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Konoba Bellini - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. September 2016
DerPan
5
1
2
3Speisen
3Ambiente
0Service

Auf Initiative von Freunden, die in der Nähe der Konoba Bellini wohnen, haben wir gestern dort unseren ersten und - ich schicke es gleich voraus - wohl auch letzten Besuch abgestattet.

Wir - 4 Personen - hatten reserviert und wurden vom Besitzer zunächst freundlich begrüßt und an den uns zugewiesenen Tisch geleitet. Speisekarten gab es auch, jedoch wurden uns selbige nicht gereicht, sondern auf den Tisch gelegt.

Das Ambiente schwankt zwischen heimelig und plüschig-kitschig, ist aber insgesamt durchaus angenehm. Es waren bereits 4 oder 5 Tische belegt, von Anfangs-Zwanzigern bis Spätfünfzigern war alles vertreten.

Schon nach kurzer Zeit erschien Herr Bijelic, der Eigentümer und einzige Kellner in Personalunion, wieder, um uns nach unseren Getränkewünschen zu fragen, welche auch recht rasch erfüllt wurden.

Vom positiven Beginn des Abends beflügelt begannen wir, die Karte zu studieren und trafen unsere Wahl. Einzig, wir konnten diese niemandem mitteilen, denn Herr Bijelic hatte sich zu - offensichtlich - Stammgästen an den Tisch gesellt und plauderte. Nun, das darf und soll auch so sein, denn so fühlt sich der (Stamm)Gast auch willkommen. Weniger gut fanden wir dann dennoch, dass diese Plauderei gleich gute 10 Minuten dauert und alle anderen Gäste warten mussten, da es ja bloß einen Kellner gibt.

Nun gut, irgendwann huschte der Eigentümer dann doch wieder durch das Lokal, bereits etwas gestresst, da nun schon so mancher Gast nach seiner Aufmerksamkeit verlangte. Auch wir durften unsere Speisewünsche deponieren.

Als Vorspeisen wählten unsere Freunde den dalmatinischen Prosciutto mit Schafkäse und Oliven sowie den Oktopussalat in Olivenöl mit Zwiebeln. Meine Frau und ich nahmen den von uns heiß geliebten Shopska-Salat mit geriebenem Schafkäse.

Fazit hierzu: besonders gut kam der Oktopussalat an, der wirklich delikat gewesen sein soll; Prosciutto sowie Shopska-Salat waren aus unserer Sicht unter "passt, war aber nicht weiter erwähnenswert" einzuordnen. Shopska-Salat kenne ich grundsätzlich mit einem wesentlich geringeren Anteil an grünem Salat, dafür mit mehr Schafkäse; aber diese Art mag eine dalmatinische Besonderheit sein.

An Hauptspeisen wählten die Damen jeweils den Branzino vom Grill mit Mangoldgemüse, wir Herren hatten Lust auf Raznjici mit Zwiebeln und Ajvar.

Die Hauptspeisen waren sämtlich von wirklich guter Qualität und im wahrsten Sinne des Wortes "genießbar". Ein eher kurzes Vergnügen, denn die Portionsgrößen können mit den Preisen leider keineswegs Schritt halten...

Gottseidank haben wir es nicht versäumt, im Zuge des Abtragens der Teller gleich eine zweite Runde Getränke zu ordern, denn wie wir erfahren sollten, war der Zenit des Abends damit bereits überschritten.

Herr Bijelic widmete sich inzwischen in bewährter Weise anderen Stammgästen, die ihn dermaßen in Anspruch nahmen, dass nicht nur wir, sondern auch alle anderen Gäste komplett in Vergessenheit gerieten.

Glücklicherweise hatten wir mit unseren Freunden viel zu bereden, denn weder wurden wir nach weiteren Getränkewünschen gefragt noch nach Wünschen hinsichtlich eines Desserts...

Nach einer guten Stunde in intimer - da von keinerlei Personal behelligter - Runde konnten wir den Eigentümer immerhin dazu bewegen, seine Unterhaltung zu unterbrechen und uns die Rechnung zu bringen, die aufgrund der sehr selbstbewussten Preisgestaltung durchaus bemerkenswert ausfiel.

Da wir sowohl mit Lob als auch mit Trinkgeld äußerst sparsam umgingen, scheint dann doch aufgefallen zu sein, dass wir nicht vollstens zufrieden waren, denn Hr. Bijelic entschuldigte sich dann wortreich und meinte, er hätte an diesem Abend doch unerwartet viel zu tun gehabt. Eine interessante Argumentation, saß er doch die ganze Zeit keine fünf Meter von uns entfernt...

Trotz der Entschuldigung fiel es ihm jedoch nicht ein, zumindest einen Kaffee oder ähnliches als kleine Geste der Entschädigung anzubieten, was uns dann endgültig in unserem Entschluss bestärkt hat, hier, wo einzig der Stammgast zu zählen scheint, nicht wieder "Gast" sein zu wollen.

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Kommentare (3)

am 27. September 2016 um 00:29

Ich respektiere grundsätzlich die Notengebung jedes Testers. Bei allen Verfehlungen scheint mir eine "0" etwas streng.

Gefällt mir2
Experte
80
48
am 25. September 2016 um 12:24

Bertl, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt - die (gut und gern) 10 Minuten durften wir noch warten, um unsere bereits längst getroffene Wahl mitteilen zu dürfen :-/

Gefällt mir
5
1
am 24. September 2016 um 14:51

Zehn Minuten zum Speisekartenlesen als zu lang empfunden?? Nun, Geschmäcker... ;-)

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Experte
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38
Konoba Bellini
Koppreitergasse 28
1120 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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39
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9 Bewertungen
Konoba Bellini - Karte
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