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El Gaucho - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 2. Mai 2016
Experte
Gastronaut
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5Speisen
4Ambiente
4Service

Knapp zweieinhalb Jahre ist die Eröffnung des El Gaucho in Wien jetzt her, und damals war es eines der letzten Lokale das den Sprung auf den Trend-Zug des Konzepts „Edle Steaks & Edle Burger“ noch erwischte, bevor der Trend inflationär wurde. Denn seither schossen die Restaurants, die gebratenes Rindfleisch in allen Varianten anbieten, wie Schwammerln aus dem Boden. Was die allermeisten dieser Lokale gemeinsam hatten, ist leicht erklärt: sie haben an den falschen Stellen investiert, haben an den falschen Stellen gespart und sind dankenswerterweise wieder in der Versenkung verschwunden.

Als das El Gaucho im Wiener Design Tower 2013 seine Pforten öffnete, war die Grossauer-Dynastie eher nur „im Süden“ ein kulinarischer Begriff, vor allem mit ihren Lokalen in Graz und Baden. Aber eben dort war der Name „El Gaucho“ schon gleichbedeutend mit wunderbarstem gebratenen Fleisch. Insofern war der Schritt nach Wien zwar ein finanzielles Risiko, aber kein gastronomisches, weil die beiden Betreiber Michael Grossauer und Peter Kazianschütz schon von Anfang an genau wussten, wie sie organisatorisch und noch mehr kulinarisch vorgehen sollten. Der Rest ist Steak-Geschichte und mittlerweile gibt es auch eine mehr als gut laufende Filiale am Münchner Viktualienmarkt. Normalerweise gehen Expansionen oft auf Kosten der Qualität. Aber wie ist es hier?

Die Frühlingskarte im Wiener El Gaucho setzt hauptsächlich auf Speisen, die vom üblichen Rindfleisch weggehen. Wir starteten mit einer Papaya-Thai-Chicken-Soup. Diese wird mit einem Bällchen aus faschiertem gegrillten Hühnerfleisch auf einem Zitronengras-Spieß serviert und ist von Küchenchef Lukas Herndlhofer so perfekt abgeschmeckt, dass man sich nicht in einem Wiener Steak-Tempel, sondern in einer thailändischen Garküche wähnt. Was man alles mit der wunderbaren Harmonie aus Limette, Chili, Koriander und Erdnüssen zaubern kann, ist schon beeindruckend. Die Erwartungshaltung für die echte Vorspeise war dann aber unerreichbar hoch...

Die Vorspeise bestand bei uns aus einer Kalbsrücken-Spargelrolle samt Bärlauchcreme und Kapern. Optisch und handwerklich war diese leichte Speise vollkommen in Ordnung. Und ich bin mir sicher, dass wenn wir davor nicht die wunderbar intensive Suppe gehabt hätten, hätte uns die Symbiose aus Spargel und Bärlauch sicher beeindruckt. Aber leider wirkte die Rolle auf der Zunge dann ein wenig farblos. Wir mussten also in Sachen Intensität wieder etwas zulegen.

Der „100 % Gaucho-Burger“ war auch bisher schon einer der saftigsten der Stadt. Mittlerweile ist es bereits Tradition nur diesen einzigen Burger auf der Karte stehen zu haben, ihn aber immer wieder anders zu gestalten. In seiner aktuellen Bauweise wird dieser Traum von Fleisch im Brot mit gebratenem Ei und Trüffelbutter angeboten. Normalerweise hasse ich zwar alles mit gepimptem Trüffelgeschmack, muss aber zugeben, dass diese hier nur sehr dezent eingesetzt wird. Weiters hat man im El Gaucho das zurzeit beste Burger-Bun, konkret wunderbar weiches, aufsaugendes und trotzdem stabiles Brioche. Das Fleisch war knapp über medium gegrillt und auch die dicken Pommes frites fast konkurrenzlos.

Neu auf der Frühlingskarte ist auch der gegrillte Teriyaki-Lachs samt Tempura-Garnele auf Blattspinat und Soba-Nudeln. Während einem sonst Teriyaki-Lachs gestohlen bleiben sollte und Tempura-Garnelen nicht einmal mehr beim Pan-Asiaten ums Eck gegessen werden sollte, erlebt man hier den Olymp der Möglichkeiten, was man aus diesen Komponenten machen kann...

Den Abschluss bildete ein Ribeye mit allerlei Beilagen. Das musste sein, denn eigentlich sollte man kein El Gaucho verlassen, ohne zumindest von einem der Steaks hier gekostet zu haben. Und dabei zeigte sich, warum dieses Lokal jetzt noch immer floriert und noch weiter aufblüht: es wird einfach nicht am falschen Ende gespart - das Fleisch ist von einer Qualität, dass man sich am liebsten reinlegen möchte und die Küche schafft es perfekt mit den edlen Zutaten umzugehen. Kurz, auch das Steak war ein Traum.

Zusammenfassend gibt es hier nichts zu kritisieren. Bestenfalls vielleicht, dass das Angebot für Vegetarier praktisch nicht existiert und man sich zumindest in Sachen Veggie-Burger etwas überlegen sollte. Und warum sollte man das tun? Ganz einfach, damit wir Fleischesser öfter hierher gehen dürfen und die Vegetarier keinen Grund mehr haben das zu verhindern! Ich möchte ganz bald wiederkommen!

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Kommentare (1)

am 2. Mai 2016 um 11:55

"...Tempura-Garnelen nicht einmal mehr beim Pan-Asiaten ums Eck gegessen werden sollte[n]..."
Gerade dort nicht.

Gefällt mir2
Experte
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El Gaucho
Praterstraße 1
1020 Wien
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