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Forum>Lokale - Essen & Trinken

Große Portionen

Gestartet von am 3. Oktober 2014 um 10:38

"Der Weise aber entscheidet sich bei der Wahl der Speisen nicht für die größere Masse, sondern für den Wohlgeschmack."
(Epikur)

Man liest hier immer gern über Gäste, die hungrig ein Lokal verlassen.
Ist mir noch nie passiert.

Ich schätze z.B. die Portionsgrößen bei der Herknerin in 1040. Sowas nenne ich angemessen. Platz für Suppe, Platz für Hauptspeise, Platz für Nachspeise. Zufrieden das Lokal verlassen. So stelle ich mir das vor.

Das Gegenteil sieht so aus: billig und viel - und trotzdem umsonst. Vollgegessen, mit dem scheinbar tollen Gefühl, großzügige Gastgeber zu haben. Nachspeise geht keine mehr, aber nach drei Stunden bräuchte man immer noch einen Schnaps.
Und - wer braucht Portionen, wo dann auch noch meistens die Hälfte zurückgeht. Billiger Überfluss ist kein Luxus.

Um 50 Euro mehr schlecht als recht gegessen, wenn auch viel. Billig ist trotzdem zu teuer, um genau die 50 Euro, die ich dort gelassen habe.
Besser: um 60 oder 70 Euro fein gegessen, mit gutem Gefühl nach Hause gegangen.

Experte
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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 10:58

Uijeh - was hab ich mit meinem Herknerin-Bericht nur ausgelöst....

Um es ganz klar zu sagen: Mein Bericht war wirklich keine Kritik - die Bemerkung zu der "Überschaubarkeit" der Portionen ein kleiner Nebenaspekt, nicht mehr! Die Herknerin ist schon OK - und niemand wird nach 3 Gängen hungrig das Lokal verlassen müssen - das mal zur Klarstellung.

Zum Thema selbst: Ich wiege (leider) klar dreistellig - meine Teenager-Tochter nichtmal 50kg. Was nun in einem gehobenen Restaurant kein Problem ist (da bestelle ich halt einfach 5 oder 7 oder.... Gänge und meine Tochter entsprechend weniger), stellt den Wirten eines bodenständigen Lokals vor Unlösbares: Mehr als drei Gänge wird man in einem "Wirtshaus" kaum essen - und damit muss man Wenigesser nicht verschrecken, aber Vielesser sättigen.

Dazu kommt, dass Wenigesser (auch meine eigene Frau zB.) durch zu große Portionen abgestoßen werden und denen das Essen ganz vergeht - das "wir bringen große Portionen - wems zuviel ist der lasst halt was übrig" ist also auch keine Lösung).

Was jedenfalls abzulehnen ist - auch von mir Phäaken - sind XXL-Lokale, die um wenig Geld enorme Billigfleischmengen auf die Teller häufen: Qualität (und auch Tierhaltung) können hier nicht mehr dem entsprechen, was ich von einem Lokal erwarte.

Wie also lösen das Problem? Gar nicht: Spätestens nach dem ersten Besuch weiß ich um die Portionsgröße und kann mich danach richten. Und in diesem Sinne sind Anmerkungen bei den Berichten auf keine "Warnung", keine "Kritik" bzw. Hinweise auf große Portionen kein Lob: Sondern schlicht ein Hinweis für andere, was einen dort so erwartet!

Experte
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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 11:35

StephanS: war eher in Bezug auf Lokale wie Centimeter & Co.
Ich weiß schon, dass du nicht der "Gut und Günstig"-Typ bist. ;-)

Experte
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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 12:44

Zumindest im Gasthof Renner hat niemand etwas dagegen, wenn man eine Speise zu zweit isst (solche, die dafür geeignet sind, gibt es dort :-)). Oder man nimmt eine "Vorspeise".

Experte
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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 12:52

"...das ist Snobismus, sonst nichts. Aber diese Diskussion hatten wir ja schon."

Implikation: Es gab eine Diskussion. Alle haben sich geeinigt, eine Speise dürfe nicht EUR 40 kosten.

Wahrheit: Durch Behauptungen werden keine Tatsachen geschaffen.

Experte
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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 13:26

Ich gebe auf.

Experte
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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 14:27

Wenn es tatsächlich Snobismus ist, einen BERECHTIGTEN Preis für ein Essen zu zahlen, dann bin ich gerne täglich ein Snob - egal ob zuhause oder auswärts.
Kronprinzäpfel vom Markt sind "teuer" - aber nur weil der Clever-Apfelsack mit seinen 3kg billiger ist als der eine mit Kronprinzäpfeln?
Ich hab keine Lust, mich mich Klumpert zufrieden zu geben, nur weil mir das Geizwimmerl aufgeht - oder Helmuth Angst vor selbst erfundenem Snobismus hat.
Wie beim Bett - das war teuer, aber es ist orthopädisch perfekt eingestellt. Warum sollte ich ein billigeres Bett kaufen, auf dem ich täglich schlecht schlafe?
Ich will für mein Leben immer das Beste - kann dafür aber getrost auf Sachen verzichten, die "repräsentativ" sind - genau, hier orte ich den Snobismus, da solltest du mal ansetzen, Helmuth!

Experte
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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 15:05

Siehst du Helmuth, genau aus diesem Grund schüttelt das halbe Forum den Kopf, wenn solche "Gegenargumente" geliefert werden.
Zeig mir eine 80Euro-Leberknödelsuppe!
Wenn sie 6 Euro kostet, und himmelschreiend gut ist, werd ich die Maggiwürfel-Leberzirrhosenknödel-Suppe um 2,50 natürlich ignorieren.
Ich Snob.
Dafür brauch ich die Metallic-Lackierung und die 18 Zoll-Felgen samt 245er-Dunlops um 8900 Euro nicht, ich Snob ich g'sch..... ;-)

Experte
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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 15:05

Eine Leberknödelsuppe ist mit 10,-- schon überzahlt - nur was viele Genuß-Analphabeten nicht kapieren ist: Die teuren Restaurants verlangen ihre Preise nicht für lustige Worte in der Speisekarte. Die Dinge heißen nicht nur anders als beim Wirten ums Eck - sie sind auch was ganz anderes.
Der Übergang zwischen "handwerklich perfekt kochen" und "Kochkunst" ist fließend. Bei ersterem hängt für mich der akzeptierte Preis ab von:

- Zutaten
- Aufwand
- Kann ichs selber

Bei zweiterem von meinen finanziellen Mitteln und dem rein subjektiven "was ist es mir wert":
Ein Abend bei Ducasse in Paris wird zu zweit leicht vierstellig, ABER: Irgendwann gönn ich mir das. Das ist ein "once in a lifetime" Erlebnis, klar, aber des ist der Gipfel der Kochkunst - der Olymp: Und wenn es mir möglich ist, möcht ich den mal erleben.
Ein Abend im Taubenkobel: Billiger als Ducasse. Aber nach den Berichten hier, nach deren plumper Kopie der Noma-Menü Idee, nachdem wie die Chefin hier beschrieben wird: Das ist mir die 300 oder so nicht wert!

Experte
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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 15:31

Ich gehöre zu den Gästen, die schon mal hungrig ein Lokal verlassen haben. Nicht, weil das Essen schlecht war, sondern weil die Portionen für mich zu klein waren.

Ich schätze z.B. die Portionsgrößen beim Nussgartl, welches ich schon bei ReTe bewertet habe. Das Nussgartl ist das beste Beispiel dafür, dass gut gemachte Speisen in großen Portionen zu günstigen Preisen durchaus machbar sind.

Was mich nervt sind Lokale, die auf Schickimicki machen, also Kellner in Anzug und polierten Schuhen, die die Nase nach oben tragen. Das Publikum/Gäste herausgeputzt bis zum Geht-nicht-mehr, umgeben von einer Stinki-Wolke Chanel Nr. 5, ganz steif dasitzen, sich beim Lachen die Hand vor den Mund halten und rauskommen tut nur ein künstliches "ho-ho-ho" mit Wackelkopf. Dann wird das Essen auch noch in Mini-Portionen serviert. Ein Happen und der ganze Gang ist weg, aber es gibt ja immerhin 6 Gänge, also 6 Mal Beißen und Kauen. Sorry, aber davon werde ich nicht satt. Das ist für mich ein Beispiel von teuer und wenig. Auf so einen Spaß kann ich gerne verzichten.

Ich mag es echt, ehrlich und einfach, in allen Bereichen meines Lebens. Bezogen auf die Küche/Speisen: Es sollen gute/frische Produkte verwendetet werden. Der Wirt bzw. Koch sollte seinen Gästen nicht etwas hinstellen, was er selber nicht essen würde. Auch sollte dieser sein Handwerk erlernt haben und hoffentlich auch gerne ausüben. Auf Schnickschnack wie ein Rosmarinzweig als Deko oder Balsamico-Gittermuster kann ich ebenfalls gut verzichten.

Nur, weil ich gerne größere Portionen habe, heißt das nicht, dass ich mich auf Ramsch ohne Geschmack stehe. Es geht hier um ein ganz normales, menschliches Bedürfnis. Ich möchte mich gut fühlen. Dieser Zustand tritt dann auf, wenn ich satt bin - einfacher geht´s nicht.

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Antwort von am 3. Oktober 2014 um 20:38

Amarone:"Wenn sie 6 Euro kostet, und himmelschreiend gut ist, werd ich die Maggiwürfel-Leberzirrhosenknödel-Suppe um 2,50 natürlich ignorieren." (15:05)

Helmuth: "Amarone, ich habe kein Gegenargument geliefert, sondern ein ganz konkrete Frage gestellt, auf die ich von dir wiederum keine AW erhalten habe..." (20:34)

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