Alzerl Käs, ein Stückerl Fisch,
weil ich so früh am Nachmittag
nicht schon was Warmes essen mag.
Am Abend, muß ich Ihnen sagn,
eß ich gern leicht, wegn meinen Magn,
Hirn in Aspik, Kalbsfrikassee,
ein kleines Züngerl mit Püree,
Faschiertes und hin und wieder wohl
zum Selchfleisch Kraut, zum Rumpsteak Kohl,
erst später dann, beim Wein zur Not,
ein nett garniertes Butterbrot.
Glaubn S' nicht, ich könnt ein Fresser wern,
ich hab sonst nix, drum leb ich gern,
kein Haus, kein Auto, nicht einmal
ein G'wehr im Überrumplungsfall.
Wenn nicht das bissel Essen wär!

Experte
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Antwort von am 18. Dezember 2011 um 16:59

Josef Weinheber (* 9. März 1892 in Wien-Ottakring; † 8. April 1945 in Kirchstetten, Niederösterreich) war ein österreichischer Lyriker und Erzähler.
Weinheber war einer der letzten großen deutschsprachigen Lyriker. Sein Werk polarisiert seit jeher Anhänger und Gegner und ist bis heute Gegenstand ästhetischer, weltanschaulicher und politischer Kontroversen. Weinheber stellte seine Arbeiten in den Dienst des Nationalsozialismus, wodurch er zu einem wichtigen Akteur in der Kulturpolitik des Dritten Reichs aufsteigen konnte, und galt den Nationalsozialisten als "bedeutendster lebender Lyriker der Gegenwart", er war einer der meistgelesenen Lyriker seiner Zeit. Er wird als gemütvoller Wiener Heimatdichter geschätzt, wurde als Dichterfürst verehrt und gilt als prononcierter NS-Poet.


Sorry, aber Gedichte von Nazidichtern gefallen mir gar nicht!

Experte
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Antwort von am 18. Dezember 2011 um 17:01

Mir geht es um den Inhalt des Gedichts.
Schade, wenn es nicht gefällt.

Experte
63
50
Antwort von am 18. Dezember 2011 um 20:58

Lieber schlitzaugeseiwachsam,
du weisst, ich schätze sehr viele deiner Beiträge sehr, wenn ich aber auch nicht mit jedem (sei es ironisch gemeint oder aber auch nur "aus der Hüfte geschossen") Kommentar übereinstimme - so ist Demokratie. Aber hier schiesst du meiner persönlichen Meinung nach weit über das Ziel.

Ja, du hast Recht, Josef Weinheber wird in diesem Zusammenhang sehr oft genannt und vielleicht war er auch ein Freund des NS-Regimes - ich persönlich wusste es nicht.

Aber ich gebe folgende Punkte zu bedenken:

1. Du hast es auch nicht gewusst, sonst hättest du hier nicht 1:1 Wikipedia hineinkopiert.

2. Es gäbe so einiges an Literatur (nicht nur in Ö), die sogar heute noch in Schulen verwendet wird, die in die Nähe des NS zuzuordnen sind. Ausserdem bin ich der persönlichen Meinung, dass z.B. genau "Mein Kampf" unbedingt in jeder Mittelschule / jedem Gymnasium Pflichtlektüre sien sollte. Alles beschrieben und trotzdem VÖLKER über VÖLKER im Wahnsinn mitmarschiert, wie die Lemminge. Das war übrigens, weiß ich noch von meiner Oma, damals "Pflichtlektüre" und an jedem Haushalt verteilt.

3. Hast du je in deinem Leben, bitte EHRLICH sein (nicht zu mir, zu dir selbst), einen Zweigelt getrunken? Dann google dort einmal nach dem Namen Zweigelt oder vielleciht hast du ja sogar die Doku gesehen (ich glaube, es war ORFIII).

4. Magic wäre für mich persönlich eine der Allerletzten (auch Du gehörest dazu), die ich auch nur gedanklich in eine "rechte" Ecke drängen würde. Sie wollte uns nur ein weihnachtliches Gedicht aus dem Wiener Raum nahebringen - nicht mehr und nicht weniger.

In Bezug auf Advent und auf Besinnlichkeit, wäre hier aus meiner Sicht eine kleine Entschuldigung angebracht.

Liebe Grüsse - Gerry

Experte
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Antwort von am 18. Dezember 2011 um 21:06

SSW nicht einfach den allerersten Bericht (von google?) als gegeben annehmen - zuerst seinen Lebenslauf lesen.
Und vor rund 60 Jahren war eine andere Zeit.
Muss ich mir nun eine Liste darüber machen, welche Bilder, die im Louvre ausgestellt sind, die ich ansehen darf? Könnte doch auch ein kolportierter Nazi (tw. notgedrungen) sein.
Ich hatte gedacht,dass dieses Gedicht einfach hier ins Forum passt und das Letzte, woran ich gedacht hatte, war dass da jemand ein politisches Dilemma daraus macht.
Okay, ich hab´ daraus gelernt. Kommt sicher nicht mehr vor!

Experte
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Antwort von am 18. Dezember 2011 um 21:09

Wieso wird wirklich immer aus einer Mücke ein Elefant gemacht?
Ich wollte einfach nur ein Fress-Gedicht einstellen.

PS: Ich bin ganz sicher nicht rechts, zur Info.

Experte
63
50
Antwort von am 18. Dezember 2011 um 21:54

Ich hab' jetzt eh' trotzdem einen Hunger! Und wie es sich so anfühlt, wird's keine Mücke werden ;-)

Gerry

Experte
215
47
Antwort von am 19. Dezember 2011 um 00:12

So, liebe magic, jetzt bist du schuld, dass ich mir noch auf die "Schnelle" sechs Erdäpfelpuffer gemacht hab'! Der Dank meiner Cortison-Wampe sei dir sicher ;-)

Gerry

P.S. Ich kann's ja immer auf's Cortison schieben.... :-) Wenn der Humor verloren ist, ja, dann ist man wirklich TOT!

Experte
215
47
Antwort von am 19. Dezember 2011 um 00:19

Liebe Magic, möchte deinen Forum Weihnachtsgruß, der mir übrigends sehr gut gefällt, ein herzliches Danke für die Mühe, gleich ausnutzen um meine Weihnachtsgrüße zu deponieren.

Fruchtfliege wünscht Euch Allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr, mögen Eure Bewertungen und Kommentare weiterhin so leicht von der Feder kommen.

Auch unseren Admin möchte ich hier einschließen.

Ein herzliches Dankeschön und schöne Feiertage.

Eure Fruchtfliege

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Antwort von am 19. Dezember 2011 um 00:29

Ich wünsche euch allen ein schönes und angenehmes Weihnachtsfest!

Experte
63
50
Antwort von Unregistered am 20. Dezember 2011 um 17:50

Ebenfalls frohe Weihnachten, allen die hier durchhalten viel Erfolg und ich sehe das bez. Josef Weinheber ebenso - das ist ein nettes Fress-Gedicht, man sollte hier nicht übertreiben. Guten Rutsch wünscht ex-Seveso

Unregistered
Kein Tester
Antwort von am 20. Dezember 2011 um 18:08
Experte
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Antwort von am 24. Dezember 2011 um 00:08

Auch ich möchte hiermit der gesamten ReTe-Familie ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest wünschen und hoffe, jede(r) findet ein paar ruhige Tage.

Gerne möchte ich mit der ReTe-Familie ein Weihnachtsgedicht von einem meiner Lieblingshumoristen teilen, der leider 2011 verstorben ist. Auch hier, denke ich, ist ein gewisser Bezug zur Kulinarik nicht von der Hand zu weisen!
Gerry

ADVENT
Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
Schneeflöcklein leis' herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.

Und dort, vom Fenster her, durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.

In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.

Drum kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muss es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh'
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie - direkt von vorn -
den Gatten über Kimm' und Korn.

Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei, drei, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muss die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.

Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmannssitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt darauf - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runden macht?

Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten.
"He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"

Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau ist schon bereit:
"Die sechs Pakete, heil´ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent!
(Loriot – Victor von Bülow, † 22. August 2011)

Experte
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Antwort von am 24. Dezember 2011 um 00:51

DANKE!
Hast du aber ein Glück, dass der kein kolportierter Nazi war! :-)

Experte
63
50
Antwort von am 24. Dezember 2011 um 15:15

Ja, das macht das ganze amüsanter, sympathischer, verdaulicher und ideologisch betrachtet unbedenklich!

LORIOT...Einer der grössten Humoristen aller Zeiten!

FROHES FEST!

Experte
152
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Antwort von am 25. Dezember 2011 um 11:29

Loriot - Deutschlands Chritmas Poet Nr. 1.
Das passt ganz Super jetzt zu den Festtagen.

Schönen Christtag noch !

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