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Schweizerhaus Bewertung (Wien)
Das Schweizerhaus – Mein persönlicher Wandel
Die von mir im Jahre 2023 vorgenommen Rezension über das Schweizerhaus basierte auf der Grundlage eines Bierlokals, für das ich einen anderen Zugang habe als für eine Gaststätte mit Wiener Küche.
Ein typisches Bierlokal hat bei mir keinen Schwerpunkt hinsichtlich seiner Küchenleistung, sondern der Fokus liegt beim Biergenuss, was schon der Name sagt oder beim Ambiente für ein geselliges Treffen mit Freunden oder alleine.
In der Hinsicht hat das Schweizerhaus allerdings bei mir auch Kultstatus erworben und daran hat sich nicht geändert. Was aber ist neu? Seit 2024 haben sich meine Besuche deutlich erhöht und ich erfreue mich nunmehr auch seiner Küche. Manches muss erst entdeckt werden, was zuvor wie verborgen war.
Es geht mir heute nicht mehr nur um Bier und Stelze oder den erstklassigen Erdäpfelpuffer, diesen Dingen gebe ich mich weiter ungebremst hin, sondern auch um den Rest, der geboten wird. Das betrifft die a la carte Speisenkarte, aber in besonderem Maße liegt nunmehr mein Augenmerk auf den Tages- und Wochenschmankerln.
Wiens Küche trifft Böhmen
Zu einigen Schmankerln böhmischer Prägung habe ich schon 2023 meine Liebe entwickelt. Daran hat sich nichts geändert. Bei der Kuttelflecksuppe (böhm. Name Drštková) oder der genialen Krautsuppe läuft mir stets das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur den Namen ausspreche, sie sind nahezu unvergleichlich.
Von den Hauptspeisen bin ich so gut wie alles durch und kann das meiste als gut bis sehr gut empfehlen. Man sollte dabei nicht vergessen, dass Kolarik keinen Gourmettempel erschaffen hatte, sondern es sich neben dem 1A Pivo Hausmarke Budweiser um bodenständige Kost aus Wien und Böhmen handelt, die aber um Ecken besser ist als meine Erfahrungen von anderen Bierlokalen.
Als Fan des Wiener Saftgulaschs komme ich hier auf meine Rechnung, wenn der Hunger nicht zu groß ist. Ein kleines geht sozusagen auch immer zwischendurch, weshalb man es bei uns auch Zwischengericht nennt.
Atypisch war allerdings der Zwiebelrostbraten, der neben der regelmäßig üblichen Schwäche der Röstzwiebel mich vor allem nicht mit seinem Saft beeindrucken konnte. Das war für mich eine Art Gulaschsaft und hatte nichts mit Rind zu tun. Aber vielleicht ist der halt böhmisch, was weiß ich.
Ja, und da wären noch die Cevapcici, bei denen keine wirkliche Begeisterung aufkommen konnte. Sie sind für mich Kategorie Volksfutter, besonders die für mich mehr internationale Krankheit denn echte Beilage namens „Pommes“, aber wer‘s braucht. 😉
Meine Wenigkeit hat dazu schlicht andere Erfahrungen aus echter Balkanküche. Doch der Rest macht mich regelmäßig glücklich. Ich sagte zuvor, dass ich mein Augenmerk nunmehr auf die Tages- oder Wochengerichte lege, und damit bin ich bin durchwegs zufrieden. Dazu nun der folgende Part.
Highlights der Wochen- und Tagesküche
Auf die gesamte recht breite Palette an Angeboten kann ich nicht eingehen, aber was sich so im Laufe der Zeit angesammelt hat, davon zwei, drei Einblicke. Ich habe den hiesigen Newsletter per E-Mail abonniert, sodass ich meine Besuche danach ausrichten kann, wenn sie zur ihrer Zeit die Wochenbühne betreten.
Unter den Suppen kommt neben sehr vielen Variationen unter den Tagesangeboten Oma Kolariks Hühnersuppe gut an, die regelmäßig am Wochenplan steht. Spezifisch also nach Omamas Rezept hat sie eine dunklere Farbe und einen mehr bitteren Ton als eine übliche Hühnersuppe und macht so einen anderen Eindruck.
Ich vermute, das liegt daran, dass richtige Suppenhühner, aber auch spezifische Gewürze verwendet werden, die ich im Einzelnen nicht ausmachen kann. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit „behmakelt“ der Gaumen schon und sie ist seither meine regelmäßige Wahl. Ich finde sie mittlerweile sehr gut.
Aus den Tages bzw. Wochenschmankerln geht das Gericht Svíčková eindeutig als Sieger hervor, der böhmische Rindsbraten mit hellen butterzart weichen Erdäpfelknödeln in Serviettenscheiben, die natürlich nach Saft schreien, da sie alleine doch zu trocken wären. Der, nicht überbetont in der Karottenkomponente, die aber klarweise mit unbedingter Daseinsberechtigung, überzeugt mit edler auch vom Fleisch überlagerten aromatischen Note.
Das Fleisch, soweit ich informiert bin ein weißes Scherzl, edelfeinst zart und bissfreudig wie solch ein Rindfleisch-Gustostückerl sein soll. Einfach Klasse, für mich die Topnote 5.
Weiters sind mehrere Gerichte, die mit einem Biersafterl serviert werden, erwähnenswert. Das können sein Fleisch- und/oder Grammelknödel, die Fleischknödel sehr betont gewürzt mit Majoran, anfänglich auch gewöhnungsbedürftig, mag ich sie nun doch recht gut, oder Variationen von Schweinsbraten. Ich denke, da lässt uns Böhmen wieder grüßen.
Man gewinnt nicht dein Eindruck nach einer Schema-F zirkulierenden Gewohnheitskarte, wie es Gasthäuser oft haben, Dem Team fällt auch immer wieder etwas Neues ein. Es kommt dabei nicht alles gleich gut an, was logisch ist, aber summa summarum freut man sich auf den bevorstehenden Kulinarikgenuss.
Mein neues Resümee und Fazit
Insgesamt bin ich derart zufrieden, dass ich kurzerhand das Schweizerhaus auf meine Liste der Wirtshausfavoriten gesetzt habe, weil es meinen nunmehr Zweitplatzierten für die Leopoldstadt doch klar schlägt. Wermutstropfen ist nur der saisonale Betrieb vom 15.3. bis 31.10. Nun, dann erhält die Nr. 2 im Winter wieder mehr Chancen. 😉
Alles andere wie Service, Ambiente zuzüglich der mir schon bestens bekannten Vorzüge für Stelze, Budvar oder Puffer sind unverändert geblieben, sodass ich dieses Bierlokal von meiner Seite betrachtet zwar als atypisch einschätze, aber mit umso größerer Freude die Bereicherung meiner Kulinarik-Leidenschaft für Wiener bzw. Böhmischer Küche als Zugewinn verbuchen kann.
An den Wertungsnoten möchte ich grundsätzlich nichts ändern, es bleibt weiter bei meiner 4-5-3 Einstufung, dafür ist meine Besucherfrequenz bedingt durch mein neues Image deutlich angestiegen.
Euer WrkFan
Die von mir im Jahre 2023 vorgenommen Rezension über das Schweizerhaus basierte auf der Grundlage eines Bierlokals, für das ich einen anderen Zugang habe als für eine Gaststätte mit Wiener Küche.
Ein typisches Bierlokal hat bei mir keinen Schwerpunkt hinsichtlich seiner Küchenleistung, sondern der Fokus liegt beim Biergenuss, was schon der Name sagt oder beim Ambiente für ein geselliges Treffen mit Freunden oder alleine.
In der Hinsicht hat das Schweizerhaus allerdings bei mir auch Kultstatus erworben und daran hat sich nicht geändert. Was aber ist neu? Seit 2024 haben sich meine Besuche deutlich erhöht und ich erfreue mich nunmehr auch seiner Küche. Manches muss erst entdeckt werden, was zuvor wie verborgen war.
Es geht mir heute nicht mehr nur um Bier und Stelze oder den erstklassigen Erdäpfelpuffer, diesen Dingen gebe ich mich weiter ungebremst hin, sondern auch um den Rest, der geboten wird. Das betrifft die a la carte Speisenkarte, aber in besonderem Maße liegt nunmehr mein Augenmerk auf den Tages- und Wochenschmankerln.
Wiens Küche trifft Böhmen
Zu einigen Schmankerln böhmischer Prägung habe ich schon 2023 meine Liebe entwickelt. Daran hat sich nichts geändert. Bei der Kuttelflecksuppe (böhm. Name Drštková) oder der genialen Krautsuppe läuft mir stets das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur den Namen ausspreche, sie sind nahezu unvergleichlich.
Von den Hauptspeisen bin ich so gut wie alles durch und kann das meiste als gut bis sehr gut empfehlen. Man sollte dabei nicht vergessen, dass Kolarik keinen Gourmettempel erschaffen hatte, sondern es sich neben dem 1A Pivo Hausmarke Budweiser um bodenständige Kost aus Wien und Böhmen handelt, die aber um Ecken besser ist als meine Erfahrungen von anderen Bierlokalen.
Als Fan des Wiener Saftgulaschs komme ich hier auf meine Rechnung, wenn der Hunger nicht zu groß ist. Ein kleines geht sozusagen auch immer zwischendurch, weshalb man es bei uns auch Zwischengericht nennt.
Atypisch war allerdings der Zwiebelrostbraten, der neben der regelmäßig üblichen Schwäche der Röstzwiebel mich vor allem nicht mit seinem Saft beeindrucken konnte. Das war für mich eine Art Gulaschsaft und hatte nichts mit Rind zu tun. Aber vielleicht ist der halt böhmisch, was weiß ich.
Ja, und da wären noch die Cevapcici, bei denen keine wirkliche Begeisterung aufkommen konnte. Sie sind für mich Kategorie Volksfutter, besonders die für mich mehr internationale Krankheit denn echte Beilage namens „Pommes“, aber wer‘s braucht. 😉
Meine Wenigkeit hat dazu schlicht andere Erfahrungen aus echter Balkanküche. Doch der Rest macht mich regelmäßig glücklich. Ich sagte zuvor, dass ich mein Augenmerk nunmehr auf die Tages- oder Wochengerichte lege, und damit bin ich bin durchwegs zufrieden. Dazu nun der folgende Part.
Highlights der Wochen- und Tagesküche
Auf die gesamte recht breite Palette an Angeboten kann ich nicht eingehen, aber was sich so im Laufe der Zeit angesammelt hat, davon zwei, drei Einblicke. Ich habe den hiesigen Newsletter per E-Mail abonniert, sodass ich meine Besuche danach ausrichten kann, wenn sie zur ihrer Zeit die Wochenbühne betreten.
Unter den Suppen kommt neben sehr vielen Variationen unter den Tagesangeboten Oma Kolariks Hühnersuppe gut an, die regelmäßig am Wochenplan steht. Spezifisch also nach Omamas Rezept hat sie eine dunklere Farbe und einen mehr bitteren Ton als eine übliche Hühnersuppe und macht so einen anderen Eindruck.
Ich vermute, das liegt daran, dass richtige Suppenhühner, aber auch spezifische Gewürze verwendet werden, die ich im Einzelnen nicht ausmachen kann. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit „behmakelt“ der Gaumen schon und sie ist seither meine regelmäßige Wahl. Ich finde sie mittlerweile sehr gut.
Aus den Tages bzw. Wochenschmankerln geht das Gericht Svíčková eindeutig als Sieger hervor, der böhmische Rindsbraten mit hellen butterzart weichen Erdäpfelknödeln in Serviettenscheiben, die natürlich nach Saft schreien, da sie alleine doch zu trocken wären. Der, nicht überbetont in der Karottenkomponente, die aber klarweise mit unbedingter Daseinsberechtigung, überzeugt mit edler auch vom Fleisch überlagerten aromatischen Note.
Das Fleisch, soweit ich informiert bin ein weißes Scherzl, edelfeinst zart und bissfreudig wie solch ein Rindfleisch-Gustostückerl sein soll. Einfach Klasse, für mich die Topnote 5.
Weiters sind mehrere Gerichte, die mit einem Biersafterl serviert werden, erwähnenswert. Das können sein Fleisch- und/oder Grammelknödel, die Fleischknödel sehr betont gewürzt mit Majoran, anfänglich auch gewöhnungsbedürftig, mag ich sie nun doch recht gut, oder Variationen von Schweinsbraten. Ich denke, da lässt uns Böhmen wieder grüßen.
Man gewinnt nicht dein Eindruck nach einer Schema-F zirkulierenden Gewohnheitskarte, wie es Gasthäuser oft haben, Dem Team fällt auch immer wieder etwas Neues ein. Es kommt dabei nicht alles gleich gut an, was logisch ist, aber summa summarum freut man sich auf den bevorstehenden Kulinarikgenuss.
Mein neues Resümee und Fazit
Insgesamt bin ich derart zufrieden, dass ich kurzerhand das Schweizerhaus auf meine Liste der Wirtshausfavoriten gesetzt habe, weil es meinen nunmehr Zweitplatzierten für die Leopoldstadt doch klar schlägt. Wermutstropfen ist nur der saisonale Betrieb vom 15.3. bis 31.10. Nun, dann erhält die Nr. 2 im Winter wieder mehr Chancen. 😉
Alles andere wie Service, Ambiente zuzüglich der mir schon bestens bekannten Vorzüge für Stelze, Budvar oder Puffer sind unverändert geblieben, sodass ich dieses Bierlokal von meiner Seite betrachtet zwar als atypisch einschätze, aber mit umso größerer Freude die Bereicherung meiner Kulinarik-Leidenschaft für Wiener bzw. Böhmischer Küche als Zugewinn verbuchen kann.
An den Wertungsnoten möchte ich grundsätzlich nichts ändern, es bleibt weiter bei meiner 4-5-3 Einstufung, dafür ist meine Besucherfrequenz bedingt durch mein neues Image deutlich angestiegen.
Euer WrkFan
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