yamm! - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 28. April 2019
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10 Bewertungen
4 Kontakte
Tester-Level 6
3Speisen
3Ambiente
4Service

Eine geschäftliche Mittagseinladung brachte mich nach vielen Jahren wiedereinmal ins Yamm! - ich gebe zu, dass ich in meinem Innersten kein Fan von Buffet Lokalen bin. Obwohl es natürlich den Vorteil hat, dass man sich durch die Speisekarte durchkosten kann.

Das Wiege-System des Yamm! wurde elektronisiert, man bekommt zu Beginn eine Karte ausgehändigt, nimmt sich einen Teller tut auf diesen alles drauf wonach einem der Gusto steht und - das ist neu - geht zu einer Selbstbedienungswaage, stellt den Teller drauf, hält die Karte an den screen, wählt je nach Tellergröße (großer oder kleiner Teller) das entsprechende Symbol am touchscreen (das Gewicht des Tellers wird so abgezogen und nur das Speisengewicht berücksichtigt) und arbeitet sich durch die weiteren Fragen bis am Ende ein Bon ausgeworfen wird. Der dient aber nur zur persönlichen Information. Die Bezahlung erfolgt nun am Ende des Essens, wenn dem Servicepersonal die Karte zum Auslesen der Konsumation ausgehändigt wird. Das hat zum frühern System den Vorteil, dass man öfter zum Buffet gehen kann und nicht jedesmal gesondert zahlen muss (ich erinnere mich, dass es vor Jahren eine Vorauskasse gab, d.h. immer wenn man sich etwas holte musste man zur Waage und gleich bezahlen). Man kann nach dem neuen System Vor- von Hauptspeisenteller trennen. Das finde ich schon einmal gut.

Der Rest blieb gleich. Es gibt kalte und warme Gerichte, die man sich selbst zusammenstellen kann. Beschriftungen helfen bei der Auswahl.
Meine Vorspeise bestand aus einem Glasnudel- und Erbsen-Bohnensalat mit ein paar gekeimten Sprossen. Beides wenig gewürzt. Ich hatte schon so eine Vorahnung und habe mit vorsichtshalber von den frischen Chilis in Öl etwas auf den Salat gegeben.
Die Hauptspeise bestand aus vegetarischen Grammelknödeln mit Sauerkraut und Falaffel mit Curryhummus. Die Mischung war sicher nicht meine erste Wahl, aber sonst gab es nichts was mich angesprochen hatte. Pasta vom Buffet esse ich nicht weil die wegen der Stehzeit meistens "senza dente" ist und gekochte Erdäpfel mit Nix ist auch nicht mein Geschmack.

Falaffel mit Hummus war gut, aber da gibt es nicht viel Geschmacks-Spielraum und die Grammelknödel - eine verzweifelte Ersatzhandlung, weil ich eh schon wissen, seit Monaten einen langen Zahn darauf habe - passabel. Der Teig war gut. Schöne Konsistenz die Vegigrammel aber nur ein dürftiger Abklatsch des Originals. An sich wäre das Gericht in Ordnung gewesen, aber ich verstehe nicht weshalb vegetarische Gerichte immer die Bezeichnung des Fleischgerichtes übernehmen müssen. Ich halte das für einen Fehler, denn es sind unterschiedliche Speisen, die man nicht miteinander vergleichen kann und man ist dann doch immer wieder enttäuscht, dass es nicht so schmeckt wie das Fleischgericht.

Für mein Fazit lasse ich u.a. Vorkoster zwischen 2011 und 2014 sprechen:
- "vielen Gerichten fehlt es an Raffinesse und Geschmack, jedoch ist es trotzdem ein Buffet der besseren Art"
- "Das Lokal ist recht nett, mich stören nur diese viel zu engen Zweiertische, wo jeder Nachbar Zeuge des Tischgesprächs werden muss."

Das Service war gut, die Getränke wurden rasch gebracht und wir wurden auch zwischen durch gefragt ob wir noch Getränkewünsche hätten. Auch die leeren Teller wurden flott abserviert.

... und nun füge noch ein paar Meinungen hinzu, die sich nicht erfüllt haben. Das Konzept ist also nicht so schlecht:

- "fürchte aber, daß das Lokal für Studenten als "Mensa"ersatz zu teuer (wenn auch gesünder) ist, und bin mir nicht sicher ob sich das yamm! halten wird können."
- "Bin gespannt, wann sich dieses Lokal in die lange Liste jener Lokale, die ihren Eigentümer wechseln, einreihen wird. Ich gebe Yamm maximal 2 Jahre."
- "Ich glaube auch nicht, dass dieses Restaurant über 2012 weiter bestehen wird, wenn sich die Preise nicht dramatisch ändern."
- "das Yamm! ist ein ziemlich bunter Buffet-Laden, den auch nur Touristen und Jungfamilien mit plärrenden Blagen wirklich schätzen werden."

Ein Schlusssatz sei noch erlaubt. "Es ist ja grundsätzlich so, dass in Österreich Vegetarier von vielen Gastronomen als Menschen mit einer Essstörung angesehen werden." Das stammt aus dem Ersttester-Beitrag von 2011 und ziemlich genau acht Jahre später kann ich sagen: "da hat sich etwas grundlegend geändert".

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Kommentare (6)

am 28. April 2019 um 20:33

Natürlich kannst Du das und wir freuen uns darauf. Jede(r), die/der mit Leidenschaft ihre/seine Eindrücke eines Lokalbesuchs teilen will und kann, ist eine Bereicherung für dieses Forum. Willkommen!

Gefällt mir2
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Experte
114
52
am 28. April 2019 um 18:33

Meinen Herzlichen Dank an euch alle. Ich freue mich sehr, dass meine Beiträge Anklang finden.
Ich lese schon seit einiger Zeit die Berichte, Rezensionen und Kommentare hier bei Rete und nun habe ich mir eben ein Herz gefasst und hoffe noch einige interessante Beiträge bereitstellen zu können.

Gefällt mir5
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10
4
am 28. April 2019 um 18:00

Kann mich hier nur anschließen und habe natürlich auch gevotet. Immer sehr spannende Rezessionen - danke dafür!

Gefällt mir2
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Experte
113
34
am 28. April 2019 um 15:58

Meine auch. Dieses Forum braucht wieder mehr Leute, die schöne und aussagekräftige Bewertungen schreiben!!

Gefällt mir4
Antworten
Experte
114
52
am 28. April 2019 um 15:53

Meine auch und bitte weiter so. :-)

Gefällt mir3
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Experte
223
41
am 28. April 2019 um 15:42

Auch wenn noch einige Bewertungen zum freischalten fehlen. Meine Experten Empfehlung hast du jetzt schon.

Gefällt mir3
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Experte
506
61
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