El Gaucho - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 2. April 2019
Experte
Stammersdorfer
353 Bewertungen
32 Kontakte
Tester-Level 28
4Speisen
4Ambiente
3Service
10 Fotos1 Check-In

In 1030 Wien, am Rochusplatz 1, hinter dem Rochusmarkt, ist seit etwa 18 Monaten eine EL GAUCHO Filiale. 5 gibt‘s meines Wissens, Graz, Baden, 2 x in Wien und einmal in Minga beim Viktualienmarkt. Die machen angeblich (unter anderem) sehr gute Steaks.....
Also trafen wir uns mit lieben Freunden, am Sonntag den 31.3.2019, um das heraus zu finden.

Die telefonische Tischreservierung unproblematisch, bei einer sehr freundlichen weiblichen Stimme. Mit dem Hinweis, geht aber nur noch oben, konnte ich nichts anfangen, da ich noch nie dort war, was ich der netten Dame auch kundtat. Sie erklärte im EG Hochtische, Barbereich, da sind sie voll, im oberen Stock „normale“ Tische, Restaurant, da hat sie um 20:00 Platz für uns. Na dann!

Ich wollte einige Wochen nach der Eröffnung schon einmal für 18h reservieren, da hätten wir was zu feiern gehabt, da hieß es ja, aber nur bis 20h. Na dann halt nicht. Für sowas habe ich in Skiorten gerade noch Verständnis, in Wien brauche ich das genau gar nicht, gehen wir halt woanders hin. Ob das jetzt allerdings auch noch so ist, weiß ich nicht. Hört man aber zuletzt immer wieder von beliebten Lokalen, vor allem dann, wenn man Freitag oder Samstag einen Tisch haben möchte, etwa im Paco, um nur eines zu nennen. Ja und wir gehen sowieso lieber während der Woche fort, als am Wochenende. Persönliche Befindlichkeit Stammersdorfer Ende!

Die Anfahrt von 1080 kommend, mit der 2er Bim bis Stubentor. Von da könnte man den 74A nehmen und 3 Stationen bis Rochusgasse fahren, die ist fast vorm Lokal. Eine U3 Station gibt es da auch. Aber nein, wir gehen zu Fuß, es warad wegen der 10000 Schritte täglich..... :-)

Das Lokal ist im Postgebäude unten rechts, gleich neben einem Merkur Markt untergebracht. Man wird quasi von einer Glasfront begrüßt, die über das gesamte Lokal geht und es gibt auch sowas wie einen Gastgarten. Hier darf überdacht geraucht werde. Erster Eindruck, sympathisch.....
Im Lokal einmal drinnen steht man vor dem Empfang zum Barbereich. Nix mit ich setz mich hin wo ich will.
Wir gehen über eine Holzstiege nach oben. Hier ein weiterer Empfang, der von einer sehr sympathischen jungen Dame betreut wird. Sie bringt uns sogleich zu unserem 4er Tisch, im linken Eck des Lokals, mit Blick auf den „Ballsaal" des Thomas Kraml. Hier ist auch der Zugang zu den Toiletten, wobei hinter unserem Tisch aber sowas wie ein Perlvorhang ist, damit man den Leuten nicht zuschauen muss, wie sie auf Klo gehen. Sowas gefällt, da hat jemand mitgedacht.

Sehr gemütlich gepflegt und sauber ist es hier, die Farbe braun dominiert. Einzig einige Sessel sind in Rot, bzw. Grau gehalten, ein angenehmer Farbkleks in dem doch eher dunklen Lokal. Das Licht ist gedämpft, ein sehr großer Weinschrank sticht sofort ins Auge, ebenso einige runde Säulen in dem doch sehr großen Essbereich. Reinkommen, hinsetzen, wohlfühlen, so haben wir 2 es empfunden.
Das ist ein Lokal, das ich mir fürs erste Date sehr gut vorstellen kann, da die Tische genug Abstand zueinander haben und auch die Raumakustik sehr gut ist.... Uns hat es gefallen!

Was die zahlreichen, durchwegs männlichen Servicemitarbeiter betrifft, so dürften sie ihren Job alle gelernt haben und sie trugen Einheitsgwandln. Bei ihnen fällt eines sofort auf, keiner kann lachen oder zumindest lächeln und wie sich im Laufe des Abends auch herausstellte, das mit dem Schmäh haben sie leider auch nicht drauf.....
Der für uns zuständige war nicht aus Österreich, sprach aber gut deutsch. Er war freundlich, wie auch alle anderen, mit denen wir zu tun hatten. Es wird prompt gebracht und abgeräumt, immer wieder nachgefragt, ja aufmerksam waren sie auch.
Bei meiner Weinbestellung wollte er mir allerdings einen anderen Rioja verkaufen, als der vor mir gewählte, da der seiner Meinung nach noch besser sei, aber mit 49 € um 14 € mehr kostet. Danke nein! „Meiner“, ein Reserva Tritium aus 2012 hat allen übrigens überaus gut geschmeckt, ein ganz typischer Vertreter aus diesem spanischen Weinbaugebiet, sehr pelzig und harmonisch am Gaumen.
Den Beginn machten wir mit 4 eher durchschnittlichen Cava (Sekt) der war jetzt nicht schlecht, aber irgendwie ein wenig eigen!?
Weiter ging es zum Essen, noch vor dem Rioja, mit einem 2017ener Weißburgunder „Reverenz“ vom Weingut Muster aus Gamlitz in der Südsteiermark. (Hat nix mit der österreichischen Tennisikone zu tun) Das war einer von der etwas rescheren Sorte, aber dennoch angenehm zu trinken. Leitungswasser gab es zu jeder Zeit unaufgefordert dazu.
Der Espresso danach, von Afro Kaffee, aus 1090 Wien, war einer von den ganz guten und auch der Grappa Berta Elisi, wie immer eine Sensation. Wir lieben ihn!

Und nun (endlich) zum Essen :-))
Das Gedeck bestand aus schwarzen Oliven, gesalzener Butter, einem Kürbiskernaufstrich, etwas Speck und Chorizo, dazu zwei verschiedene helle knusprige Baguette. Ganz feine Sache, der kulinarische Start in den Abend.

Die liebste Gattin hatte ein 150g Filetsteak und war schwerst begeistert. Die Garstufe Medium well wurde perfekt getroffen, das Fleisch war an Zartheit kaum zu überbieten, wie sie berichtete.

Meine Wenigkeit hatte ein 400g Rib Eye, das wie bestellt medium auf den Tisch kam. Es hatte schöne Grillspuren, vielleicht etwas mehr Kruste wäre noch besser gewesen. Das ist aber jammern auf sehr hohem Niveau, um wieder einmal diese abgedroschene Floskel zu bedienen.
Das Fleisch war butterweich, das scharfe Messer ist fast von alleine durchgeglitten und auch das „Fettauge“ war da, allerdings ein recht kleines.
Als kleine Draufgabe bestellte ich mir unter dem Motto „Pimp up your Steak“ eine Riesengarnele mit Kräutner dazu. Zu meiner Überraschung kamen zwei sehr köstliche, auf der Rechnung stand aber nur eine.

Als Beilagen hatten wir gemeinsam einmal sehr gute, knusprige Steak Fries, kamen in einem Metallküberl, weiters ein grandioses Bärlauchrisotto und ausgezeichnete Trüffel Gnocchi. Meine Frau bestellte sich noch eine rauchige Sauce Hollandaise. Die gehörte ihr aber ganz alleine, war so überhaupt nicht mein Geschmack, abgesehen davon, dass ich die zum Steak sowieso nicht brauche.

Eine Nachspeise hatten wir auch, also ich und zwar Valrhona Schokolade mit Eis und irgendwas von der Marille. Ein toller Abschluss.

Unsere Freunde hatten einmal den Surf und Turf Spieß, ein 400g Rumpsteak, dazu Fisolen mit Speck, so wie wir die Trüffelgnocchi, Steak Fries und auch die Valrhona Schoki. Beide waren mit dem gebotenen sehr zufrieden.

Ausgezeichnet gegessen, schönes Ambiente, Service in Ordnung. Nur lernt den Leuten bitte lächeln. Das mit dem (Wiener)Schmäh verstehe ich ja noch, wenn die Leute nicht aus Österreich kommen.
Die gesamte Zeche mit Maut waren 320 Euro, die ich mit Kreditkarte beglich.

Wir können uns gut vorstellen wieder einmal ins EL GAUCHO zu gehen, wenn uns nach Steak ist.....

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Kommentare (1)

am 5. Juli 2019 um 22:13

Das mit den 2h ist noch immer so, ABER man wird nur an die Bar gebeten, nicht aus dem Lokal geworfen und auch nur wenn sie rammelvoll sind. Im 1. Stock gäbe es übrigens auch einen Veranstaltungsraum, die mindestkonsumation habe ich nicht mehr im Kopf, ich weiß aber wir sagten "das schaff ma" ;)) und wurde gesagt, man kann explizit dazu sagen, man möchte länger als 2h bleiben,.. das ist aber schon wieder länger her, fraglich ob das noch gilt:)

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El Gaucho
Rochusplatz 1
1030 Wien
am Rochusmarkt
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