Marchfelderhof - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 1. November 2019
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hbg338
517 Bewertungen
60 Kontakte
Tester-Level 29
4Speisen
5Ambiente
5Service
32 Fotos1 Check-In

Vor ca. 30 Jahren war ich das erste und bisher auch einzige Mal im Marchfelderhof. Die Erinnerung daran ist eher dürftig. Gut über das Ambiente weiß man ja im Allgemeinen Bescheid. Kulinarisch war es für mich am 01.11.2019 Neuland. Die Anfahrt von Leopoldau erfolgte mit dem PKW. Parkplätze sind in Lokalnähe genügend vorhanden. Auch mit der Schnellbahn erreicht man das Lokal tadellos. Die S1 hält am Bahnhof Deutsch Wagram nur wenige Gehminuten vom Marchfelderhof entfernt.

Hinein in das Lokal geht es über eine minimale Stufe, und schon ist man gefangen von den Eindrücken des Lokals. Für mich mit Sicherheit das auffälligste Ambiente aller Lokale welche ich in meinen Leben bisher besuchte. Wir wurden vom Restaurantleiter begrüßt und als ich meine Reservierung bekanntgab zu unserem Platze geführt. Dort wurde uns die Jacken abgenommen und an der Garderobe deponiert. Einen Garderobezettel erhielten wir prompt.

Schon am Weg zu unserem Tisch kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Hier gibt es keinen Platz wo nicht etwas hängt, liegt oder steht. Einige ist schon mit anderen Gegenständen verstellt. Kein Platz mehr. Umso beachtlicher ist das alles sauber und staubfrei ist. Beachtlich. Bei jedem Sitzplatz sind Namensschilder von berühmten Persönlichkeiten, welche hier schon gesessen sind, angebracht. Ich saß an einem Fußballertisch. Neben unseren Rekordtorschützen Toni Polster war auch schon der Weltmeister und Torschützenkönig von 1998, der Argentinier Mario Kempes, welcher auch für die Vienna spielt, an unseren Tisch Gast.

Der kleine Tisch neben dem auch noch ein Beistelltisch stand etwas vollgeräumt mit Weinkarte und diversen Veranstaltungsfoldern. Dank des Beistelltisches war aber auch der Platzmangel im Griff zu kriegen. Die Ledergebundene Speisekarte sehr dick. Allerdings nicht nur mit dem Speisenangebot befüllt, sondern auch noch mit Fotos von den diversen Promis, welche hier waren. Irgendwie passt alles zusammen, vom Ambiente über die Speisekarte bis zum Chef. Ich sagte noch zu meiner Frau “Jetzt fehlt nur noch der Gerhard Bocek“ und kurz darauf hatten wir schon einen Smalltalk mit ihm.

Wir hatten genügen Zeit die Karte zu studieren bevor wir unsere Wünsche bekanntgeben durften. Als Getränk nahm meine Frau ein Achtel Zweigelt vom Weingut Reinisch aus Tattendorf (€ 4,40). Später folgte noch ein weiteres. Dazu wurde ein Krug mit sehr gut gekühltem Wasser serviert. Dieses wurde auf der Rechnung angeführt. Allerdings mit € 0,00. Zum Wein noch ein Satz. Geschmacklich sehr gut allerdings war es sehr kalt. Eindeutig zu kalt für einen Rotwein. Ich bestellte einen Holundersaft gespritzt mit Sodawasser (€ 3,90). Dieser sehr gut, verfeinert mit Minzblättern und Zitronenspalten. Zum Essen wählte meine Frau die Erdäpfelcremesuppe mit Pilzen (€ 5,70). Ich nahm die Alt Wiener Hausherrensuppe, eine klare Rindsuppe mit Frittaten, Fleischstrudel und Rindfleischstücken (€ 5,70). Als Hauptspeise nahm meine Frau die Pilze Stroganoff, gemischte Pilze mit Gemüse in Sauce und gebratenen Serviettenknödel (€ 13,90). Ich wählte das Alt Wiener Backfleisch mit Petersilerdäpfel und Kräutersauce (€ 16,90). Als Nachspeise gab es Heiße Himbeeren mit Vanilleeis und Schlagobers (€ 7,90).

Zur Kritik.
Als erstes wurde das Gedeck (€ 3,80) serviert. Dieses bestand aus einem Baguette mit geraspelten Mandeln und einem pikant scharfen Gemüseaufstrich. Der Start ist hiermit geschmacklich gelungen.

Die Suppen ausgezeichnet. Als erstes fiel mir positiv auf das die Suppe nicht brennheiß war, sondern man gleich los essen konnte. Geschmacklich tadellos. Nachwürzen war nicht notwendig. Eine ehrliche geschmackvolle Suppe. Die Frittaten dicker und nicht zu schmal geschnitten. Auch die beiden Fleischstrudelstücke hervorragend. Dazu klein geschnittene Rindfleischwürfel in der Suppe. Ausgezeichnet, wie auch die Suppe meiner Frau wie diese bekundete.
Die Pilze Stroganoff haten für den Geschmack meiner Frau nur eine kleine schwäche. Ihr war die Sauce zu sehr mit Mehl gebunden. Sie hat sie lieber dünner und naturbelassen. Ist aber Geschmacksache.
Mein Backfleisch war sehr gut, wenn auch etwas ungewohnt. Das Fleisch war kein Beiried wie eigentlich üblich, denn dafür war es zu langfasrig, sondern es wurde aus Rindsbackerln zubereitet. Dadurch waren leichte Fettspuren zu schmecken was aber für mich eigentlich nur positiv war. Sehr gut paniert. Deutlich der Senf und Kren zu schmecken. Die Erdäpfel tadellos mit reichlich Petersilie. Dazu eine sehr gute Kräutersauce. Positiv zu erwähnen waren auch noch die zwei Zitronenstücke, welche für die vier Stück Fleisch mengenmäßig gerade richtig waren.

Wenn es auch schwer fiel eine Nachspeise musste noch her. Doch diese entpuppte sich als sehr große Portion Vanilleeis, genauer gesagt vier Kugeln und dazu Schlagobers, welches mit Krokant bestreut war. Dazu in einem Glas die heißen Himbeeren mit reichlich Saft. Ein perfekter Abschluss eines gelungenen Mittagessens.

Das Service perfekt. Immer wieder wurden wir gefragt ob alle in Ordnung ist oder ob wir noch einen Wunsch hätten. Auch der Chef half mit im Service. Der Nachbartisch wurde von ihm nachdem die Gäste diesen verlassen hatte wieder neueingedeckt. Neben dem Schmähführen packt er auch an, der Hr. Bocek. Der Bezahlvorgang erfolgte prompt. Die Rechnung wir in einer Holzkiste überbracht, in welcher auch das Retourgeld kommt.

Was währe eine Lokalbewertung von mir, ohne dass das Häusl erwähnt wird. Die Herren müssen ins Obergeschoß die Damen bleiben unten. Alles Picobello. Hier schließt sich das Ambiente nahtlos dem restlichen Lokal an. Vollgeräumt die Ränder der Waschbecken, an den Wänden unzählige Fotos. Einfach geil.

Auch der Gastgarten, welcher relativ klein ist, passt zum Lokal. Dieser wird jetzt noch für die Raucher zusätzlich adaptiert, wie uns Hr. Bocek erklärte.
Zum Abschluss begaben wir uns zur Garderobe wo wir unsere Jacken zurückerhielten. Wer will kann etwas Trinkgeld ins Körberl der Dame schmeißen. An und für sich ist die Garderobe gratis.

Mein(unser) Fazit – Der Marchfelderhof ist mit Toni Polster zu vergleichen. Entweder man mag ihn oder man hasst ihn. Ich mag beide. Toni Polster schon länger, den Marchfelderhof seit heute. Sehr gut gegessen in einzigartigem Ambiente mit hervorragenden Service. Her was willst du mehr und spätesten am 1. November.2020 sind wir wieder da.

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Kommentare (1)

am 1. November 2019 um 18:29

Der Marchfelderhof ist halt eine Institution, irgendwie das Schweizerhaus für Promis, nur halt mit mehr Kitsch statt Stelzen. Irgendwie macht der Herr Brocek ja eh alles richtig, Service gut, Küchenhandwerk gut, trotzdem springt der Funke bei mir nicht über. Meine Absenz (ich war das letzte Mal vor ca. 10 Jahren dort) wird dem Marchfelderhof nicht weh tun, dem jahrzehntelangen Erfolg muss man trotzdem Respekt zollen, wie auch dem Schweizerhaus, auch wenn's nicht meins ist.

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Marchfelderhof
Bockfließerstraße 31
2232 Deutsch-Wagram
Niederösterreich
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