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Kern Beisl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 8. Juni 2016
Experte
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4Speisen
4Ambiente
3Service
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Das Lokal „Kern Beisl“ befindet sich leicht versteckt in einer kleinen Seitengasse der Tuchlauben (Tuchlaube=Gasse im ersten Wiener Bezirk für alle nicht Wiener). Wahrscheinlich deshalb ist es hier im Forum noch nicht oft bewertet. Mir ist es schon seit Jahren bekannt allerdings auch zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geraten. Nichts desto trotz war heute ein Besuch fällig. Die Anreise erfolgte mit der U-Bahn bis zum Stephansplatz und danach ein kurzer Fußweg zum Lokal. Der City Bus 3A ist eine Alternative für alle die fast bis zum Lokal fahren wollen. Die Anfahrt mit dem Auto würde ich wenn möglich vermeiden. Parkplätze und erste Wiener Bezirk ist keine gute Kombination.

Vor dem Lokal ist ein Gastgarten. Verschönert mit ein paar Blumentrögen ist es in der verkehrsberuhigten Gasse durchaus recht angenehm im Freien zu speisen. Ich begab mich allerdings in das Lokalinnere. Durchaus barrierefrei wie ich bei einem Gast der in Rollstuhl an einen Tisch saß bemerkte. Rauchfrei ist das Lokalinnere ebenfalls. Der erste Eindruck des Lokals, hier fühle ich mich wohl. Klein aber fein. Das Lokal besteht eigentlich nur aus einem Raum. In diesem sind an der einen Wand in Nischen etwas größere Tische. Im Lokalzentrum und an der anderen Lokalseite kleine Tische für zwei Personen. Das Mobiliar durchwegs aus dunkleren Holz. Die Tische mit Tischtüchern belegt. Darauf eine Bierkarte von Gösser, Salz und Pfeffer. An der Wand ein Bild. Nicht viel Dekoration aber trotzdem ein gemütliches, nettes Lokal.

Ich nahm nach Rückfrage bei einem der beiden Kellner an einem zentralgelegenen Tisch mit Blick zur Schank und Küchenbereich Platz. Die Speisekarte wurde umgehend gebracht. Mit der Getränkefrage wurde gewartet. So entdeckte ich das hier die verschiedensten Natursäfte angeboten werden. Ich entschied mich für einen großen mit Sodawasser gespritzten Holunderblütensaft (€ 4,00). Zum Essen wählte ich die Leberknödelsuppe und aus der Tageskarte, die neben vier Menüs zu Mittag und am Abend noch diverse Wiener Spezialitäten anbietet, das Altwiener Backfleisch mit Erdäpfel-Jungzwiebelsalat (€ 17,80).

Die Suppe ließ nicht lange auf sich warten. Serviert in einer klassischen kleinen Suppenschüssel. Die Suppe dunkler und mit Schnittlauch verfeinert. Nicht brennheiß sodass ich gleich loslegen konnte. Die Rindsuppe macht ihren Namen alle Ehre. Eine kräftige sehr geschmackvolle Suppe. Salz und Pfeffer aus der extra am Tisch abgestellten Pfeffermühle waren nicht nötig. Der Knödel war allerding leider ziemlich hart. Das Zerteilen machte doch einige Mühe. Das obwohl der Knödel ziemlich fein püriert war. Dem Geschmack beeinflusste dies jedoch nicht. Der war einwandfrei. Ein sehr guter selbstgemachter Leberknödel.

Nach der Suppe begab ich mich zu den Toiletten. An der Schank vorbei Richtung Küche linker Hand ist dann allerdings mit Rollstuhl oder Gehbeeinträchtigung Endstation. Ein klassische sehr enge und steile Wendeltreppe wie man sie heutzutage nur ganz selten noch findet führt in den Keller zu den Toiletten. Dies in sehr guten und auch sauberen Zustand. Die Toiletten wurden mit Sicherheit tadellos gewartet und gepflegt.

Wieder an meinen Tisch Platz genommen dauerte es nicht mehr lange und mein Backfleisch wurde serviert. Ein großes und ein kleines Stück Rostbraten. Ein Stück Zitrone auf einem Salatblatt wurde mitserviert. Auf einen tieferen Teller der Erdäpfelsalat. In stärkere Scheiben geschnitten, was mir lieber ist. Verfeinert mit reichlich rotem und Jungzwiebel.

Zum Geschmack. Das Backfleisch war nicht zu dick geschnitten. So war es durchgebacken ohne zäh oder hart zu sein. Der Geschmack vom Senf und Kren deutlich schmeckbar. Die Panier fettfrei und sehr gut souffliert. Der Würzgrad war auch perfekt. Das Fleisch ohne Flachsen und nur mit ganz dezenten Fettspuren. Ein Alt Wiener Backfleisch ganz nach meinem Geschmack. Die perfekte Ergänzung dazu war der Salat. Die Kombination der Jungzwiebel und roten Zwiebel verlieh dem Erdäpfelsalat einen eigenen für mich unbekannten, allerdings hervorragenden Geschmack. Auch der Süßgrad war in Ordnung. Dieser war nicht zu stark. Eine tadellose Hauptspeise.

Trotzdem ich schon ziemlich satt war und im Gedanken eigentlich das Dessert in Form eines Eisbechers im naheliegenden Eissalon Tuchlauben einnehmen wollte, verlangte ich noch einmal die Karte. Hier stach mir ein Dessert ins Auge was mein Vorhaben vergessen ließ. Das geeiste Schoko Parfait von Zotter mit Beerenragout und Oberstupf (€ 4,80). Als Steiermark Urlauber in der Region Loipersdorf ist mir der „Zotter“ natürlich vertraut und auch schon bekannt durch einen Besuch in seiner Schokomanufaktur. Das Dessert wurde ebenfalls ohne lange Wartezeit serviert. Drei Stück vom Parfait welches mich das Eis nebenan gleich vergessen ließ. Intensivster Schokoladengeschmack, Herz was willst du mehr. Dazu ein nicht zu süßer aber ebenfalls sehr intensives Beerenragout. Der Oberstupf war von frischen Schlagobers. Kombiniert miteinander, ein Desserthighlight.

Das Service etwas distanziert. Keine typischen Wiener Wirtshauskellner, was man aber mit der Lage im ersten Bezirk durchaus verstehen kann. Ihren Job machten sie jedoch sehr gut. Keine unnötigen Wartezeiten, kein vergessenes Leergeschirr. Rechnung gab es in Zweifacher Form. Vorerst nur der Kassenbon und nach dem bezahlen die Rechnung mit dem Trinkgeld zusätzlich angeführt. Bei meiner Rechnung stimmte das Trinkg1 Euro wurde zu viel angeführt. Herausgegeben wurde beim Bezahlen allerdings richtig.

Mein Fazit – Vielleicht noch ein gewisser Geheimtipp, weil etwas abseits von Touristischen Trampelpfaden in der Kärntner Straße. Soll mir recht sein, wenn es nicht so überfüllt ist wie manche Touristenlokale mit sehr guter Küche in der Innenstadt, aber den Retelesern und Testern kann ich es durchaus empfehlen und ans Herz legen.

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Kommentare (1)

am 6. September 2016 um 14:47

Der Bus 1A fährt auch zur Brandstätte - etwa 100 m entfernt.

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Kern Beisl
Kleeblattgasse 4
1010 Wien
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