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Silvio Nickol - Restaurant CoburgSilvio Nickol - Restaurant CoburgSilvio Nickol - Restaurant Coburg
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Silvio Nickol - Restaurant Coburg Info
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Gastgarten, Schanigarten
Ambiente
Vornehm
Preislage
Sehr hochpreisig
Kreditkarten
Gängige Karten
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Di
18:30-22:00
Mi
18:30-22:00
Do
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Fr
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Sa
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Silvio Nickol - Restaurant Coburg

Coburgbastei 4
1010 Wien (1. Bezirk - Innere Stadt)
Küche: International, Österreichisch
Lokaltyp: Restaurant
Tel: 01-51818-800Fax: 01-51818-818
News28. Sep 2016 von
laurent

Silvio Nickol ist Österreichs neuer 4-Hauben-Koch!

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6 Bewertungen für: Silvio Nickol - Restaurant Coburg

Rating Verteilung
Speisen
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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 22. März 2016
MichaelA2
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5Speisen
5Ambiente
5Service

Letzten Samstag, 19. März, nach langer Vorfreude, betraten wir mit großen Erwartungen das Palais Coburg. Es war dies unser drittes Mal, die bisherigen zwei Male waren jedesmal für uns (Geschmäcker sind ja verschieden wie man weiß) unübertroffen und der perfekte Abend. Die Crux an der Sache: Die Erwartungen sind dann jedesmal schon extrem hoch. Für ungeduldige Leser: Auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht, uns wurde ein perfektes Erlebnis an einem rundum gelungenen Abend geboten. Nun aber zu den Details:

Der Empfang war wie immer perfekt, wobei man natürlich sagen muss, dass meiner Meinung nach das Prozedere an sich hier unterstützt: Man meldet sich bei der Rezeption des Hotels und wird dann zu einem Lift gebracht, der einen direkt ins Restaurant bringt. Das führt dazu, dass man niemals unerwartet auftaucht, dass man bereits beim Empfang den Namen kennt und damit persönlich begrüßt werden kann, man fühlt sich einfach sehr willkommen. Sehr schön und leider auch nicht selbstverständlich, dass man beim Empfang auch weiß, dass man nicht zum ersten Mal hier ist, wir haben uns auch im Vorfeld schon „unseren“ Tisch gewünscht, was erwartungsgemäß problemlos geklappt hat. Fazit: Perfekter Empfang.

Nun gleich mal zum Ambiente: Ich könnte mir vorstellen, dass das Ambiente etwas polarisiert, es ist sehr modern und dunkel gehalten, habe dazu auch ein Fotos hinzugefügt, das ich beim Gehen gemacht habe (Ja, wir haben es wieder mal geschafft die Letzten zu sein ). Wir persönlich fühlen uns sehr wohl, gerade auf der linken Seite, diese Art Kojen finden wir perfekt, man hat fast das Gefühl alleine zu sein, da in allen Richtungen auch ausreichend Abstand zum Nachbarn ist.

Zum Empfang wurden uns gleich unsere zwei für uns zuständigen Servicemitarbeiter beim Namen vorgestellt, kurz darauf wurde der Champagner-Wagen zu uns herangerollt für einen ersten Aperitif. Meine Begleitung wählte ein Glas Krug Grand Cuvee (sehr klassischer feiner Champagner) während ich mich für ein Glas Doquet Blanc de Blancs entschied (etwa spritziger und nicht ganz so trocken). In Sachen Menü war auch rasch eine Entscheidung getroffen: Wenn wir schon mal hier sind, gehen wir natürlich die ganze Länge, das 9 Gang Überraschungsmenü inkl. Weinbegleitung sollte es werden. Nach zwei ersten Grüßen aus der Küche sowie hausgemachtes frischem Brot mit zweierlei Aufstrichen ging es dann endlich los:

Entenleber [Traube | Weizengras | Milch ]
Gut, schon beim Probieren des ersten Weines (ein grandioser Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett 2009 von Prüm J.J.) war klar: der erste Gang wird wohl klassisch Foie Gras sein. Die Entenleber war dabei als Creme am Boden der Schale zubereitet, darauf dann Weizengras als Deko sowie geeiste Weizengras-Kügelchen und Ananas-Shave, garniert mit Milch-Chips. Gereicht wurde das Gericht mit einem frischen Brioche. Für mich ein perfekter Start: Die Entenleber, kombiniert mit der frischen Süße des Ananas-Shave, dazu die kühlen Weizengras-Kügelchen und die (eher dekorativen) Milch-Chips, einfach perfekt. Der Wein dazu war dann das Tüpfelchen am „i“. Großartiger Start!

Wildsaibling [Radieschen | Navetten | Estragon]
Ehrlicherweise für mich der schwächste Gang des Abends: Ein Stück Wildsaibling (perfekt gegart), garniert mit Radieschen und Mairüben. Ganz sicher perfekt zubereitet und abgeschmeckt, mir persönlich war einfach das Stück Fisch irgendwie etwas zu dick und vor Allem hat mir das besondere „Wumm“ oder „Aha“ Erlebnis hier gefehlt. War einfach geschmacklich eher unspektakulär, dafür war der Wein dazu spannend: Ein Synthese Gris Rosé 2013 von der Domaine Riberach, ein sehr kräftiger Rosé-Wein, der einfach deutlich mehr Kraft hatte, als man beim ersten Riechen erwarten durfte.

St. Pierre [Bohne | Kopfsalat | Alge]
Der zweite Fischgang: Hauchdünn der Petersfisch am Boden des Glases, hübsch dekoriert. Ehrlicherweise der zweite Gang der mich nicht so vom Hocker geschmissen hat, auch hier wieder nichts falsch gemacht, aber allein die Tatsache, dass ich mich 3 Tage später nicht mehr im Detail erinnern kann zeigt, dass es mich persönlich nicht umgerissen hat. Erste Zweifel machten sich breit, ob wir auch diesmal restlos glücklich den Tempel verlassen würden. Eines vorab: Ab nun wurde ein Gourmet-Feuerwerk gezündet, man steigerte sich von Gang zu Gang. Achja: Wein gab es zu diesem Gang einen Sauvignon Blanc „Grassnitzberg Reserve“ 2011 vom Tement (übrigens der einzige heimische Wein an dem Abend): ein Wein mit sovielen kräftigen Nuancen, dass einem der Gaumen fast schwindlig werden wollte, sehr spannend, sehr kräftig, aber für mich Nichts, von dem ich eine ganze Flasche verzwicken könnte…

Calamari [Auster | Gurke | Apfel]
Ein wunderbarer Gang: Am Boden des Tellers einige Kalmar-Tentakeln, sehr schön weich und gut gewürzt, darauf dann drapiert in breiten Nudeln geschnittener / gehobelter Kalamarkörper. Dazu gab es ein Stück eingelegte Gurke sowie einen Apfelsud. Das ganze Gericht war einfach unglaublich harmonisch: der weiche Kalamar, dazu die säure von der eingelegten Gurke und das Süße vom Apfelsud, eines der besten Tintenfischgerichte, das ich jemals gegessen habe, Wow!

OBA-Schwein [ La Ratte Kartoffel | Ochsenherz Karotte | Bier]
Die BOA Farm, so hat man uns aufgeklärt, ist eine Bio Tierfarm bei Wildendürnbach, wo hervorragendes Fleisch produziert und Silvio Nickol einer der wenigen Abnehmen im Gastrobereich ist. BOA steht übrigens für „Best of Austria“. Nun gut, wieder etwas gelernt, jetzt aber zum Gang. Das Gericht entpuppte sich als hauchdünnes Stück Schweinebauch zu einem kleine Röllchen zusammengerollt. Dazu gab es ein Stück Ochsenherzkarotte (sehr spannender Geschmack, so gar nicht Karotten-Like), ein Stück Purple Haze Karotte (spannende Farbe) sowie einen klassischen, einreduzierten Schweinsbratensaft. Das ganze Gericht fühlte sich obwohl natürlich eine kleine Portion sehr deftig an, die Sauce eine feine Note Kümmel, das Fleisch nicht so fett wie man sich Schweinebauch oft vorstellt, einfach hervorragend.

Wagyu Bavette [Zwiebel | Wilder Brokkoli]
Der heutige Hauptgang wenn man so will, ein perfekt gebratenes Stück vom Wagyu Bavette (Bavette ist ein Teilstück des Bauchlappen des Rindes), butterweich, wunderbar noch rosig, ein herrliches Stück Fleisch. Für mich zu etwas Besonderem machte das Gericht aber die Beilagen: Ein Stück wilder Brokkoli und vor allem die Variationen von der Zwiebel: Ein Zwiebelpüree (wunderbar intensiv), eingelegte Zwiebel (mein persönliches Highlight, großartige Säure) und gebratene Zwiebel. Unterm Strich ein fast einfaches Gericht, aber ein würdiger Höhepunkt des Abends, wobei ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte, dass meine persönlichen Favoriten erst kommen würden…

Vacherin [Petersilienwurzel | Futuro Melone | Walnuss]
Ein Stück (also eigentlich ein Löffel) sehr schön reifer Vacherin wurde am Tisch dann aus einer großen hölzernen Schachtel auf dem Teller drapiert. Auf diesem befand sich bereits etwas Melone, ein Kügelchen Birne sowie schwarze Walnüsse und Walnussschaum. Dieser Gang war für uns einer der absolut Besten (auch wenn es Silvio Nickol danach nicht glauben konnte): Das Birnenkügelchen war derartig frisch und fruchtig, dass es beim Hinenbeißen im Mund fast explodierte, die Melone gab weitere Frucht, der einfach nur als banaler weißer Schaum daherkommende Walnussschaum schmeckte derartige kräftig nach Walnuss, dass wir kaum unserem Gaumen trauen wollten. Ein Gang, bei dem wir jeden einzelnen Bissen genossen und aus dem Staunen nicht herauskommen. Das sind die Gerichte, an die man sich noch Jahre später erinnern kann.

Molke [ Zitrus | Zitronengras | Fenchelsamen]
War der vorige Gang das absolute Highlight meines Mädels, war dieser Gang mein Favorit. Hinter dem recht unspektakulär klingenden Namen versteckte sich letztendlich eine Art Zitrussorbet oder geeiste Zitrusmasse, in der Form eines Macarons, gefüllt mit einer Masse aus Fenchelsamen. Dazu gab es Sous Vide gegarte Buddhas Hand Zitrone und Molke. Ich muss zugeben ich liebe saure Desserts, in Kombination mit dem Fenchelsamen (ich hätte nie gedacht, dass dies so harmonieren könnte!) und die wunderbar zarte Buddhas Hand Zitrone, eine tatsächliche Offenbarung!

Weiße Schokolade [Erdnuss | Thai Mango | Koriander]
Zum Abschluss dann noch ein süsser Gang: Ein Stück (sehr süßer und reifer)Thaimango mit Koriandersorbet, dazu ein Balken weiße Schokolade gefüllt mit Ernusscreme und etwas Erdnusssauce. Auch das ein mutiger und spannender Gang. Dass Mango und Koriander gut harmonieren weiß man spätestens seit seinem ersten Besuch beim Thailänder, aber wie geschmacklich gut sich weiße Schokolade und Erdnuss (sowohl Fülle als auch Sauce sehr nahe an klassischer Erdnussbutter, schöne salzige Note auch dabei) dazu einfügt, war mir neu. Auch hier wieder etwas, das ich in der Form noch nicht gegessen habe. Auch interessant der Wein dazu: Ein Glas Ruländer Strohwein 2012 vom Weingut Znovin Znojmo aus Znaim. Um ehrlich zu sein wusste ich nicht mal, dass in dieser Region Wein produziert wird, offenbar auch der Sommelier nicht, bis sie ein paar Flasche zur Probe vom Weingut erhalten haben, die es offenbar gerne auf die Weinkarte vom Restaurant schaffen wollten und das scheint ihnen gelungen zu sein!

Abgeschlossen haben wir den Abend dann mit einem Kaffee sowie einem Glas Nonino Riserva und dann gegen 1 Uhr Früh war unsere kulinarische Reise zu Ende.

Nun ein Wort zum Service:
Man fühlte sich stets perfekt umsorgt, wie nirgendwo anders bekamen wir das Gefühl, dass sich allein 3-4 Personen nur um uns kümmern, das Personal ist gefühlsmäßig eher jung aber in allen Bereichen hochprofessionell. Als wir mit unserem Menü loslegten hatten wir zwar kurz das Gefühl, dass es im Service Unstimmigkeiten gab (war nur so ein Bauchgefühl), was gerade beim Sommelier zu bemerken war, der die Weine zwar perfekt präsentierte, aber nicht mehr. Diese „Mehr“ kehrte dann aber in den folgenden Gängen wie gewohnt zurück, wobei ich darunter verstehe, dass der Wein nicht nur präsentiert wird, sondern dass man auch etwas Plaudern kann, über den Wein. Das Genießen wir sehr!

Wie gewohnt verabschiedete sich am Ende dann Silvio Nickol wieder persönlich, eine wie ich finde absolute Wertschätzung des Gastes. Man plaudert 10 Minuten über die Speisen, welcher Gang einem am Besten geschmeckt hat und warum (hier eben das Erstaunte „Wirklich?“ auf die Antwort „der Käsegang“) und wird von ihm persönlich in den Lift nach unten gebracht. Vom ersten Mal an war das für uns eine besondere Geste: Die 10 Minuten Plaudern kosten ihm nichts, ihm fällt ganz sicher keine Zacke aus der Krone und dennoch sind das diese Kleinigkeiten, die einen Besuch bei Silvio Nickol für uns so Besonders machen, es sind diese Kleinigkeiten im Service, die meiner Meinung nach den Unterschied in der gehobenen Gastronomie machen (Kochen können sie ja schließlich alle…).

Mein Fazit:
Für uns sind es die besonderen, die unerwarteten und einzigartigen Speisen-Kompositionen, die einen kulinarischen Abend unvergesslich machen, es sind jene Speisen, an die man sich noch in Jahren erinnern kann (für uns gehört hier beispielsweise auch die legendären Eierdotter-Ravioli von Gerhard Fuchs dazu) und Silvio Nickol schafft es immer wieder derartige Gerichte zu kreieren. Auch wenn es so Manche anders sehen (Geschmäcker sind ja – Gott sei Dank! – verschieden): Die kreativen Speisen, der perfekte Service und auch die tolle Atmosphäre macht das Restaurant von Silvio Nickol für uns zu einem der Besten - wenn nicht das Beste – Restaurant, in dem wir je gegessen habe, und das sage ich nach dem dritten Mal mit der gleichen Überzeugung wie nach dem ersten Mal.

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Letzter Kommentar von am 23. Mär 2016 um 13:49

Nachsatz: Zeilenumbrüche werden auch gelöscht, hoffe es ist trotzdem lesbar. Und: Beeindruckt haben mich natürlich alle Weine, nachhaltig Eindruck hinterlassen halt nur jene, die in der bewertung standen...

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am 21. Juni 2014
hanneszi
19
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5Speisen
5Ambiente
5Service

absolut den hohen Preis wert. es gibt nix zu bemängeln. Hat das Steirereck als mein Lieblingslokal definitv abgelöst.

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Kommentar von am 21. Jun 2014 um 19:07

Definitiv interessant wäre das Warum - gerade bei einem solchen Lokal wäre das sehr spannend zu erfahren.

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am 15. September 2013
dougross
5
1
1
5Speisen
5Ambiente
5Service

Ganz kurz.....das beste restaurant wo ich jemals war

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Letzter Kommentar von Dauermampfer am 16. Sep 2013 um 15:50

Wenn du ohnehin keine Zeit hast, Bewertungen zu schreiben, warum tust du dir (und uns) das eigentlich an? In aller Kürze: ich glaube eher nicht, dass "dougross" rauskommst mit dieser Art der Lokalkritik ;-)

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 27. November 2011
docflo
33
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5Speisen
5Ambiente
5Service
17 Fotos1 Check-In

"Pflege deine Neugier" - Das Motto dieses Abends - vorgegeben von Silvio Nickol.

Ich war sehr gespannt was mich hier erwarten würde, nachdem ich doch schon einiges über Silvio Nickol, seinen Werdegang und seine Ziele gelesen habe.
Gleich vorweg - ich wurde nicht enttäuscht.
Wir haben ein insgesamt 8-gängiges Menü mit zusätzlich noch 2 Grüssen aus der Küche inklusive Weinbegleitung genossen:

Gruss 1: Kalbstafelspitz mit frankfurter grüner Sauce, Kürbissüppchen, Smorrebrod

Gruss 2: Pulpo und Ponzo, Sesam und Soja

1. Gang: Tropic Zander, dazu: 2010 Mayer am Pfarrplatz Gemischter Satz

2. Gang: Komposition von ungestopfter "Ur" Wald Bio-Gänseleber, dazu: 2007 Kollwentz Sauvignon Blanc Steinmühle

3. Gang: Suche die Fehler im rechten Bild (Auflösung: falsche Jakobsmuschel, "falscher" Geschmack: Auster), dazu: 1998 Nigl Riesling privat

4. Gang: 3 K, dazu: 2004 Nicolas Joly Coulee de Serrant

5. Gang: Bote der Lüfte, dazu: 2004 Henri Boillot Meursault 1er Cru Les Genevrières

6. Gang: "Morgentau", dazu: 2000 Rayas Fonsalette Syrah

7. Gang: Schoko - Passionsfruchtkoralle, dazu: Casteller Schlossberg Sivaner TBA

8. Gang: Orange mécanique, dazu: Frech & Frey TBA Essinger Osterberg

Ich kann und werde nicht jeden Gang einzeln beschreiben und bewerten - das geht erstens zu weit und zweitens kann ich es gar nicht. Die Speisen waren tw. einfach viel zu komplex und ohne Notizblock hätte ich keine Chance mir das alles zu merken.

Der Abend war von der ersten bis zur letzten Sekunde ein einzigartiges Erlebnis und jeder (und jede natürlich, ich verzichte der Einfachheit halber auf eine geschlechtsneutrale Schreibweise, natürlich ist immer sowohl Frau als auch Mann gemeint), der ein etwas intensiveres kulinarisches Interesse hat und vor allem ein Interesse am Olymp der Restaurantszene, der sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Aber Achtung: Nicht jeder wird absolut begeistert sein und nicht jedem wird jede Speise schmecken. Dazu sind die Gerichte einfach viel zu extrem, ausgefallen und teilweise geschmacklich sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. Eine eher stärker ausgeprägte Aufgeschlossenheit für "etwas neues" sollte schon vorhanden sein, bevor man sich ins Palais Coburg begibt.
Einige Beispiele: Bei einigen Speisen finden sich ganz, ganz feine Pulver mit tw. sehr intensiven Farben (siehe zB Gang 2, das grüne Pulver, das ist von Tannenwipfeln), die auch geschmacklich grossteils sehr, sehr ausgefallen sind. Oder: Bei der zweiten Nachspeise erwartet man sich in der Mitte etwas waffelartiges - völlig daneben, es ist eine relativ weiche Paste mit einem sehr rauchigen Geschmack.

Sämtliche Zutaten sind von höchster Qualität, die Folgen der Speisen und auch das Zusammenspiel mit den Weinen ist perfekt gewählt. Bei den Weinen gilt ähnliches wie bei den Speisen: Auch hier muss man ungewohnten Geschmäckern aufgeschlossen sein - der 2004er Nicolas Joly Coulee de Serrant zB hat einen aussergewöhnlichen, sehr intensiven und für Österreich-Wein-affine Menschen absolut unbekannten Geschmack, der definitiv nicht jedem am Tisch gelegen ist.

Wirklich perfekt und der Klasse des Lokals entsprechend ist das Service und entsprechend auch das Servicepersonal, Silvio Nickol spielt hier definitiv in der absoluten Oberliga mit, ich kann hier nicht einmal die kleinste Kleinigkeit aussetzen.

Silvio Nickol selbst ist ein sehr sympathischer, eigentlich bescheiden wirkender Mensch, der meiner Meinung nach einfach aussergewöhnlich gut und vor allem absolut ausgefallen kochen will. Im Gault Millau 2012 hat er wie erwartet auf Anhieb 17 Punkte erkocht, 3 Michelin Sterne sind sein Ziel. Und ich glaube, dass er das schaffen kann. Ich bin sehr, sehr gespannt wie sich Silvio Nickol weiterentwickeln wird und mit welchen Mitteln er seine Ziele erreichen wird bzw. in welche Richtung sich seine Küche entwickeln wird - Noch extremer? Noch extravaganter? Oder doch eher in Richtung aussergewöhnlich gute, relativ normale Küche? Wir dürfen gespannt sein.....

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Hilfreich?Ja16Gefällt mir6Lesenswert3
Letzter Kommentar von am 12. Jul 2012 um 11:08

Schöner Bericht...

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 25. September 2011
Update am 26. September 2011
Experte
Kathinka
68
9
19
4Speisen
5Ambiente
5Service

Gleich vorweg: Ich kann mich der Bewertung unten nicht wirklich anschließen. Allerdings bin ich auch kein Experte, wir gehen einfach nur gerne gut und schön essen. Anlass des Besuches im Lokal von Silvio Nickol im Palais Coburg war der Geburtstag meines Freundes. Reserviert hatte ich bereits einige Monate im Voraus, mit der Anmerkung, dass mein Freund an dem Tag denn Geburtstag hat und sie doch bitte etwas kleines vorbereiten sollten. Ich wurde am selben Tag noch angerufen und gefragt ob wir wirklich kommen. Nachdem wir aber Verspätung hatten (ca. 20 Minuten) habe ich kurz davor noch einmal angerufen und dies mitgeteilt. War alles kein Problem.

Beim Hotelempfang wurden wir freundlich weiter geleitet und bis zum Aufzug begleitet der zum Restaurant führt. Dort wurde meinem Freund bereits vom dort wartenden Personal gratuliert - war wirklich aufmerksam! Danach wurden wir zu unserem Tisch bzw. unserer Nische geführt, angeblich der "beste" bzw. "schönste" Platz im Lokal. Uns wurde ein Aperitiv angeboten, allerdings gab es nur Champagner. Da wir aber eigentlich lieber Sekt trinken, haben wir danach gefragt. Jedoch wurde uns mitgeteilt dass es keinen gäbe. Finde ich sehr merkwürdig!

Also haben wir mit dem 2002 Dom Pérignon begonnen. Man hat hier nämlich auch die Möglichkeit diesen "ausnahmsweise" glasweise auszuschenken. War natürlich ausgezeichnet - aber für den Preis will ich das auch hoffen. Mehr dazu aber später!

Das Angebot, dass man uns etwas zusammenstellt nachdem wir die Rahmenbedingungen (wie Preis-Maximum, Uhrzeit bis zu der wir Zeit haben und Speisen die wir nicht mögen) festlegen, nahmen wir gerne an! Ich schloss also Fischgerichte für mich aus und wir einigten uns auf ein 5-Gänge Menü, das wir bis halb 10 abends beendet haben müssten (hatten um 22:00 einen Tisch im Le Loft reserviert). Gesagt, getan. Hier meine Speisenfolge:

Erster Gruß aus der Küche:
Terzett von Kiwi und Stachelbeere

Zweiter Gruß aus der Küche:
Quartett von der Melanzani

Komposition von ungestopfter "Ur" Wald Bio-Gänseleber

****

Cremige Polenta mit Onsenei und einem Rondell von Sommer-Trüffeln

****

Schaumsuppe von Apfel und Curry auf Kokos-Limettenflan und kleiner Praline

****

Souffliertes Rehmedaillon mit Maximeerdäpfeln an Rouennaiser Sauce

****

Passion von Olive und Brotschaum (Gruß der Küche)

****

Schoko - Passionsfruchtkoralle


Nun zur Speisenbewertung. Die Vorspeise (Leber) war himmlisch weich und geschmacklich gut gewürzt. Meiner Meinung nach gab es da gar nichts auszusetzen.

Die Polenta war nicht so aufregend. Aber liegt vielleicht daran, dass das bei Polenta auch schwierig ist. Das Onsenei ist ja dieses schwarze Ei aus Japan, das normalerweise in einer Quelle gegart wird und dadurch einen leicht salzigen Geschmack erhält. War genauso wie es sein sollte.

Die Suppe nach der Polenta war vielleicht nicht die beste Wahl, vom Geschmack her aber top. Etwas scharf aber nicht zu viel.

Danach kam der Hauptgang und das war mit Abstand das beste des Menüs (siehe Foto). Das Reh war sehr zart und außenrum sehr nett mit Gemüse eingepackt. Selbst in dieser "Gemüseschale" war jedoch noch ein Muster: Kleine Löcher wurden ausgeschnitten und Plättchen anderer Gemüsesorten (orange z.B. also Karotten) eingesetzt. Sehr köstlich und total schön zubereitet!

Die beiden Abschlussgerichte schmeckten bis auf den Kaffeegeschmack bei dem "Brotschaum" ziemlich ähnlich!!! Liegt vielleicht daran, dass es sich beide Male um eine "Passion" handelte. Von der Schokolade habe ich in der Nachspeise nicht viel geschmeckt. Allerdings bekam mein Freund auch noch eine kleine Schokoladentorte mit einer (Lebens)kerze überreicht - also doch endlich Schokolade und das mehr als genug. Und zum Abschluss zur Rechnung bekamen wir noch 2 Stäbchen auf denen karamellisierte Früchte (Himbeeren) aufgespießt waren. Dazu noch eine Makrone und eine Coburg-Praline. Am Ende bekommt man sein Menü und seine Getränkeabfolge noch auf einer Karte überreicht. Nur zur Information: Nachdem wir nachher noch trinken gingen, haben wir im Restaurant außer dem Champagner nichts erwähnenswertes zu Trinken bestellt.

Preislich fand ich das ganze wirklich in Ordnung. Pro Menü zahlte ich 117€. Die Torte wurde mir dabei gar nicht verrechnet - wirklich sehr nett! Lediglich der Champagner war mit 29€ pro Glas sehr überteuert - vor allem weil wir ja eigentlich lieber einen Sekt wollten. Aber Dom Perignon eben...

Geschmacklich war alles also wirklich ausgezeichnet. Allein die Speisenabfolge und Auswahl hätte etwas anders ausfallen können. Das Konzept schien zu heißen etwas süßes (z.B. Apfel) mit etwas pikantem (Curry) oder bittererem (Olive) zu kombinieren. Das wurde mit der Zeit etwas langweilig. Die Qualität der Zutaten (Trüffel, Rehmedaillon, Leber) erfüllte jedoch alle Erwartungen.

Das Ambiente im Lokal ist sehr gut. Etwas kühl, hervorgerufen durch die moderne Einrichtung jedoch kombiniert mit der lila Beleuchtung, die es wieder etwas wärmer macht. Vieles ist rund bzw. oval gehalten - so gibt es die kleine Nischen in Rundform und gegenüber Tische mit eiförmigen Sesseln, etc.

Das Servicepersonal war sehr zuvorkommend, professionell und unser Kellner aber doch auch sehr witzig und locker. Beim Gehen verabschiedete sich Silvio Nickol noch persönlich von uns und überreichte uns ein Päckchen mit Gewürzen zum Nachkochen daheim.

Alles in allem haben wir uns bei Silvio Nickol sehr wohl gefühlt!

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Kommentar von am 9. Okt 2011 um 22:07

mjamjam das sieht ja lecker aus und klingt gut. Schade dass du nicht noch mehr Fotos gemacht hast, na ja werd ich wohl mal selber ausprobieren müssen

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am 25. Juni 2011
lorit69
3
1
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2Speisen
5Ambiente
2Service

Wir wollten uns zu unserem XI. Hochzeitstag einen schönen Abend machen und reservierten im Gourmet Restaurant Coburg ("Silvio Nickol"). Alles sehr freundlich, sogar am Vortag ein Kontrollanruf ob wir wirklich kämen.
Die coburgeigene Garage war defekt, wir mussten durch den (Gewitter-) Regen zum Eingang. Die begleitete Fahrt mit Lift in den 1. Stock war freundlich. Das eigentliche Restaurant war gut Besucht, für 2 Personen waren eigene Tische vorgesehen, sehr gutes Ambiente.
Dann ging es los: Alles nur mündliche Ansage, ohne Karte (mit den Preisinformationen). Großer (=7 Gänge) oder kleiner (= Minimum 4 Gänge Menü). Nach einer Frage nach unseren Lieblingsspeisen, beziehungsweise nach dem was wir nicht wollen, wollte sollte der Küchenchef für uns ein Menü komponieren. Wir wollten das nicht und bekamen doch die Menükarte, aus der wir dann selbst unter 4-gängiges Menü zusammenstellte. Ich kannte von einem früheren Besuch (alter Küchenchef:Christian Petz) die gute Idee der Weinbegleitung um neue Weine, passend zum Gericht, kennenzulernen.
Nach einem "Amuse bouche 1" fing es mit einer Stonecrab-Symphonie mit zu viel Salz an, der sehr einfache Südsteirische Wein dazu wäre in einer normalen Heurigen-lokal gut gewesen, nicht aber bei einer 83-Euro Weinbegleitung. Zur "Bio-nicht-Stopfleber" besprachen wir mit der Sommelière einen Elsässer Gewürztaminer, der in Frankreich gerne und erfolgreich zu Gänseleber serviert wird. Beim Einschenken meinte der (aus London stammende) Sommelier, der Weine sei aus "Alta B.....", nicht verständlich. Nach Ansicht der Flasche lüftete ich das Rätsel: Der gute Mann wollte Alto Adige sagen, da im Südtirol (auch auf der Flache groß geschrieben ) nichts sagte. Nun der Wein war ein recht gewöhnlicher Südtiroler Gewürztraminer, ohne spezielle Qualitäten.
Was interessant war, auch die Leber hatte ein Übermaß an Salz, unser Einwand, dass das wirklich zu viel Salz verwendet worden war, wurde nicht einmal ignoriert. Wir hatten einen Teil der Speise (soviel war es ja auch nicht) zurückgelassen, damit doch in der Küche getestet werden könne, nicht dergleichen geschah.
Ein Polenta-Gang war ausgezeichnet. Zu meinem Käse-Abschluss musste ich darauf bestehen doch mir die Käse vom Wagen aussuchen zu dürfen zu bekommen: Die Auswahl war zwar zahlenmäßig groß, das Alter der Käse auch, die Variation aber nicht, es waren vorwiegend Käse, die gut reifen und nachreifen können, der Schwerpunkt auf Hartkäse.
Dazu wäre ein Burgunder gut gewesen, den ich auch bekam, allerdings in einer frisch geöffneten Flasche, der Wein war auch zu kalt.
Schade, das beste war das Glas Dom Perignon 2002 als Apéro. Schade, wir waren mit (vielleicht zu großen) Erwartungen ins Restaurant gegangen, aber über die Weinbegleitung und die Salzorgie haben wir uns doch geärgert, nun wir nicht mehr ins Coburg, schade um die guten Euros die wir dort ließen.

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Letzter Kommentar von Unregistered am 27. Jul 2011 um 12:37

ist doch nur gutes Mittelmaß

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Silvio Nickol - Restaurant Coburg - Karte
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Bewertet am 25.06.2011

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