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PETZ im Gußhaus - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 5. Mai 2016
Experte
Stammersdorfer
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4Speisen
3Ambiente
3Service
9 Fotos1 Check-In
Gelistet in: INNEREIEN

Vorgestern Abend mit lieben Freunden zu Gast bei Meister PETZ im GUSSHAUS, in der gleichnamigen Straße, auf Haus 23, im Vierten. Der letzte Besuch bei ihm war, als er noch beim Meinl am Graben kochte, ist also schon einige Tage her. :-)
Die Anfahrt mit dem großen roten Schienenfahrzeug der Linie D bis zum Schwarzenbergplatz, dann einige Minuten zu Fuß stadtauswärts. Mit der 2er Bim kommt man auch recht gut hin.

Die telefonische Reservierung schon einige Wochen zuvor, denn die letzten beiden, allerdings recht kurzfristigen Versuche, sind kläglich gescheitert. Aber wie heißt es so schön, aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Die Hütte war übrigens auch am Dienstag den 3.5.2016 wieder voll.

Übers Ambiente wurde hier im Forum schon einiges geschrieben. Wenn man rein kommt der kleine gemütliche Schankraum, wo man sich nach wie vor eine ins Gesicht stecken kann. Wir hatten unseren Tisch im hinteren Raum, da geht es leider etwas kühler zu. Roter kalter Steinboden, weiße Wände, mit einigen mehr oder weniger geschmackvollen Bildern, Holzsesseln und -tische. Auch der Versuch mit zwei Weinschränken, einer Holzkommode und einem Spiegel, etwas Gemütlichkeit zu vermitteln, gelingt nur bedingt.

Der Start in den Abend mit 2 Glas Rose Sekt vom Loimer aus Langenlois, gut, sogar sehr gut, nur leider gabs hier, für uns vier, keinen Prosecco :-(

Nachdem wir ausreichend Zeit hatten die Speisekarte zu studieren, kam das Gedeck, bestehend aus Fleischaufstrich, Butter und dem gut sortierten Körberl, später dann noch ein Zweites. Der Aufstrich undefinierbar, hat irgendwie nach Curry, aber auch Zeller? geschmeckt, er hat uns nicht recht überzeugt, fehlerlos, aber irgendwie „eigen“. Die Butter war streichfähig, Brot und Gebäck frisch.

Das erste Flascherl des Abends war der Kumarod, vom Weingut Schwarz, aus Andau im Burgenland. Ein Weißweincuvee (gibt’s auch in rot) zu je einem Drittel aus Sauvignon Blanc, Chardonnay und Scheurebe. (auch Sämling 88) Der war schlicht gewaltig, sehr fruchtig, etwas schwerer, von kräftiger gelber Farbe und etwas Restsüße.
So blieb dann leider der darauf folgende Pinot Blanc „Gola“ aus 2014, vom Weingut Wohlmuth, aus Kitzeck im Sausal, Südsteiermark, etwas zurück. Auch ein erfrischender, fruchtiger Weißer, sogar ausgezeichnet, nur hätte man ihn vor dem Kumarod trinken sollen, aber egal.
Von der Wiener Hochquelle, einmal bestellt, stand immer eine Karaffe am Tisch, ohne dass sie danach auf der Rechnung stand.

Was hatten wir zu futtern? Da waren zwei Vorspeisen, einmal Vitello Dorschato mit Lardocrostini und Beef Tartar samt Avocado. Für mich ein Zwischengericht, das Hausbeuscherl in der kleinen Version, mit Serviettenknödel und Hendlherzen. Sowie als Hauptspeise Backhuhn mit Salat und Kalbsherz in einer Morchelsauce, dazu irgendwas Eierteigiges? Eine Nachspeise gabs auch und zwar Schokolade aus der Xocolat-Manufaktur, wobei ich da bei der Bestellung etwas anderes vor Augen hatte?

Das Vitello großartig, mit sehr dünn geschnittenem Kalbfleisch, sehr fein und weich, dazu eine grandiose Dorschlebermayo. Die nicht geil, mit tollem Fischgeschmack, einfach herrlich. Der leicht salzige Speck auf den Crostini sehr gschmackig.
Das Tartar eines von der gröberen Machart, gut gewürzt, wobei die Avocado etwas unter geht, da gibt’s bessere. Das Körberl kam auch hier zum Einsatz.

Mein Beuscherl beim Petz Bär, hat mich voll überzeugt. Nicht flüssig, eher cremig, die Kalbslunge in längliche Streifen geschnitten, die Herzen geviertelt, alles nicht zu hart, nicht zu weich, ein sehr harmonisches Gericht. Dazu ein kleines Stück eines angebratenen Knödels. Vorzüglich, ein Muss für jemanden der Innereien liebt!

Der Hauptgang meiner liebsten Frau, Henderl (Stubenküken?) gebacken. Die Panier goldgelb, sehr knusprig, wobei da irgendein Geschmack dabei war, den wir nicht kannten? Das Fleisch nicht ganz so weich wie wir uns das vorstellten und bei einem der 3 Teile, war geringfügig Blut beim Kochen. Gut wars dennoch. Und dann war da noch der Salat dazu, der wiederum der Hammer. Ein Erdäpfel-Mayonnaisesalat, wobei sich da drinnen auch Essiggurkerln, Spargel und Vogerlsalat fand. Perfekt, leicht süßlich mariniert, das hat alles wunderbar harmoniert und ein richtiger Berg wars außerdem.
Und dann war da noch mein bissfestes Herz vom Kalb in Scheiben geschnitten. Das Ganze in einem sämigen dunkelbraunen vorzüglichen Safterl, mit vielen Morcheln und frischem Jungzwiebel. Top!

Zur Nachspeise tranken wir wieder einen vom Schwarz, seinen 2012er Rebell, ein Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Merlot und St. Laurent. Dunkelrot, weich, lange am Gaumen, der perfekte Begleiter zu Käse und Schokolade.
A ja meine Nachspeise, teils verschiedene Schokokugeln, in einem schönen Holzkisterl serviert. Wobei vier Plätze frei blieben, aber auch die 12 die kamen, waren mehr als genug. Einige wenige schmeckten etwas nach Minze, brauch ich weniger, die anderen alle irgendwie mit Nougat gefüllt, die waren richtig gut.

Der kleine schwarze und sehr starke danach, kam von der Rösterei Grandoro aus 1070 Wien, einzig ein wenig zu bitter war er mir.

Unsere Freunde hatten ebenfalls Sekt, 2 Vor-, 2 Haupt- sowie 2 Nachspeisen und beide auch einen Espresso. Sie waren mit dem Gebotenen durchwegs sehr zufrieden!

Das Personal an dem Abend, zwei für uns zuständige Damen. Die beiden Herren hatten einen anderen Bereich über. Sie waren sehr freundich, weitgehend flott, aber nicht immer ganz aufmerksam. Manches wurde sehr rasch abgeräumt, einiges stand ewig am Tisch. Das mit dem Wein nachschenken hat mal funktioniert, dann sind wir wieder vor leeren Gläsern gesessen. Die Wartezeiten auf die Speisen zu Beginn sehr kurz, später dann deutlich länger, der letzte Tisch der ankam, hat eine gefühlte Ewigkeit gewartet, wobei sich das Personal mehrfach dafür entschuldigt hat. Und wenn man einige Male an einen Gast anstößt, dann sollte man sich wenigstens entschuldigen. Gesamt betrachtet Service gerade noch gut.

Die Kulinarik hat uns überzeugt, das Ambiente weniger, der hintere Raum etwas zu kühl, mit recht schlechter Akustik, auch da gerade noch drei. Das Servicepersonal mit Luft nach oben.

Die Rechnung beim PETZ im GUSSHAUS, alles zusammen 320,-- Euro mit Trinkgeld und sie wurde mit Plastikgeld bezahlt.

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Kommentare (3)

am 20. Oktober 2016 um 10:29

"...nur leider gabs hier, für uns vier, keinen Prosecco :-(... "
Es ist für mich vorstellbar, daß Herr Petz, gerade weil er offensichtlich viel von Wein versteht, keinen Prosecco gefunden hat, den er seinen Gästen servieren möchte. Das ist nämlich eine überaus schwierige Aufgabe, die er vielleicht als aussichtslos empfand.

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Experte
48
22
am 5. Mai 2016 um 22:05

meine euphorische Bewertung findet sich unten; vor ein paar Tagen wieder dort gewesen, leider hat er nachgelassen in meinen Augen: Wenn rund um einen "Gruß aus der Küche" serviert wird -an wirklich jedem Tisch - nur am eigenen nicht: Dann wurmt einen das. Wenn zuvor schon mit dem Gedeck genau das gleiche passiert ist: Dann beginnt man zu zweifeln. Und wenn abschließend bei einem wirklich freundlichen Hinweis auf diese Umstände der Kellner pampig meint "ich servier nur was aus der Küche kommt" dann beschließt man, nun halt ein paar Monate Petz-Pause zu machen.

Zumal die Portionen mit der zweiten Haube empfindlich kleiner geworden sind (hatte das Beuschel in der großen Version - das waren mit Sicherheit unter 100g Gesamtportionsgröße...) und die Kalkulation der Weinpreise fragwürdig ist...
Kochen kann er noch immer genial, und der Erfolg gibt Herrn Petz ja Recht: Aber mir reichts jetzt erstmal.

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8
am 5. Mai 2016 um 20:29

Vitello "dorschato".
Ich warte schon auf die Version mit Forelle oder Heilbutt ;-)

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315
75
PETZ im Gußhaus
Gußhausstraße 23
1040 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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