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So, 2. Oktober 2022
In der Umgebung

Burger in Graz

Burger in Graz

Der Guide sammelt meine Burgererfahrungen in Graz abseits der bekannten Franchise Angebote. An der Erweitung des Guide wird wie üblich laufend gearbeitet :-)

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15 Lokale·Update: 13. Nov 2021·0 Kommentare

1. Freigeist

Klosterwiesgasse 2, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
8. Jän 2016
Dem Tipp eines lieben Bekannten folgend, werden wir auf ein kürzlich eröffnetes Burgerlokal in der Grazer Innenstadt aufmerksam und machen einen sp... MehrDem Tipp eines lieben Bekannten folgend, werden wir auf ein kürzlich eröffnetes Burgerlokal in der Grazer Innenstadt aufmerksam und machen einen spontanen Abstecher ins Freigeist. Das Lokal liegt eigentlich sehr zentral, fast direkt am Verkehrsknotenpunkt Jakominiplatz. Die Eröffnung scheint Anfang November letzten Jahres gewesen zu sein, zuvor wurden die Räumlichkeiten des ehemaligen Cafe Mocca in sehr kurzer Zeit neu adaptiert.

Von außen präsentiert sich das Lokal relativ unspektakulär, das ändert sich aber rasch nach dem Betreten. Man findet sich in einem sehr modernen Ambiente wieder, gleich gegenüber vom Eingang steht die wuchtige Bar aus Beton, die Wände sind deckenhoch mit roten, glänzenden Kacheln im Ziegeldesign verfliest. Hinter der Bar steht einer der beiden Besitzer und begrüßt uns freundlich. Das Reservierungsbuch am Tresen erscheint auf den ersten Blick ein wenig übertrieben, es stellt sich ein wenig später jedoch mehr als notwendig heraus.

Wir haben Glück und bekommen einen Zweiertisch, der gerade frei geworden ist. Die Wand ganz links vom Eingang ist sehr kreativ mittels Graffiti gestaltet, davor steht ein DJ Pult, das an den Wochenenden im Einsatz ist. Mittig steht ein etwas höherer Tisch mit Hockern für rund zwölf Personen, in den Fensternischen sind Vierertische mit Bänken angeordnet. Als modernen Industrial Chic könnte man die Stilrichtung wohl am ehesten beschreiben, wir fühlen uns recht wohl, lediglich der etwas höhere Lärmpegel trübt das Bild etwas.

Wir warten ein wenig, bis wir die auf Klemmbrettchen montierten Karten bekommen und werden von der jungen Servicekraft nochmals nett begrüßt. Die Auswahl an verschiedenen Burgern ist gut, bei der Benennung der Speisen war man sehr kreativ. Zusätzlich gibt’s einige Salate und Süßspeisen. Auf der Getränkeseite sind uns die hausgemachten Limonaden ins Auge gestochen, die im innovativen Fläschchen serviert werden. Nicht nur die Limonade ist hausgemacht, auch die Buns werden regelmäßig selbst gebacken – auch das haben wir schon länger nicht mehr gesehen. Unsere Wahl ist zügig getroffen und wird professionell aufgenommen. Wir werden noch gefragt, ob es für uns ok ist, dass die Burger medium gebraten werden und dann ist das junge Fräulein auch schon wieder unterwegs.
Wir können beobachten, dass am laufenden Band telefonische Reservierungen für den Abend entgegengenommen werden – das Konzept scheint gut anzukommen.

Das anwesende Publikum ist bunt gemischt, tendenziell etwas jünger. Uns fällt die fehlende Garderobe auf, jeder versucht seine Jacke oder seinen Mantel irgendwo zu verstauen, was nicht unbedingt ganz einfach ist, wenn man auf einem Hocker sitzt. Es dauert keine fünf Minuten, bis unsere zwei kleinen Bier mit anständiger Schaumkrone serviert werden, gleichzeitig bekommen wir das Besteck in einer Papiermanschette. Gute zehn Minuten später ist es dann soweit und der zweite der beiden Besitzer serviert die beiden Burger auf einem länglichen Teller.

„Bacon story“ (160g Rindfleisch, Speckstreifen, Cheddar-Käse, Eisbergsalat, blanchierte Zwiebel, Tomate, Gurkerl on Side; Euro 8,90). Der Burger ist auf den ersten Blick recht eindrucksvoll, es wird aber auch gleich klar, dass Fr. bluesky wohl auf das Besteck zurückgreifen muss. Das Bun ist geschmacklich gut, sehr flaumig und weich. Leider wurden die Schnittflächen nicht angetoastet und so wird die Unterseite in kürzester Zeit aufgeweicht und ein wenig patzig. Das Fleisch und die restlichen Zutaten sind geschmacklich sehr gut, dass das Essiggurkerl geviertelt separat serviert wird ist ein netter Gag. Fr. bluesky hat als Beilage Gemüse Crisps (Euro 2,90) und die Kräuter Creme (Euro 1) bestellt.
Die Gemüsecrisps bestehen aus hauchdünn geschnittenen Karotten, Sellerie und Süßkartoffelscheiben, die frittiert wurden. Sie sind sehr knusprig, schmecken interessant und passen gut zu der Kräuter Creme, die einen frischen Geschmack hat.

Für mich soll es der „Cheese Effect“ (160g Rindfleisch, Cheddar-Käse, Eisbergsalat, blanchierte Zwiebel, Tomate, Gurkerl on Side, Euro 7,90) mit Süßkartoffelpommes (Euro 3,40) und karamellisiertem Ketchup (Euro 1) sein. Ich versuche mein Glück anfangs ohne Besteck, aber auch mein Bun ist so weich, dass es sich recht bald auflöst. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch, denn ohne Übertreibung reiht sich dieser Burger ganz oben in der geschmacklichen Hitliste ein.
Die Süßkartoffelpommes sind dünn geschnitten und haben so einen zusätzlichen Knuspereffekt erhalten. Das Ketchup ist tatsächlich ein wenig süßer als gewohnt, in meiner gewählten Kombination mit den Süßkartoffeln aber fast etwas zu viel des Guten.

Einer der beiden Besitzer kommt nochmal vorbei und erkundigt sich, ob alles für uns passt, das Service agiert generell sehr professionell und freundlich. Abserviert wird wieder vom jungen Fräulein mit einem Lächeln und der Frage, ob es noch ein Nachtisch sein darf.

Wir nehmen einen Espresso und ein Stück Cheesecake (Euro 3,90), der kurz darauf auf den Tisch kommt. Das Stück ist zwar nicht sehr groß, die Topfenmasse ist aber sehr fein abgeschmeckt und das Karamell rundet die Süßspeise perfekt ab. Nun sind wir aber wirklich satt und zufrieden und bitten um die Rechnung, die fälligen 33 Euro sind gut investiert.

Zum Fazit: Das Ambiente ist modern und stylish, lediglich der Geräuschpegel war auch aufgrund der vielen Gäste im oberen Bereich. Das Service war sehr aufmerksam und charmant, die beiden Besitzer helfen ebenfalls mit und sorgen dafür, dass die Wartezeiten sehr kurz sind.
Die von uns gegessenen Speisen waren sehr gut. Der Anteil an hausgemachten Komponenten ist wirklich beachtlich und das schmeckt man letztendlich auch. Wer gute Burger mag kommt in Graz derzeit am Freigeist wohl nicht vorbei.
Cheese Effect mit Naturpommes und karamellisiertem KetchupChocolate Cake geeist mit süßem Vanillerahm"Cheese Effect", Süßkartoffelpommes, karamelisiertes Ketchup

2. Burger Factory

Feuerbachgasse 24, 8020 Graz
SpeisenAmbienteService
4. Aug 2015
An einem Samstag Ende Juli zieht es uns mal wieder in die Grazer Innenstadt. Diesmal sollte uns nicht wie so oft der mittägliche Hunger kalt erwisc... MehrAn einem Samstag Ende Juli zieht es uns mal wieder in die Grazer Innenstadt. Diesmal sollte uns nicht wie so oft der mittägliche Hunger kalt erwischen, diesmal bin ich vorbereitet. Völlig entspannt geht es also kurz nach Mittag in die Feuerbachgasse, in der unser Ziel, die Burger Factory liegt.
Das Lokal hat seit Anfang Mai diesen Jahres geöffnet und findet sich einige Gehminuten vom Kunsthaus entfernt direkt gegenüber vom Bad zur Sonne. Ein großer gebührenpflichtiger Parkplatz liegt quasi vor dem Lokal - sicherlich kein Nachteil in dieser Gegend.
Vor dem Gebäude ist ein kleiner Sitzgarten aufgebaut, uns ist es allerdings zu heiß und wir gehen über eine kleine Stufe ins Lokalinnere.

Wir werden vom hinter der Theke werkenden Herrn freundlich begrüßt und gehen weiter in einen zweiten Gastraum. Dort gefällt es uns und wir nehmen den Tisch in der Ecke. Die Speisekarte ist in Form eines Folders am Tisch hinterlegt und wir werfen hungrig und durstig einen Blick ins Angebot. Es dauert nicht lange und der Herr von vorhin kommt an unseren Tisch um die Getränke aufzunehmen. Meine spontane Wahl fällt auf ein Trumer Pils (Euro 2,60), dem sich Fr. bluesky anschließt.

Die Karte bietet zehn verschiedene Burger sowie die Möglichkeit, ein Modell speziell nach seinen eigenen Wünschen zu basteln. Sogar auf die vegetarischen Burgerfans wurde mit einem Quinoa-Burger nicht vergessen. Die beiden Biere werden in Flaschen und mit einem schlanken Glas serviert, gerade rechtzeitig, als wir unsere Wahl getroffen haben.

Den beiden Gasträumen sieht man an, dass sie erst vor kurzem renoviert bzw. neu adaptiert worden sind. Alles wirkt sehr sauber, die Linie ist klar, die Deko auf wenige aber passende Stücke reduziert. Die einfachen schwarzen Stühle bilden einen guten Kontrast zu den hellen Holztischen, der Wand entlang verläuft eine Sitzbank. Außer uns sind im ersten Gastraum noch weitere Gäste anwesend, etwas später lässt sich ein Pärchen im Gastgarten nieder.

Der Herr mit dem süddeutschen Akzent, der die Bestellung aufgenommen hat scheint Service und Küche abzudecken, erst etwas später kommt noch ein junger Kollege unterstützend hinzu. Kurz bevor unsere Bestellung serviert wird bekommen wir noch Ketchup, eine Pommes Sauce und den Serviettenspender an den Tisch, dann geht’s los.

Buffalo Burger (100% Rindfleisch, Salat, Tomate, Büffelmozzarella, karamellisierter Zwiebel, Balsamico; Euro 8,70). Fr. bluesky ist ebenso wie ich beeindruckt. Man sieht auf den ersten Blick, dass hier wirklich frische Zutaten zum Einsatz kommen. Das Pattie wurde von Hand geformt und war mit Sicherheit nicht schon mal eingefroren, bevor es am Grill seine Röstaromen abbekommen hat. Das Bun wird von einem renommierten Grazer Bäcker geliefert und ist an den Schnittflächen leicht angeröstet - was will man mehr. Auch nach der ersten Kostprobe stellt sich keine Enttäuschung ein, ganz im Gegenteil. Der Burger ist geschmacklich sehr gut, perfekt zubereitet, lediglich die karamellisierten Zwiebeln verlieren am Anfang etwas an Flüssigkeit.

Meine Wahl fällt auf den klassischen Cheese Burger (100% Rindfleisch, Salat, Tomate, Gurke, Cheddar, Zwiebel, Essiggurke, Senf, Honig; Euro 8,10). Der Burger fällt gefühlt ein bisschen kleiner aus, als jener von Fr. bluesky, aber geschmacklich ist auch dieser Burger sehr gut.

Gemeinsam teilen wir uns eine Portion fresh cut fries (Euro 2,40), die extra in einem Schüsserl serviert werden. Auch die Pommes sind sehr gut und mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich selbst gemacht.
Besteck gabs übrigens keines – wir haben es weder vermisst, noch danach gefragt.

Beim Abservieren erkundigt sich der Herr gewissenhaft, ob alles zu unserer Zufriedenheit war und es ergibt sich ein kurzes aber interessantes Gespräch über die Burger und die Philosophie des Lokals. Wir trinken aus und bitten um die Rechnung. Die knapp unter 25 Euro sind bestens investiertes Geld.

Zum Fazit: Die Burger Factory liegt zwar etwas abseits vom Geschehen, ist aber trotzdem innerhalb weniger Minuten vom Zentrum aus zu erreichen. Die Gasträume sind hell und geschmackvoll eingerichtet. Das Service war während unseres Besuches amical freundlich, wir haben uns gut betreut und willkommen gefühlt. Die von uns gegessenen Speisen waren sehr gut. Die Burger sind frisch zubereitet, die Zutaten hochwertig – wer Burger mag, wird diese lieben. Wir freuen uns auf den nächsten Besuch.
"House Burger" (AlmOx, Salat, Tomate, Gurke, Swiss Cheese, geb. Champignons & Zwiebel), Cheese-FriesChamp BurgerMex Burger

3. Le Burger Graz

1 Bewertung
Kaiserfeldgasse 1, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
2. Dez 2021
Angesichts der Dichte an Burgerlokalen in Graz könnte man annehmen, der Markt wäre längst gesättigt. Umso überraschender war die Information, dass ... MehrAngesichts der Dichte an Burgerlokalen in Graz könnte man annehmen, der Markt wäre längst gesättigt. Umso überraschender war die Information, dass die erste steirische LeBurger Filiale an prominenter Adresse am Eisernen Tor Ecke Kaiserfeldgasse einziehen wird. Das riesige Haus im Besitz einer Bank beherbergte früher die Filiale einer Modekette und wurde Ende 2020 geschlossen. Nach einer Umbauphase von gut 9 Monaten wurde kürzlich neu eröffnet.

An einem Montag (vor dem LD #4) wird die Probe aufs Exempel gemacht und wir versuchen herauszufinden, ob sich der Aufwand gelohnt hat. Es ist kurz nach halb 12 als wir das Lokal betreten und gleich nach dem Windfang freundlich begrüßt werden. Der 3G Nachweis wird gewissenhaft kontrolliert und wir werden nach einer Reservierung gefragt. Wir brauchen an dem Tag zum Glück keine und werden gleich an einen Tisch in der unteren Ebene gebracht. Als lustiges Detail ist an jedem der Tische in dem Bereich eine Bank wie üblich fest installiert, die zweite Sitzbank als Schaukel an einer langen Kette ausgeführt. Als "Stabilitätsfan" lasse ich Fr. bluesky gerne den Vortritt bei der flexiblen Sitzgelegenheit.

Die Räumlichkeiten sind tatsächlich komplett umgestaltet worden. Industrial chic hat auf den 600m² Einzug gehalten mit nackten Ziegelwänden, Sichtbeton und Metallstreben. Viel Holz und bepflanzte Wände schaffen einen angenehmen Ausgleich. Von der Schauküche bis zur Saucen-Bar hat man sich einiges für den Gast einfallen lassen. Während der untere Bereich eher funktionell ausgerichtet ist, wurde der obere Bereich tendenziell gemütlich gestaltet.

Die für uns zuständige Servicekraft bringt uns die Speisekarten und lässt uns Zeit für einen ersten Überblick. Die Burger sind natürlich das Hauptgeschäft, wobei man vorkonfigurierte Modelle wählen kann, aber auch selbst seine kreative Ader ausleben und seinen ganz eigenen Burger zusammenstellen kann. Ein paar Salate, Bowls, Steaks und eine ansehnliche Cocktailauswahl ergänzen die Karte.

Wir bestellen zwei kleine Hausbier (je Euro 3,60) um uns noch etwas Zeit zu verschaffen, die Karaffe Leitungswasser wird kostenfrei serviert. Das Bier kommt im LeBurger Signature Glas und ist recht süffig – lediglich der Schaum könnte etwas stabiler sein.

Wir beobachten das geschäftige Treiben am Eisernen Tor, die Grünpflanzen in den riesigen Fenstern geben uns ausreichend Deckung, um nicht komplett in der Auslage zu sitzen.

Keine zehn Minuten vergehen, bis unsere Bestellung serviert wird. Nach einigem Hin und Her hat sich Fr. bluesky für den Argentina (Euro 12; Rindfleisch, Bacon, Eisbergsalat, Cheddar Cheese, Guacamole, Crispy Onion-Ring, Nachos, Hot Sauce, Tomaten Salsa) entschieden. Es wird mit der Bezeichnung Burgermanufaktur geworben – und eine gewisse Individualität kann man dem Burger auch wirklich nicht absprechen. Ein bissi schlampig steht er da in seiner Größe, das Patty erinnert stark an einen smashed Burger, die Guacamole wird zum Glück separat im kleinen Glas serviert. Schade, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, die Schnipsel Eisbergsalat aus der Guacamole wieder zu entfernen. Geschmacklich ist der Burger gut, die Nachos, die im Vorfeld zu einigen Bedenken bei Fr. bluesky geführt hatten waren nicht störend, sondern sorgten für den gewissen Crunch.

Meine wenig experimentierfreudige Wahl fiel auf den Classic Bacon Cheeseburger (Euro 9; Rindfleisch, Bacon, Cheddar Cheese, Tomaten, gegrillte Zwiebeln, Eisbergsalat, Mayonnaise, Ketchup). Den Grund für den minimalistischen Einsatz von Sesam am Bun im Vergleich zum Argentina vermuten wir in der handwerklichen Herstellung, denn die Buns werden in der hauseigenen Bäckerei produziert. Auch dieser Burger schmeckt recht gut, wenngleich die spontane Begeisterung ausbleibt.

Als Beilagen teilen wir uns die Onion Rings (Euro 3,50) und die „Kartoffel fries LeBurger Style“ (Euro 3,90). Beides ok, beides preislich gesehen eher am oberen Ende der Skala.
Abserviert wird flott, auch die Wassergläser scheinte man schon dringend für andere Gäste zu brauchen, denn die wären eigentlich noch nicht leer gewesen. Auf der Rechnung standen letztendlich mit Trinkgeld 35 Euro – gefühlt gerade noch ok.

Zum Fazit: Die Lage ist kaum zu überbieten und der Umbau gut gelungen. Der Industrial Chic ist nicht zu aufdringlich – ein Tisch im oberen Geschoß aus meiner Sicht zu empfehlen. Das Service war über weite Strecken aufmerksam, gegen Ende etwas übereifrig. Die von uns gegessenen Speisen waren ok, auch wenn sie uns nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen haben.
Bleibt die Frage, ob Graz das LeBurger gebraucht hat: vermutlich ja, weil es durch das Franchise System ausreichend Professionalität mitbringt, aber gleichzeitig (noch) ausreichend Individualität zeigt und sich deshalb vom Rest abhebt. Es wird sein Publikum finden.
Classic Bacon Cheeseburger mit Onion RingsArgentina mit "Kartoffel fries"Classic Bacon Cheeseburger

4. Pony Lodge

Färbergasse 4, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
7. Aug 2014
Ein ungeplanter Termin in der Innenstadt und ein ausgefallenes Mittagessen sind angetrieben durch den aufkommenden Hunger eine ideale Kombination, ... MehrEin ungeplanter Termin in der Innenstadt und ein ausgefallenes Mittagessen sind angetrieben durch den aufkommenden Hunger eine ideale Kombination, spontan etwas Neues auszuprobieren. Die/das Pony Lodge kommt mir in den Sinn, Fr. bluesky hat keine Einwände, so schnell könnten Entscheidungen gerne immer fallen.

Das Lokal liegt mitten in der Fußgängerzone zwischen Mehlplatz und Sporgasse und ist auf den ersten Blick nicht ganz einfach zu finden, denn es liegt etwas versteckt in einem kleinen Innenhof, den man durch einen Torbogen erreicht. Die davor gut platzierten Aufsteller reichen trotzdem aus, um die nötige Aufmerksamkeit zu erregen und den hungrigen Gast zu geleiten.

Seit gut zwei Jahren besteht die Pony Lodge an dieser Stelle, davor scheint länger ein Asiate die Räumlichkeiten genutzt zu haben und viel früher war´s wohl mal ein Pferdestall. Laut Zeitungsarchiven ist das auch der Grund für die ungewöhnliche Namensgebung – wenn´s nicht stimmt ist es zumindest eine nette Geschichte.

Vor dem Lokal ist ein kleinerer Gastgarten mit Lounge-Möbeln aufgebaut, ein paar Gäste sind schon anwesend. Um etwas zu essen erscheinen mir die Sitzgelegenheiten etwas zu bequem, wir schauen uns lieber drinnen um. Das Lokal ist nicht wirklich groß, aber sehr gut aufgeteilt. Direkt beim Eingang links befindet sich der Raucherbereich mit einigen Sitzplätzen, daneben die Bar hinter der der Chef gerade werkt und uns sehr freundlich grüßt.
Geradeaus geht’s in den Nichtraucherbereich mit einigen normalen und einigen Hochtischen inklusive Sitzbänken, der fensterlose Raum wirkt freundlich und gefällig adaptiert. Zwei Tische sind besetzt, im Hintergrund läuft angenehme Musik.

Am Tisch finden sich die Getränke- und Speisekarte mit dem eindeutigen Schwerpunkt auf Burger in allen möglichen Abwandlungen. Wir sind noch am Sondieren der Karte, als der Chef kommt, um die Getränke aufzunehmen. Er erklärt auch nochmal gewissenhaft, dass bei jedem Burger eine Beilage inkludiert ist, lediglich für zwei Varianten (sweet potatoe fries und den truffle fries) ist ein kleiner Aufpreis zu bezahlen. Die Saucen nach Wahl werden separat im Schälchen serviert – langsam beginne ich Gefallen am Burger-Gedanken zu finden. Wir ordern unsere Burger, Fr. bluesky möchte eigentlich auf die Beilage verzichten, doch mit etwas Charme wird sie überzeugt und entscheidet sich letztendlich doch für den Salat.

Auch beim zweiten Hinsehen erscheint der Raum stimmig und modern gestaltet. Indirekte Beleuchtung, warme Farben, nette Deko – lediglich der große Fernseher an der Wand hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt sein müssen.

Es vergehen gute 10 Minuten, bis unsere beiden Burger serviert werden und der erste Eindruck ist sehr gut. Weißes Porzellan, die Sauce wie versprochen im formschönen extra Schälchen, die Fries im Pergamentstanizel, in einem Glas gehalten. Besteck liegt ebenso am Teller wie ein verpacktes Reinigungstüchlein – das Bild erinnert mich ein wenig an den letzten Business Class Flug. :-) Die Menage zum marinieren des Salates wird gesondert eingestellt.

Im Detail: Der Lodge Special (150g Beef, truffled Parmesan, Speck, karamellisierte Zwiebeln, Tomaten & Rucola; Euro 8,80) kommt mit dem Salat als Beilage, zusätzlich die Chili-Salsa (Euro 0,90). Der Burger hat eine sehr gute Größe, die Zutaten machen einen frischen Eindruck und sind vorallem im Verhältnis zueinander sehr gut portioniert. Fr. bluesky beißt beherzt zu und ist recht angetan, auch die Chili-Salsa hat eine angenehme schärfe – lediglich den getrüffelten Parmesan können wir nicht ganz herausschmecken.

Für mich sollte es der King´s Choice (150g Beef, Cheddar, Speck, karamellisierte Zwiebeln, Tomaten & Rucola; Euro 8,50) mit Fries und einer Cocktail Sauce (Euro 0,50) sein. Was mir sofort auffällt und mich wirklich glücklich macht: die Schnittflächen des Brötchen sind tatsächlich (wenn auch nur ganz leicht) angeröstet. Dadurch, dass die Sauce separat gereicht wird gibt’s kein Gepatze und kein Geschmiere – so kann man auch Burger einigermaßen ästhetisch essen. Das Fleisch ist gut gebraten, saftig und geschmackvoll. Die selbst gemachten Fries erscheinen auf den ersten Blick ein wenig zu lange frittiert, erweisen sich aber als sehr gut, knackig und innen weich.

Abserviert wird von einer jungen Dame, die generell einen guten Job macht. Lediglich beim englischsprachigen Gast war es für uns ganz amüsant zu beobachten, wie sie mit sich selbst und den sprachlichen Hürden kämpft. Die Rechnung über faire 25 Euro bringt wieder der Chef selbst, gratis aufs Haus gibt’s zwei Stamperln mit giftgrünem Getränk, die mich geschmacklich sehr an Vanillepudding mit Orangeade erinnern.

Zum Fazit. Das Ambiente ist gefällig und nett eingerichtet – hier war jemand mit einem guten Auge und Stil am Werk. Das Service ist ganz ok mit dem persönlichen Touch im passenden Ausmaß. Die von uns gegessenen Speisen waren sehr nett angerichtet, die Sauce separat zu servieren ist eine hervorragende Idee. Eines der wenigen Male, dass mir ein Burger wirklich schmeckt – wir kommen wieder.
Lodge Special"Lodge Special" mit Salat und Chili-Salsa"King´s Choice"

5. Rox Bar & Grill

Joanneumring 5, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
30. Jun 2014
Vor gut einem Monat führte mich die Neugierde abends ins Rox – damals allerdings nur auf ein Getränk. Letzten Samstag scheint die Gelegenheit passe... MehrVor gut einem Monat führte mich die Neugierde abends ins Rox – damals allerdings nur auf ein Getränk. Letzten Samstag scheint die Gelegenheit passend, eines der angepriesenen Gerichte ebenfalls zu kosten und so kehren Fr. bluesky und ich spontan nach einem Innenstadtbesuch am Heimweg ein.

Das Rox ist als Musicbar angelegt, neben dem Lokal in Graz gibt es lt. Homepage weitere in Linz, Innsbruck und Wiener Neustadt. Vor der offenen Fensterfront sind am Gehsteig einige Tische aufgebaut, wir möchten lieber drinnen sitzen und betreten frohen Mutes kurz nach 17 Uhr die Musicbar. Man steht in einem sehr großen Gastraum, der als Raucherbereich ausgewiesen ist, mittig die umlaufende Bar, hinter der die Servicekräfte bereits fleißig Vorbereitungen für den Abend treffen. Wir werden freundlich begrüßt und nach unserer Reservierung gefragt. Leicht überrascht, dass für den späten Nachmittag schon Reservierungen nötig sind geben wir trotzdem nicht auf und der junge Mann findet einen zugegebenermaßen kleinen Tisch mit Barhockern für uns, der erst ab 19:30 benötigt wird.

Die Karte findet sich neben dem Tonkrug mit Besteck und Servietten und dem Aschenbecher am Tisch, wir gustieren erst mal und erbeten uns ein wenig Zeit vor der Getränkebestellung.
Die Karte ist gut sortiert und bietet neben Burgern, Salaten, Gegrilltem auch Steaks. Die angebotenen Speisen sollen laut Rox-Philosophie auf der HP nur als Snacks verstanden werden, wobei meiner Meinung nach Steaks schon ein wenig über den Snackcharakter hinausgehen.
Natürlich fehlen auch die Getränke bzw. Cocktails nicht in der Karte. Unsere Auswahl ist getroffen und wird freundlich vom Kellner aufgenommen – die Getränke (kleiner Radler Euro 2,90; kleines Gösser Zwickl Euro 3,10) werden wenig später gut gekühlt serviert.

Das Lokal ist relativ groß bzw. weitläufig, seitlich von der Bar sind jeweils leicht erhöht Tische angeordnet, ab ca. der Hälfte der Bar beginnt der Nichtraucherbereich, der mittels Glastrennwand auf den ersten Blick recht gut abgeschottet erscheint. Auf die Deko wurde sehr viel Wert gelegt, sie ist stimmig und gelungen. Zahlreiche Gitarren und andere Musikinstrumente sind unterschiedlich angeordnet, die warmen Farben und die Steinwände wirken gemütlich.
Ein wenig dunkel ist es im Lokal – abends natürlich nicht wirklich ein Manko. Im Hintergrund werden schon die Hits der 80er und 90er warm gelaufen, auf den zahlreichen Bildschirmen bereitet man sich auf das vorabendliche Spiel Brasilien gegen Chile vor, außer uns sind vorerst rund 20 Gäste anwesend (eine Geburtstagsrunde, eine Polterrunde), später kommen die ersten Fußballbegeisterten.

Fr. bluesky wagt sich an den Chili Burger (180 g Rindfleisch) mit Eisbergsalat, Jalapeno, Tomate, Zwiebel, Gurke, Cheddar Cheese, Pomes, dazu Rox Dip und Rox Hot Chili Dip (Euro 8,90). Angerichtet am eckigen Teller finden sich die Saucen in separaten Schälchen, die Pommes liegen warum auch immer in einem extra Pappschiffchen. Für jene, die lieber direkt zugreifen gibt’s ein Reinigungstüchlein - sehr aufmerksam. Wie bleiben beim Besteck – der erste Anschnitt zeigt, dass mit den Zutaten nicht geknausert wurde. Geschmacklich kommt die Chilischote angenehm zur Geltung (ich darf kosten), die Pommes sind convenience und so wie man sie kennt.

Auch ich als bekennender Burger Verweigerer wage mich trotzdem an einen. Der Grill House Burger (Euro 8,90) kommt mit den identen Bestandteilen auf den Tisch, lediglich die Jalapenjo wird durch knusprigen Speck ersetzt, der allerdings nicht ganz so knusprig ist wie versprochen und die Pommes durch Curly fries. Statt dem Rox Hot Chili Dip kommt bei meinem Burger eine Knoblauch Sour Cream. Rein auf den ersten Blick scheint mir etwas weniger Käse als beim Chili Burger zum Einsatz gekommen zu sein, was aber nicht weiter tragisch ist. Was weiter auffällt ist, dass dort wo sich kein Käse befindet das Patty etwas ausgetrocknet ist vom Überbacken. Das Fleisch dürfte vorher nicht gegrillt worden sein, aber das wurde auch nirgends so angekündigt.
Das Sesambrötchen ist ganz leicht süßlich aber ok, die Schnittflächen wurden leider nicht angeröstet. Gurke und Tomate sind frisch und knackig, der Zwiebel wurde ganz fein geschnitten und ist richtig dosiert. Die Curlies sind ok, wie üblich ein wenig umständlich zu verspeisen.
Beide Dips schmecken nicht schlecht, die Knoblauchnote bei der Sour Cream ist eher zurückhaltend. Die Portion ist sättigend, Fr. bluesky gibt nach rund zwei Dritteln auf – ich erbarme mich und bezahle diese Hilfsbereitschaft etwas später dann mit dem entsprechend anhaltenden Völlegefühl.

Beim Abservieren wird gewissenhaft nachgefragt, ob alles gepasst hat – wir ordern die Rechnung, eine Papierversion wird auf Nachfrage gebracht. Die knapp 25 Euro sind gefühlt ok für das Gebotene.

Zum Fazit: Das Ambiente ist gemütlich und einladend, vorallem die Deko ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Das Service ist aufmerksam, wirklich viele Gäste waren allerdings nicht anwesend. Die von uns gegessenen Burger waren sättigend und geschmacklich ok – ich hatte schon wesentlich größere Desaster am Teller. Das sehr professionell umgesetzte Konzept geht auf – das spiegeln schon die Gästezahlen und Reservierungen wieder. Trotzdem ist und bleibt das Rox das was es sein möchte – eine Musicbar mit dem Fokus auf Unterhaltung und Party, weniger auf die Speisen.
CheeseburgerChili BurgerGrill House Burger
SpeisenAmbienteService
1. Okt 2014
Auf nachdrücklichen Wunsch von Fr. bluesky endlich mal wieder ein gutes Steak zu bekommen, haben wir den Plan gefasst, nach längerer Pause das Cloc... MehrAuf nachdrücklichen Wunsch von Fr. bluesky endlich mal wieder ein gutes Steak zu bekommen, haben wir den Plan gefasst, nach längerer Pause das Clocktower zu besuchen. Donnerstag am späteren Nachmittag war es soweit, nach einigen Besorgungen und ohne Reservierung geht’s auf in die Grazer Kärntnerstraße.

Die Parkmöglichkeiten sind gut beschildert und einen Steinwurf hinter dem Lokal zu finden – für uns überraschend sind die zahlreichen Autos, die den recht großen Parkplatz schon jetzt gut füllen. Wir spazieren in Richtung Eingang, vorbei am Harley Show-Room mit dem schweren Gerät, der sich direkt angrenzend an das Lokal befindet.

Gleich nach der Eingangstüre wartet schon ein Mitarbeiter, der uns freundlich empfängt. Wir werden unserem Wunsch entsprechend in den Nichtraucherbereich im ersten Stock weitergeleitet. Oben angekommen wiederholt sich das Spiel, nach kurzem Check im Reservierungsbuch findet sich ein freier Tisch für uns, an den wir begleitet werden. Für einen Wochentag um diese Zeit sind unerwartet viele vorallem junge Gäste anwesend.

Der untere Bereich ist den Rauchern vorbehalten und relativ dunkel, aber nicht ungemütlich. Die Bar spannt einen Bogen durch den Raum, an Deko wurde nicht gespart. Der obere Bereich unterteilt sich in einen Raum begrenzt durch eine Glaswand ebenfalls mit Bar und dem Atrium, vergleichbar mit einem Wintergarten. Von hier geht es auch an zwei Seiten ins Freie auf die Terrasse, die dritte Seite bietet über die Panorama-Verglasung Einblick in den Harley-Schauraum. Die Deko ist hier wesentlich spärlicher eingesetzt, einige Palmen dort und da, einige umgebaute Zapfsäulen, das wars. Geschätzt finden sich auf dieser Ebene wohl um die 60 Sitzplätze, auf vielen Tischen stehen Reserviert-Schildchen als Vorboten auf das Abendgeschäft.

Die für uns zuständige Servicekraft bringt die großformatigen Karten und begrüßt uns nochmal freundlich, wenn auch amical, was in diesem Ambiente aber nicht unpassend wirkt. Die Karte ist sehr umfangreich und bietet querbeet alles, was man sich in einem American Restaurant wünscht – von Startern, über Salate, Burger, bis hin zu den Steaks, die eigentlicher Grund für unseren Besuch sind. Die Speisenauswahl fällt nicht leicht – zu groß ist die Auswahl an unterschiedlichen Steaks, Beilagen und Saucen – immerhin sind die Getränke diesmal schnell ausgesucht.

Die Wartezeit ist überraschend kurz – gute 15 Minuten nach dem Servieren der Getränke kommen die Gerichte auf den Tisch.
Filet Mignon, princess beans with bacon, western sauce (Euro 26,90). Der Teller ist rustikal, aber trotzdem sehr gefällig angerichtet. Das Filet Mignon ist auf den Punkt medium und von bester Qualität. Die grünen Bohnen sind knackig, für den zusätzlichen farblichen Tupfer sorgen eine Cocktailtomate und orange Süßkartoffelchips. Die Sauce ist mir persönlich ein wenig zu gallig, Fr. bluesky schwelgt trotzdem im siebenten Steak-Himmel.

Tender loin steak, steak fries, sweet and hot indian sauce (Euro 31). Auch dieser Teller zeigt den gleichen Aufbau und die idente Deko. Beim Fleisch gibt es nicht die kleinste Kritik, perfekte Kruste, innen zart. Die Fries sind teilweise etwas sehr knusprig geraten, geschmacklich aber ok. Die sweet and hot indian sauce erinnert in der Basis stark an die süße Chilisauce, die man vom Thai kennt.
Schon kurz nach dem Servieren versichert sich die junge Dame aus dem Service, ob alles zu unserer Zufriedenheit ist, beim Abservieren erfolgt nochmals die Nachfrage.

Nach einer kleinen Pause und nur kurzem Zögern ordern wir die gemeinsame Nachspeise, Fr. bluesky wünscht sich dazu einen Espresso (Euro 2,20).

Der wird von einem jungen Herrn mehr schlecht als recht serviert – er stellt das kleine Tablett so ungeschickt ab, dass aus dem ohnehin nicht vollen Wasserglas ein beträchtlicher Teil überschwappt. Kommentar- und emotionslos nimmt er die Sauerei hin, immerhin ist der Kaffee geschmacklich gut. Der New York cheese cake (Euro 5,50) kommt dann wieder von der jungen Dame – und wesentlich galanter.

Das relativ breite Stück Kuchen ist flankiert von allerlei Früchten auf der einen und einer Kugel Schokoladeeis im extra Schüsserl auf der anderen Seite. Die Mehlspeise ist relativ kompakt, geschmacklich aber sehr gut – ein passender Abschluss für diesen Besuch.

Die Rechnung kommt auf Nachfrage, die knapp über 73 Euro waren es in jedem Fall wert.

Zum Fazit: Das Ambiente ist im Raucherbereich wahrscheinlich ein wenig gemütlicher, dafür im 1. Obergeschoß heller und freundlicher. Das Service gab bis auf einen kleinen Patzer keinerlei Anlass zur Kritik. Die von uns gegessenen Speisen waren ausgezeichnet, man rühmt sich nicht zu Unrecht mit der sehr hohen Steakqualität. Unser nächster Besuch wird nicht so lange auf sich warten lassen – Abends und vorallem am Wochenende ist eine Reservierung dringend zu empfehlen.
Cheese Burger mit ClocktowerfriesBBQ Burger mit Steak friesSoda Radler (mehr oder weniger 0,5)

7. Kirby´s

Paulustorgasse 1, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
17. Mai 2016
Wer hätte sich das vor ein paar Jahren gedacht, als man Burger ausschließlich mit einem der beiden großen amerikanischen Big Player in Verbindung g... MehrWer hätte sich das vor ein paar Jahren gedacht, als man Burger ausschließlich mit einem der beiden großen amerikanischen Big Player in Verbindung gebracht hatte. In den letzten Jahren kamen mehr und mehr einzelne Burger-Lokale mit teilweise beachtlichem Erfolg hinzu, mancherorts scheint sogar soetwas wie eine Goldgräberstimmung aufgekommen zu sein.

Der neueste Zuwachs in Graz auf dem Sektor eröffnete kürzlich mit dem „Kirby´s“ in den ehemaligen Räumlichkeiten der „Brasserie Santner“. Einer der beiden Eigentümer ist in der Grazer Gastroszene kein ganz unbekannter, versorgt Herr Mikulik doch mit seiner Steakboutique seit einigen Jahren die Steakszene auf exzellente Weise.

Bleibt noch die Frage, warum das Kirby´s heißt, wie es heißt – Namensgeber war das kleine Hündchen vom Chef, das uns auch letzten Samstag freundlich wedelnd an der Türe willkommen heißt. Wir versuchen unser Glück ohne Reservierung am späteren Nachmittag und hoffen, dass ein veritabler Regenschauer kurz davor möglichst viele Spontangäste von einem Besuch abhält.

Nach der Eingangstüre und den zwei Stufen, die man zu überwinden hat steht man im ersten Gastraum mit einer sehr schönen urigen Theke und einigen Tischen. Wir werden freundlich begrüßt und in breitem amerikanisch gefragt, ob wir eine Reservierung haben. Das gehört zum Konzept und soll das amerikanische Flair perfekt machen. Uns wird ein Tisch angeboten, der erst drei Stunden später reserviert ist – bis dahin sind wir lange fertig, das sollte passen.

Die junge Kellnerin, die für uns zuständig ist nimmt´s nicht ganz so genau mit der Sprache…sie hat aber auch ohne diese zusätzliche Hürde genug zu tun, denn ganz sattelfest scheint sie in der Gastronomie noch nicht zu sein. Sie bringt uns erst mal die Karten, die sich wie fast schon üblich auf Klemmbrettern befinden.

Außergewöhnlich ist das Gewicht der Bretter, denn die Stahlplatte dürfte schon einiges wiegen – wehe, wenn die mal wo runterfällt. Die Auswahl ist wie erwartet – „hand crafted burgers“, ein paar nicht alltägliche Sides und Saucen sowie der übliche Cheesecake stehen nicht ganz leicht lesbar auf dem braunen Papier. Die Auswahl an Bieren ist groß, bei Rückfragen kann man sich an einen eigenen Bier-Sommelier wenden.

Wir werden rasch fündig und das Fräulein schreitet zur Tat, die Getränke und Speisenwünsche aufzunehmen. Die Getränke (kleines Budweiser, Euro 2,50; Pfirsichsaft mit Leitungswasser, Euro 2,50) kommen zügig. Beim Servieren des Gläschens wird mir bewusst, dass hier (halbe) Pint ausgeschenkt werden. Wir bekommen noch Ketchup in der Flasche und in eine Stoffserviette eingewickeltes Besteck, dann sind wir eigentlich bereit für die Burger. Erst heißt es aber mal warten….lange 30 Minuten bei halb vollem Lokal.

Das Ambiente ist relativ gelungen. Man hat den Verputz von den Wänden entfernt und die rohe Ziegelwand freigelegt, Auf der anderen Seite ist eine interessante Holzwand in Bretteroptik entstanden, die mittelblau gepolsterte, rundumlaufende Bank wirkt irgendwie nicht ganz harmonisch. In dem Bereich, in dem wir sitzen sollte sie noch etwas besser verankert werden, denn sobald sich der Sitznachbar bewegt, schwankt die ganze Bank. Das Service wirkt noch nicht ganz eingespielt – jeder macht alles, ohne, dass man ein Konzept dahinter erkennen würde, die Herren scheinen etwas mehr Erfahrung am Gast zu haben.

Dann aber ist es soweit und einer der vier Herren aus dem Service bringt die beiden Burger auf Holzbrettchen, auf dem wohl aus hygienischen Gründen noch ein bedrucktes Blatt Papier liegt.
Für mich soll es der Bacon Cheeseburger (Euro 12) sein. Optisch gefällt er ganz gut, das Briochebun glänzt verführerisch, der geschmolzene Käse verläuft seitlich. Die erste Kostprobe dämpft den guten optischen Eindruck ein wenig. Der Burger ist sehr asymmetrisch zusammengebaut, die Sauce findet sich nur auf einer Seite, die karamellisierten Zwiebeln ebenfalls. Das Brötchen glänzt zwar schön, ist aber eher von der harten Sorte und relativ schnittfest. Das Fleisch ist dafür gut, der Burger medium gebraten.

Als Beilage sollen es für mich Truffle fries (Euro 4) sein, die in einem kleinen Tonbecher am Holzbrett stehen. Die Fries sind viel breiter geschnitten als üblich, die Parmesankruste ist ganz gut, der Trüffelgeschmack ist dezent. Die Pommes selbst sind allerdings wohl auch aufgrund ihre Größe innen sehr weich, fast schon matschig und kein wirkliches Ess-Erlebnis. Die zusätzlich bestellte Spicy Sauce hat eine angenehme Grundschärfe, die Menge ist für den Preis ok.

Die Wahl von Fr. bluesky fällt auf den Phillipp Cheeseburger (Euro 11), der zusätzlich zu den Standardzutaten noch Mushrooms beinhaltet. Das Fleisch ist auch hier nach Wunsch gebraten, Salat und Tomate sind frisch, der Speck sehr kross.

Die sweet potato fries (Euro 3) sind im Gegensatz zu den Truffle fries sehr dünn geschnitten und dadurch fast ein wenig trocken geraten. Auch beim Salz hat man es etwas übertrieben, schade drum. Die Gewürzgurke, der Länge nach geviertelt liegt wie man es kennt neben dem Burger, sie ist geschmacklich sehr gut und knackig.

Abserviert wird etwas zögerlich, die junge Dame ist sich nicht sicher, ob sie die Brettchen schon mitnehmen darf und fragt sicherheitshalber zwei Mal nach. Auch bei den Servietten wird extra nachgefragt, ob man sie noch braucht – wir bitten um die Rechnung, die in Summe doch nicht ganz günstige 36 Euro ausweist.

Zum Fazit: Das Kirby´s ist ein weiteres „American Kitchen“ Lokal am inzwischen hart umkämpften Grazer Burgermarkt. Das Ambiente ist nett und gefällig, allerdings nicht außergewöhnlich. Das Service in Person der jungen Dame zeigte phasenweise starke Schwächen speziell in Punkto Selbstvertrauen und Professionalität – nett sein ist nicht alles. Die von uns gegessenen Speisen waren durchschnittlich, die Truffle Fries würde ich persönlich nicht mehr bestellen und auch bei den Burgern blieb Luft nach oben. Vielleicht liegt´s an der Anfangsphase kurz nach Eröffnung – im direkten Vergleich liegt der Mitbewerb jedenfalls weit vorne.
"Phillipp Cheeseburger"Bacon Cheeseburger, Truffle fries, "spicy sauce"Sweet potato fries

8. Rondo

Marienplatz 1, 8020 Graz
SpeisenAmbienteService
6. Okt 2014
Zugegebenermaßen verschlägt es uns relativ selten auf die rechte Murseite und in die Gegend um den Volksgarten noch viel seltener. Diesen Samstag a... MehrZugegebenermaßen verschlägt es uns relativ selten auf die rechte Murseite und in die Gegend um den Volksgarten noch viel seltener. Diesen Samstag allerdings möchten wir gerne das Rondo besuchen, an dessen Schwesterlokal (Rondo am Park) wir recht gute Erinnerungen haben.
Wie eigentlich immer geht es für uns zu Fuß durch die an diesem Tag stark frequentierte Innenstadt – es ist spannend zu erleben, wie der Menschenstrom immer mehr ausdünnt, je näher wir dem Ziel kommen.

Das Rondo liegt im Erdgeschoß des gleichnamigen Wohn- und Geschäftshauses, das 2007 seiner Bestimmung übergeben wurde. Das ungewöhnliche Design zeigt sich schon im Außenbereich und soll sich auch im Inneren des Lokals wiederfinden – wir sind neugierig. Am Marienplatz angekommen findet sich ein kleiner Gastgarten vor dem Lokal, der aber aufgrund der Temperaturen keine Gäste beherbergt.

Über eine flache Rampe geht’s in eine Art Wintergarten, ebenfalls mit einigen Tischen und Aufstellern, die die Tagesgerichte ankündigen. Im Lokal angekommen steht der erste Tisch, der bogenförmig verlaufenden Tischreihe relativ knapp an der Türe. Rückwärts an der Wand finden sich einige Hochtische, gegenüber der Glasfront steht die lange Theke, von der es seitlich zur Küche geht. Es ist schon knapp 14 Uhr und die Frage, ob wir die Speisekarten möchten, ist berechtigt.
Wir möchten natürlich und sogar die großteils online abrufbare Karte ist in Hardware dem vorherrschenden Thema folgend gebogen. Das Service besteht während unseres Besuches aus einer Person, die rund zehn Gäste erfordern aber auch nicht mehr Personal.

Nach kurzer Durchsicht wählen wir unsere Getränke, der Schilchersturm gespritzt für Fr. bluesky kommt gut an, mein kleines Bier ist passabel eingeschenkt.

Der Innenbereich ist gefällig, aber nicht sehr außergewöhnlich gestaltet, dunkelbraune Lederhochlehner, rote Ledersitzbänke, dunkles Holz und ausreichend Sichtbeton. Wir sind nicht tief beeindruckt, aber vielleicht eröffnet sich das Design ja auch erst abends und mit der entsprechenden Beleuchtung. Der Aussicht wegen wird vermutlich noch kein Gast das Rondo besucht haben – weder die Kreuzung mit der Kepplerstraße, noch das Caritas-Gebäude gegenüber sind besonders sehenswert. Ob es an der fehlenden Aussicht liegt, dass die Glasfassade wohl schon länger nicht mehr gereinigt worden ist, bleibt eine Vermutung.

Zu den Speisen: Rondo Wok mit Garnelen (Euro 9,90) für Fr. bluesky. Der tiefe Teller ist optisch nett und farbenfroh angerichtet. Das verwendete Gemüse ist knackig, der Reis körnig, es finden sich überraschend viele Garnelen. Sowohl mit der passenden Portionsgröße, wie auch mit dem süß-sauren Geschmack ist Fr. bluesky sehr zufrieden.

Meine Wahl fällt trotz einiger kürzlich erlebter Burger-Debakel auf den Rondo Burger (Cheeseburger mit Tomaten, Zwiebeln, Tomatensalsa und Pommes frites, Euro 8,80). Auch bei diesem Teller hat sich der Koch bemüht, ein optisch ansprechendes Gericht zusammenzustellen. Der Burger macht einiges her und mit Freude sehe ich, dass tatsächlich die Schnittflächen des Sesambrötchens leicht angetoastet sind. Die Pommes fallen vorerst lediglich durch die große Menge auf, die Tomatensalsa findet sich im separaten Glasschüsserl.

Das Pattie versteckt sich ein wenig unter dem geschmolzenen Käse, beim ersten Anschnitt zerfällt es leider in viele kleine Stückchen. Geschmacklich ist das Fleisch sehr stark gewürzt, der Zwiebel wurde ein wenig angeschwitzt und schmeckt angenehm süßlich. Die Freude über die angetoastete Schnittfläche währt leider nur sehr kurz, denn der Boden der Brötchens ist an der Unterseite knapp an der Grenze zum Verkohlen. Eigentlich ein Grund, das Gericht zu reklamieren, da aber nur ein Drittel der Fläche betroffen war, wird der Bereich von mir großzügig ausgeschnitten und schön am Teller platziert. Die Reaktion des Kellners beim Abservieren sei vorweggenommen: es gab keine.

Die Tomatensalsa schmeckt so wie das Wokgericht ebenfalls süß-säuerlich mit leicht scharfem Abgang – ich kann mich nicht ganz damit anfreunden und sie bleibt wie ein Drittel der viel zu großzügig vorhandenen, unspektakulären Pommes am Teller zurück.

Der Kellner zieht zwischen den drei besetzten Tischen seine Runden und zwischendurch bleibt auch die Zeit für ein Plauscherl mit dem Koch hinter der Theke.

Als Nachspeise bleibt Fr. bluesky bei einem Espresso (knapp unter 2 Euro), für mich soll es ein lauwarmes Nuss-Nougat Küchlein mit Vanilleeis (Euro 3,60) sein.
Man kann sich auch bei der optischen Gestaltung des Nachspeisentellers nicht beschweren – aber wie zuvor hapert es dann doch leider an den Feinheiten. Das Küchlein wurde von der Mikrowelle brav erwärmt, schmeckt schön nussig, aber Nougat kann ich leider keinen ausmachen. Der kleine Fruchtspiegel bringt eine angenehme Frische ins Gericht, leider sind einzelne Beeren schon recht deutlich über der Haltbarkeit und trüben das sonst schöne Bild. Das Vanilleeis im Porzellanlöfferl und das Schlagobers sorgen dafür, dass alles zusammen nicht zu trocken wird.

Diesmal wird beim Abservieren nachgefragt, ob alles gepasst hat – die Rechnung wird am elektronischen Boniersystem abgelesen und beträgt knapp über 32 Euro.

Zum Fazit: Das Ambiente ist ok, aber auch nicht so außergewöhnlich, dass man unbedingt hier gewesen sein muss. Gleiches gilt für die Aussicht. Der Service war mittelmäßig ambitioniert unterwegs, sicherlich vom Fach, allerdings eher eingeschränkt um den Gast bemüht. Die von uns gegessenen Gerichte waren nett angerichtet, geschmacklich teilweise gut (Wok), teilweise bemüht und leider immer wieder durch kleine Patzer geschmälert. Wir waren da, es war ok – für einen Folgebesuch werden wir uns eher nicht begeistern können.
Rondo BurgerRondo Wok mit GarnelenRondo

9. Glöckl Bräu

Glockenspielplatz 2, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
29. Jun 2013
Nach einem etwas früheren Feierabend im Büro und ein paar Erledigungen vor Geschäftsschluss in der Grazer City wurde gemeinsam mit der Liebsten bes... MehrNach einem etwas früheren Feierabend im Büro und ein paar Erledigungen vor Geschäftsschluss in der Grazer City wurde gemeinsam mit der Liebsten beschlossen, die eigene Küche kalt zu belassen und das Abendessen gleich in der Stadt zu genießen. Das Glöcklbräu war schnell ausgesucht und nicht weit entfernt.

Wie nicht anders zu erwarten, war im Gastgarten kein Platzerl frei – kein Problem für uns, ich bin ohnehin eher ein Gastgarten-Genießer, denn ein Gastgarten Esser. Wir suchten uns nach kurzer Abstimmung mit dem Servicepersonal einen Tisch im ersten Halbstock aus mit Blick auf die Treppe und den restlichen zu diesem Zeitpunkt noch leeren Gastraum.

Der etwas schüchterne junge Mann mit ausländischen Wurzeln (nicht in Tracht) brachte uns nach einigen Minuten die Speisekarten und war sofort wieder dahin. Fleißig wurden die Speisen der Gäste tablettweise nach unten getragen – wir widmeten uns der Karte.

Viel Zeit verging…so viel Zeit, dass meine charmante Begleitung hinsichtlich ihrer Speisenwahl mehrfach umdisponieren konnte. Der junge Mann von zuvor kam dann doch nochmal vorbei mit der Frage, ob wir denn schon was ausgesucht hätten. Wir diktierten je zwei Getränke und zwei Hauptspeisen ohne Sonderwünsche – er wiederholte alles brav.
Etwas irritierend für mich meinte er, dass er es sich doch lieber aufschreiben würde – also wurde ein Zetterl geholt, alles aufgeschrieben und nochmal vorgelesen – sicher ist sicher.
Des Rätsels Lösung: Das Zetterl wurde kurz darauf einem trachtigen Mädl übergeben, offensichtlich die für uns zuständige Servicemitarbeiterin - bei unserem etwas holprigen Servicemann handelte es sich „nur“ um einen Speisenträger. War gut gemeint, aber im Endeffekt schlecht ausgeführt – sinnvoller wäre die Info ans Service gewesen, dass Gäste gerne etwas bestellen möchten. Noch besser freilich: Das Service hat den Überblick. Wenig später kam ein junger Mann in Tracht, sich ebenfalls erkundigend, ob wir denn schon bestellt hätten – abgestimmtes Arbeiten schaut anders aus.

Inzwischen gesellten sich weitere Gäste zu uns ins Innere des Lokals und rückten somit auch den Servicefokus ein wenig nach innen. Der wie immer sehr kompetenten und plastischen Beschreibung der geschätzten Kollegin bubafant ist wie immer kaum etwas hinzuzufügen. Lediglich, dass auch die beiden ElGauchos in Baden und Graz zum Grossauer Clan gehören.

Endlich - das Bier kommt. Das georderte große Glöckl Bräu aus dem Holzfass schmeckt wie angekündigt sehr weich und ist recht süffig. Mit dem Bier ließ sich die weitere Wartezeit bis zum Servieren der Speisen etwas leichter ertragen.

Zu den Speisen: der Backhendlsalat bestand aus vier saftigen Stücken Hendl gebettet auf verschiedensten knackigen Blattsalaten, die mit einem Kernöl-Joghurtdressing übergossen waren. Die Portion war ausreichend groß und kam ganz gut an. Mein Kürbiswiener wurde in Form von zwei mittlelgroßen Stück Fleisch serviert und war ebenfalls sehr gut. Knusprige Panade, das Fleisch von guter Qualität. Der Erdäpfelsalat war brav, ohne groß in Erinnerung zu bleiben. Kleine Unhöflichkeit am Ende: Mein Teller wurde abserviert, als meine Begleitung noch beim Essen war.

Für Speisen und Getränke standen am Ende knapp 25 Euro auf der Rechnung wir hatten um das Geld schon schlechter gegessen.

Zum Fazit: Das Ambiente ist zweifelsohne sehenswert und kommt auch bei Gästen aus dem Ausland immer recht gut an.
Die Speisen waren gut zubereitet und geschmackvoll, lediglich das Service hinterließ einen etwas faden Nachgeschmack. Schon klar, dass der volle Gastgarten die meiste Aufmerksamkeit abverlangt, trotzdem sollte man von einem guten Service den notwendigen Überblick erwarten können und mit ein wenig Charme oder einem Lächeln ließe sich jede Wartezeit wieder gut machen.
Cordon Bleu mit Erdäpfelsalat (beides keine geschmackliche Offenbarung)Rumpsteak 250g mit Basilikum-TomatenkrusteErdbeer-Tiramisu

10. Champions American Pub and Grill

Stempfergasse 6, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
31. Dez 2014
In eisiger Kälte machen wir uns am späteren Nachmittag auf die Suche nach einem Platz zum Aufwärmen, an dem man idealer Weise gleich einen kleinen ... MehrIn eisiger Kälte machen wir uns am späteren Nachmittag auf die Suche nach einem Platz zum Aufwärmen, an dem man idealer Weise gleich einen kleinen Happen essen kann. Die Suche gestaltet sich wie so oft schwierig, letzten Endes landen wir im Champions – American Pub and Grill.
Das Lokal liegt relativ zentral und hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich, bevor es sich Anfang diesen Jahres in Richtung American Pub entwickelte.
Wir gehen durch den Torbogen in der Stempfergasse in Richtung Innenhof, der zwar kreativ mit Weihnachtspackerln geschmückt ist, sonst aber einen eher unordentlichen ersten Eindruck hinterlässt. Durch eine kleinere Türe geht’s ins Innere, ein kurzer Gang führt zum eigentlichen Gastraum nach links, die Küche liegt offenbar rechts gegenüber. Zwei, drei Stufen nach unten und dann steht man direkt neben der Bar, an der uns die Kellnerin freundlich begrüßt.

Außer uns sind zwei weitere Gäste anwesend, wobei einer davon eher zur Familie gehören dürfte, denn er versucht lautstark von einem Tisch aus mit seinem Laptop das Kassensystem online anzupassen.
Der Höflichkeit halber frage ich nach, ob einzelne Tische denn reserviert wären – sind sie nicht und so haben wir die freie Auswahl. Der Raum ist nicht allzu groß, wirkt durch das Gewölbe aber gemütlich. Außen an der Wand sind rund neun Tische angeordnet, mittig stehen einige Hochtische mit Barhockern. Man hat sich entschieden, das Lokal als Raucherlokal zu führen – Lüftungssystem konnte ich keines entdecken. Die Holztische sind simpel gehalten, jeden Tisch zieren eine kleine Laterne mit Teelicht und ein Aufsteller mit der Getränkekarte.
Die Speisekarten werden separat überreicht während die Getränkebestellung aufgenommen wird. Bei den Gerichten konzentriert man sich vorwiegend auf Burger, Sandwiches, Salate und kleinere Snacks – die Auswahl ist gut sortiert. Wir überlegen nicht lange und haben unsere Bestellung parat, als die Getränke serviert werden. Der kleine Radler (Euro 2,70) und das kleine Gösser Zwickl (Euro 2,80) sind gut gezapft und optimal gekühlt.

Auch im Inneren wurde die saisonale Deko sehr detailverliebt umgesetzt, ich habe selten zuvor so viele Weihnachtszipfelmützen wie hier gesehen. Abseits von der Weihnachtsdeko sind die Wände mit allerlei Blechtafeln mit mehr oder weniger großem Amerika-Bezug verziert. Zwei montierte Flachbildschirme stellen sicher, dass in dem kleinen Raum wirklich jeder Gast Sportveranstaltungen verfolgen kann, die laut Homepage in HD vorgeführt werden.

Wir müssen geschlagene 30 Minuten warten, bis unsere Gerichte serviert werden - angesichts der geringen Gästezahl ein klar verbesserungswürdiger Wert.
Für Fr. bluesky soll es ein Philly Sandwich (Euro 8,90; Sandwich mit Steakfleisch, Salat, Käse und Beilagensalat) sein. Simpel aber sauber angerichtet wird ein relativ großes Stück Weißbrot serviert, der Salat im Schüsserl daneben. Das Brot ist sehr knusprig angeröstet und eher auf der trockenen Seite. Die eigentlich große Vorfreude wird leider weiter getrübt, denn die Stücke Steakfleisch sind so zäh, dass man nur Gästen mit sehr guten Kaumuskeln empfehlen kann, dieses Gericht zu bestellen. Der Salat rettet die Situation – er ist zwar etwas sauer, aber doch gut mariniert, die Komponenten selbst sind frisch.

Championsburger (Euro 8,50; 100% Beef, Käse, Tomate, Gurke, Zwiebel und Salat) dazu Wedges. Der Burger hat eine ansprechende Größe, die ein wenig verrunzelte Oberfläche des Buns lässt allerdings etwas Skepsis aufkommen. Die Schnittflächen wurden zwar leicht angeröstet, das Brötchen ist aber viel zu weich und lässt sich nur sehr schwer schneiden. Das Fleisch ist relativ dünn ausgefallen, aber nicht totgebraten, Gurke und Salat (klein geschnitten und unter dem Fleisch) machen einen frischen Eindruck. Mit der sehr fetten Sauce hat man es ein wenig zu gut gemeint – die übertüncht leider sehr viel vom Geschmack. Die Wedges mit Schale täuschen Handarbeit vor, sind aber TK, eine relativ große Menge Ketchup findet sich im extra Schälchen.

Mit aufmerksamer Nachfrage wird Abserviert, wenig später bitten wir um die Rechnung. Die weist in Summe für die beiden Gerichte, dem kleinen Zwickl und zwei kleinen Radlern knapp über 25 Euro aus. Wir bemerken, dass es noch einen zweiten Eingang zum Gastraum gibt, durch den wir das Lokal neugierig verlassen. Die Überraschung ist groß, denn wir stehen an einer (zugegebener Maßen nicht ganz so sehenswerten) Ecke vom Mehlplatz.

Zum Fazit: Das Ambiente ist durch das Gewölbe nett, die Deko ist detailverliebt mit leichtem Hang zum Kitsch. Obwohl nur sehr wenige rauchende Gäste anwesend waren, fanden wir die Beeinträchtigung eher groß - damit sollte man bei einem Besuch kein Problem haben. Das Service war durch die geringe Gästezahl nicht besonders gefordert, hat aber eine solide Leistung abgeliefert. Bei den von uns gegessenen Speisen bleibt viel Luft nach oben; der Beilagensalat war ok, der Philly Sandwich eine Qual und der Burger viel zu fettig. Wer sich von einem Besuch nicht abhalten lässt, sollte viel Zeit mitbringen.
ChampionsburgerPhilly SandwichChampions American Pub and Grill

11. Airea 55

Lazarettgürtel 55 (Citypark), 8020 Graz
SpeisenAmbienteService
11. Jul 2016
Letzten Samstag führen uns einige Besorgungen ins Einkaufszentrum Citypark, in dem sich die seit Längerem hinziehenden Umbauarbeiten langsam dem Fi... MehrLetzten Samstag führen uns einige Besorgungen ins Einkaufszentrum Citypark, in dem sich die seit Längerem hinziehenden Umbauarbeiten langsam dem Finale näheren. Wir bemerken eine relativ große Terrasse, die offensichtlich zum neuen Erscheinungsbild gehört und erfreuen uns kurz am Grazer Uhrturm aus ungewohnter Perspektive.

Die Terrasse wird an beiden Seiten von jeweils einem Lokal bespielt – eines der beiden ist ebenfalls neu eingezogen und wurde kunstvoll Airea 55 benannt. Der Name scheint eine Kombination aus Air und Area darzustellen, die Nummer spiegelt lediglich die Adresse wieder. Es ist kurz vor Mittag, Fr. bluesky ist hungrig und versucht mich zu einem spontanen Besuch zu überreden. Der Gastgarten schaut recht nett aus, das Wetter ist schön und ich lasse mich breitschlagen.

Der Freibereich ist leider mehr als gut besucht und so nehmen wir einen Hochtisch im Lokalinneren nach dem Eingang rechts. Viele junge Servicekräfte wuseln herum, es wirkt ein wenig hektisch. Im Hintergrund läuft ein steirischer Lokalsender – das mag irgendwie nicht so ganz passen zu dem Einrichtungskonzept. In einigen der unterschiedlichen Deckenleuchten wurden leere Wodkaflaschen verbaut, in der Mitte des Raumes hängt eine Diskokugel. Die Wände sind mit dunklem Holz beplankt, wir sitzen auf dunklem Lederimitat – die Hocker finde ich cool, denn die sind aus Kork und einem Sektkorken nachempfunden.

Die Stimmung ist gut bis zu dem Zeitpunkt, zu dem ich einem Schriftzug entdecke: das Airea 55 ist ein Bausatzlokal.
Bausatzlokale und ich sind keine Freunde. Ich brauche keine tausend möglichen Speisenkombinationen und ich mag es auch nicht besonders, vier oder mehr Zutaten aus einer absurden Liste auszuwählen - wer braucht schon in einem Salat Curry oder in einem Toast Schnecken?

Um aufzubrechen ist es zu spät, denn ein Fräulein aus dem Service kommt auf uns zu. In unverkennbaren kärntnerisch werden wir gefragt, was wir trinken möchten. Wir geben brav Auskunft und sie scheint fast ein wenig überrascht, als wir auch etwas essen möchten. Kurz darauf bringt sie uns eine Mappe mit den berühmten Bestellzetteln. Gute fünf Minuten später stehen unsere bestellten Getränke (kleiner Radler; Euro 2,70 und ein großer Cranberrysaft mit Leitungswasser; Euro 2,80) am Tisch und wir haben inzwischen jeder einen bunten Zettel ausgefüllt.

Es herrscht reges Kommen und Gehen und wir sind nicht traurig, ein wenig geschützt in einer kleinen Nische einen Platz gefunden zu haben. Die meisten Gäste genießen die Terrasse bei einem Getränk, einige bestellen Gerichte, um sie mitzunehmen. Wir werden langsam etwas hungrig. Da uns das in eine billige Serviette eingerollte Besteck gebracht wird gehen wir davon aus, dass wir unsere Bestellungen bald erhalten werden.

Nach akzeptablen 15 Minuten wird die Pizza von Fr. bluesky serviert. Ihre Wahl fällt auf eine „Minipizza“ mit Rucola, Oliven, Tomatenscheiben und Mozzarella (Euro 4,70). Trotz des verniedlichenden Namens fällt die Größe passabel aus. Der Belag – vor allem der Rucola - konzentriert sich fast ausschließlich auf das Zentrum der Pizza. Der Teig ist dünn und kompakt, geschmacklich ok, alles in allem keine Offenbarung, aber auch nicht schlecht.

Für mich heißt es noch warten…nach weiteren zehn Minuten und der Rückfrage bei unserer Servicekraft werde ich aufgeklärt, dass Burger generell länger dauern. Wäre nicht schlecht gewesen, diese Information im Vorfeld zu bekommen, auch wenn der Grund für die lange Wartezeit nach wie vor nicht ganz nachvollziehbar ist. Nach langen 30 Minuten ab der Order bekomme auch ich mein Gericht serviert.
Für meinen Klassik-Burger (Euro 6,30) habe ich mich für Käse, Essiggurkerl, scharfe Pfefferoni und Rucola entschieden. Das Burgerweckerl schaut auf den ersten Blick nicht schlecht aus – knusprig, leicht mit Sesam bestreut, allerdings sind die Schnittflächen nicht angeröstet und irgendwie scheint sich das Innenleben zu verstecken. Das Rindfleischlaibchen findet sich dann doch in der hinteren Hälfte des Brotes, zusammengepfercht mit etwas Sauce und den restlichen Zutaten. Die Essiggurkenscheiben sind so wie die Pfefferoni aus dem Glas brennheiß – beide wurden mit dem Käse überbacken, den ich mir eigentlich auf dem Fleisch gewünscht hätte. Das ursprünglich resche Weckerl verliert sehr schnell seine Konsistenz und mutiert zu einem patzigen Etwas, das Fleisch ist geschmacklich nicht ganz überzeugend. Zum Burger werden in einem extra Schälchen TK Pommes serviert, Ketchup gibt’s ebenfalls dazu.

Wir sind fertig und bitten zügig um die Rechnung. Immerhin ist die finanzielle Auswirkung des kulinarischen Debakels gering – für die beiden Getränke und Speisen bezahlen wir knapp unter 17 Euro.
Zum Fazit: Das Airea 55 ist ein weiteres Bausatzlokal in Graz und findet sich im obersten Geschoß des EKZ Citypark. Die Lage selbst ist nett, der Blick auf den Uhrturm ist nicht alltäglich. Das Ambiente ist ungewöhnlich, teilweise einfallsreich, teilweise etwas zu gekünstelt. Das Service bestand während unseres Besuches aus vermeintlich studentischen Teilzeitkräften mit sehr unterschiedlicher Performance. Die von uns gegessenen Speisen waren ok (Pizza) bis unbemüht (Burger).
Wer Bausatzlokale mag fühlt sich hier bestimmt gut aufgehoben, auf längere Wartezeiten sollte man sich einstellen und ich werde künftig aufmerksamer sein, um nicht nochmal in eine Falle zu tappen.
Mini PizzaKlassik BurgerAirea 55

12. American "King Cadillac" Diner

Schönaugasse 3, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
19. Jän 2014
Wir sind ja nicht gerade das, was man als Burger-Fans bezeichnen würde, Fr. bluesky und ich. Umso mehr hatte es mich überrascht, dass ausgerechnet ... MehrWir sind ja nicht gerade das, was man als Burger-Fans bezeichnen würde, Fr. bluesky und ich. Umso mehr hatte es mich überrascht, dass ausgerechnet von der Liebsten der Vorschlag gekommen war, das American King Cadillac Diner zu besuchen.

Gesagt, getan…an diesem Samstag war´s soweit. „Die besten Burger der Stadt“ steht schon am Aufsteller vor dem Torbogen, der zum Lokal führt – das hatte ich vor nicht allzu langer Zeit an anderer Stelle auch gelesen. Es muss wohl von mir unbemerkt kürzlich eine neue Titelverleihung stattgefunden haben :-)

Besonders einladend sieht der Gang hinter dem Torbogen nicht gerade aus - links und rechts an der Wand stehen abwechselnd Tische und Stühle mit Sitzauflagen. Rechts bleibt nur Platz für einen Tisch, den restlichen Platz nehmen die Papier- und die Kunststofftonne ein – wer möchte hier sitzen??

Nur einen Schritt nach dem passieren der Eingangstüre erkennt man zweifelsfrei, dass sich hier wohl der Raucherbereich befindet – wie 15 Minuten nach Öffnung so dichter Rauch entstehen kann bleibt mir ein Rätsel.
Rechter Hand liegt die Theke, hinter der schon fleißig gewerkt wird, wir werden freundlich begrüßt. Der Bar gegenüber konnten wir die sehr kleine Küche ausmachen, in der es ebenso schon geschäftig zugeht. Im ersten Gastraum sitzen zwei Gäste, unser Ziel – der Nichtraucherbereich – liegt rechts davon, durch eine zweiflügelige Glastüre abgetrennt. Wir sind die einzigen Gäste in diesem Bereich und suchen uns einen Ecktisch aus.

Die junge Servicekraft (ihr Style ist sehr entfernt an die Mode der 50er angelehnt aber bemüht) entdeckt uns und nimmt die Getränkewünsche auf. Nur kurz danach folgt leider die Info, dass mein bestelltes Bier „eigentlich nur mehr so“ in der Karte steht - gut, dann halt ein Murauer vom Fass (Euro 3,60).

Die 40er und 50er Jahre sind das Motto des Lokals und das ist prinzipiell recht gut getroffen, trotzdem kommt irgendwie das Gefühl auf, dass mit einem professionelleren Ansatz noch mehr aus dem Thema herauszuholen gewesen wäre. Zahlreiche Filmplakate, Schallplatten und Fotos vergangener Zeiten zieren die Wände, auch bei der Einrichtung und Farbgestaltung versucht man authentisch zu sein. Die Hintergrundmusik passt zwar thematisch, ist aber leider viel zu laut.

Die Speisekarte steht so wie die Getränkekarte am Tisch und beinhaltet die unterschiedlichsten Burger-Kreationen – experimentierfreudige können sich an Varianten mit Schokolade, Gorgonzola, Ahornsirup oder Apfelmus delektieren.
Die Wartezeit ist recht kurz, bis unsere Bestellung serviert wird, gleichzeitig kommt das Plastikkörbchen mit Senf- und Ketchupflaschen sowie dem Besteck.

Ich hatte mich auf keine Experimente eingelassen und für den Cheeseburger Classic (180g saftiges Rindfleisch, Käse, Salat, Zwiebel, Tomaten, Gurkerl, Senf Ketchup um Euro 7,90) entschieden – im Burger steckte ein Fähnchen mit der Aufschrift „catch the Giant“. Mit am Teller waren Wedges, Mais und rote Bohnen, eine kleine Menge geschnittener Blattsalat und im extra Schüsserl Knoblauchsauce.

Die Größe des Burgers war ok – schon mal kein Vergleich zu jenen vom Schachtelwirt. Das führte aber gleichzeitig zur üblichen Grundsatzfrage: wie essen wir ihn denn - mit der Hand oder mit Besteck? Beides wurde probiert, keine Lösung war optimal.
Etwas Zwiebel war herausgefallen, leider viel zu scharf und zu grob zerkleinert (so groß wie Kälberzähne hab ich mal in diesem Zusammenhang als Beschreibung mal gelesen – das triffts recht gut). Die Zwiebeltrümmer werden aussortiert. Als Tomatenscheibe hatte ich leider den ersten Anschnitt der Frucht inklusive Strunk bekommen – sie wandert ebenfalls auf den Zwiebelhaufen. Das Brötchen war mit Sesam bestreut und schmeckte leicht süßlich, leider war es nicht an den Schnittflächen angetoastet worden. Das Fleisch prinzipiell ok, schon etwas trocken, vom Käse hab ich nicht viel bemerkt. Die Wedges waren aus dem TK Bereich, die Knoblauchsauce ebenfalls nicht selbstgemacht, Mais und Bohnen aus der Dose.

Fr. bluesky war mutig und orderte einen Tiki-Burger (180g saftiges Rindfleisch, Käse, Salat, Zwiebel, Tomaten, Gurkerl, Ananas, Cocktailsauce um Euro 7,90). Ich durfte kosten – die Cocktailsauce war gut, Ananas ess ich lieber als Nachtisch – der Rest war ident zu meinem Teller.

Die Zahlkellnerin folgte unserem Wunsch nach der Rechnung – rasch wurde alles im Kopf zusammengezählt, schriftlich wurde nichts dokumentiert.

Zum Fazit: Der Ausflug ins Amerika der 40er und 50er wird für uns wohl ein einmaliges Erlebnis bleiben. Das Ambiente ist unbestritten besonders, aber nicht ganz ausgefeilt und nicht zu 100% durchgängig (Star Wars Flipper gabs glaub ich in den 50ern noch nicht). Einen extra Punkt gibt’s für die Betreiber für das bemühte Zusammentragen der vielen Dekoelemente. Das Service beschränkte sich auf Bringen und Holen, bei der Getränkekarte gabs Wissenslücken. Immerhin wurde sehr genau darauf geachtet, dass die Glastüre zum Raucherbereich immer geschlossen blieb. Die Burger waren zwar groß aber doch sehr rustikal und grobmotorisch hergestellt, auch geschmacklich bleibt einige Luft nach oben.
Cheese Burger Classic und BeilagenCheese Burger ClassicTiki Burger und Beilagen

13. Einstein

Heinrichstraße 29, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
29. Okt 2014
Nach unserem glücklosen Versuch im Karlfranz am Samstagabend etwas Essbares zu bekommen, ist guter Rat teuer. Die vielen neuen Lokale in der Heinri... MehrNach unserem glücklosen Versuch im Karlfranz am Samstagabend etwas Essbares zu bekommen, ist guter Rat teuer. Die vielen neuen Lokale in der Heinrichstraße sind uns erst kürzlich aufgefallen, spontan starten wir zu einem kurzen Spaziergang in diese Richtung und beschließen im Einstein einzukehren.

Das Einstein gehört nicht unbedingt zu den neuen Lokalen, allerdings dürfte es zwischenzeitlich modernisiert worden sein. Vor dem Lokal findet sich auf einem Podest und teilweise in die Busspur hineinragend ein kleiner Gastgarten, der wahrscheinlich nur mehr darauf wartet, für die nächste Saison abgebaut und eingewintert zu werden.

Über eine kleine Stufe geht’s ins Lokal, gleich im ersten Raum befinden sich die relativ lange Bar und einige Hochtische mit dazu passenden Stühlen. Der Raum wirkt gemütlich, die freigelegte Ziegelwand sorgt für das urige Ambiente – wir sind die einzigen Gäste. Der junge Mann, der hinter der Bar Vorbereitungen trifft begrüßt uns freundlich, aber ein wenig abwesend. Im Bereich links von der Bar findet sich ein kleiner separater Bereich mit einigen Tischen und dunkelbraunen Lederhochlehnern – hier lassen wir uns nieder.

Nach kurzer Wartezeit kommt der junge Mann zu uns an den Tisch um die Bestellung aufzunehmen – vorsorglich fragen wir, ob es wohl auch etwas zu Essen gibt. Wir haben Glück :-) Die Getränke kommen mit den Speisekarten, der gespritzte Sturm (Euro 2,60) trifft den Geschmack von Fr. bluesky, bei meinem kleinen Bier (Euro 2,60) bilde ich mir einen komischen Nachgeschmack ein.

Die Karte ist außen nett gestaltet, die Seiten selbst sind simpel in Klarsichthüllen verpackt und teilweise schon ein wenig zerknittert. "Bar / Restaurant" ist recht präsent auf der ersten Seite vermerkt, wobei ich von Seite zu Seite mehr den Eindruck habe, dass der Schwerpunkt eindeutig auf der Bar liegt. Bruschette, Piadine, Burger, Baguette, Salat – das wars. Der Hunger ist groß und nach einigem Hin und Her treffen wir unsere Auswahl. Was uns jetzt auffällt: der Kellner ist auch gleichzeitig der Koch und macht sich nach der Order auf in Richtung Zubereitung der Speisen.

Der Raum in dem wir sitzen ist baulich nicht getrennt vom Barbereich und dem entsprechend wird das Lokal wahrscheinlich auch als reines Raucherlokal geführt. Die Deko ist dem Namensgeber zu Ehren gestaltet – neben mehr oder weniger kreativen allseits bekannten Formeln und Bildern finden sich auch gerahmte Sinnsprüche an den Wänden. Am Ende des Raumes liegt ein weiterer kleiner Raum mit einem Drehfußballtisch und einem Dart-Automaten – für die Unterhaltung bei der studentischen Zielgruppe ist gesorgt.

Eine gute Viertelstunde dauert es, bis unsere Speisen serviert werden.
Piadina "Rohschinken" (Rohschinken, Mozzarella, Rucola, Parmesan – Euro 6,50) für Fr. bluesky. Das dünne, italienische Fladenbrot wird hier etwas ungewöhnlich interpretiert. Das Brot wird nicht wie üblich gefüllt und zusammengeklappt serviert, sondern ein Teigfladen wird mit den Zutaten belegt, mit einem weiteren Brot bedeckt und dann in Sechstel geschnitten. Die Brote sind auf einem Plattengriller erwärmt und weisen die entsprechenden Grillstreifen auf – an der Unterseite sind die Röstaromen etwas stark ausgeprägt. Der Rohschinken ist sehr salzig und überlagert jeden anderen Geschmack.
Mit Fortdauer des Essens weichen die Ecken durch den Mozzarella immer mehr auf. Im Glasschüsserl wird eine intensive Knoblauchsauce mitgeliefert.

Meine Wahl fällt auf einen Cheeseburger (Rindfleisch, Käse, Zwiebeln, Salat, BBQ Sauce und Chips – Euro 4,50). Zu meiner großen Überraschung sind die Chips tatsächlich Chips aus dem Sackerl...gut, so stehts ja auch in der Karte. Der Burger wirkt ein wenig rustikal zubereitet – positiv zu erwähnen ist, dass die Schnittfläche des Buns angeröstet wurde.

Etwas ungustiös fällt der Patzer Sauce an der Oberseite vom Sesamweckerl auf, der wohl nur entsteht, wenn man mit Saucenfingern das Brötchen angreift. Während der ersten Kostprobe reduziert sich alles auf zwei Eindrücke: kalt und süß. Der Burger ist leider so kühl, dass nicht einmal der Käse geschmolzen ist – obwohl der das Wort „Schmelz“ schon im Namen trägt. Die BBQ Sauce ist wiederum so süß, dass der Burger locker als Dessert durchgehen könnte. Das Pattie ist vorgefertigt, der Zwiebel zu grob geschnitten, Salat und Tomate belanglos. Ich schaffe es nicht, den Burger aufzuessen - dankenswerter Weise gibt mir Fr. bluesky ein Sechstel ihrer Piadina ab. Ach ja: die Chips sind ok.

An diesem Abend solls einfach nicht sein – wir akzeptieren diese Tatsache, bitten um die Rechnung (knapp unter 16 Euro) und spazieren wieder heimwärts mit dem Vorsatz, in nächster Zeit die kulinarischen Experimente zu lassen.

Zum Fazit: Das Einstein ist eine nette Bar, gemütlich, allerdings ohne NR Bereich. Das Service vertreten durch den jungen Mann war mit uns beiden als einzige Gäste nicht überfordert, ist aber im Service wahrscheinlich besser aufgehoben, als in der Küche. Die von uns gegessenen Speisen waren eher im unteren Drittel angesiedelt. Die Bezeichnung "Restaurant" ist überzogen, die Speisen sind als Bar-Snacks zwischendurch zu sehen, wobei sehr viel Luft nach oben bleibt.
Cheeseburger mit ChipsPiadina "Rohschinken"Kleines Bier, Sturm gespritzt

14. Franz Börger Bar

Sackstraße 7 - 13, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
22. Sep 2014
Das sonnige Wetter motiviert uns diesen Samstag zu einem kleinen Spaziergang, der uns auf den Grazer Schlossberg führt. Wenig überraschend hat halb... MehrDas sonnige Wetter motiviert uns diesen Samstag zu einem kleinen Spaziergang, der uns auf den Grazer Schlossberg führt. Wenig überraschend hat halb Graz dieselbe Idee und in Kombination mit den Touristen führt das zu einer mehr als ausgelasteten, dort ansässigen Gastronomie. Von Oben fällt uns allerdings die murseitige Kastner-Terrasse ins Auge, die als Ziel für eine kleine Rast auserkoren wird.

Das Lokal findet sich im obersten Stock vom Sporthaus und ist auch nur über dieses zu betreten – demnach an dessen Öffnungszeiten gebunden. Bis vor Kurzem war Almhütte das Motto, nun hat man sich Burgern verschrieben und nennt sich auch kreativ Franz Börger Bar.

Die Einrichtung ist großteils unverändert geblieben, im Inneren besteht nach wie vor ein kleinerer Gastrobereich mit rustikalen Holztischen, der sehr leger vom Shopbereich getrennt ist und die Bar/Theke in Form einer Almhütte. Unser Ziel ist natürlich der Freibereich mit seinem sehr schönen Rundblick. Nach draußen geht’s über zwei Stufen nach oben und schon kann man ihn genießen, den sehenswerten Ausblick auf Kunsthaus, Schlossberg und Mur.
Rechts neben dem Ausgang findet sich die Freiküche, links eine kleine Plattform mit rund vier Tischen. Wir suchen uns einen Platz, der teilweise von einem der beiden Sonnensegel beschattet ist. Am schon etwas verwitterten, recht kleinen Tisch finden sich neben dem Aschenbecher ein Aufsteller mit der Getränkekarte und die Speisekarte, die etwas kompliziert über die Kombinationsmöglichkeiten der Gerichte Auskunft gibt.

Bei vielen Speisen wird auf die Regionalität hingewiesen, die Namensgebung (Piperl- Kürbis-Börger, …) ist Geschmackssache. Viele Tische sind besetzt, die Mehrzahl der Gäste beschränkt sich auf Kaffee oder andere Getränke, nur wenige Essen etwas.

Das Service bestehend aus zwei Damen ist ganz gut beschäftigt, nach einigen Minuten werden auch wir nach unseren Wünschen gefragt. Nach kurzer Abklärung, ob wir die in der Karte dargestellten Kombinationen wohl richtig verstanden haben, entscheiden wir uns für jeweils eine davon, bestehend aus Burger, Beilage und Getränk.

Es ist ein reges Kommen und Gehen – einige machen nur ein Paar Schnappschüsse, andere bleiben um kurz in der Sonne zu rasten und etwas zu konsumieren. Gute fünf Minuten nach der Bestellung kommen unsere Getränke.

"Holundersaftl" – Sodawasser mit Holundersirup (Einzelpreis Euro 2,20). Der Trinkhalm hat aufgrund der Kohlensäure starke Fluchttendenzen und bleibt leider nicht dort wo er bleiben soll. Auf meine erste Kostprobe folgt eine zweite, aber auch bei der ist kein Holundergeschmack erkennbar. Immerhin ist das Getränk erfrischend.

Den "naturtrüben Apfelsaft" – vom Schlögl im Paradeishof (Einzelpreis Euro 2,20) wünschen wir uns mit Leitungswasser auf 0,5 Liter. Geschmacklich ist er gut, und im Gegensatz zum Holundersaft auch eindeutig als Apfelsaft erkennbar.

Wir können den Koch bei seiner Arbeit beobachten, die nach guten zehn Minuten abgeschlossen ist. Kurz bevor die bestellten Gerichte serviert werden, bekommen wir einen lustig gestalteten Holzeimer mit dem Besteck, der gleichzeitig die Menage beinhaltet.
"Filet" Börger - Filetsteak vom Schirnhofer, gebratene Ofenkartoffelscheiben, Steirer Dip, Salat, Tomatenscheiben (Euro 7,90). Aufgetürmt liegt er da, der "Börger", die obere Bun-Hälfte lässig seitlich angelegt und den Blick freigebend auf die Bestandteile. Das Fleisch scheint ganz gut angebraten, dürfte aber doch weit unter 100 Gramm liegen. Geschmacklich ist es gut, aufgrund der geringen Dicke ist es natürlich auch ganz durch und schon etwas trocken.
Dass es trocken ist, kann man dem Weckerl nicht nachsagen, nein es ist eher staubtrocken. Diesmal war es noch das kleinste Problem, dass die Schnittflächen nicht angeröstet worden sind, man fragt sich wirklich, was man sich dabei denkt, so ein Brötchen zu servieren. Die Ofenkartoffelscheiben sind geschmacklich ok, auch wenn ich sie mir nicht IN einem Burger wünsche. Tomate und Salat sind unauffällig, die untere Brötchenhälfte ist mit einer Sauce bestrichen, die als Steirer-Dip beschrieben ist – geschmacklich Ketchup mit Kürbiskernbröseln.
Unter dem ganzen Konstrukt liegt ein Blatt Papier, das einer Zeitung nachempfunden ist – wohl mit der Aufgabe, den Burger am Wegrutschen zu hindern. Leider saugt sich das Papier recht schnell an und löst sich in unappetitliche Fetzerln auf.

Bei meinem "Piperl-Kürbis-Börger" - Gegrilltes Hühnerfilet vom Geflügel Draxler, in Kürbiskernpesto gegrillte Würfel vom Hokkaido, Salat, Tomatenscheibe (Euro 7,20) zeigen sich die gleichen Begleiterscheinungen. Das Fleisch ist nur in homöopathischer Dosis vorhanden, die Kürbiswürferln schauen lustig aus, sind aber von zweierlei Sorten und eine ist weich, die andere hat noch sehr viel Biß. Beim Gedanken an das trocken bröselige Weckerl bekomme ich jetzt noch ein reflexartiges Durstgefühl.

"Gemüse Pommes frites" - Pommes Frites aus Karotten und Pastinaken, Steirer Dip (Euro 2,90). Serviert wird in einem Porzellanbecher, offen bleibt, warum die Stücke so klein gehäckselt worden sind. Die Beilage ist recht gehaltvoll und bringt ausreichend Frittieröl mit. Der Steirerdip wurde bereits beim Börger beschrieben.

"Steirer Caesar Salad Veggi" - gemischte Blattsalate, Kernöl-Caesar Dressing, Schwarzbrotcroutons (Euro 3,50). Optisch ist das Gericht ganz nett angerichtet, aber geschmacklich wenig einfallsreich. Die Schwarzbrotwürfel sind so hart, dass man sie erst in der Marinade ein wenig anweichen lassen muss, um sie essen zu können. Gesamtheitlich gesehen ist der Salat allerdings ein unerlässlicher Feuchtigkeitsspender für den Burger.

Die Frage, ob wir noch eine Nachspeise möchten, lehnen wir denkend ab. Wir signalisieren unseren Wunsch zu bezahlen, die Rechnung wurde schon in Form eines Kassazettels kurz nach der Bestellaufnahme am Tisch deponiert. Auch wenn die Summe knappe 23 Euro beträgt – angesichts der mehr als schwachen Küchenleistung erscheint die Hälfte als angemessen.

Zum Fazit: Die Aussicht auf der Terrasse ist wirklich wunderbar. Der Hüttencharakter ist lieb gemeint, ich zweifle allerdings, dass man heutzutage jemanden damit noch irgendwie beeindrucken kann. Das Service war ok, hat teilweise einen etwas überforderten Eindruck erweckt. Die von uns gegessenen Speisen möchten wir einfach nur möglichst schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen.
Vielleicht sollte man bei all der überschäumenden Kreativität und dem durchaus unterstützenswerten Ansatz, regionale Produkte zu verarbeiten doch mal in sich gehen und checken, welches Produkt am Ende rauskommt. So wie es sich uns dargestellt hat, kann sogar die beste Aussicht das Desaster am Teller nicht wettmachen.
"Filet Börger""Piperl-Kürbis-Börger"Gemüse Pommes frites

15. Sägewerk

Schlögelgasse 1, 8010 Graz
SpeisenAmbienteService
23. Dez 2014
Schwierig war es letzten Samstag, ein freies Platzerl für einen kleinen Snack zu Mittag zu finden - der Hunger ist groß und erst in Lokal Nummer Dr... MehrSchwierig war es letzten Samstag, ein freies Platzerl für einen kleinen Snack zu Mittag zu finden - der Hunger ist groß und erst in Lokal Nummer Drei werden wir fündig.
Das Sägewerk unweit des Kaiser Josef Platzes ist eines der mittlerweile sieben Grazer Bausatzlokale und wurde kürzlich räumlich erweitert.

Wie es scheint, dürfte der linke Eingang/Bereich eher für die take away Fans gedacht sein, der Rechte für jene, die bleiben und Vorort etwas konsumieren möchten. Dort gehen wir rein und schon im ersten Raum ist die Lokalphilosophie unverkennbar. Verraucht (trotz nur weniger Gäste), dunkel, mit der entsprechenden Patina (abgewohnt könnte man auch sagen) – das kennen wir schon von anderer Stelle. Egal, wir werden immerhin freundlich wenn auch amical begrüßt und wandern rechts bei der Bar vorbei durch einen dunklen Raum in den Nichtraucherbereich. Der ist verwaist, wir hoffen, dass man uns hier hinten findet.

Das Ambiente ist schwer zu beschreiben: Rundum an der Wand ist eine Sitzbank mit leicht nach hinten abfallender Sitzfläche montiert – immerhin macht die Lederpolsterung einen neuwertigen Eindruck. Davor stehen längliche schon etwas mitgenommene Tische, als weitere Sitzgelegenheit stehen Hocker bereit. Die Dekoartikel erinnern nur sehr verhalten an den Namen des Lokals – da hängt ein Kreissägeblatt an der Wand, dort eine Bogensäge, das wars. Der unter der Decke montierte Fernseher läuft vermutlich auch ohne Zuseher. Die Rundumverglasung im Sinne eines Wintergartens wurde mit Folien beklebt, die in Form von Silhouetten eine feiernde Partygesellschaft imitieren.

Wir suchen uns einen Tisch und machen uns an das Ausfüllen der Bestellzettel. Es ist schon bewundernswert, welche Zutaten man laut Liste zum Beispiel in einen Burger verbauen kann…gibt es tatsächlich Gäste, die eine Kombination aus Schnecken, Piri Piri, Ananas und Mayonnaise wählen?
Wir werden vom Service entdeckt und die Getränkewünsche abgefragt. Wenig später werden sie auch schon serviert, unsere inzwischen ausgefüllten Bestellzettel eingesammelt und mitgenommen.

Irgendwie haben wir mehr und mehr den Eindruck, das Lokal ist ganz gezielt auf das jüngere Publikum ausgerichtet. Zumindest die bekritzelten Tischplatten lassen auf das Aufgehen dieser Taktik und zahlreiche Besuche pubertierender Gäste schließen.
Gute zehn Minuten später ist es soweit und unsere bestellten Gerichte werden serviert.

Fr. bluesky hat sich für einen Bausatz Toast (Euro 4,10) entschieden und damit mal wieder die bessere Auswahl getroffen. Basis bilden zwei Scheiben eckiges Schwarzbrot, die mit den Wunschzutaten Tomatenscheiben, Schinken und Schafkäse belegt und mit Käse überbacken worden sind. Etwas Chilipulver sorgt für eine angenehme Schärfe, eine stattliche Portion Ketchup ist bei jedem Toast inkludiert. Das Gericht schmeckt prinzipiell nicht schlecht, wenn auch nicht sehr außergewöhnlich.

Meine Wahl fällt auf einen Klassik Burger mit 180 Gramm Rindfleisch (Euro 5,60) mit den Wunschzutaten Burgerkäse, Speck, Tomatenscheiben und grünem Salat. Pommes sind laut Bestellzettel inkludiert. Auf den ersten Blick beeindruckt der Burger durch die Größe, wobei den Großteil das Bun ausmacht. Die Schnittflächen sind leider nicht angeröstet und so ist es auch nicht verwunderlich, dass das Brot nach relativ kurzer Zeit vom Schaumgummi zum zähen Weckerl wird.

Vom Burger abzubeißen ist schier unmöglich, ihn zu schneiden auch nicht so einfach, denn er liegt auf der Portion Pommes. Dem Fleisch unterstelle ich, tiefgekühlte Fertigware zu sein, der Speck erinnert mich geschmacklich stark an günstigen Schinken, der Käse fällt nicht besonders auf. Die Pommes sind natürlich ebenfalls TK und sehr fettig – ein gutes Drittel davon bleibt am Teller zurück.

Ich bin zwar satt, aber nicht wirklich zufrieden, beim Abservieren bitten wir um die Rechnung, um zügig aufbrechen zu können. Für die beiden Speisen, einen kleinen Radler und ein kleines Bier bezahlen wir knapp 15 Euro – sicher günstig, aber auch nicht mehr wert.

Zum Fazit: Das Ambiente erinnert zumindest im hinteren NR Bereich an einen Jugendclub, der Eingangsbereich mit der Bar scheint den höhersemestrigen Studenten vorbehalten. Das Service war korrekt, beschränkte sich aber wenig intuitiv auf Holen und Bringen. Die von uns gegessenen Speisen waren geschmacklich eher im unteren Drittel angesiedelt, wobei der Schwarzbrot-Toast tendenziell noch besser abgeschnitten hat, als der Burger. Mehr darf man sich um das kleine Geld wahrscheinlich auch nicht erwarten, Bausatzlokale werden wir künftig eher meiden.
Bausatz BurgerBausatz ToastSägewerk

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