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So, 7. August 2022
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Herzig

1 Bewertung
Schanzstraße 14, 1150 Wien
Küche: Internationale Küche
Lokaltyp: Restaurant
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Bewertungen (1)

Gesamtwertung

40
1 Bewertung
Speisen
40
Ambiente
50
Service
30
am 28. Februar 2020
MichaelA2
Experte
SpeisenAmbienteService
Später aber doch mein Bericht zum diesjährigen „Valentinstagen“ mit meiner Frau: Es sollte diesmal ins Herzig gehen, oh Gott, wie groß war meine Vorfreude, stand das Herzig doch schon ewig auf meiner Wunschliste ganz oben! Recht rasch sind wir per Taxi beim Herzig angekommen, dieses liegt in e... MehrSpäter aber doch mein Bericht zum diesjährigen „Valentinstagen“ mit meiner Frau: Es sollte diesmal ins Herzig gehen, oh Gott, wie groß war meine Vorfreude, stand das Herzig doch schon ewig auf meiner Wunschliste ganz oben!

Recht rasch sind wir per Taxi beim Herzig angekommen, dieses liegt in einer wahrlich etwas trostlosen Gegend, umgeben von düster wirkenden Cafes, der Meiselmarkt in Wurfweite. Dann das große „Aha“: Das Herzig befindet sich in einem wunderschönen alten Gebäude, beim Betreten ein erster rascher Blick: Viel Schwarz, Farbklekse durch Bilder an der Wand, eine große Bar, die Tische ausreichend weit auseinander aufgestellt (wir lieben diese Privatsphäre), mit anderen Worte: Erster rascher Check bestanden, das Lokal gefällt.

Zum Beginn gab es für mich einen Rose Winzersekt, für meine liebe Gattin ein Gin Tonic. Rasch entschieden wir uns dann fürs 7 Gang Menü inkl. Weinbegleitung. Und los gings:

Als Gruß aus der Küche gab es erstmal ein paar kleine Happen, in Erinnerung blieb mir davon vor Allem der Lachs mit Gurke und Dill sowie das marmorierte Brioche mit Verhackertem. Ein durchaus hübscher und gelungener Start.

Danach der erste Paukenschlag: Was sich unter einem so banalem Namen wie „Leberknödel“ versteckte war letztendlich ein Knödel aus rohem Rindfleisch, gefüllt mit Foi Gras, darauf eine Alpengarnele mit Beef Tea. Weiß bis heute nicht, was ich davon halten soll. Geschmacklich irgendwie spannend, für den ersten Gang auf de facto nüchternen Magen aber auch zumindest sagen wir mal extrem mutig.

Weiter ging es mit Jakobsmuschel auf Kräuterbutter mit Bolognese und Parmesan. Ein hübscher und solider Gang, die Jakobsmuschel schön gebraten, in seiner Gesamtheit ein schönes Gericht – ohne ewig in Erinnerung zu bleiben.
Brathähnchen kam als zwei kleine Stückchen Sot ly Laisse (musst ich auch erst googeln, sind zwei kleine filetartige Stückchen vom Geflügel, auch „Pfaffenschnittchen“ genannt), auf einem Bett von Getreideporridge, darüber Mimolette (ein französischer Schnittkäse aus Kuhmilch) gehobelt in wirklich großzügigen Mengen. Für uns eigentlich eines der ganz großen Highlights des Abends. Mag sein, dass es Manchen zuviel des Käse war, für uns war es eine ganz große Überraschung.

Lammrücken mit Ananas, schwarzer Olive und Tipinambur: Ein sehr ordentlicher Fleischgang, das Fleisch perfekt gebraten, Topinanmbur ist vielleicht nicht jedermanns Sache, uns hat es gemundet.

Nun folgte der Käsegang: Vacharin mit Pumpernickel, Krautsalat und Kohlsprossen: Käsegange sind für mich ja immer so eine Sache, in den meisten Fällen ziehe ich den Käsewagen vor, es sei denn, das Gericht ist außergewöhnlich komponiert. In dem Fall gelang das so halbwegs: Das Pumpernickel kam wenn ich mich richtig erinnere als Creme daher, Kraut gab dem Ganzen die notwendige Frische. Alles in Allem ein guter Gang!

Predessert war dann ein Shishoparfait (Shisho ist so ein Minz – Basilikumartiges Kraut) mit gepopptem Jasminreis und Kiwi. Gut, vor Allem aber spannend, da wir das Kraut so noch nicht kannten.

Als Abschluss gab es den „Last Kiss“: Ein Dessert aus Maroni, Birne und Mandarine. Offen gestanden kann ich mich im Detail nicht mehr erinnern, das Einzige was mir in Erinnerung blieb ist der „Mandarine“ Teil: eine spalte Mandarine, die zusätzlich mit etwas Prickelndem injiziert wurde – ein unglaubliches Geschmackserlebnis!

Somit waren wir also durch, wobei ich das „Bussi Baba“ aus der Küche nicht vergessen mag: ein herzförmiger Kuchen, überzogen mit einer glänzend roten Glasur. Auch hier: Sorry, aber Details sind mir leider entfallen.

Was bleibt nach diesen 7 Gängen: Ganz ehrlich erstens die Erkenntnis, solche Berichte rascher zu verfassen, wenn die Erinnerung an die einzelnen Gerichte noch nicht verblasst sind, wobei das Verblassen an sich ja auch was aussagt. Was außerdem bleibt ist ein ganz klein wenig Enttäuschung, ein winzig kleines „Da hab ich mir etwas mehr erwartet“. Die einzelnen Gänge waren alle nicht schlecht, teilweise hatten wir das Gefühl, dass einfach zuviele unterschiedliche Geschmäcker in ein Gericht gepackt wurden, etwas weniger hätte uns teils besser gefallen.

Zum Abschluss ein Wort zum Service: Obwohl wir uns sehr gut aufgehoben gefühlt hatten, ist dieser persönliche Kontakt zum Personal für uns nie zustande gekommen, wir hatten immer das Gefühl, dass der Job hier einfach möglichst professionell heruntergespult wird, dieses Eingehen auf den Gast, vielleicht mal etwas mehr über einen Wein erzählen oder persönliche Geschichten fehlten uns leider. Beim letzten Gang wurde dann leider sogar der letzte Wein vergessen, kann ja mal passieren. Von da an war der Sommelier dann plötzlich extrem bemüht und hat 1000 Mal nachgefragt. Aber auch da blieb einfach das Gefühl, dass dies jetzt eben passiert weil er muss und nicht unbedingt weil Service seine Leidenschaft ist. Das letzte nicht servierte Glas Wein wurde übrigens trotzdem verrechnet, war jetzt aber nicht schlimm, geht vielleicht auch nicht anders.

Letztendlich war es wie immer ein schöner Abend, wir haben uns wohl gefühlt, haben das Essen und den Service genossen. Vielleicht liegts auch an unserer extrem hohen Erwartungshaltung, ein ganz klein wenig enttäuscht waren wir dann letztendlich doch, bereut haben wir es aber in jedem Fall nicht. Macht euch einfach selbst ein Bild!
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