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Pramerl and the Wolf - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 14. Oktober 2016
Experte
Stammersdorfer
235
28
27
3Speisen
4Ambiente
4Service
12 Fotos1 Check-In

Eine Geburtstagseinladung von lieben Freunden, hat uns zu PRAMERL und der WOLF verschlagen. Also eigentlich Pramerl an the Wolf, aber mia san in Österreich.

Für die Anfahrt vom 8ten kommend, haben wir den 5er bis zum JTP genommen um uns dann durch die Schluchten des 9ten Bezirks, bis zur Pramergasse 21 durchzuschlagen. Von den Öffis am nächsten gelegen ist die U4 Station Roßauer Lände.

Ein schöner 4er Tisch im Eck war für uns reserviert, gut so, denn genau 20 Personen haben Platz und sie waren alle da an diesem Donnerstagabend den 13.10.2016.

Ein Tschocherl wie vor geraumer Zeit ein Schreiberling einer Zeitung meinte, ist es meiner Ansicht nach nicht. A Tschochal woa da „Fredl“ einst in unserer Jugend. Ein Lokal in Stammersdorfer das es ewig nicht mehr gibt und dessen Betreiber schon sehr lange von uns gegangen ist. Da wurde geraucht, sehr oft zu viel getrunken, gewuzlt und oder Dart gespielt. Das Lokal hatte Patina und einen etwas eigenen Geruch. Dem Wurlitzer wurde das eine oder andere mehr oder weniger schöne Musikstück entlockt und dazu wurde manchmal auch gegrölt. Da hat man auch um 4 in der Früh noch den berühmten Toast des Hauses bekommen und es war immer was los, auch das eine oder andere nicht immer ganz jugendfreie. Und um 6h in der Früh ist man dann vis a vis zum Bäcker auf ein Frühstück gegangen. Aber das ist heute....... keine andere Geschichte, nein eine aus meinen 20iger Jahren. :-)))

Exkurs zum Thema Tschochal beendet. Nun zu dem kleinen Lokal mit den sehr hohen Räumen. Holzvertäfelung an der Wand, oben weiß ausgemalt, mit „schrägen“ Leuchten an der Decke und den verkehrt hängenden Pflanzen bei den Fenstern. Der Boden neu und ebenfalls aus (etwas dunklerem) Holz. Eine alte Schank steht da, dahinter eine genauso alte Kühlanlage, darüber mit der Möglichkeit Gläser abzustellen, einfach schön und urig. Sitzt man an der Wand, dann auf einer Holzbank mit Polsterln fürs Popschal, ansonst auf so Stahlrohrsesseln mit lederbezogener Rückenlehne und ebensolchen Sitzflächen. Die dunklen Holztische sind eher filigran und ein wenig wackelig, aber man(n) weiß sich ja zu helfen. Was an denen sehr gefallen hat, ist die darunter liegende Bestecklade. Man nimmt sich das was man glaubt zu brauchen. Wir haben uns auf Anhieb wohl gefühlt.

Zitat HP: Wir servieren kein a la carte, sondern ausschließlich auf unsere Gäste abgestimmte Menüs. Die Fragen - „Wie viel Hunger habt Ihr?“, „Was wollt bzw. sollt Ihr nicht essen?“, „Wie viel Zeit bringt Ihr mit? - bestimmen Umfang, Inhalt und Rhythmus des Menüs.

Die Menüs sind 4 bis 7 gängig und schlagen sich mit 43 bis 64 Euro zu buche. Dazu gibt’s köstliches selbst gebackenes Brot und frisch gerührte Butter. Davon kann man auch nach haben, von dem wir einige Male Gebrauch machten, weils so gut war.

Und dann stand auch schon Wolfgang Zankl, der Betreiber, Koch und frühere Unternehmensberater da und hat uns sein Konzept erklärt. Für mich die 6 Gänge bitte. Wobei man sich unbedingt auf alle 7 einlassen sollte, zu schaffen ist es, ein Gericht mit Stör ist uns da leider entgangen. Und dazu die Getränkebegleitung. Bier von der Winzerin Judith Beck aus Gols, ihr UPA-Ulrich Pale Ale 0,33l, Starkbier aus Holland, spanischer Sherry aus dem torfigen Whisky Fass, Sake aus Japan, ein Weißer von der Mosel und sowohl rot als auch weiß aus Frankreich. Was soll ich sagen, großteils sehr gewöhnungsbedürftig und mir alles vollkommen unbekannt. Die Saftln haben dann aber doch teils sehr gut zu den Speisen gepasst. Da hat einer viel ausprobiert und sich was überlegt. Wiener Hochquelle wird ständig und unaufgefordert nachgebracht und der kleine schwarze starke ohne Zucker danach, war richtig gut, nicht bitter und mit schöner Creme.
Ein Getränkekarte gibt’s übrigens auch, vieles da drinnen eher hochpreisig und mir teils vollkommen unbekannt.

Der einzige junge Kellner war aufmerksam, sehr freundlich, recht flott, er war sehr rasch beim Abräumen und er weiß zu jedem Getränk eine Gschichtl zu erzählen. Das servieren der Speisen macht er immer gemeinsam mit dem Koch, der auch genau erklärt um was es sich handelt und er hatte auch immer ein kleinen Scherz auf Lager.
Und an der Stelle wird es überaus schwierig, weil einiges was uns da gebracht wurde, habe ich bis dato weder gesehen noch gehört und mir natürlich auch nicht gemerkt. Daher folgt nun der Versuch einer Aufzählung des gegessenen.

Zu Beginn hat uns die Küche begrüßt, Servas :-) Wir bekamen eine Kreation mit unten was brotähnlichem, darauf eine Trüffelcreme, mit etwas gelbem samt Blüte. War großartig, für die AntitrüffelÖLbewegung hier im Forum, aber vollkommen ungenießbar :-))
Weiter ging es mit einem optisch etwas anderen Beef Tatar samt Senfkörnern. Auch das war gut, nur der berühmte Höhepunkt ging mir ab.
Dann wurde mir ein Pilzgericht mit Rollgerstl und oben drauf ein Stundenei serviert. Sehr gelungen, gut abgeschmeckt und auch die Optik gefiel. Ich konnte jedenfalls Shiitake Pilze erkennen, was die blättrigen waren kann ich nicht sagen. Das Gericht hat jedenfalls einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.
Der Nächste Gang war eine gelbflossen Thunfisch. Wie mir Wikipedia verriet ein sehr bedeutender Speisefisch. Einer mit festem hellem Fleisch und gewissem Eigengeschmack. Drüber recht knackiger Kürbis und etwas Knuspriges, das Würmern ähnlich sah? Hat aber eher an Knusperflocken erinnert. Auch diese Kreation hat geschmeckt, wenn auch der Meeresbewohner etwas trocken war.
Gang Nummer 4 war rosa gebraten Ente, mit Chicoree, Birne und einem Teigtascherl, gefüllt mit etwas grobem, leberähnlichem. Dazu ein köstliches Saftl, das er erst bei Tisch drüber leerte. Für mich der kulinarische Höhepunkt des Abends und alleine betrachtet (fast) 5. Harmonisch, mit sensationeller Würzung und einem Saft, der den doch etwas bitter schmeckenden Salat, sogar ein wenig süßlich erscheinen ließ. Herrlich! Seine Story dazu, bitte aufpassen beim rein beißen in den Vogel, es kann sein dass sie auf Schrot beißen. Aber da schräg gegenüber ist ein Zahnarzt, zu dem habe ich einen guten Draht.
Nach etwas Wartezeit erfreuten wir uns alle an einem sehr interessanten, weil würzigen französischen Käse, Name natürlich unbekannt. Darüber etwas optischer Firlefanz mit Zwiebelgeschmack und einige Stücke roher Champignon, der mit dem Käse überaus gut harmonierte.
Den Abschluss machten süße Feigen, große Kuchenkrümel und ein mir unbekanntes Eis. Ein ordentlicher Abschluss wie ich fand.
Nein dann kam noch die Verabschiedung aus der Küche. Servas :-) Und das war eine ganz eigenwillige Kreation. Der Kellner meinte beim servieren nur, bitte auf einmal hineinstecken, sonst kann er keine Haftung übernehmen und verschwand mit einem Grinser. Da lag auf einem weißen Teller undefinierbares geruchloses Grünzeug und drauf vier helle Kugeln. Außen war das eine feste Schokohülle? der Kern innen flüssig und mit Pilzgeschmack. Irgendwie interessant, aber auch eigenwillig.

PRAMERL und der WOLF, es war sehr schön wieder einmal etwas anderes, neues kennen gelernt zu haben, wobei für mich die Wiederholungsgefahr eher gering ist. Was Herr Zankl meiner Ansicht nach nicht abstreiten kann, das er einst dem Markus Mraz über die Schulter geschaut hat. Was wir gezahlt haben kann ich nicht sagen, wir war geladen. Aber wir haben uns zufrieden, per Pedes, auf den Heimweg gemacht und uns noch lange über das kulinarisch erlebte unterhalten......

Wie meinte einst Karl Farkas und heute auch ich „Schau‘n sie sich das an....."

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Kommentare (3)

am 15. Oktober 2016 um 16:31

Sorry cmling aber FJB sagt niemand, das ist immer nur der "Franzl" Bahnhof und JTP wurden von denen die dort in der nähe geareitet haben, so wie ich, sehrwohl häufig verwendet...... :-)

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Experte
235
28
am 15. Oktober 2016 um 03:56

"Also eigentlich Pramerl an[d] the Wolf, aber mia san in Österreich." Mir ist nicht klar, warum sich eine Übersetzung überhaupt anbietet?

Erwähnen möchte ich noch für Leute, die ungerne grübeln, daß JTP der Julius-Tandler-Platz sein dürfte. (FJB wäre für mich einfacher gewesen!)

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Experte
48
22
am 14. Oktober 2016 um 22:37

Wenns derzeit eine Meisterschaft für die dämlichsten Lokalnamen gäbe, würde Wien den 1. Platz belegen.

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197
51
Pramerl and the Wolf
Pramergasse 21
1090 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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40
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2 Bewertungen
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