Di, 15. Sep 2026

Das gepflegte Frühstück - Stand 2026

Das gepflegte Frühstück - Stand 2026

Eine Sammlung meiner beliebtesten Frühstückslokale. Aufnahme in diesen Guide finden Lokale, die neben dem guten Frühstückangebot auch das pasende Ambiente bieten, wie z.B. eine schöne Lage im Freien, oder einen Gastgarten und keine Einschränkung bzgl. der Öffnungszeiten haben, d.h. nicht nur am Wochenende zum Brunch.

Die Reihung ist nicht willkürlich gewählt, sondern erfolgt nach meinem Beliebheitsgrad und der Häufigkeit meiner Besuche. Gerne nehme ich dazu auch eure Tipps entgegen und mache je nach Entwicklung Updates.

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WrKFan · 18 Lokale · Updated 10. Aug 2026 · 0 Kommentare

Cafe-Restaurant Hummel

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Josefstädter Straße 66, Wien 1080
Cafe-Restaurant HummelCafe-Restaurant HummelCafe-Restaurant Hummel

Im Guide weil: Bestes Angebot inkl. Qualität. Und nur hier ein Sardellenbutterbrot

SpeisenAmbienteService
18. Nov 2022
Hummel – mein Cafe in der Josefstadt Das Cafe Hummel kann man nunmehr im 21. Jh. unterwegs zu einer herangewachsenen Institution Wiens hinzurech...MehrHummel – mein Cafe in der Josefstadt

Das Cafe Hummel kann man nunmehr im 21. Jh. unterwegs zu einer herangewachsenen Institution Wiens hinzurechnen. Es verpflichtet sich der Tradition eines Kaffeehaus mit eigenem Flair, obwohl es nicht in der Innenstadt liegt, vielleicht gerade deshalb, als es dadurch sein eigenes Klientel an Gästen herangebildet hat.

Man geht ins Hummel, das ist mehr als nur ein geflügeltes Wort für seine dort anwesenden Stammgäste. Davon kenne ich solche, die es stolz verkünden. Ich begnüge mich damit es zu mögen.

Die Einrichtung ist seit 2012 im heutigen Stil umgestaltet worden und mir fällt von Saison zu Saison immer wieder auf, dass die Bilder an den Wänden regelmäßig gewechselt werden. So wirkt der Look saisonal immer etwas anders. Für meinen Geschmack ist das Cafe schon etwas zu modern, aber akzeptabel.

Davor gibt es einen geräumigen Schanigarten, für die Stadtlage inmitten der Josefstadt eine Rarität, nebenan streiten sich drei Wiener Bims um einen Stationsaufenthalt.

Man stolpert so förmlich fast ins Lokal oder tut etwas für die Beine und erreicht es ein paar Gehminuten von der U6-Station Josefstädterstraße. PKW-Anreisende unterliegen dem Gesetz für Glücksritter.

Beim Durchstöbern der HP, der dank Technik postmodern gewordenen Erwachsenbildung für Pseudakademiker und sonstige Verschwörungstheoretiker stößt man auf das Gründerdatum anno 1935. Ein bisserl dauert‘s also noch bis zum ehrwürdigen 100-er Jubiläum. So will ich’s dann auch glauben und hoff’s auch noch miterleben zu dürfen.

Zur gegenwärtig angespannten Krisensituation möchte ich euch ein Interview mit der jetzigen Hummel-Chefin in dritter Generation nicht vorenthalten, bei der sie aus der Sicht als Unternehmerin und Gastronomin dazu Stellung nimmt.

ORF Interview mit Fr. Chr. Humnmel: [Link]

O tempora o mores, aber wir können’s auch nicht ändern, ich gedenke meine Besuche deshalb nicht einzustellen, lediglich werde ich gewisse Dinge nicht mehr oder eingeschränkt konsumieren. Vorweg, viel wird‘s nicht sein, aber vielleicht das Frühstücks Etagere um 40€ muss ich mir wirklich überlegen. Das möge dann der Anlass entscheiden.

Insgesamt betrifft die Krise alle Betriebe, insofern ist das kein spezifisches Hummel-Desaster, sondern ganz Österreich leidet darunter. Dennoch befinden sich sämtliche Preise deutlich unter dem Niveau eines vergleichbaren Kaffees in der Innenstadt. Die Chefin bemüht sich, wie ich das empfinde, sehr darum ihr Publikum auch zu halten.

Eine der spürbaren Auswirkungen sind die Öffnungszeiten, vor Jahren bis 2 Uhr morgens geöffnet und die letzte Einkehr Bastion für Taxler und & Co wurde die Sperrstunde auf 24 Uhr verlegt und gegenwärtig stehen wir bei 23 Uhr.

Dafür hat man weiter auf einen Ruhetag verzichtet und behält auch die durchgehende Küche bei, was mich dann und wann weiter noch auf ein kleines Gulasch oder Debreziner zu später Stunde einkehren lässt. Das Gulasch ist nicht die Top-Spitze aber anständig, wie es sich gehört. Danach gibt’s nur mehr noch Würstelstände, aber das sei eine andere G‘schicht. 😊

Es ist und war bislang übrigens eines der raren Ausnahme-Cafes, bei dem ich auch die Küche durchaus empfehlen kann. Ich werde mich hier aber wie auch bei anderen Wertungen auf das konzentrieren, was für mich ein Kaffeehaus bedeutet und was auch die Mehrheit meiner Besuche ausmacht. Daher zuerst:


Ein paar Takte zum Kaffeeschmerz

Hier schmerzt mich der Wechsel, den es vor ca. zwei Jahren bei der Wahl der Röstung gegeben hat. Man hat sich der Symphonie der Bio-Fair-Trade Lobeshymne verschrieben, die heute jeder moderne Bürger trällert, der meint solches müsse wegen Umwelt & Soziales & Co zwingend so sein.

Ich kann den Unterschied leider auch schmecken. Meinl liefert weiter, aber nunmehr eine der Fair-Trade Sorten. Die sind hantiger, etwas saurer und deutlich weniger aromatisch. Aus meiner fröhlichen A-Dur Arie wurde eine schwermütige B-Moll Ballade.

D.h. der von mir so geliebte 100% Voll-Arabica-Genuss eines Espresso Doppio (4,80€), bei dem noch dazu die Barista nicht sparsam umgegangen sind, ist Geschichte und ich muss mich der mordernen Welt beugen. Stark genug ist er immer noch, aber ich habe damit meinen Top-Favoriten verloren. Ich habe die Wunde bis heute noch nicht überwunden.

Wäre das Cafe nicht hinsichtlich seines Flairs und variationsreichen Frühstücksangeboten und Goodies ebenso attraktiv, wäre es vermutlich schon zu einer Scheidung gekommen.

Ach, diese besch … Kompromisse. Einmal wo alles gepasst hat und dann das. Ist wie mit einem Eheweibe, das dir auf einmal deinen bevorzugten Sex verweigert, aber lass ma das, sonst wird’s zu intimi-tief. Lieber behalte ich meinen Humor. 😉


Ein paar richtige Goodies

Es gibt wie in allen renommierten Kaffeehäusern diverse Frühstück-Sets, die durchgängig sehr gut sind, aber hier finden sich einige Goodies, die es für meine Genussansprüche vor anderen Cafes auszeichnen und diese beschränken sich nicht auf die Frühstückszeit. Soweit stimmen mich diese ob der blamablen Kaffeeniederlage auch wieder versöhnlich. Dazu ein paar weitere Takte in C-Dur.

Ein Schnittlauchbrot (3,80€) kenne ich woanders nur selten mit einem so guten und täglich frischen Brot wie hier. Woanders ist es oft nicht wirklich tagesfrisch oder hat eine zu überbetont knusprige Rinde, was bei mir nicht so gut ankommt. Hier finde ich meine Kragenweite.

Dazu a nette G’schicht. Auf der Karte steht nicht dabei, dass es mit Butter ist. Als ich danach einmal gefragt hatte, kam die witzige Antwort. „Kloa, sunst fliagt jo ois davon, bis am Tisch is.“ Ach, die Schmäh der Ober. I’m loving it!

Ein Unikum ist weiters ein Sardellenbutterbrot (7,90€), genial, klar man muss das mögen, aber das salzig, leicht bittere kann was, was andere Dinge nicht haben. Es müssen nicht immer aufwendige Sachen sein, um glücklich zu machen. Dieses einfache Broterl schafft das bei mir.

Als Lachsfetischist komme ich auf meine Rechnung mit der Fa. Schenkel (Portion zu 9,60€). Für viele weniger wichtig, für mich durchaus. Woher er kommt, weiß ich nicht, aber man erkennt die nur geringfügigen Fetteinlagerungen. Das schmeckt man auch in seiner wesentlich intensiveren Note. Ihn übertrifft für mich nur der vom Zauner aus Bad Ischl (wen’s interessiert, er kann hier nachlesen: [Link]).

Klasse sind auch die Debreziner, die immer mehr von der Bildfläche verschwinden, vor allem die schärfere Sorte. Man kann sie mit der üblichen Senf- und Krenbeilage haben oder mit Gulaschsaft (9,50€). Ich mag deren Paprikanote und pikant würzigen Duft wie Geschmack sehr.


Kaffeehaustraditionen

Im hinteren Bereich nach dem Durchgang zum WC gibt es noch einen Extraraum, der ein wenig wie Klubatmosphäre vermittelt. Dort befindet sich ein TV-Monitor und man kann z.B. Fußballmatches schauen. Im Durchgang fristet ein noch größeres mobiles TV-Gerät sein Dasein, das man bei Bedarf in der Sommersaison im Freien aufstellt.

Im rechten Gastraum findet man abends nach wie vor Kartendippler oder hin und wieder auch Schachspieler. Falls ich wieder eine Tarock-Runde zusammenbringe, wird das klarerweise hier meine Adresse dafür werden. Die letzte sprengte leider die C-Krise, aber das ist halt so a G’schicht, wofür das Hummel im Gegensatz zum Kaffee wieder nichts kann.

Eine weitere für mich gute wie schlechte Nachricht muss ich noch bzgl. Service vermelden. Es gab hier einen Ober, den ich mehr als nur geschätzt habe, er war so etwas wie ein Wahrzeichen für dieses Cafe hier. Eines Tages war er auf einmal weg. Klarerweise wollte mir keiner vom übrigen Personal sagen, wie was warum.

Doch das wider Erwarten Gute war, ich habe ihn dann woanders in einem Gasthaus wiedergetroffen, wo er nunmehr amtiert und dort gehe ich in letzter Zeit auch wieder öfter hin. So hat ihn meine Welt wieder. 😊

Ich mag die anderen Ober aber auch sehr, es sind allesamt g’standene, g‘lernte Profis, die ihr Handwerk aus dem FF beherrschen und der eine oder andere, sowohl ältere wie jüngere Herr, ist auch begnadet mit dem guten Wiener Schmäh. Bravo!

Aufgefallen ist mir noch, dass die Vertreter der männlichen Spezies älteren Jahrgangs traditionell in schwarz gekleidet hier den Fleck tragen, was sie immer schon taten, während die weibliche Spezies, nunmehr auch in ganz schwarz auftreten, diese aber weiterhin „unbefleckt“ ihre Dienste verrichten. Insgesamt ist und war der Service immer konstant sehr gut hier, ist also krisensicher.


Welches Resümee ich für mich ziehen kann:

Trotz der einen oder anderen sowohl gesellschaftlich bedingten als auch manche für mich schmerzlich hingenommene lokalspezifische Veränderung haben sich das Cafe Hummel und ich weiter lieb und wir können schon miteinander. Es überwiegen Gott sei’s gedankt die genüsslichen Vorteile. 😊Weniger anzeigen

Dommayer

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Auhofstraße 2, Wien 1130
DommayerDommayerDommayer

Im Guide weil: Einfach der Gastgarten, ansonsten einfach Oberlaa :)

SpeisenAmbienteService
13. Aug 2022
Tradition trifft Moderne Das schöne Cafe Dommayer, anno dazumal beliebtes Ausflugsziel der High Society außerhalb Wiens, heute im Herzen Hietzin...MehrTradition trifft Moderne

Das schöne Cafe Dommayer, anno dazumal beliebtes Ausflugsziel der High Society außerhalb Wiens, heute im Herzen Hietzings ein paar Gehminuten von der gleichnamigen U4-Station. Seit 2006 wurde es von der Geschäftsgruppe der Konditorei Oberlaa GmbH übernommen.

Einige Zeit hegte ich die Befürchtung, es werde sein Flair als traditionelles Kaffeehaus verlieren, wobei ich nichts gegen die Konditoreien Oberlaas habe, im Gegenteil, es wäre dann nur kein Kaffeehaus mehr, sondern eine weitere Filiale dieser Kette.

Ich wurde glücklicherweise in meiner negativen Erwartungshaltung „enttäuscht“ , denn es hat bis heute den Charakter eines urtypischen Kaffees weiter beibehalten. Das sonst für Oberlaa nüchterne Interieur hielt Gott sei Dank nicht Einzug.

Heute sehe ich es wieder mit ganz anderen Augen, dass es damit sogar zu einer Steigerung gekommen ist, denn Kaffee inklusive Oberlaa Patisserie, hhhmm, das kann mein Herz schon erwärmen. Ohne Umschweife sage ich, dass es in der Form die klassisch eingesessenen Innenstadtkaffees sogar übertrifft und darum auch zu meinem Stammkaffee geworden ist.

Anders als in den anderen Filialen treten die Herren des Servicepersonals im schicken Anzug auf. Auch dieses kleine aber feine Detail ist Bestandteil des Unternehmenskonzeptes zur Beibehaltung der Kultur des Lokals. Auf der HP wird es auch als “Kaffeehaus“ betitelt und nicht als Konditorei, es ist so aber beides.

Kleiner Wermutstropfen sind die Öffnungszeiten für mich. War es früher noch bis 22.00 Uhr geöffnet, wurde dies schrittweise reduziert auf nunmehr 20.30 Uhr, was ich als Angleichung an die anderen Konditoreien interpretiere. Das dürfte mehr logistische Gründe haben, damit muss ich halt leben.

Neben zwei Hauptgasträumen befindet sich vor dem Eingang ein Schanigarten und im rückwärtigen Teil ziert einer der schönsten Gastgärten das Bild. Als solches erachte ich es als ein einzigartiges Kaffeehaus Wiens, das bezüglich Interieur mit den großen Konkurrenten der Innenstadt ausreichend mithalten kann und was den Garten betrifft ist es m.E. sogar konkurrenzlos.


Speisen und Getränke

Es wird hier auch eine eigenständige Küche betrieben mit frisch zubereiteten Tagesgerichten, ich lege aber darauf nicht den Fokus der Bewertung, erwähne es nur. Die Qualität ist passabel, aber nicht so, dass sie mich vom Hocker reißt. Es kommen aber genug, ich nenne sie mal netterweise „Hofratswitwen“, die das Angebot sehr wohl in Regelmäßigkeit schätzen.

Das Frühstücksangebot ist ausreichend und qualitativ sehr gut, darin ist es vergleichbar mit den anderen renommierten Kaffeehäusern und lässt kaum Wünsche offen. Ich bin schon eingeschossen auf gewisse Vorlieben, wobei ich die Konstanz der Qualität lobe. Es ufert aus alles zu listen. In der Hinsicht kann Wien gundsätzlich einfach was, was nicht nur hier gilt.

Eine Nichtempfehlung, was schmerzt, erteile ich für den Kaiserschmarren. Der ist wirklich ein Schmarren, aber in einem anderen Sinn und zwar als untypisch und für meinen Gaumen fast ekelig. Man mischte mir dazu Karamellsauce. Au weia, das habe ich zweimal probiert, aber beim zweiten Mal ging er postwendend retour. Dieser Patzer geht Gott sei Dank angesichts der sonstigen Tops unter und spielt so keine Rolle, aber wer’s mag? 😊

Eine kleine Unsitte wäre für mich noch die Weinausschank, die in 0.1l Einheiten anstelle eines anständigen 1/8l als sog. Achterl erfolgt. Muss das sein, mia san in Wien, net in … sakra! Aber daran hat man sich auch gewöhnt. Ist wie in einer Ehe, man frisst die kleinen Makel zugunsten einer langjährigen Liebschaft.


Die Patisserie

Zur Patisserie lässt sich sagen, dass ich sie nach mehr als 20 Jahren immer noch nicht vollständig kenne, ich gebe es auch auf. Aber dazu hat man heute im www-Zeialter alles online. Ein Loblied auf die Technik.

Mit der Zeit habe ich mich auf gewisse Köstlichkeiten eingeschworen, auf die ich abfahre, ja auf die ich nahezu süchtig bin, weil ich sie schlicht himmlisch finde. Frage: Wird es im Himmel mal schöner, besser, genüsslicher sein?

Bleiben wir auf der Erde und sagen wir wieder geerdet, ich liebe hier besonders eine Cremeschnitte, diverse Torten oder die putzigen Petite Four, die es in (muss kurz nachdenken) glaube sieben Variationen gibt. Bussi!

Ich denke, hier kommt jeder auf die Rechnung, sofern man nicht insulin- oder zuckerkrank ist und das tolle Angebot meiden muss. Da das Angebot wirklich reichhaltig ist, kann ich nicht auf alles eingehen.


Kaffekultur

Wie es sich gehört wird die Kaffeekultur sauber gepflegt, was für alle Oberlaa-Filialen gleichermaßen gilt und man bietet die Standardsorte oder eine italienische Röstung an. Letztere muss man aber bei der Bestellung extra dazusagen, ansonsten erhält man die normale Röstung. Beide Sorten werden von Meinl geliefert.

Wer Kaffee stark und kräftig mag, der sollte die italienische Variante wählen, oder er bestellt die Standardmischung „kurz“, was ristretto (nicht ganz aber in etwa) entspricht. Jedenfalls bildet sich so eine passabel Crema (siehe Foto), die sich als gewöhnlicher Mokka wieder verflüchtigt.

Ich persönlich bevorzuge den Kaffee auf diese Weise, weil er reicher an Aromen ist als das italienische Pendent, der den Gaumen etwas hantiger behandelt und ihm eine gewisse Bitternote verpasst.


Service und Wertung

Auftreten und Beratung des Servicepersonals ist ausreichend professionell. Es gibt langeingesessene Keller, die ich mit Namen kenne und fluktuierende Kräfte, wie das angesichts der Unternehmensgröße gar nicht anders geht. Man kann in der Hinsicht nichts wirklich bemängeln. Anderseits stechen sie nicht mit überragenden Merkmalen hervor, daher werte ich das mit einer 4.

Aufgrund diverser Mängel für Speisen und Getränke gibt es auch nur die 4, aber man verzeiht bekanntlich auch, besonders, da meine süßen wie schwarzen Lieblinge immer in bestechender Konstanz an Qualität überzeugen.

Für das Ambiente gibt es volle Punkte. Zuletzt hebe ich nochmals dieses für mich faszinierende Ensemble an Merkmalen hervor wie man m.E. in Wien nichts Vergleichbares finden wird, das gehobene Patisserie, einen wunderschönen Garten und traditionelle Kaffeehaus-Atmosphäre insgesamt vereint.


LG vom WrKFanWeniger anzeigen

Meierei im Stadtpark

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Am Heumarkt 2a, Wien 1030
Meierei im StadtparkMeierei im StadtparkMeierei im Stadtpark

Im Guide weil: Top Qualität, Mo-Fr ab 8 UIhr geöffnet.

SpeisenAmbienteService
7. Aug 2026
Die Meierei im Stadtpark geführt vom 5-Haubenkoch Reitbauer & Team ist in etwa der gutbügerliche Ableger des Steirerecks, besitzt aber einige ei...MehrDie Meierei im Stadtpark

geführt vom 5-Haubenkoch Reitbauer & Team ist in etwa der gutbügerliche Ableger des Steirerecks, besitzt aber einige eigenständige Goodies, über die ich hier gerne ein paar Worte verliere. Für die Meierei hat er lt. KI auch 3 Hauben.

Zuerst sei die hervorragende Lage direkt neben dem Wienfluss erwähnt, die besonders im Freien mein Wohlwollen hat. Mitten im Stadtpark, rundum grün, kein Verkehrslärm und mein persönlicher Vorteil die unmittelbare Nähe zur U4-Station Stadtpark sind ein Magnet für doch regelmäßige Besuche.

Lediglich der Wienfluss selbst ist keine Schönheit, der zurzeit in der extremen Sommerhitze sogar mehr einer Kloake als einem Fluss ähnelt und hin und wieder sogar seine Gerüche an den Tisch bringt, aber das ist wohl hitzebedingt und sonst nicht üblich.

Jedoch hat man beim Sitzen keinen direkten Blick darauf, somit kann man das vernachlässigen. Augen und Nase danken. Das Rundum macht jedenfalls alles wett.


Die Meierei Goodies

Das Lokal besitzt eine dreifache Karte, 08-12, 12-18 und 18-22 Uhr. So ist sie vormittags angepasst für das Frühstück, was mittlerweile meine meisten Besuche ausmacht. Mittags gibt es neben den Klassikern Wr. Schnitzel, Gulasch, Beuschel und Kaiserschmarren oder Beef Tartar einige saisonale Gerichte und abends wird dies ergänzt mit einem Mehrgangmenü.

Konsumiert wurde hier von meiner Seite an sich schon alles, das Frühstück bleibt mein Favorit, allerdings nicht die beiden Etageren, die für mich etwas zu Schnicki-Schnacki bestückt sind. Dafür bin ich zu einfach g’strickt.

Ich liebe mehr das Bodenständige, als da wären z.B. eine Portion Beinschinken mit Kren bestreut oder die Lachsforelle mit Dijonsenf, beides Top. Man bekommt das aber ohnehin alles einzeln.

Hin und wieder war Entenei auf der Karte, was völlig gleich schmeckt wie das vom Huhn, nur ist es größer. Ein wenig auf Besonders macht man mit einem Straußenei. Der Dotter hat das gut 20-25-fache Gewicht eines Hühnereis, also muss der Hunger schon groß sein oder man kommt in einer Gruppe. Es gibt das auch nur auf Vorbestellung, vermutlich telefonisch.

An der Qualität gibt es kaum etwas zu bemängeln, der vornehme Charakter bleibt nicht unerkannt, auch das schlichte Schnittlauchbutterbrot war die letzten Male hervorragend, Das Bauernbrot topfrisch und die Rinde mit krachender Knusprigkeit, dass das Herzerl nur so lacht. Dazu ein weiches Ei, in der Regel vom Huhn, welches anstandslos ersetzt wird, falls es mal nicht so gelingt, und der Tag kann beginnen.

Einige Dinge gibt es zu jeder Uhrzeit, vormittags als Gabelfrühstück, wo man wählen kann Beef Tartar, Gulasch bzw. Beuschel oder Mohnnudeln. Alle die Dinge sind tadellos zubereitet, ab Mittag kann man Gulasch und Beuschel einzeln auch als Hauptspeise bestellen.

Was den Kaffee betrifft, einer meiner wichtigsten Dinge, so ist er hier der beste, den ich mittlerweile kenne, nachdem ich schon lange dem Meinl 1862 oder der italienischen Röstung von Meinl abgeschworen haben. Hier kommt er aus dem Hause Naber und trägt den Namen Marco Salvatori. Nunmehr ist dieser meine Nr. 1.

Aus dem Grund wurde die Meierei sogar eine Alternative zum traditionellen Kaffeehausbesuch, besonders zur Winterzeit kehre ich nachmittags ein zu Kaffee und süßer Begleitung.

Saisonal gibt es recht passable Nougatknödeln oder allzeit den Kaiserschmarren, der mit besonderer Fluffigkeit und ausgeprägter Vanillenote punktet und zu den wohl besten der Stadt gehört. Apfelstrudel bzw. Topfenstrudel sind mal so und mal so, fällt bei mir aber nicht sehr ins Gewicht.


Einige Meierei Badies

Einige Punkte seien um der Fairness willen erwähnt. Das Mehrgang Abendmenü z.B. beglückte nicht sonderlich. Ich sagte darum, es wäre ein Ableger vom Steirereck, wo man etwas von der hohen Kochkunst auf die Meierei ausdehnen möchte, aber die kommt leider nicht so gut rüber.

Ein lieber Forenkollege meinte mal dazu, die Steirereck-Küche erreicht mich nicht, was damit auch für hier gilt. Es waren aber die Kompositionen nicht gelungen, was ich vom Steirereck definitiv nicht sagen kann, so ist das halt auch nicht nach meinem Geschmack.

Aber ich durfte eine neue Erfahrung in Sachen Käse machen. Man kann den übrigens hier wie in einem Geschäft kaufen, was ich immer wieder mache um Berg- und Räßkäse für zu Hause mitzunehmen.

Abends lagen dann 8 Stück als 4. Gang serviert vor mir. Das war gelinde gesagt eine Sonderprüfung für meine Geruchs- und Geschmackssinne. Klarerweise will man hier nicht mit dem 0815-Käsesortiment punkten. Mehr sage ich dazu nicht, es gibt ja auch den echten Käsefeinschmecker. 😉

Recht hart ging auch hier für meine Begriffe die letzte Preiserhöhung vonstatten. Espresso groß bzw. die Melange mittlerweile auch hier auf 6,50€. Übliche Weine nun auf 9-10€, und auch hier mein gehasstes 0.1l Maß. Gott sei Dank schenken die Kellner großzügiger ein, das versöhnt.

Zu einer unliebsamen Überraschung kam es allerdings in Sachen Spirituosen. Das wusste ich beim letzten Besuch nicht.

Die Preise stehen auch auf keiner Karte. Für 2cl Marille Marke Krenn 22€, ein Williams wäre sogar auf 28€ gekommen. Na dann schmeiß mal eine Runde für Erwachsene spontan und du weißt das nicht.

Nachträglich fällt mir nun auch auf, dass es auch keinen Kaffee auf der Karte gibt, d.h. damit auch kein Preis. Leute, das ist so nicht in Ordnung, bei aller Liebe zum Lokal!

Witzigerweise servierte man mir 4cl., was ich aber urgiert habe, da ich einen einfachen wollte. Nun, das wurde dann auch so verrechnet, aber man denke nur ich hätte nicht urgiert! Das wäre höher als die gesamte übrige Konsumation fürs Frühstück gewesen.

Das bitte ist Wucher und noch dazu nicht ausgepreist bzw. nicht kommuniziert. Da kam auch das Personal ins Schwitzen und war in Erklärungsnot. Es war aber auch ihr Fehler nicht auf die letzte Preiserhöhung hinzuweisen. Der Kellner kannte mich, ich war nicht das erste Mal hier. Preise sind eine Sache, die akzeptiert man oder man geht woanders hin, mangelnde Kommunikation ist aber eine andere Sache.

Zuletzt sei erwähnt, dass man sogar hier hin und wieder auf Personal trifft, welches dich nicht einmal versteht, was du willst, aber diese dienen an sich nur als Hilfskraft. Wenn man’s weißt, fragt man diese nicht. Aber sogar meinem Kellner durfte ich erklären, was ein Schlagobers ist, das er mir als ein Fläschchen mit Obers serviert hatte. Der „Schlag“ macht den Unterschied. Nun weiß er das auch. 😉

Ein kleines Manko wäre noch, dass man für den Außenbereich nicht reservieren kann. Das habe ich mehrmals schon urgiert, aber darin bleibt man hart. So reserviert man für drinnen und hofft halt auf den Sprung nach draußen. Da ich Zigarrenraucher bin, so muss ich auch draußen sitzen.


Mein Resümee

Darin wägt man die „Goodies“ und die „Badies“ ab und trifft eine Entscheidung. So habe ich beschlossen, dass mich die Preise nicht veranlassen das Lokal zu meiden. Manches schließe ich einfach aus. als z.B. die Frühstücks-Etageren nicht nur zu hochpreisig ausfallen, ich mag sie so und so nicht, und man verzichtet hier halt auf den Verdauungsdrink.

Lediglich der Kaffeepreis schmerzt, da muss ich halt durch, aber das regelt sich mit der Besuchsfrequenz. Andere machen halt nicht diesen Top-Kaffee, aber trinken tue ich ihn ja doch.

Dafür ist es dann das besondere Frühstück bzw. der besondere Espressogenuss und bedingt durch die Jahreszeit die beste Wahl, als Mo-Fr schon ab 8 Uhr geöffnet ist., wo die Temperaturen noch normal sind, um im Freien in schöner Atmosphäre zu Kaffee und diversen klassischen Frühstücksgerichten zu sitzen.

Meine Wertung basiert nicht auf einem einzelnen Besuch, sondern ist eine gefühlte Wertung über die Jahre mit sehr guten und auch weniger guten Erfahrungen, wobei ich sie wieder mehr auf die Frühstückszeit fokussiere. Das Positive siegt Gott sei Dank.

Das übrige Angebot ab 12 Uhr nutzen wir auch nur fallweise und das wird so bleiben. Auf diese Weise halten wir nun schon langjährig diese Tradition. Und solange wir nicht gestorben sind, so leben wir das so weiter. 😊

Euer WrkFanWeniger anzeigen

Rondell Café am Cobenzl

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Am Cobenzl 94, Wien 1190
Rondell Café am CobenzlRondell Café am CobenzlRondell Café am Cobenzl

Im Guide weil: Die Aussicht überzeugt

SpeisenAmbienteService
2. Aug 2026
Frühstück mit Weitsicht – Update 02.08.2026 Nach mehreren Besuchen heurigen Jahrens sehe ich mich veranlasst eine Neubewertung des Lokals vorzun...MehrFrühstück mit Weitsicht – Update 02.08.2026

Nach mehreren Besuchen heurigen Jahrens sehe ich mich veranlasst eine Neubewertung des Lokals vorzunehmen. Dabei liegt der Schwerpunkt nicht mehr beim Angebot der Hauptspeisen, sondern bei meinen Frühstücksbesuchen, die ich in der warmen Jahreszeit bevorzugt im Freien verbringe.

Was die letzte Wertung anbelangt, so bleibt diese für Besuche im Innenbereich gleich, wobei ich deren Note für das Ambiente auch vermindert habe, während ich sie für Speisen und Ambiente hier nun um eine Note höher setze.

Der Grund ist, dass die Qualität des Frühstücksangebotes und das Ambiente im Freien doch sehr überzeugen können und somit das andere weniger Gefällige ausreichend kompensieren. Man könnte sagen, es gibt hier quasi zwei Lokale, eines drinnen, das mir nicht gefällt, und eines draußen, dass nun sogar mein Wohlgefallen erlangt hat, wenn man es auf das Positive beschränkt.

Darunter fällt z.B., dass ich eine neue Frühstück-Leckerei entdeckt habe, ein Oeufs Cocotte, im Grunde keine komplizierte Sache, ein pochiertes Ei in einer Sauce, diese angereichert mit Obers, Speck, etwas Käse plus ein paar Champignons, die einen herrlichen Umami Effekt erzeugt, sobald der erste Löffel den Gaumen passiert – Große Klasse!

Überrascht war ich allerdings mit einem deftig höheren Preis als beim letzten Besuch, der im Mai stattfand. Das Gericht war zuvor noch mit 8,70€ einstellig bepreist und wir sind nun bei 14,20€? Für einen großen Espresso musste ich 6,40€ hinblättern, letztes Mal noch 5,60€.

Ich habe aus dem Grund ein wenig recherchiert und dabei festgestellt, dass es zuvor eine Frühstückskarte gültig von Mo-Do und eine von Fr-So gab, nunmehr gilt sie von Mo-So. Offen gestanden kann ich diese Preispolitik nicht ganz nachvollziehen. Es ist halt, wie es ist.

Zurück zum Positiven. Das Cobenzl Frühstück ist wirklich passabel, besonders hervorzuheben ist ein saftiger Beinschinken, der dir schon beim Anblick das Wasser im Munde zusammenrinnen lässt, aber der Preis mit 21,50€ hinterlässt auch seine entsprechende Geschmacksnote, aber nun Schwamm drüber. 😉

Jedenfalls ist der Kaffee tadellos, die Marke Illy spricht doch für sich, das Frühstück mundet und der grandiose Ausblick über die Stadt Wien erfreuen mich im Sommer einfach. Das will allerdings offensichtlich auch besser entlohnt werden.

Der Service ist weiterhin derselbe, das Personal ist nunmehr freundlich, was auch selbstverständlich so sein soll, aber für meine Begriffe definitv zu langsam und zu träge und nicht jeder versteht, was man will. Hier verbleibt meine Wertungsnote bei 2 und lässt damit zu wünschen übrig.

Glücklicherweise ist zur morgendlichen Frühstückszeit im Sommer noch kaum was los und man bekommt zu Betriebsbeginn sogar mühelos einen Platz seiner eigenen Wahl, sodass der träge Service noch keine große Rolle spielt. Nachmittags verhält sich das klarerweise anders. Dann ist schon das für mich lästige "wait to be seated" eine Prüfung.

Der Service bildet für mich aber an sich keinen Faktor ein Lokal zu meiden. Ausschlaggebend bleiben für mich für ein quasi Sommer-Café weiterhin Kaffee und Ambiente. In der Winterzeit finde ich bessere Plätze.

Kommt hinzu ein gutes Frühstück und anschließend ein gepflegter Zigarrengenuss, der eh nur im Freien erlaubt ist, mit herrlicher Weitsicht samt Gesellschaft in guter Begleitung, so kann ich das Café nunmehr für den Außenbereich sogar empfehlen.

Euer WrkFanWeniger anzeigen

Gasthaus Seeblick

Archkogl 31 (Mondi Resort am Grundlsee), Grundlsee 8993

Im Guide weil: Erst, wenn du hier warst, weiß du warum man genau hier frühstücken sollte

Zauner Esplanade

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Hasnerallee 2, Bad Ischl 4820
Zauner EsplanadeZauner EsplanadeZauner Esplanade

Im Guide weil: Zauner spricht für sich

SpeisenAmbienteService
1. Sep 2022
Der Zauner – mein Dommayer von Bad Ischl Seit Jahren schon zieht es mich auf meinen Reisen durch Österreich magnetisch an einen bestimmten Ort n...MehrDer Zauner – mein Dommayer von Bad Ischl

Seit Jahren schon zieht es mich auf meinen Reisen durch Österreich magnetisch an einen bestimmten Ort nach Bad Ischl zum Zauner an der Esplanade. Was die Zauners hier mittlerweile nach einer 190 jährigen Geschichte auf die Beine gestellt haben, Hut ab. Was bedeutet das für mich? Lese man weiter.

Bei Schönwetter im geräumigen Garten zu sitzen, den dahinplätschernden Wellen der Traun verträumt hinterherzusehen, ein Blick auf den Siriuskogel und die hübsche Villen am gegenüberliegenden Ufer, vor sich das gute Kaffeetscherl oder den herzhaften Roten, bildete schon oft den Grund für einen Zwischenstopp auf meinen beruflichen Reisen, um kurz die Seele aufzutanken.

Weil mich diese Erlebnisse immer wieder fasziniert haben, plante ich heuer ein paar Urlaubstage zusammen mit meiner immer treuen Begleiterin. Zwei mehrtägige Aufenthalte erlaubten einige weitere Einblicke in das Repertoire von Frühstück, Patisserie und auch der Speisenkarte und wir konnten uns ein wenig durchwühlen.

Was für mich der Dommayer in Wien ist, das ist hier der Zauner an der Esplanade. Kommt dazu ein guter Rund-Um-Service geschulter Mannschaft samt Auftreten und Manieren, die für das werte Wohlbefinden sorgen, ist das für mich besser als so manche Fernreise.

Damit meine Seele fröhlicher Dinge ist braucht sie gar nicht mehr nebst Begleitung um im Nachhinein sagen zu können: G‘habert homma z'aumm guat, g’sess’n samma z'aumm sche und bedient höm‘s uns königlich. Dann lebt meine Seele auf und solches erreicht sie hierorts wirklich gut.


Kaffee & Zaunerstollen make my life easy

Hier gibt‘s ihn wieder für mich, einen wunderbaren Kaffee, besser sogar als Meinl würd‘ ich sagen, wer der Röster ist weiß ich nicht. In der Form „kurz“ ausnehmend betörend nach dem Aroma frisch geriebener Arabica-Bohnen duftend, eine passable Crema, so tanke ich kräftig und nachhaltig Koffein und man kann freudestrahlend in ein glückliches Gesicht ohne Schminke blicken.

All das mit von mir hochgeschätzter Kaffeehauskultur, dazu gehört ein Silbertablett, die Kaffeetasse auf passender Untertasse platziert, dazu ein Glas Wasser und den Espresso-Löffel verkehrt oben drüber gelegt. Genau so macht man das, und weil‘s für mich ist noch einen Tupf Schlagobers extra, echtes selbstverständlich, und erneut glücklich er ist.

Zucker obligatorisch dabei, aber für mich redundant, man kann so aber am Foto ablesen, von wem das dargebotene Kunstwerk stammt, weil am Papier’l „Zauner“ steht.

Dazu eine Oblatte vom Zaunerstollen, der auch das Aushängeschild ist, wie die Sachertorte für den Sacher, nur in Ischl. Das ergibt ein Orchesterwerk für meine Sinne und ich brauche für kurze Zeit nichts anderes.

Es gibt ihn in heller der dunkler Ausführung, im inneren die streuselige Schoko-Haselnuss-Fülle, die auf der Zunge zergeht und der Gaumen singt. Ach, könnte es so auf immer und ewig sein.


Frühstück im Freien

Bei einem anderen Besuch war Frühstücken dran und wir ließen das Kaiser-Etagere auffahren. Klar, hier hat alles was mit Kaiser zu tun, Wir haben festgestellt, dass es zu zweit doch an Menge nicht unbedingt reicht, aber das Gebotene lässt in Sachen Auswahl kaum Wünsche offen.

Aus dem habe ich zwei Highlights entdeckt, das erste der Lachs. Der war richtig gut, intensiv und mit einer Note, die meiner Nase bislang vorenthalten wurde. Ich kann’s gar nicht beschrieben als nur edel, edel. Ich brachte in Erfahrung, woher man den bezieht. Der Lieferant heißt „Abrahams Friesländer“ aus Norddeutschland.

Und dann noch dieses Nusskipferl, das on-top am Etagere platziert wird, sodass man es auch wahrnimmt. Werbung? Auch, jedenfalls hat das bei mir funktioniert. Das könnte sogar den Stollen noch übertrumpfen, aber alles zu seiner Zeit.

Mann, kann Leben schon sein. Süß ist es, das sei gesagt, aber die Kombination mit geriebenen Nüssen ist wie Weihnachten, wenn die Vanillekipferl Saison haben, dafür ganzjährig und für jung und alt.


Mitagessen - Vorspiel

Und wieder sitzen wir da. Heute wird g’essen und dazu organisierten wir einen direkten Tisch an der Traun. Man kann sich da auch ganz lässig am grünen Geländer anlehnen.

Die dargereichte Karte beinhaltet auch die Weine flaschenweise und wenn man danach verlangt, erscheint eine dafür ausgebildete Fachkraft. Das finde ich toll, denn der Mann war auch vom Fach.

Nach eingehender Beratung festigte sich die Entscheidung für einen Mittelburgenlandler, Reumann Grenzlandhof aus Deutschkreuz mit dem klingenden Namen „Cuvée Mariela“ Jahrgang 2018. Der Tropfen erwies sich als vollmundig und kräftig, würdig das Kommende zu begleiten. Die Beratung hat sich gelohnt. Man findet solches oft nicht in Top-Lokalen, daher erhielt das meinen gebührenden Respekt.


Wiener Schnitzel - Original mit Hürden

Als Speisen finden wir nicht so die rechte Wahl, weil die Auswahl eher bescheiden war, aber dann wird es nicht selten die Klassik-Kombi Rindsuppe, heute Fleischstrudel, und danach ein Original Wr. Schnitzel, letzteres für beide.

Die Consommé war brav, sauber und rein, gut die Einlage, herzhaft und intensiv die Fleischnote. Sie überschattete den Suppengeschmack, das aber nicht zum Nachteil. Ein guter Einstieg.

Das Wiener vom Kalb, in der Pfanne herausgebacken, was ein paar dünklere Stellen der Panier offenbaren und ein unverkennbarer Butterschmalzduft, also ein richtiges Original mit alles.

Ich stehe auf das intensive schmalzig riechende Aroma aber nicht immer, weil es auch zuviel des Guten sein kann und dann schlägt es um, und das war für mich etwas der Fall.

So hin und wieder das Original des Originals, wie’s im Sacher-Kochlehrbuch steht, das geht in Ordnung und es bereitete dem Wort „Wien“ auch keine große Schande, nur halt der Geruch, aber vielleicht bin ich darin übersensibel. Meine Begleitung meinte es wäre ok, nun gut, dann nehm ich das auf mich.

Einen deutlich größeren Abstrich bildeten die Petersilienerdäpfel und da waren wir uns beide sehr einig. Mit leuchtend knallgelber Farbe waren sie zwar eine regelrechte Naturschönheit, der Geschmack nicht weniger, d.h. die Qualität wäre exzellent, nur bildete sich an der Oberfläche eine dünne Hautschicht und sie wurden mit der Zeit immer trockener.

Die sind halt schon länger gelegen und waren auch durch erneutes in Butter schwenken nicht mehr zu retten. Frisch ist eben frisch, ein m.E. dummer und unnötiger Küchenfehler.

Dafür gleichte der Gurkenrahmsalat mit Erdäpfeln das so entstandene Flüssigkeits-Defizit aus. Gut, dass wir den extra geordert haben. Reinen Gurkensalat, wie es mein Wunsch war, hat es nicht gegeben, aber der tat’s schon.

Aus früheren Besuchen hatte ich ähnliche Erfahrungen mit anderen Speisen. Es war ja nie schlecht, aber es bleibt wieder der Eindruck haften, in ein Kaffeehaus gehst Kaffee trinken und essen doch woanders. Das bestätigte aufs Neue meine Erfahrung, so kenne ich das auch vom Dommayer.

Top-Küche und Kaffeehaus dürfte als gastronomisches Konzept scheint’s nicht funktionieren. Schlag mich tot warum, aber so empfinde ich das. Anderseits verlange ich gar keine eierlegende Wollmilchsau, so einigt man sich auf die jeweiligen Stärken und lobt diese.


Nette Service G’schicht’n

Ich habe schon das tadellose Auftreten samt Manieren angesprochen, das gefällt mir klarerweise, reicht aber noch nicht. Es passierten einige Patzer, die aber bravourös gemeistert wurden. Und daran erkennt man, was Sache ist und das überzeugte. Ein paar G'schicht'ln dazu.

Ein etwas schon an Geruch leidender Schinken hatte sich ohne entdeckt zu werden auf das Frühstücks-Etagere geschlichen. Er wurde ohne Umschweife in einen neuen, saftig frischen verwandelt. Nun, die Geruchsprobe überzeugte auch den Kellner sofort.

Ich wollte dazu noch eine Portion Schnittlauch, aber lt. Küche wäre für heute noch nichts angeliefert worden. Ein paar Minuten später leuchtet er mir auf der Eierspeise eines anderen Gastes grün entgegen. Ich fragte, welche Zauberhand da im Spiel wäre. Wieder ohne Umschweife kehrt Marsch und schwupp di wupp kam ein Schüsserl mitsamt netter Bemerkung: „Es tut uns leid, aber wissens‘s unser Koch …“. Is doch liab.

Die Urgenz der ausgetrockneten Erdäpfel wurde kurz mit der Küche abgesprochen und man redete sich nicht heraus. Ändern kannst es eh nimmer, der Service kann da auch nichts dafür, aber auch den Umgang fand ich Klasse.

Ich habe selten Probleme mit Hoppalas, finde sie menschlich und steh‘ sogar insgeheim drauf, ich geb’s zu, denn dann hat man was, worüber sicher der Wiener so gern s‘Maul zerreißt, aber es macht eine ganz andere Musik, wie man damit umgeht. In meinen Augen hier genauso, wie es sich gehört.

Bei der Weinberatung kam ein Kellner in etwas anderem Look, der sich als „Mädchen für alles“ vorstellt. Es stellt sich heraus, dass er eher eine Koryphäe ist, nicht nur in der hiesigen Karte bewandert, sondern quer durch die Gastronomie Ausbildungen hat und auch eine schöne Portion Humor und Schmäh an den Tisch mitbringt. Gäbe es nur mehr seines Fachs.

Eine Eigenheit bietet der Zauner für die Patisserie. Man bestellt sich die Leckerlies nicht am Tisch, sondern begibt sich zur Theke, sucht sich was aus und erhält ein Zettelchen. Das Gewählte wird am Teller vor dir platziert, aber du darfst es nicht mitnehmen. Stattdessen wandert man zurück zum Tisch und überreicht den Zettel dem/der Kellner/in und die Bestellung wird dann zum Tisch gebracht.

Ok, warum einfach, wenn‘s umständlich auch geht, aber das hat hier schon so lange Tradition. So was ändert man wie ich das auffasse schon um der Tradition willen nicht. Gut, dann verbuchen wir das als Kulturaspekt.


Fazit – Rundum-Zufriedenheit

Der Zauner auf der Esplanade ist eine Wahl für jede Tageszeit, sei es für gutes Frühstück, eine Jause, für den kurzen Kaffeestopp oder das ausgedehnte Mittag- oder Abendessen. Er schlägt dabei andere um Meilen hinsichtlich seiner Patisserie und hervorragender Kaffeekultur.

Wer den gleichen Level für das Essen erwartet, der sollte das für meinen Geschmack aber woanders versuchen, es sei denn, man kann sich damit begnügen was das übliche Kaffeehaus dazu bietet.

Das Preisniveau wurde noch nicht angeschnitten. Ich halte den Zauner weder teuer noch billg, es ist für meine Begriffe insgesamt angemessen und vergleichbar mit gehobenen Kaffeehäusern aus Wien.

Ein paar Maßzahlen: Großer Espresso 4,60€, das Wiener vom Kalb 23,10€ oder unsere Weinwahl fiel auf 35€. Die aktuelle Speisekarte steht auch Online zu Verfügung: [Link]

Am Ende gibt der Gesamteindruck den Ausschlag und ist mit dem 1A-Ambiente und einem professionell agierenden Service für alle Fälle schon einen Besuch wert, und für mich als Kaffee- und Schokofreak auch ein Suchtfaktor. Mit anderen Worten, andere dürfen und können, ich muss. 😊Weniger anzeigen

Cafe Diglas im Schottenstift

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Schottengasse 2, Wien 1010
Cafe Diglas im SchottenstiftCafe Diglas im SchottenstiftCafe Diglas im Schottenstift

Im Guide weil: Schöner Hofgarten

SpeisenAmbienteService
16. Mai 2023
Café Diglas neu belebt Das ehemalige Café Schottenstift wurde 2016 von der Diglas-Familie übernommen und so seinerzeit vor dem Aus gerettet. Der...MehrCafé Diglas neu belebt

Das ehemalige Café Schottenstift wurde 2016 von der Diglas-Familie übernommen und so seinerzeit vor dem Aus gerettet. Der edle Ritter Diglas durfte im selben Jahr auch noch das Café Weimar retten. Damit verfügt die Familie heute über insgesamt fünf Betriebe in der Stadt Wien und sie laufen alle sehr gut.

Dieser erhielt den Namen Café Diglas im Schottenstift. Ich mag es heute weit lieber als früher. Der Grund liegt simpel in der von Diglas deutlich besseren Kulinarik. Wie ich über Kaffeehäuser berichte, so ist deren Küche nicht unbedingt eine Stärke in Wien. Das trifft für die Diglas-Betriebe weit weniger zu.

Das Lokal gliedert sich im EG in zwei Räume, der straßenseitige wirkt etwas beengt, wenn viel los ist, weshalb ich den hofseitigen bevorzuge, der geräumiger ist und mir eine entspanntere Atmosphäre bietet.

Der alte schon in Jahre gekommene altfadrische Look ist durch einige Renovierungsmaßnahmen wieder sehr gemütlich geworden und hat das etwas zappendustere Gefühl genommen. Zum Verständnis sei gesagt: Ich liebe alt, aber nicht altfadrisch, das sich nach meinem Empfinden schon der Richtung grindig zuwendet.

Es bietet noch einen Vorteil, dass es nicht so überlaufen ist wie die anderen größeren Cafés der Innenstadt. Aber vielleicht sollte ich das gar nicht sagen, sonst war’s das dann damit. 😉

Im OG befinden sich die WC-Anlagen sowie zwei weitere Räume, die man für Veranstaltungen nutzen kann. An sich ist ansonsten oben kein Betrieb.

Besonders hervorheben kann man den hofseitigen Gastgarten, der nahtlos an den des nebenan liegenden Bierlokals Zattl angrenzt. Den zähle ich zu den lauschigsten Plätzchen, jedenfalls für Innenstadtverhältnisse, Ruhelage, d.h. kein Verkehr, umgeben von Grün und Sonnenhungrige kommen über die Mittagszeit auch auf ihre Rechnung. Ich muss dann zusehen einen Schattenbereich zu ergattern.

Durch die Übernahme konnte ich über die Jahre beobachten, wie es zu neuem Leben erwacht ist. Den Zuspruch erkennt man daran, dass es zwischen 12-14 Uhr nicht ratsam ist herzukommen, es sei denn man hat reserviert. Dann ist hier Halli-Galli und das Klimpern des Geschirrs und Bestecks kann man bis in den Hof hinaus hören.


Diglas-Küche

Die Küchen werden je nach Standort individuell geführt. Diglas bietet im Vergleich zu anderen renommierten Traditions-Cafés eine respektable Mittagsküche, weshalb ich sogar eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen kann und ich hier auch ein wenig darauf in der Rezension eingehe. Meine Gesamtnote macht sie aber nicht aus.

Man kann mit den üblichen Gasthäusern mithalten. Subjektiv finde ich die Küche der Wollzeile am besten, aber dort ist mir alles viel zu beengt und so fühle ich mich beim Essen nicht wohl. Das ist hier wie zuvor erläutert von besser Wohlfühl-Qualität. Man erwarte sich keinen High-Level aber Bodenständiges.

Es werden neben einer Standardkarte unter der Woche zwei Menüs angeboten, eines davon vegetarisch. Die Preise sind auch sehr angepasst an meine Geldbörse. Tagesteller I (vegetarisch) 11,90, Tagesteller II 12,90€, will man zusätzlich Suppe oder alternativ eine kleine Nachspeise kommt es auf 15,40€. Das kann man sich leisten.

Ganztägig gibt es die Standardkarte, mein Kaffeehausfavorit ist wie in vielen anderen auch das Gulasch (15,80€), das es hier nur in Normalportion gibt, d.h. kein sog. kleines Gulasch. Also muss ich den Hunger mitbringen. Das letzte war ausgezeichnet.

Die Beilage Salzkartoffeln lasse ich aber weg, weil mir das zu fade ist. Eine schlichte gute Bäckersemmel geht da wesentlich besser. Dazu ein Ottakringer und das Leben haut hin.

Bierfans aufgepasst, man bietet hier auch Fischer-Helles an, d.h. das aus dem Fischerbräu im 19. Bezirk. Ich selbst bevorzuge zu anderen Gerichten oder für sich alleine den guten Wein, von dem man eine Auswahl typischer regionaler Sorten anbietet.

Mein letztes Kalbswiener (24,90€) war ausgezeichnet, ohne Fehl und Tadel, die Farbe der Panier ausnehmend schön goldfarben, sauber souffliert, der Duft von Butterschmalz nicht aufdringlich, sondern angenehm die Nase bezirzend, dazu ein klassischer Erdäpfelsalat, der vielleicht einen sanften Abstrich erlaubt, aber soweit ok ist.

Eher eine Durchschnittsnote gebe ich dem Backhendlsalat, wo man eine gute Grundlage eines Salates legt, Kernöl obligatorisch, wobei ich das für mich abbestelle, was auch funktioniert hat, aber die Hühnerstreifen waren einfach nur ein mittelmäßig gebackenes Hühnerschnitzel. Das war mir zu trocken.

Sehr gute Erfahrung mache ich mit den Menüs, wo man merkt, dass der Kochlevel durchaus dem entspricht wie ich mir Wr. Küche vorstelle. Lediglich bei der Tagessuppe, zuletzt eine Frittatensuppe, serviert in einer kleinen Glasschüssel merkt man keinen besseren Standard, da drücke ich ein Auge zu, weil … wie schon gesagt Kaffeehaus (soweit meine Auffassung). 😉

Als Tagessuppe zum Menü fällt sie bescheidener aus. Neben mir saßen zwei englischsprachige Touristen, die eine RS a la carte gegessen haben, die in einem fast Monstertopf serviert wurde. Wenn ich bedenke, dass sie dieselbe Suppenbasis wie ich verzehrten, dann möchte ich davon auch nicht mehr als meine Portion. Man kann sie (beim Menü) auch weglassen.

Eine saisonale Spargelcremesuppe blieb weit hinter der Erwartungen. Die Creme wich vom Spargelton schon zu sehr ab, und es gab auch keine Einlage. Dazu ein Paar Schwarzbrotstücke, extra beigelegt, hätten möglicherweise Croutons werden sollen, sprich das wäre die Einlage gewesen, nun misslungen meine ich. Hartes Brot ohne Röstspuren wäre die richtige Bezeichnung. Die ließ ich stehen.

Solche kleine Dinge zeigen mir an, dass man seine Erwartungshaltung schon senken muss und sich auf das traditionelle Kochprogramm fokussieren sollte, oder man geht eben woanders essen. Aber als Kaffeehaus hat es ja auch seine Vorzüge, auf die ich nun kommen möchte.


Diglas Kaffeehauskultur

Diglas verfügt über seine eigene Rösterei, auf die man stolz ist, die Patisserie kommt aus der Filiale am Fleischmarkt. Damit werden alle ausgestattet und sind in der Hinsicht damit alle auf gleichem Level. Aber man kann nicht von Systemgastronomie sprechen, denn es gibt ja nur diese eine Produktionsstätte.

Sehr gut schmeckt mir der Kaffee aus eigener Rösterei. Es gibt keine näheren Angaben, aber vom Aroma und Geschmack ist er nach meinem Empfinden mehrheitlich Arabica. Welches Mischungsverhältnis (mit Robusta) weiß ich nicht, aber er fällt als Espresso stets sehr kräftig aus und so gefällt mir das auch.

Der Preislevel hält sich im Rahmen, meine Referenz ist der Große Mokka, hier zum Preis von 5,40€, damit liegt er sogar im unteren Segment für die Innenstadt. Hin und wieder begleitet er mich mit einer Marille Destillerie Freihof.

Zu meiner Kaffeehauskultur gehört auch die Gulaschsuppe, die ich auf gutem Niveau einordnen kann. Auch sie hat im Vergleich zu anderen Cafés einen sehr moderaten Preis von aktuell 5,80€. Und da sie passabel ist, so bevorzuge ich gerne hier die Einkehr dazu.

Mein Highlight bildet hier aber der unsagbare Topfenstrudel, der für meine Begriff zum Inbegriff für diese Mehrspeise in Wien geworden ist. Mit oder ohne Vanillesauce, das ist für mich eher zweitrangig, aber ich liebe diese warme herzerwärmende Topfenfülle, die seinesgleichen sucht.

Sie ist nicht cremig, nicht bröckelig, auch nicht kuchenartig, sondern einfach im wahrste Sinne des Wortes topfenartig, mit einer Luftigkeit und feinen Geschmacksnote, die mich glücklich macht. Er wird grundsätzlich warm serviert, was das Aroma und die Geschmeidigkeit unterstützen. Bissen für Bissen werden derart genossen.

Die Serviceleistung entspricht der Erwartungshaltung. Ich kenne hier kein sog. Stammpersonal, man sieht Saison für Saison immer andere Kräfte. Manchmal hinkt die Aufmerksamkeit, was aber nicht generell gilt. Hin und wieder begegnet man Herrn Diglas Junior, der dann seine Runden dreht.


Ich ziehe ein Fazit:

Das Cafe Diglas Schottenhof weist eine respektable traditionelle Kaffeehauskultur auf. Hinzu kommt der lauschige Gastgarten, besonders zur Abendstund‘ im Hof macht es das für mich in der Stadt besonders attraktiv, wo ich bevorzugt Besuche absolviere.

Sehr guter Kaffee, ein paar exzellente Mehlspeisen und ein paar Goodies steigern meine Speisennote auf ein Sehr gut. Die durchschnittlich gute Mittagsküche ergänzen es und auch das lockt mich immer wieder an. Dass man im Wiener Kaffeehaus grundsätzlich gut frühstückt erwähne ich nur ergänzend.

Mit der enormen Teuerungsrate ist man nur sanft mitgegangen. Ich schätze daher auch die immer noch moderate Preisgestaltung angesichts der Innenstadtlage.

Was für mich auch einen Ausschlag gibt ist, dass es nicht ständig überlaufen ist. Sieht man von Spitzenzeiten ab, so finde ich üblicherweise ohne viel Aufwand mein Platzerl für mich samt Begleitung.

Das Diglas Wollzeile z.B. ist permanent bummvoll, weshalb ich froh bin, dass diese Adresse ein wenig unscheinbarer liegt. Dank der Familie Diglas blieb es uns erhalten, denn der Rückgang dieses Wiener Kulturgutes hat auch in dieser Sparte schon begonnen.Weniger anzeigen

Das Cottage

Silbergasse 19, Wien 1190
Das CottageDas CottageDas Cottage

Im Guide weil: Macht auch unüblichge Sachen, die zusagen

Der Mann im Park

(1)
Helmut-Zilk-Park - Parkpavillon 1, Wien 1100

Im Guide weil: In der warmen Jahreszeit eine gute Option, reichhaltiges Angebot

Der Mann

Perfektastraße 100, Wien 1230

Im Guide weil: Steht representativ für viele Mann-Filialen, sehr reichthaltig das Angebot

Ulrich

St. Ulrichsplatz 1, Wien 1070

Im Guide weil: Gut, wenn Vegetarier deine Begleitung sind

Tomaselli

Alter Markt 9, Salzburg 5020

Im Guide weil: Muss einfach dabei sein ;)

Cafe am Kai

Müllner Hauptstraße 4, Salzburg 5020

Im Guide weil: Immer, wenn ich in Salzburg bin. ist einfach schön neben der Salzach

Raimitz

Bahnhofplatz 12, Krems 3500

Im Guide weil: Für Kremsbesuche obligatorisch

Schwarzenberg

(2)
Kärntner Ring 17, Wien 1010
SchwarzenbergSchwarzenbergSchwarzenberg

Im Guide weil: Klassisch, ein Top-Kaffeehaus

SpeisenAmbienteService
23. Nov 2022
Cafe Schwarzenberg – Traditionen im Zeitgeist Ich stand für kurze Zeit vor der Frage, ob es Sinn macht einen Bericht über die Institution Cafe S...MehrCafe Schwarzenberg – Traditionen im Zeitgeist

Ich stand für kurze Zeit vor der Frage, ob es Sinn macht einen Bericht über die Institution Cafe Schwarzenberg abzufassen, als man dieses Kaffeehaus wohl von Scheibbs bis Texas ohnehin kennt, und dank „www“ global genügend beschrieben wird, aber ich denke ich kann auf diese Weise ein paar persönliche Eindrücke vermitteln, was es für mich als Ur-Wiener und vielleicht auch als Connaisseur des Kaffeegenusses bedeutet.

Interessant ist immer wieder sich die diversen HP solcher Kulturorte anzusehen. Erfährt man hier beispielsweise, dass es erst ab 1840 den Frauen gestattet wurde ein Kaffeehaus ohne Männerbegleitung zu besuchen. O tempora, o mores, man kann sich gewisse Dinge heute gar nicht mehr vorstellen.

Was in den grünen Außenbezirken unsere Heurigen ausmacht, so sind es in der Innenstadt die Kaffeehäuser dieses Ranges. Die Einrichtung hat sich, so lange ich es kenne, nicht verändert, dieses Flair ist geblieben und mir gefällt es auch so.

Wenn auch der Zahn der Zeit an allen Dingen nagt oder verändert, wie z.B. die Zeitung längst meinem Tablet gewichen ist, so vermittelt es weiter einen Hauch von Alt Wien, was es für mich zu einem Anziehungspunkt macht. Doch auch der Kaffee hat seine Entwicklung durchgemacht.


Kaffee - Arabische G’schicht‘n aus Honduras

Man ist heutzutage stolz im Schwarzenberg auf ausgewählte Bohnen zertifizierter Plantagen zurückzugreifen. Ein wenig Sorge bereitet mir nur, wenn man zu viel dem Zeitgeist opfert und versucht allem Rechnung zu tragen. Immer wenn ich die Worte „Bio“ und „Fairtrade“ lese, werde ich hellhörig, sind sie manchmal schon Reizworte für mich geworden.

Die Ideen dahinter mögen aus moralischer Sicht durchaus begrüßenswert sein, bloß werden dann manche dieser Kaffeesorten auch grauslich bis hin zum Ausspucken, wenn sich aufgrund einer überstrapazierten Kaffeezucht im Röstverfahren unangenehme Säuren bilden, die dann nichts mehr mit Kaffeearomen zu tun haben. Ich bin darin kein Experte, aber das Endergebnis kann man wohl schmecken.

Eine solche Erfahrung des regelrechten Ekels hatte ich unlängst bei der Neueröffnung des renovierten Cafes am Cobenzl, und kein Scherz, ich habe ihn dort ausgespuckt. Beim Ströck ließ ich ihn nur stehen. So muss man diesbezüglich einen vernünftigen Mittelweg finden. Er ist hier aber gelungen, ich genieße nach wir vor meinen großen Espresso, würde ihn aber nicht mit Top-Note versehen.

Aber er ist soweit immer noch gut bis sehr gut, als man bei meiner bevorzugten unverfälschten Arabica-Bohne geblieben ist. Es obsiegt hier wohl auch der Standort, als ich dieses ehrwürdige Kaffeehaus nicht bloß nur wegen einer Kaffeesorte aufgeben möchte.

Stolz ist leider auch der Kaffeepreis geworden. Vor der C-Zeit immer im 4€-Bereich, was ich auch aus diesem Grund sehr geschätzt hatte, weil dies für die Innenstadtlage ein sehr fair kalkulierter Preis war, so stehen wir nun bei 5,70€ für den großen Mokka, womit man schwer nachgezogen hatte. O tempora, o pretia!

Die übrigen Kaffeekreationen, die diverses Höherprozentiges beinhalten, bin ich so gut wie durch, bin aber noch nie bei einer bestimmten Sache hängengengeblieben. Sie sind mir für das, was sie bieten, ehrlich gesagt auch zu überteuert.

Junkies wie ich brauchen das Koffein ohnehin möglichst stark, rein und pur, also niemals gestreckt. Wenn schon, dann gebe ich einen Tupf Schlag dazu, den ich der Mehlspeise entnehme oder extra ordere. Der nimmt mit dem Löffel leicht dosiert noch nichts an Stärke weg, oder ich kombiniere den Espresso z.B. mit einem Edelbrand, den dann ebenso extra in puristischer Klarheit.


Meine kulinarischen Kaffeehausg’schicht‘n

Ich genieße Frühstücksvariationen als kleine quasi Wake-Up Morgen-Dosis in Form eines simplen weichen Eis, dazu ein Kaisersemmerl, bis hin zu ausgedehnten Szenarien, die zum Brunch ausgedehnt werden, sodass dann weitere Mahlzeiten für den Tag obsolet werden. Das Schwarzenberg hat viel zu bieten und mich darin stets zufriedengestellt.

Für andere Tageszeiten liebe ich unsere Gulaschtraditionen, die das Kaffeehaus wohl mitprägen. Das Gulasch (klein um 13,50€) selbst ist nicht immer gleich, mal recht gut, mal nur unterer Durchschnitt, weshalb das Schwarzenberg keine sog. Gulasch-Destination für mich ist, hier fehlt es an Konstanz.

Wesentlich zufriedener bin ich mit der Ungarischen Gulaschsuppe (7,80€), die mit einem Seidel Gösser (4,90€) als Reisebegleiter immer wieder mein Herz erfreut. Mitgekochte Erdäpfelstückerl, kleingeschnitten roter Paprika samt sanfter pikanter Note ist immer wieder gut.

In letzter Zeit bin ich wieder auf Würstel zurückgekommen, die besonders mit ein wenig Gulaschsaft serviert regelrechte Leckerbissen sein können. Beim letzten Besuch waren es pikante feingranulierte Debreziner und als Gustostückerl lag ein Stück Wadschunken mit am Teller. Dafür verlangt man zwar satte 11,80€, es malte aber ein gelungenes Smiley in mein Gesicht.

Mehlspeisen lasse ich hier lieber, als sie nicht hausgemacht sind und ich in Vitrinen gelagerter Ware grundsätzlich nicht traue, fallweise höchstens eine Mozarttorte, liegt aber schon länger zurück.

Ebenso kann ich den Kaiserschmarren (9.70€) nicht empfehlen, es fehlt mir die Handschrift hausgemacht, für mich ist er Packelware, aber für Touristen sichtlich trotz allem immer wieder ein Leckerbissen. Nun, da habe ich meine eigenen Adressen.

Es ist generell in Wien so, dass Kaffeehäuser dafür nicht der richtige Ort sind, sieht man von Ausnahmen ab. Diskussionen habe ich diesbezüglich schon mit so manch leitenden Oberkellnern geführt, sie können sehr amüsant sein, bleiben aber fruchtlos. Das Geschäft läuft auch ganz ohne mich. 😇

Ausnehmend gut ist ein warmer Apfelstrudel um 7,50€, aber aufgepasst: Verlangt ihn auch warm, es gibt ihn wie auch den Topfenstrudel kalt (vermutlich in der Vitrine gelagert) um 5,50€ oder eben warm (ich hoffe aus der Küche), dazu entweder Vanillesauce oder Schlagobers.

Kalt sind die Dinger eher abtörnend, der Topfenstrudel z.B. zerbröckelte und wurde eine staubige Sache, aber warm war wiederum der Apfelstrudel ein Gedicht. Tja, was das ausmacht beweist dieser kleine aber feine Unterschied, es ist dann nicht das Schlagobers. 😊

In letzter Zeit bin dank der ReTe-Community nicht auf den Hund, aber auf den Negroni gekommen und verspüre danach so dann und wann Gusto. Ich finde ihn hier zur meiner Freude auf der Karte um wohlfeile 11,90€. Es wird auch der Mix beschrieben: 3cl Malfy Gin, 3cl Cinzano Rosso, 3cl Campari. Das mögen Experten beurteilen

Drei schöne grüne Oliven begleiten ihn samt Wasserglas. Der erste Versuch hinkte ein wenig meiner ersten Erfahrung aus der Bar Campari nach, bei einem weiteren Besuch konnte er m.E. tadellos standhalten. Woran das liegt weiß ich nicht, aber so habe ich Grund hierherzukommen, denn das Flair eine Cafes zieht mich jedenfalls in der Herbst/Winterzeit hier deutlich mehr an. Lediglich auf die Zigarre muss verzichtet werden. Tja, da ich bin zu spät Genussraucher geworden. 😉

Dies war ein kleiner Einblick in mein typisches Kaffeehauskonsumverhalten, das teils unveränderlich traditionell, teils auch dem Wandel der Zeit im Genussverhalten unterworfen ist und für meine letzten Besuche einen repräsentativen Querschnitt darstellt.

Summa summarum ist das Kaffee Schwarzenberg eine begehrte Winteradresse. Es gibt zwar auch einen Schanigarten, der aber für mich ob der als Verkehrshölle empfundenen Lautstärke keine Option ist. Du glaubst der D-Wagen fährt dir über den Schädel, wenn er in den Ring einbiegt. Für’s Freie brauche ich Ruhe.


Service und Allgemeines

Was Kaffeehäuser dieser Art zu bieten haben ist ihr exzellenter Service. Nervig geworden ist die US-Manie: „Wait to be seated“ Kultur die sich hier scheint’s seit der C-Krise mehr etabliert. Ich persönlich hasse sie, andere sehen es als unabdingbar. Es ist dies keine Geschmackssache, sondern halt Kultur.

Falls die Hütte bummvoll ist, geht es wohl nicht anders, falls aber halbleer, auf wen sollte ich warten? Ist doch nur mehr Hacklerei für den Service, aber sei’s drum. O tempora o cultura.

Ich bin es als Wiener gewohnt ein Kaffeehaus spontan besuchen zu können, auch weil keines mein sog. Stammcafe ist. There is no place to seated, damit meine ich, ich will oder kann es damit nicht reservieren. Notfalls zieht man halt weiter, was auch schon passiert ist.

Es gibt auch öfters die typische Praxis, dass mehr oder weniger auf allen begehrteren Sitzplätzen, das sind die wohl fensterseitigen, ein permanentes „Reserviert“ Taferl steht. Dies ist auch Kultur, und auch das keine von mir geschätzte.

Es ist zu 50% ein Ober-Schmäh, und das nicht nur hier. Kennt man den fragt man ungeniert: „Kann ich den Platz haben?“ und zu 50% gibt es ein: „Jo, is eh frei, warten’s, i wisch ab“ und für die anderen 50% kann hin und wieder auch ein ruppiges: „Na, kennan‘s net lesen?“ kommen.

Gut, dann ist tatsächlich reserviert und man sucht sich seinen Platz aus der Economy-Class. Es ist aber auch der linke Lokalteil mit den Messingtischen sehr attraktiv. Zur Tageszeit wirkt er mit den Riesenfenstern fast wie ein Wintergarten und zur Abendzeit verwandelt er sich in eine Lichtershow durch die von außen einströmenden Lichtquellen.

Ansonsten sind die Ober Klasse, sowohl im Auftreten als auch in der gesamten Serviceabwicklung. Einige Zeit fungierte Herr Ober Mario als Sänger und gab einige Operettenlieder in Klavierbegleitung zum Besten. Das habe ich aber schon lange nicht mehr erlebt, dafür sind meine Besuche zu unregelmäßig.

Solches prägt aber die Erinnerungen wie auch z.B. zu meiner Jugendzeit die Öffnungszeiten in der Wintersaison mit ca. schon ab 4 Uhr morgens auf eine Gulaschsuppe nach durchtanzter Ballnacht. O tempora, o dominarum. 😍


Aufgrund meiner doch schon langjährigen zwar unregelmäßigen, aber immer wiederkehrenden Besuche würde ich für das von mir bevorzugte kulinarische Programm samt Service ein durchgängiges und konstantes Sehr gut vergeben, man kennt mit der Zeit seine Goodies.

Der Objektivität geschuldet verdient aber die Speisen- und Getränke-Wertung die Höhen und Tiefen beinhaltend eine Abstufung um eine Note auf 3. Das Ambiente hat hingegen für meine Begriffe Kultstatus und geht aus meiner Sicht nicht besser, dafür daher die Top-5.

Traditionen müssen gepflegt werden, auch wenn der Zeitgeist Dinge versucht umzukrempeln, so kremple ich mir halt die Ärmel hoch und bleibe bevorzugt in der Wintersaison mäßiger aber dafür über die Jahre schon regelmäßiger treuer Besucher.Weniger anzeigen

Kurkonditorei Oberlaa

(1)
Kurbadstraße 12, Wien 1100
Kurkonditorei OberlaaKurkonditorei Oberlaa

Im Guide weil: Steht representativ für Oberlaa Filialen, die alle auf einem guten Niveau sind.

Cafe Ansari

Praterstraße 15, Wien 1020

Im Guide weil: Zwar erst ein Besuch, aber der war sehr gut

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