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Gasthaus Luf (Stollhof / Hohe Wand) - Bewertung
Gasthaus Luf – Ein Erlebnisbericht - Retro pur
Ein Freund hat mich auf dieses Gasthaus aufmerksam gemacht. Es liegt unmittelbar neben dem bekannten Hochkogelhaus auf der Hohen Wand in gerade 100m Entfernung und doch ein wenig versteckt, mir bis dato aber unbekannt.
Ein Ausflug auf die Hohe Wand sollte die Bildungslücke schließen. Beeindruckt war ich im Vorfeld schon angesichts der dort herrschenden Preise (sind auf der HP einsichtig).
Suppen 3,50€, Hauptspeisen im einstelligen Bereich, das Krügerl 4€, Espresso groß 3€, und beim Wein kam mir schon ein „Jo heast, Oida“ aus mit einem Preis von 1,30€ (!) für 1/8 GV. Wo sind wir hier? Das klingt nach Einkaufspreisen. Kann man damit überleben?
Erste Eindrücke
Das Gasthaus wirkt im Inneren wie jedes andere, keine besondere Auffälligkeit, aber alles sauber und adrett, davor eine Terrasse, sehr sonnig, etwas Retro die Bestuhlung bzw. Tischtücher, aber insgesamt gemütlich und rundum grün. Der erste Eindruck war recht positiv.
Man lernt rasch den Chef kennen, das Duwort auf Bergeshöhen obligatorisch, urig und gesellig. Im Stress aber angesichts des hohen Gästeaufkommens ein wenig kurz angehalten, was verständlich ist, denn die Hütte war drinnen wie draußen bummvoll.
Keine Saison für Glücksritter, jedenfalls am Samstag um 12 Uhr unserer Besuchszeit. So kamen immer wieder Gäste und fragten um einen Platz. Es war dabei aber sehr positiv mitanzusehen wie der Chef bemüht war sie nicht einfach wegzuweisen, sondern eine Lösung zu finden. Da erlebt man mit, dass man für dieses Gewerbe ein Herz hat.
Beim Verlassen des Lokals wollte er, dass wir noch bleiben, klopfte einige Sprüche. was mir recht gut gefallen hat, denn so wurde offenkundig, dass eine gewisse Sympathie auf gegenseitiger Basis vorhanden war.
Insgesamt werken neben dem Chef so an die 5-6 Mitarbeiter, ich denke die meisten sind Familienangehörige. Ich kann mir die Preise auch nur so vorstellen.
Kulinarik - Kann die Qualität mithalten?
Diese Frage kommt natürlich unweigerlich hoch und das wollte ich natürlich wissen. Ein kurzer Blick auf die Fotos, die adn1966 vor 10 Jahren hier gepostet hatte zeigt, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Völlig ident sahen sowohl Teller als auch unsere Gerichte aus. Retro pur, aber auch ein Hinweis auf verlässliche Küchenkonstanz.
Auftakt Rindsuppe, einmal mit Leberknödel und für mich als Einlage Lungenstrudel kam im Handumdrehen. Der Fond recht dünn, aber dafür komplett Natur pur, da war nichts von einem Kraftverstärker spürbar. Die Einlagen hervorragend, die Leberknödel at its best.
Drei verschiedene Hauptspeisen folgten in angemessener Wartezeit, gefühlt eigentlich kurz auf Retro-Like Tellern, Bauernschmaus, Schweinsbraten und für mich ein Rindsbraten. Man kann sagen, dass sämtliche Fleischqualität gut bis sehr gut ausfiel, mein weißes Scherzel ausnehmend saftig, keine Trockeng‘schicht, die Beilagen, vor allem Knodel frisch und g’schmackig.
Bei den Säften zeigten sich aber Schwächen, die waren eher dünn in ihrer Geschmacksintensivität, dafür mit Mehl gestreckt um etwas mehr Konsistenz zu erzielen.
Das spielt nicht so eine große Rolle bei Bauernschmaus und Schweinsbraten, als der Saft dort vom Sauerkraut aufgesagt wird, bei Rindsbraten allerdings, und solche Gericht leben sehr vom Saft, weniger glücklichmachend.
Das Sauerkraut dafür wieder bodenständig hausmännisch, wie sich‘s gehört, und eine weitere Beilage Krautsalat dafür sogar exzellent, kaum anders als die göttliche Vorlage Schweizerhaus. Herrlich mariniert und mit Kümmel gespickt, das gleitete in den Rachen nicht ohne ein immer wieder ertönendes „Aaahhh…“ 😊
Nachtisch und Nachklang
Zu meiner Freude erlebte ich wieder eine von den wirklich besseren Malakofftorten und denke auch hausgemacht. Sehr sanft der Butteranteil, nicht übertrieben die Rumnote, in Summe alle Anteile geschmacklich ausgewogen, sehr gut!
Topfenstrudel mit Vanillesoße hingegen konnte mich nicht betören. Der Topfen für meine Begriff zu wenige flaumig, die Vanillesoße vielleicht nicht die Industriepampe, die man anderorts kennt, weil deutlich dünner, aber viiiieel (!) zu süß. Aber mein Freund genoss sie, ja und was will man mehr. So ist eben alles Geschmackssache.
Über Kaffee, na red‘ ma ned drüber, der gehört hier wohl nicht zur Stärke. Trotz ausdrücklicher Bitte um ristretto war die Darbietung immer noch in Richtung Abwaschwasser, Schwamm drüber, aber angesichts der Preise, bei der sich auch der kleine Mann einmal als Krösus outen kann, ließen wir sämtliche der Edelbrände aufmarschieren.
Darin war die Bandbreite von recht gut bis najo. Was mir nicht gefällt ist die Parfümierung eines Marillenbrandes, muss das sein? Aber ok, wer’s will. Die Nuss war wiederum bloß die Erwachsenenversion von Hustensaft, aber die beiden anderen, Birne und Zirbe konnten unseren Zigarrengenuss würdig begleiten.
Mein Resümee
Die wichtigste Frage wohl: Komme ich hier wieder her? Aber ja doch. Es war mir klar, dass man schon angesichts der Preise, die für mich auf der Zeitskala liegen, als man den Euro eingeführt hatte, nicht erwarten darf, es mit gehobener Gastronomie zu tun haben wird, aber als Ausflugsgasthaus ist es sicher weitere Besuche wert.
Beim nächsten Mal versuchen wir weitere Klassiker wie Schnitzel oder Zwiebelrostbraten etc.. In Summe überwiegen die positiven Eindrücke und einer war davon wohl eine Gesamtrechnung von 79€ (ohne Maut) für 3 Personen und wir haben für gute 3 Stunden gelebt wie der Kaiser von Frankreich.
Euer WrKFan
Ein Freund hat mich auf dieses Gasthaus aufmerksam gemacht. Es liegt unmittelbar neben dem bekannten Hochkogelhaus auf der Hohen Wand in gerade 100m Entfernung und doch ein wenig versteckt, mir bis dato aber unbekannt.
Ein Ausflug auf die Hohe Wand sollte die Bildungslücke schließen. Beeindruckt war ich im Vorfeld schon angesichts der dort herrschenden Preise (sind auf der HP einsichtig).
Suppen 3,50€, Hauptspeisen im einstelligen Bereich, das Krügerl 4€, Espresso groß 3€, und beim Wein kam mir schon ein „Jo heast, Oida“ aus mit einem Preis von 1,30€ (!) für 1/8 GV. Wo sind wir hier? Das klingt nach Einkaufspreisen. Kann man damit überleben?
Erste Eindrücke
Das Gasthaus wirkt im Inneren wie jedes andere, keine besondere Auffälligkeit, aber alles sauber und adrett, davor eine Terrasse, sehr sonnig, etwas Retro die Bestuhlung bzw. Tischtücher, aber insgesamt gemütlich und rundum grün. Der erste Eindruck war recht positiv.
Man lernt rasch den Chef kennen, das Duwort auf Bergeshöhen obligatorisch, urig und gesellig. Im Stress aber angesichts des hohen Gästeaufkommens ein wenig kurz angehalten, was verständlich ist, denn die Hütte war drinnen wie draußen bummvoll.
Keine Saison für Glücksritter, jedenfalls am Samstag um 12 Uhr unserer Besuchszeit. So kamen immer wieder Gäste und fragten um einen Platz. Es war dabei aber sehr positiv mitanzusehen wie der Chef bemüht war sie nicht einfach wegzuweisen, sondern eine Lösung zu finden. Da erlebt man mit, dass man für dieses Gewerbe ein Herz hat.
Beim Verlassen des Lokals wollte er, dass wir noch bleiben, klopfte einige Sprüche. was mir recht gut gefallen hat, denn so wurde offenkundig, dass eine gewisse Sympathie auf gegenseitiger Basis vorhanden war.
Insgesamt werken neben dem Chef so an die 5-6 Mitarbeiter, ich denke die meisten sind Familienangehörige. Ich kann mir die Preise auch nur so vorstellen.
Kulinarik - Kann die Qualität mithalten?
Diese Frage kommt natürlich unweigerlich hoch und das wollte ich natürlich wissen. Ein kurzer Blick auf die Fotos, die adn1966 vor 10 Jahren hier gepostet hatte zeigt, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Völlig ident sahen sowohl Teller als auch unsere Gerichte aus. Retro pur, aber auch ein Hinweis auf verlässliche Küchenkonstanz.
Auftakt Rindsuppe, einmal mit Leberknödel und für mich als Einlage Lungenstrudel kam im Handumdrehen. Der Fond recht dünn, aber dafür komplett Natur pur, da war nichts von einem Kraftverstärker spürbar. Die Einlagen hervorragend, die Leberknödel at its best.
Drei verschiedene Hauptspeisen folgten in angemessener Wartezeit, gefühlt eigentlich kurz auf Retro-Like Tellern, Bauernschmaus, Schweinsbraten und für mich ein Rindsbraten. Man kann sagen, dass sämtliche Fleischqualität gut bis sehr gut ausfiel, mein weißes Scherzel ausnehmend saftig, keine Trockeng‘schicht, die Beilagen, vor allem Knodel frisch und g’schmackig.
Bei den Säften zeigten sich aber Schwächen, die waren eher dünn in ihrer Geschmacksintensivität, dafür mit Mehl gestreckt um etwas mehr Konsistenz zu erzielen.
Das spielt nicht so eine große Rolle bei Bauernschmaus und Schweinsbraten, als der Saft dort vom Sauerkraut aufgesagt wird, bei Rindsbraten allerdings, und solche Gericht leben sehr vom Saft, weniger glücklichmachend.
Das Sauerkraut dafür wieder bodenständig hausmännisch, wie sich‘s gehört, und eine weitere Beilage Krautsalat dafür sogar exzellent, kaum anders als die göttliche Vorlage Schweizerhaus. Herrlich mariniert und mit Kümmel gespickt, das gleitete in den Rachen nicht ohne ein immer wieder ertönendes „Aaahhh…“ 😊
Nachtisch und Nachklang
Zu meiner Freude erlebte ich wieder eine von den wirklich besseren Malakofftorten und denke auch hausgemacht. Sehr sanft der Butteranteil, nicht übertrieben die Rumnote, in Summe alle Anteile geschmacklich ausgewogen, sehr gut!
Topfenstrudel mit Vanillesoße hingegen konnte mich nicht betören. Der Topfen für meine Begriff zu wenige flaumig, die Vanillesoße vielleicht nicht die Industriepampe, die man anderorts kennt, weil deutlich dünner, aber viiiieel (!) zu süß. Aber mein Freund genoss sie, ja und was will man mehr. So ist eben alles Geschmackssache.
Über Kaffee, na red‘ ma ned drüber, der gehört hier wohl nicht zur Stärke. Trotz ausdrücklicher Bitte um ristretto war die Darbietung immer noch in Richtung Abwaschwasser, Schwamm drüber, aber angesichts der Preise, bei der sich auch der kleine Mann einmal als Krösus outen kann, ließen wir sämtliche der Edelbrände aufmarschieren.
Darin war die Bandbreite von recht gut bis najo. Was mir nicht gefällt ist die Parfümierung eines Marillenbrandes, muss das sein? Aber ok, wer’s will. Die Nuss war wiederum bloß die Erwachsenenversion von Hustensaft, aber die beiden anderen, Birne und Zirbe konnten unseren Zigarrengenuss würdig begleiten.
Mein Resümee
Die wichtigste Frage wohl: Komme ich hier wieder her? Aber ja doch. Es war mir klar, dass man schon angesichts der Preise, die für mich auf der Zeitskala liegen, als man den Euro eingeführt hatte, nicht erwarten darf, es mit gehobener Gastronomie zu tun haben wird, aber als Ausflugsgasthaus ist es sicher weitere Besuche wert.
Beim nächsten Mal versuchen wir weitere Klassiker wie Schnitzel oder Zwiebelrostbraten etc.. In Summe überwiegen die positiven Eindrücke und einer war davon wohl eine Gesamtrechnung von 79€ (ohne Maut) für 3 Personen und wir haben für gute 3 Stunden gelebt wie der Kaiser von Frankreich.
Euer WrKFan
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