RestaurantTester.at
Mi, 10. August 2022
In der Umgebung

Essen im Hotel

Essen im Hotel

Essen im Hotel also. Damit meine ich nicht, Nächtigung und Frühstück oder allenfalls Halbpension. Nein, wir betreten das Hotel von außen und wollen die Lokale stand alone bewerten.
Niemand braucht sich zu scheuen, ein Hotel zu betreten, um im Restaurant zu essen, ohne Hausgast zu sein. Was erfreulicherweise in Österreich immer mehr Fuß fasst, ist im Ausland schon länger Normalität.

Gefällt mirKommentieren
2 Lokale·Update: 2. Sep 2021·0 Kommentare

1. Das Schick

2 Bewertungen
Parkring 12 (Schick- Hotel am Parkring), 1010 Wien
In diesem Guide weil: Schon öfter besucht, immer Spitzenqualität, Traumaussicht, was für besondere Anlässe
SpeisenAmbienteService
27. Jul 2021
Besondere Anlässe erfordern besondere kulinarische Höhenflüge. Nun, ganz so weit ging der Wagemut nicht, wir wussten, was uns erwarten würde/könnt... MehrBesondere Anlässe erfordern besondere kulinarische Höhenflüge.
Nun, ganz so weit ging der Wagemut nicht, wir wussten, was uns erwarten würde/könnte.

Das Schick ist in der obersten Etage des Parkring-Hotels angesiedelt, d.h. am Concierge vorbei und dann mit dem Lift nach oben entschweben. Und jedes Mal, wirklich jedes Mal steh ich wie die sprichwörtliche Kuh vor dem (neuen) Tor, weil ich mir nicht merke, welcher Teil der Rauchglastür sich öffnen wird. Diesmal war ich unschuldig, bei unserer Punktlandung war die Automatik noch nicht entsperrt.

Ohne Reservierung würde ich nicht anreisen und das gibt auch schon den ersten Abzug beim Ambiente ( denn das Service wird hier nur bedingt was dafür können), Reservierung über quandoo geht nur mit Abbuchung von der Kreditkarte, und man nimmt beileibe nicht alle Modelle. Für ein noshow lasse ich mir das einreden, aber nicht als schnöden Platzhalter.

Aber gleich geht’s mit der professionellen Begrüßung ‚unseres‘ Kellners los. Ein junger Mann, voller Elan und Esprit, wusste bei den Weinen wirklich sehr viel und hat uns gut beraten. Meine Abneigung beim Aperitif gegen über dem grünen Veltliner-Getränk hat er sich gemerkt und ist elegant zur Südsteiermark ausgewichen. Routinierte Abfrage nach Unverträglichkeiten, bzw. Abneigungen und schon startet die Küche.

Genauso solide und charmant führt seine Kollegin durch den Abend, sie serviert die Gänge und hat zu die Einzelbausteine parat und auch einen gewissen Schmäh in der Präsentation. Das sage ich ihr, und sie wächst tatsächlich und buchstäblich über sich hinaus.

Bei den glasweise angebotenen Weinen (international und Inland) wird mit Sicherheit jeder fündig (rd. 7-8 EUR), wir haben uns für eine Weinbegleitung zum Menü entschieden.
Davon gab es zwei empfohlene Ablauffolgen, getauft auf Ein- und Ausdrücke, crossover ist erlaubt, im Internet gibt es noch eine vegetarische Variante (4/5/6-Gang um 69/81/98 EUR mit Weinbegleitung 34/43/60 EUR, vegetarisch etwas günstiger, Gedeck 6 EUR).

Unser Ablauf sieht wie folgt aus:

Gruß aus der Küche
Kalbsbries paniert am Staberl mit Remouladenklecks
Gaspacho von der roten Rübe mit Rahmknöderl und Safranöl
gebratene Hühnerleber auf Ahorn-Blatt mit Nuss und Kaviarperle
Beef im Baby-Stanitzel

Gedeck
drei Sorten Brot hell und dunkel
aufgeschäumte Butter und Salz

Gebirgssaibling
Fisch zart gegart, kühl serviert
mit Gurke als Sorbet, Chip und aufgeschnitten, gelbe Rübe und Sauerrahm, Gewürzöl

Steirer Branzino
Fisch – Haut knusprig gebraten, Rindermark-Tuperln mit halben Haselnüssen obenauf
Markknöderl in Gewürzen gewälzt (da habe ich gleich eingeworfen, dass das Presskuchenmehl
von der Ölmühle Resch in Leutschach hier das Mittel der Wahl wäre, nicht zu toppen)
etwas Safterl am Tisch auf den Teller aufgebracht

Milch-Lamm
zart rosa im Kern gebratene Lamm-Schnitten und etwas geschmortes Fleisch
die Melanzani auch gut durchgebraten und richtig mollig und als Creme auf der anderen Seite;
die grünen Bohnen einfach nur gekocht und alles mit Joghurt-Sternenstaub getoppt

Labonca Sonnenschwein (google says: Labonca ist ein Biohof in der Steiermark)
Das Fleisch ordentlich gebraten, die Austernpilze und die kleinen Zwiebeln gut geschmort,
von der Sojabohne ein Püree und von den Grammeln einmal die Variante Brösel over all und
tatsächlich ein kleine Knöderl gefüllt damit

Affinierter Bergkäse
auf einer kleinen runden Kletzenbrotscheibe liegt einmal der Käse als Laibchen und darüber auch
noch fein gerieben ein kleines Gupferl davon, an der Seite ein Chutney und einen Sorbet-Nocke
von der Kirsche, karamellisierte Honignüsse und drübergeträufelt ein 15jähriger Balsamico

Schokoriegel
der Hinguck-Burner – die weiße Schokolade als Lego-Stein und als Mousse,
der Rotwein im Geleewürfel, die Brombeeren und Salzkaramellfragmente rundherum

Kürbiskernöl
das war dann eher der Weggucker – hat mich optisch nicht so angesprochen, Farbencrash
hier der Rotwein als Eis, begleitet von der Birne als Mousse-Tupferln, das glänzende Etwas
weiß ich bis heute nicht, wonach das schmecken sollte, ein paar Kürbiskerne und das Öl

‚Hinauswerfer‘
zum Kaffee wird eine sehr eigenwillig geformte Porzellanplatte serviert
Mini-Zitro-Gugelhupf, Karamellwürfel, gefüllte Mini-Pralinen, selfmade-Gummibärli
den Kracker im Leinsamen-Kramuri habe ich vergessen – hat keinen Eindruck hinterlassen,
kein Wunder nach vielen Stunden des Essens

Für das Ambiente kann das Lokal schon mal den Mega-Ausblick über Wien für sich verbuchen, d.h. unbedingt am Fenster reservieren, in der zweiten Reihe sitzt man schon an der rückseitigen Wand, Platz ist für rund 40 Personen.
Eindeckung, Geschirr und Tischwäsche sind natürlich vom feinsten, Quellwasser wird laufend in Karaffen nachgebracht und nicht verrechnet, zumindest bei unserer Rechnung. Unbedingt nach dem Essen noch einen Stock auf die Terrasse raufgehen und sich den Wind um die Nase wehen lassen.

Fazit:
Nichts für alle Tage, aber dann wäre es ja auch alltäglich, einfach einen Anlass suchen und sich verwöhnen lassen, großes Kino. Die einzelnen Komponenten lassen sich zu jedem Zeitpunkt rausschmecken, die Texturen sind manchmal überraschend, aber so soll es ja sein, gut gewürzt, für mich persönlich hätte es sogar bei manchen Gängen etwas stärker sein können; wir kommen sicher wieder.
Kalbsbries paniert am Staberl mit RemouladenklecksGaspacho von der roten Rübe mit Rahmknöderl und SafranölMilch-Lamm

2. Lenz Social Dining

1 Bewertung
Am Stadtpark 1, 1030 Wien
In diesem Guide weil: Newcomer, überzeugt noch nicht ganz, vielleicht ein späterer Aufstieg ?
SpeisenAmbienteService
2. Sep 2021
Wiener Restaurant-Woche. Juhuu. Schon lange her das letzte Mal. Die Werbetrommel wird über Wochen gerührt, mit einem Countdown wird man geradezu... MehrWiener Restaurant-Woche.
Juhuu.
Schon lange her das letzte Mal.
Die Werbetrommel wird über Wochen gerührt, mit einem Countdown wird man geradezu aufgeganselt, lange weiß man keine teilnehmenden Lokale, dann keine Details zu den angebotenen Menüs – aber schlussendlich schaffen wir es, einen Newcomer für uns zu finden. Im renovierten Hilton Vienna Park befindet sich unsere Wahl (lt. Recherche von einem Londoner Designerteam in Anlehnung an die Wiener Moderne im Stil des Art Déco und der Wiener Werkstätten gestaltet).

Der Vorplatz samt Eingangsbereich ist gewöhnungsbedürftig, das Würstelstandl davor irritiert (ein Schelm, wer Böses denkt), mutmaßliche Schiebetüren öffnen doch nicht, die Möblage des Schanigartens ist eingepackt, wie mein Feigenbaum im Winter, aber ein Aufsteller macht uns sicher – hier findet die Restaurant-Woche statt.

So sieht also Design aus. Gut, man hat ein Farbkonzept, nämlich das Türkis vom MotelOne gemopst, von den Wiener Werkstätten das Bugholz und das Wiener Geflecht eingebracht. Ja eh, ganz nett, aber von den Sesseln fällt die Jacke runter, weil schönes Ausschauen vor Praktikabilität geht, gutmeinend raffiniert platzierte Lampen blenden und man hat den Lärmpegel unterschätzt, wenn sich das Lokal füllt, es hallt enorm, das geht besser, mit ganz wenig Aufwand.
Die nackten Tischplatten lassen mich frösteln, etwas weißes Tuch kann man sich in dieser Preisklasse erwarten. Am Tisch gibt es ein verschließbares Kuvert, in dem sich das Besteck für den Hauptgang, eine Stoffserviette in unüblichem Format und ein Erfrischungstuch befinden. Die Speise- und Weinkarte ist von selbem Ledermaterial und all das riecht schon noch sehr stark nach neu.

Wir haben vorgearbeitet und wissen, welche Speisenauswahl wir treffen werden, einzig der Wein fehlt noch, in der Karte gibt es Glasweise je fünf Weiß- und Rotwein, allesamt einheimisch, einzig im Flaschenbereich ein paar französische Roséweine, das finde ich sympathisch.
Für uns wird es ein St. Laurent vom Stift Klosterneuburg (EUR 7,50). Ich mag St. Laurent, ist normalerweise ‚eine Bank‘. Hier dachte ich, ich beiße in eine solche. Kein Barriqueausbau, sondern ein ganz ungewöhnlicher Geschmack nach - alt. Der Spruch, der entwickelt sich noch, spätestens beim Essen, trifft nicht zu.

Eierschwammerlsulz |eingelegte Pilze | Frischkäse |Pumpernickel
Als der Vorspeisenteller eingestellt wird, dachte ich mir, was hat die Sulz verbrochen, dass sie so am Rande des Tellers eine Familienaufstellung machen muss. Der leere Platz hätte von einem Stück Brot gefüllt werden können, wir sehen am Nebentisch, dass Brot in einem Kisterl serviert wurde, ob auf Nachfrage weiß ich nicht, aber es wäre nett gewesen.
Auf dem Pumpernickel mit einer Schicht Frischkäse ist nun die Sulz, (mit einem Dessertring?) rund ausgestochen, und nur in dieser sind Eierschwammerln, die Deko rundum aus dem Glas und hauchdünn geschnittene Champignonscheiben als Deko um die Sulz herum. Obenauf Gekrümel vom Pumpernickel.
Nur im Frischkäse und der Sulz ist ausreichend Geschmack, auf die Gabel muss immer ein Potpourri von allem, sonst schmeckt die rohen Bestandteile nach gar nichts.
Was soll ich sagen? Es war nicht schlecht, es ist kein Schwammerljahr, trotzdem lässt mich diese Vorspeise etwas ratlos zurück.

Hausgemachte Linguine |Spinat | gedörrte Paradeiser | hausgemacher Ricotta
Hier weiß man, worauf man sich einlässt. Pasta ist Pasta. Die Teigware ist auf den Punkt gekocht, die Linguine selbst werden von einer feinen Sauce umschlossen, das verleiht neben dem molligen Gefühl einen guten Abgang auf den Geschmacksknospen, vielleicht ist etwas vom Ricotta mit Gewürzen und Knoblauch zu einem Sud gerührt worden. Die kleine Tomatenstücke und der Spinat passen samt dem Ricotta gut dazu, ich vermute noch einen Hauch von Bärlauch, ev. etwas Pesto.
In Summe ein einfaches Gericht, bei dem man doch einiges falsch machen kann, aber hier viel besser als die Vorspeise.

Zwetschkenknödel | Vanilla-Mascarpone Eiscreme
Ein flaumiger Knödel, lässt sich ganz einfach mit der Gabel zerteilen. Die Frucht ist nicht zu süß und schon gar nicht mit einem Würfelzucker vergewaltigt. Die Brösel ganz leicht mit Butter versehen, was mich aber wirklich ein ‚oha‘ denken lässt ist die Creme. Wirklich ein Aggregatzustand zwischen Eiscreme und Mascarpone, zarter Vanillegeschmack.
Abgerundet mit einem Espresso doch noch ein versöhnlicher Abschluss.

Die Wahlalternative:
Gebeiztes Rinderfilet|Pastinakencreme|Steinpilze|Endivie
Rosa gebratene Weinviertler Entenbrust|Kürbiscreme|süßsaurer Kürbis|Salbeignocchi
Weiße Schokoladen CremeBrulee|Himbeersorbet

Fazit:
Das Ambiente ist in Ordnung, wäre auch schlimm, so kurz nach einer Renovierung. Das Konzept kommt leider bei mir nicht an, ich habe mich schon mal wohler gefühlt. Beim Gehen sehe ich durch die Glasfassade einen Raum, der dem Kochamt von Mörwald ähnelt. Da könnte ich mir eine Veranstaltung im kleineren Rahmen gut vorstellen, daneben steh ein Riesenregal aus Glas und Metall, fast schon ein Würfel, mit Flaschen bestückt – haben wollen 😊

Der Service ist durchwachsen. Man merkt schon, dass man bemüht ist, auf mich macht es aber leider den Eindruck, als hätte die Frühstücksmannschaft Abendausgang – sorry. Das fängt mit dem Brot zur Vorspeise an, geht mit einer Mücke im Wein weiter, es fällt des Öfteren Glasware zu Boden (viele Male von den Wänden reflektiert, Surround quasi.

Bei den Speisen gibt es noch Luft nach oben. Vielleicht erhob man für die Restaurant-Woche auch nicht den Anspruch etwas Unvergessliches zu liefern, aber so funktioniert nun mal das Konzept nicht, denn wir werden wohl nicht so schnell wieder kommen. Das Lokal hat noch keine Hauben, darum gibt es das Dreigang-Dinner um EUR 29,50, aber der zweiten Haube wird’s jeweils um EUR 10,- teurer.

Auf zur nächsten Restaurant-Woche im Frühjahr.
Eierschwammerlsulz |eingelegte Pilze | Frischkäse |PumpernickelEierschwammerlsulz |eingelegte Pilze | Frischkäse |PumpernickelHausgemachte Linguine |Spinat | gedörrte Paradeiser | hausgemacher Ricotta

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare zu diesem Lokal Guide vorhanden.

Diese Website verwendet Cookies
Cookies helfen uns, Ihnen eine bessere Erfahrung auf dieser Website zu bieten.
Wir und unsere Partner (Drittanbieter) erheben Daten und verwenden Cookies, um personalisierte Anzeigen und Inhalte einzublenden und Messwerte zu erfassen. Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Zustimmung zur Verwendung von Cookies jederzeit widerrufen. Mehr Info
Cookie Einstellungen
Cookie Einstellungen
Unbedingt erforderliche Cookies
Immer aktiv
Diese Cookies sind für den Betrieb der Website technisch notwendig und für bestimmte Funktionen (z.B. Speichern von Einstellungen, Anmeldung, Erleichterte Navigation) unbedingt erforderlich. Die meisten dieser Cookies werden bei von Ihnen getätigten Aktionen gesetzt. Sie können diese Cookies in Ihren Browsereinstellungen deaktivieren. Beachten Sie bitte, dass Ihnen in diesem Fall das Angebot der Webseite nur mehr eingeschränkt zur Verfügung steht.
Inhalte und Dienste von Drittanbietern (z.B. Google Maps)
Wir binden auf der Website Inhalte oder Dienste von Drittanbietern ein, um unsere Inhalte mit den Inhalten der Drittanbieter zu ergänzen (z.B. mit Landkarten) oder um die Funktionen dieser Website zu erweitern. Wenn diese Option ausgeschaltet ist, stehen diese Inhalte und Dienste nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Drittanbieter verarbeiten Daten und verwenden Cookies oder vergleichbare Technologien.
Personalisierte Anzeigen
Wir verwenden Werbenetzwerke (z.B. Google Adsense), um Ihnen für Sie relevante personalisierte Anzeigen auf der Website einzublenden. Wenn diese Option ausgeschaltet ist, werden Ihnen keine personalisierten Anzeigen gezeigt. Werbenetzwerke verarbeiten Daten und verwenden Cookies oder vergleichbare Technologien.