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Dienstag, 24. April 2018

Dank an die aktiven ReTe-Kritiker

Gestartet von am 15. April 2018 um 09:52

Dank euch habe ich eine Seite von Wien kennen gelernt, die den meisten Touristen verschlossen bleibt. Dank euch komme ich nun jedes Jahr mehrmals nach Wien, so oft als möglich gar. Ich könnte wohl schon ein Buch schreiben. Immerhin wurde ich nun für einen Artikel angefragt - die Hälfte des Textes musste ich wegkürzen, wären sonst wohl vier Druckseiten geworden... Hier der Link zur Sonntagslektüre (pdf, wird je nach Browser automatisch herunter geladen): Link

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Antwort von am 15. April 2018 um 14:43

Ein sehr ärgerlicher und auch fachlich inkompetenter Text: keinesfalls ist etwa das doggy bag „normal“ in der Wiener Gastronomie. Klar - wenn man Lokal aufsucht, die durch billige Preise und große „guten Ton“ gehören. In der gutbürgerlichen Wiener Gastronomie tut sie das aber mit Sicherheit nicht. Und auch im Schweizerhaus, weil das im Text als Beispiel genannt wird, keinesfalls: die Portionen dort haben völlige Normalgröße, lediglich die Stelze ist so groß wie das die Natur nunmal vorsieht - aber die wird ja eben deshalb traditionell zu zweit oder zu dritt verspeist.
Wenn einen hingegen Gulasch und Szegediner an „Erbrochenes“ erinnern, sollte man halt einfach keine Eintopfgerichte bestellen: zu,Al diese, wie der Name bereits verrät, eh nicht Wienerisch sind,
Da wo Du im Text zur Politik Stellung nimmst, ist eigentlich beim Lesen nur mehr Fremdschämen angesagt, so viel unreflektierten Unsinn verbreitest du. Ich bin der letzte, der der derzeitigen Regierung Wohlwollen entgegenbringt - aber dass Nazis drinnen sitzen, ist absurd umd so nebenbei ein stafrechtlich relevanter Vorwurf: traust Du Dich diesen konkreter zu Adressieren- oder ziehst Du da aus Angst vor Konsequenzen doch den Schwanz ein!?
Auch dass man „mit Vergasungsliedern politisch Punkten“ könne ist sachlich falsch: so peinlich diese Affäre war - der betreffende Politiker hat nicht gepunktet, sondern wurde - selbstverständlich völlig zurecht-zurückgetreten.
Abschließen den Spar als Diskonter zu bezeichnen ist nur das i-Tüpfelchen auf diesem schwachen, beleidigenden und sachlich unrichtigen Beitrag.

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Antwort von am 15. April 2018 um 16:28

Im Text steht: "...in Österreich haben sie wirklich ein Naziproblem. Um einer geschichtswissenschaftliehen Einordnung willen reden wir aber lieber von Burschenschaften, das ist unbestritten und belegt. " - voilà. Im Übrigen kann ich wirklich zu jedem Wort stehen. Dass bei zwei Seiten vielleicht nicht die ganze Karte vom Schweizerhaus gewürdigt werden kann, ist einsichtig. Aber es ist alles belegt, sei es durch eigene Erfahrung, sei es durch Kritiken, nicht zuletzt hier auf ReTe. Du selber sagst ja, dass z.B. der Doggy Bag Passus zutrifft - dort, wo ich verkehre. Der Dank ist völlig ernst gemeint. Und wenn ich dann das Buch schreibe, werde ich Platz für eine 360°-Würdigung haben, dann reden wir auch über die "gutbürgerliche" Wiener Gastronomie - wo meines Wissens auch das Nussgartl unterdessen dazu gehört..

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Antwort von am 15. April 2018 um 17:00

ein PS muss sein, denn wenn mir Worte in die Feder gelegt werden, werde ich zickig: Ich bezeichne Gulasch etc. nicht als Wiener Küche. "... wie banal die viel gelobte Braten-, Schnitzel- und Gulaschküche Österreichs doch leider ist. " Es wäre toll, wenn Du dich beim Raushauen von starken Worten auf das wirklich Geschriebene beziehen würdest.

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Antwort von am 15. April 2018 um 17:09

Du schreibst wörtlich von einer „Regierungsbeteiligung von zum Teil gar Nazis oder Faschos“. Das ist falsch und ein strafrechtlich relevanter Vorwurf. Steh dazu -und schreib wen Du meinst (und leb mit den Konsequenzen). Oder gib halt zu, hier mehr als daneben gegriffen zu haben.
Beim Essen gehts sowieso nur um Geschmäcker, darüber zu diskutieren ist müßig. Aber das Nussgartl mit seinen übergroßen Portionen ist nun wahrlich nicht gutbürgerlich, bloß ein weiteres xxl Restaurant. Geh ins Lugeck, geh ins Gasthaus zur Oper usw.: du wirst dort normale Portionen finden. Oder noch besser: geh zum Chinesen...

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Antwort von am 15. April 2018 um 17:27

Wer sich für Politik interessiert, liest zwingend Hans-Henning Scharsach, Stille Machtergreifung - Hofer, Strache und die Burschenschaften. Ich will das Buch hier nicht nacherzählen, aber tu mal einen Griff ins Regal und lies ab Seite 166. Wurde Scharsach verklagt? Er nennt Namen... Mehr Politik will ich hier aus Respekt gegenüber ReTe nicht diskutieren.

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Antwort von am 16. April 2018 um 08:43

Lieber Bernhard, ich fühle mich auch hin- und hergerissen von deinem Text. Weshalb die MIschung von kulinarischer politischer Kritik in demselben Text sein muss erschließt sich mir nicht so ganz - ich kenne das Medium "ensuite" aber sonst nicht, vielleicht ist das dort Blattlinie.
Jede Kritik an der Regierung hat ihre Berechtigung, auch jene an der Verharmlosung des Treibens der Burschenschafter. Aber man muss diesen Bezug nicht überall herauslesen wollen....aus der Bezeichung von "Melanzani" gleich ein Faible für das faschistische Italien der Mussolini Zeit erkennen zu wollen erscheint mir reichlich übertrieben. Große Teile Italiens haben bereits lange Zeit zuvor zu Österreich gehört - und kulinarisch haben uns diese Zeiten beispielsweise ja auch das Wiener Schnitzel als Variante des scaloppa milanaise beschert. Dieser Umstand, ebenso wie die Bezeichnung der Melanzani haben ihre Wurzeln also weit vor den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Auch die Nicht-Auffindbarkeit einschlägiger Literatur zur Judenvertreibung in Wiener Buchhandlungen ist für mich nicht nachvollziehbar - es sei denn, du hast den Begriff "Antiquariat" im Text wörtlich genommen, die Buchauswahl, die bis vor einigen Jahrzehnten verlegt wurde hatte diesen Mangel nachvollziehbarerweise natürlich schon noch. Aber daraus Schlüsse auf den Zustand der aktuell in Österreich verfügbaren Literatur zu ziehen ist für mich nicht objektiv vertretbar.
Und eigentlich hatte ich nicht angenommen, mich mit derartigen Themen in einem Restaurantkritikerforum auseinandersetzen zu müssen.

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Antwort von am 16. April 2018 um 11:54

Lieber misenplace, danke für deine überlegte Kritik. Mein Text enthält zahlreiche Eindrücke und Erlebnisse aus Wien, die durch Scharniere verbunden werden. Diese sind auch ganz absichtlich knirschend, zäh und unverschämt gesucht montiert, vielleicht spürt man dann auch, dass das nicht todernst zu nehmen ist. Das ist halt eines meiner bevorzugten Stilelemente und Geschmackssache. Melanzani ist eins, Japan ist eins - um dann aber ernste Fragen zu behandeln, zu denen ich mich, wo nicht selbst erlebt, wirklich kundig gemacht habe. Als Halbösterreicher und ehemals Buchhändler weiss ich, wie mager lange die Aufarbeitungsliteratur in Österreich gesät war. Im Text steht auch deutlich, dass sich das verbessert hat. Dass mir in den zwei zuerst besuchten Buchhandlungen die blanke Unkenntnis entgegenschlug, ist halt Tatsache und für mich einigermassen erschreckend. Hocherfreut bin ich über die Neuerscheinungen 2017, deren ich auch einige nach Hause gebracht habe. Ich habe jetzt aber die zweite Seite des Textes entfernt, wo nicht mehr gegessen wird, und lasse nur den kulinarischen Teil ein paar Tage noch stehen, weil eine politische Diskussion sprengt den Rahmen von ReTe, das ist klar.

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Antwort von am 16. April 2018 um 15:16

Ich finde Scharsach hat da ganz gut recherchiert!

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Antwort von am 16. April 2018 um 22:08

Ich mag zwar auch nicht, dass in diesemForum politisiert wird, aber in meinem Gymnasium ist das Wort Hitler auch nie gefallen.
Mit diesem letzten polit. Kommentar in diesem Forum verabschiede ich mich zu diesem Thema.
BB hat Recht!

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Antwort von am 16. April 2018 um 22:11

Naja, ich habe 1988 maturiert - und glaubt mir, dieses Thema war in diesem Jahr sehr präsent.

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Antwort von am 16. April 2018 um 22:22

Wollte nichts mehr zum Thema schreiben, aber in meinen Fingern juckt es. Mis du bist jünger als ich. Zu meiner Zeit gab es nur Unschuldige!
Sehr viele meiner Profs waren ehem. Mitglieder dieser "Vereinigung"

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Antwort von am 16. April 2018 um 22:56

Und ich dachte eigentlich, dass ich den Altersschnitt hier hebe. ;-)

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Antwort von am 16. April 2018 um 23:18

Ich möchte den Rest sehen.

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