Hiro - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 8. Juni 2018
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Gastronaut
474 Bewertungen
45 Kontakte
Tester-Level 29
3Speisen
2Ambiente
3Service

Das neue „Hiro“ in der Seyringer Straße liegt idyllisch zwischen Betonburgen und Großmärkten und ist ein Testballon. Denn die chinesischen Betreiber von „Hiro – Japanese Cuisine“ zeichnen auch für sieben ähnliche Lokale in Mailand verantwortlich, einer Stadt mit einem überraschend großen chinesischen Einwohner-Anteil. Auf die Nachfrage, warum man dann eigentlich auf japanische und nicht auf chinesische Küche setzt, erhalten wir die Antwort, dass die unterschiedlichen chinesischen Nationalküchen viel zu komplex sind und für die Köche das Erlernen der japanischen Gerichte um einiges einfacher sei. Jeder, der schon einmal die echte japanische Kaisake-Küche probiert hat weiß, dass das natürlich so nicht stimmt. Aber egal.
Im „Hiro“ kann man für 12,90 Euro mittags oder 18,90 Euro abends aus der Karte bestellen, was man möchte – Getränke sind extra zu bezahlen. Wenn man aus der konventionellen Karte ordern möchte, gilt das als altmodisch, denn hier bestellen die meisten Gäste mittels einer App, die man sich zuvor aufs Handy lädt. Wir haben das auch so gemacht. Die Speisekarte ist abgesehen von Sushi nicht besonders japanisch, sondern eher eurochinesisch bis panasiatisch angehaucht – plus Fischstäbchen, Chicken-Nuggets und Pommes Frites. Für die Kinder, wie man uns sagt.

Eines vorweg: Das Sushi ist toll! Basierend auf einer guten Fisch-Qualität und Frische, überzeugen hier wirklich alle gekosteten klassischen Nigiris und Makis. Sogar das sonst kaum mehr erhältliche Thunfisch-Sashimi ist ein Traum. Und wie in so ziemlich allen ähnlichen Lokalen werden natürlich auch Maki-Kreationen angeboten, die die Welt nicht unbedingt braucht, die Menschen aber offenbar lieben. Ich kann getrost sagen, dass das Sushi hier den teuren Innenstadt-Tempeln nur in sehr wenigen Punkten nachsteht. Das gesagt habend, kann ich jedem Sushi-Fan nur empfehlen, den beschwerlichen Weg nach Kagran auf sich zu nehmen und hier zu essen. Aber echt nur die kleinen Dinger mit rohem Fisch, Gemüse und Reis …
Die restliche Karte ist nett, aber nicht wirklich der Rede wert. Na gut, ganz kurz: Das Rindersteak ist ein relativ dünnes gegrilltes Stückchen Rostbraten, das überraschend saftig geblieben ist. Aber ansonsten besteht die Karte tatsächlich aus Speisen, die es bei jedem Chinesen ums Eck in zumindest der selben Qualitätsstufe gibt: Knuspriges Gan Bian Huhn in süßer Sauce, Gyoza, nicht-sehr-knusprige Ente, zähes mongolisches Rindfleisch, diverse Teigtaschen und Frühlingsrollen aus der Massenfertigung. Wie gesagt, nicht schlechter, aber auch nicht besser als beim 08/15-Asiaten um die Ecke. Und ganz ehrlich, ich kann mir auch kaum vorstellen, dass die warmen Gerichte allesamt komplett frisch zubereitet werden …

Insgesamt zahlt sich die Reise ins „Hiro“ nur dann wirklich aus, wenn man der Meinung ist, größere Mengen an gutem Sushi zu lieben, denn dann kommt man hier wirklich voll auf seine Kosten!

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Kommentare (10)

am 10. Juni 2018 um 16:16

Was allerdings in mehreren Testreihen in meiner Küche bewiesen werden konnte: Reibt man eine Nadelspitze mit flüssigem Glutamat ein, können doppelt so viele Engel drauf tanzen.

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am 10. Juni 2018 um 16:02

Du brauchst mit diesbezüglich wirklich nichts erklären, BruderBernhard: natürlich ist die ganze Glutamatunverträglichkeit ein Hype ohne schulmedizinischen Hintergrund - eben weil keinerlei nachweisbarer Unterschied zwischen dem was Du „chemisches Pulver“ nennst und dem was Du in Deiner Küche (wie übrigens die meisten guten Köche) aus natürlichen Zutaten nutzt: die Eigenschaften sowohl auf die Gesamtspeise als auch auf den Organismus sind exakt die gleichen.
Es gibt nämlich schlicht und einfach keine glutamatfrei Küche: und auf nix anderes wollte ich hinweisen. Tut mir leid, wenn dieser mein Sarkasmus nicht angekommen ist!

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8
am 10. Juni 2018 um 14:28

Da sind die zwei Winkel zwischen Glutamat und Glutamatpulver nicht übernommen worden. Es heisst dort Glutamat ungleich Glutamatpulver (im Sinne der Küche, natürlich)

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am 10. Juni 2018 um 14:27

Tja - so ist halt die übliche Definition. Natürliches Glutamat Glutamatpulver. Ich informiere dich gerne darüber, dass das ein Trick der Küche ist, Lebensmittel mit natürlichem Glutamat als Geschmacksverstärker zu verwenden. Pilze gehören auch dazu. Die Glutamatunverträglichkeit, die übrigens in Blindtests nicht nachgewiesen werden konnte, bezieht sich immer auf das Chemische, wo auch immer es dann vorkommt.

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10
am 10. Juni 2018 um 10:53

Doch: dein Plan enthält (bis auf Parmesan) die Lebensmittel mit dem höchsten Glutamathehalt. Das als „glutamatfrei“ zu bezeichnen macht keinen Sinn.

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am 10. Juni 2018 um 07:54

Nein, das ist nicht "ausgesprochen glutamathaltig", sondern es wird das natürlich vorhandene Glutamat extrahiert. Dass Sojasauce etc. Glutamat enthält, fällt nicht ins Gewicht, denn das ist im Bereich von unter 1 %, auf einen Löffel ist das nicht mehr viel. Wenn Asiaten sagen, sie verwenden kein Glutamat, dann ist da natürlich das weisse Pulver gemeint, das schon in Haushaltsgrösse in 100 oder 200 Gramm Tüten verkauft wird. Die Saucen, die die österreichische Küche so gerne verwendet und die wohl meistens aus der Tüte stammt oder aus Pulver angerührt wird, enthält weitaus mehr Glutamat. Davon ausgenommen natürlich die richtigen Köche, die so wie die guten Asiaten Knochen, Gemüse, Fleisch zwecks Würzung auskochen. Geh mal ins Tofu & Chili und schau dir den 25 Liter Suppentopf an, der dort stetig in Betrieb ist.

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am 9. Juni 2018 um 19:35

BruderBernhard, das was Du da schilderst klingt köstlich - ist aber ausgesprochen glutamathaltig, geradezu das Gegenteil von glutamatfrei!

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am 9. Juni 2018 um 13:28

Morgen habe ich Gäste. Glutamatfrei heisst, so zu kochen, wie ich es jetzt grad tue: Schwarze Bohnenpaste herstellen, Chiliöl ansetzen, braune Grundsauce auf Basis Hühnerbrühe und ausgekochter Gemüse wie Sellerie, Lauch, Tomaten vorbereiten, und das alles am Vortag. Hühnerfüsse fritieren und marinieren. Mit anderen Worten: Es ist ohne weiteres möglich, ohne Glutamat chinesisch zu kochen, aber man muss die Basisteile selber machen. Gekauftes enthält immer Glutamat, ebenso die Würzsaucen im Chinaladen. Ich habe so eine im Schrank für Notfälle, Vegetarian Mushroom Sauce heisst die, 4% Glutamat drin. Wo StephanS Recht hat: Tomaten enthalten Glutamat, allerdings ist das natürliche Glutamat problemlos.

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10
am 9. Juni 2018 um 12:36

Glutamatfrei heißt ohne Hühnerfleisch, ohne Tomaten, ohne Tofu: stell ich mir recht fad vor...

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8
am 9. Juni 2018 um 09:02

Auf der Speisekarte steht "glutamatfreie Küche" - das glaube ich nie im Leben, wo sonst sollen diese fotografierten Schnellschüsse denn sonst auch den Geschmack her nehmen?

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