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di Renzi

Linzer Gasse 4
5020 Salzburg
Küche: Italienisch
Lokaltyp: Trattoria
Lokal teilen:

2 Bewertungen für: di Renzi

Rating Verteilung
Speisen
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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 9. Jänner 2014
Experte
amarone1977
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1Speisen
3Ambiente
1Service
4 Fotos1 Check-In

Porca miseria! Normalerweise passieren richtige Reinfälle ja nur dann, wenn der Hunger größer ist als die selektive Wahrnehmung während der Lokalsuche.

Allerdings hätte ich ja schon durch den Bericht des Vortesters gewarnt sein sollen. Den hatte ich sogar gelesen, allerdings wenn man mal zufällig vor dem Lokal steht, erinnert man sich beim Anblick der Lokalfassade sofort an einen spezifischen Bericht? – „Ach ja, darüber hat ja kuechenmeister bereits berichtet!“ – Natürlich nicht.

Das Unheil nimmt seinen Lauf, auch deswegen, weil ein von mir bereits seit längerem in Betracht gezogenes Lokal an jenem Abend natürlich eine geschlossene Veranstaltung hatte. Nix mit Zweiertisch, der immer und überall für mich frei wäre.

Und so komme ich – wie immer zu Fuß – an den Ort zurück, wo ich bereits letztens ganz gut zu Abend gegessen hatte.
Doch wir wollen ja mal was anderes probieren: schließlich ist eine Hausnummer weiter eine kleine Trattoria, die frischen Fisch auf der Karte hat: „Dorade“ (sic!), „Carpaccio di Sparda“ (sic!).
Gut, vielleicht kein Italiener, aber wenigstens italofilo?

Das kleine, an einen renovierten Durchgang erinnernde Lokal ist nett eingerichtet, rechts die offene Küche, links die kleinen, erhöhten, quadratischen Tische. Im hinteren Bereich gibt’s mehr Platz für ein, zwei größere Gruppen.
Jede Menge krumm gewachsenes Eichenholz, eigentlich ganz gemütlich.

Ein finsterer Signore und ein deutscher Kellner schauen mich regelrecht entgeistert an. Fast hat man das Gefühl, „den müssen mir jetzt auch noch bedienen“.

Die Karte bietet durch die Bank das, was man in einer kleinen Trattoria eben bekommt. Pasta, Pesce, Carne, Dolci, Vino.
Eine viergängiges Menü, bestehend aus Antipasti, Pasta, Carne oder Pesce und einem Dolce für gut 23 Euro klingt nicht uninteressant.

Doch ich sollte schon mal an der Flexibilität des Hauses scheitern: auf die Frage, was bei den jeweiligen Gängen am Teller landet, gibt der Kellner nur das wider, was man ihm aufgetragen hat. Bestellt der Gast ein Menü, so ist damit ein Überraschungsmenü gemeint, man kann sich das nicht aussuchen.

Gut, Überraschungen haben es an sich, überraschend zu sein. Ob die Überraschungen gut oder böse sind, bleibt aber im Dunkeln.
Dass ich keine Meeresfrüchte mag, könnte sich also in der Menüfolge als gute – oder böse Überraschung herausstellen.
Antipasti sind eine feine Sache – aber auch Sottaceti sind Antipasti – und die brauche ich nicht am Teller.

Drei Personen könnten sich also durch weniger Geheimniskrämerei etwas ersparen:
die beiden mich unentwegt fragend anstarrenden Herren, die die Dinge, die ich nicht mag, einfach weglassen (meinetwegen zum gleichen Preis) – und ich, der die Dinge, die er nicht mag (Überraschung!), nicht erst an den Tellerrand schieben muss.

Keine Chance, ein Überraschungsmenü ist und bleibt ein Überraschungsmenü – und ich nehme eben was anderes: die Tagesempfehlung Tagliatelle mit Trüffel und Goldbrassenfilet.

Der mürrische Cuoco beginnt zu werken. Gesprochen wird zwischen den beiden Herren übrigens praktisch überhaupt nichts. Trotz heftigem Südföhn herrscht eisige Stimmung in Salzburg.

Die Tagliatelle sind fein gekocht, die Orata kommt relativ geschmacksneutral daher, die Trüffel dürfen’s richten. Die butterartige Sauce ist nicht wirklich schlecht, aber ein Gassenhauer wird sie auch nicht mehr werden, da ändert der in die Sauce eingerührte, grobe Peffer auch nichts.
Der dazu gereichte Weiße „Colli Berico“ (sic!) aus den vicentinischen Colli Berici ist ein weiterer Vertreter der Sorte „dünner Massenwein aus dem Veneto“. Lässt der Winzer mehr Trauben auf den Stöcken drauf, kann er mehr ernten. Masse statt Klasse – das ohnehin schon lockere Weingesetz erlaubt nicht nur die dreifache Traubenmenge pro Hektar im Vergleich zu Österreich, es wird auch geflissentlich ignoriert.

Ein Tris di Dolci: Mousse au chocolat, Panna cotta und Tirami su.
Signor Brontolone schwingt die Horeca-Plastikflaschen und quetscht die passenden Saucen obendrauf: Karamel, Schokolade und Erdbeer.

Der Cuoco schlüpft in seine Winterjacke, brummt sein „Buona notte“, ohne irgendwen eines Blickes zu würdigen und verlässt das Lokal.

Die Panna cotta ist ein homogener Pudding mit ordentlich Gelee drin. Soweit aber in Ordnung.
Das Mousse ohne jede locker-flockige Konsistenz, die ein Mousse erst zu einem echten Mousse machen.
Hier schon eher: dicke, zähe Schmiere, wenig anregend.

Also runterspülen, vielleicht hilft‘s: Barbaresco. Neben dem Barolo der König der Piemonteser Weine. Für 3 Euro 70? Stranissimo.
Auf der Flasche steht ein Abfüller aus Forlì. Der große Piemonteser Barbaresco, abgefüllt in der Emilia Romagna. In der Hochburg des vino tetrapacchese…

Aber die wahre volgarità ist das Tirami su, hier oder heute schon eher ein Tirami giù. Der Löffel fährt butterweich durch einen Berg Schlagobers, darunter versteckt die vom dünnen Kaffee geradezu triefenden Biskotten.
Ma dove cazzo è il mascarpone??

Caffè corretto bitte.
„Darf man das schon mitnehmen?“
– Ja, bitte darum…
Keine Nachfrage, er wusste wohl, warum.

Fazit: ich kann mir das ja gut vorstellen – in der Salzburger Altstadt wutzeln sich Massen von Touristen täglich durch die Gassen.
Von denen, die das Wahre, das Echte zu schätzen wissen, kommen wenige die Türe rein. Und irgendwann passt sich der Besitzer dem an, was die Leute wollen bzw. ohnehin nicht verstehen.

Tags darauf, 5 Uhr früh. Ich brauche keinen Wecker. Das „Tirami giù“ hat mich geweckt, als hätte ich es erst vor fünf Minuten gegessen.
Immerhin: Frühstück brauche ich heute keines.

Addio per sempre!

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Letzter Kommentar von am 10. Feb 2015 um 19:40

Salzburgvino - sagt wer? Der neue Besitzer? ;-) Ich hoffe das Beste! Sollte ich dort vorbeigehen werde ich mich gegebenenfalls davon überzeugen.

Gefällt mir1
am 4. September 2013
Experte
kuechenmeister
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2Speisen
4Ambiente
3Service

Das di Renzi befindet sich in der rechtsufrigen Altstadt von Salzburg in der Linzer Gasse, also in der Fußgängerzone in bester Lage. Es ist eine kleine, stilvoll eingerichtete Trattoria mit Schanigarten. Dort vor der Tür kehren wir zum Mittagessen ein. Meine einheimischen Begleiter sind ein wenig verwundert, dass wir so einfach Platz finden, sonst sei hier meist alles voll, meinen sie.

Wir bestellen, ich nehme das Menü, Minestrone und Spaghetti mit Champignons.

Der Koch, der in der offenen Küche auf unsere Bestellung wartet, sehe anders aus als der, der sonst hier sei, meint einer aus unserer Runde. Na ja, die Hoffnung lebt, einstweilen.

Dann kommt die Minestrone. Eine Suppe, die vor allem aus Zucchini besteht, außerdem Tomaten und Karfiol. Parmesan oben drauf. Dünn, geschmacklos, keine Bohnen, kein Pancetta. Wenn der Koch tatsächlich aus Italien kommt, dann hat er diese Minestrone bestimmt nicht bei seiner Mamma gelernt.

Die Spaghetti sind fast al dente, die Champignons scharf angebraten und tadellos, die Soße besteht aus viel zu viel Schlagobers und ist zu stark gesalzen und gepfeffert. Sehr enttäuschend.

Der Kellner agiert recht zackig, er stammt eindeutig aus unserem Nachbarland, allerdings aus dem nördlichen.

Fazit: enttäuschend, aber vielleicht haben wir auch nur einen schlechten Tag erwischt.

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Letzter Kommentar von am 4. Sep 2013 um 20:33

Ich war mal mit einer Vegetarierin und einem Moslem in einem ital. Lokal; sie bestellten Minestrone und da war Schweinefleisch drinnen. Die Suppe wurde ohne Probleme zurückgenommen, weil es auf der Speisekarte nicht ersichtlich war.

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Bewertet am 04.09.2013

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