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Stadtwirt - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 26. März 2016
Experte
hbg338
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56
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4Speisen
4Ambiente
4Service
13 Fotos1 Check-In

Der Stadtwirt befindet sich seit dem Jahre 2000 unweit der S- und U-Bahnstation Wien Mitte. Dadurch ergeben sich sehr gute Anfahrtsmöglichkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie U-Bahn, S-Bahn und der Straßenbahnlinie 0, denn die Parkplatzsituation ist wie in den meisten Teilen des dritten Bezirks eher schlecht.

Ich plante meinen Besuch nicht ganz um die Mittagzeit, da ich die Örtlichkeit noch nicht kannte, und auch dem Mittagsgeschäft ausweichen wollte, denn ich hatte nicht reserviert. Nur wenige Schritte vom Bahnhof Wien Mitte entfernt ist das große Ecklokal nicht zu übersehen. Vor dem Lokal waren gerade die Aufbauarbeiten für den Gastgarten, welcher sich zum Glück nicht in der Marxergasse sondern in der etwas ruhigeren Unteren Viaduktgasse liegt, im Gange.

Ohne allzu großen Niveauunterschied allerdings schon über zwei niedere Stufen gelangt man in das Lokal und steht unmittelbar vor der großen Schank. Hier wurde ich von einer Servicedame freundlich begrüßt und an einem der Hochtische gleich neben der Schank begleitet. Die Mehrzahl der Tische ist allerdings in herkömmlicher Höhe, nur in verschieden Größen oder es sind mehrere für größere Gruppen zusammengestellt. Die Optik entspricht dem einen älteren Wiener Gasthaus in sehr gepflegtem Zustand. Der Plafond mit seinen Rundungen hatte Ähnlichkeit mit einem Gewölbe. Im Erdgeschoß welcher für der Nichtraucherbereich ist gibt es noch ein Extrazimmer. Es ist einer Bar nicht unähnlich kann aber auch für eine Familienfeier, Firmenfeier usw. angemietet werden. Auf jeden Fall kann man in diesem Raum nicht nur trinken sondern auch speisen. Das Hauptaugenmerk für Feiern liegt jedoch im oberen Stock wo sich diverse Räumlichkeiten, auch für Raucher, und in verschiedenen Größen befinden. Während meines Besuches waren diese jedoch nicht geöffnet. Des Weiteren befindet sich auch noch der Zugang zu den Toilette Anlagen neben der Schank. Diese waren auch nach dem Mittagsgeschäft noch in sehr guten Zustand.

Von einer weiteren Servicedame wurde die Speisekarte (Link) überreicht. An dieser war auch die Tageskarte (Link) angeheftet. Die Speisekarte bietet eigentlich alles was man sich in einem Wiener Gasthaus erwarten kann. Auch seltenere, oder schon etwas in Vergessenheit geratene Speisen die man nicht in jedem Gasthaus mehr bekommt. Nach dem ich genügend Zeit zum auswählen meiner Speisen bekommen hatte bestellt ich zum Trinken einen großen naturtrüben Apfelsaft gespritzt mit Sodawasser(€ 4,40) und zum Essen eine Leberknödelsuppe(€ 4,50) und einen Vanillerostbraten mit Erdäpfelauflauf(€ 18,90). Die Nachspeise ließ ich noch offen, da ich dies vom Appetit abhängig machte.

Der Apfelsaft wurde umgehend serviert und war sehr, sehr geschmackvoll. Mit intensiven Fruchtgeschmack und nicht zu süß. Kurz darauf wurde auch die Suppe serviert. In einer Suppentasse die auf einen flachen Teller serviert wurde. Die Suppentasse in einer Form die ich so bisher noch nicht gesehen hatte. Mit Ausnehmungen für den Löffel, dieser war auf der Tasse in den Vertiefungen abgelegt und konnte so nicht verrutschen. Ungewöhnlich aber praktisch. Ein sehr großer Pluspunkt war das die Suppe zwar heiß war, aber doch noch die Temperatur so war um diese sofort zu verspeisen. Der erste Löffel von der dunklen Rindsuppe ließ meine Geschmacksnerven frohlocken. Eine Rindsuppe wie sie sein sollte. Der Geschmack hielt was die Farbe versprach. Eine sehr kräftige Rindsuppe mit hervorragenden Geschmack. Auf jeden Fall wurde Salz und Pfeffer sofort beiseitegeschoben. Geschmacksverstärker in flüssiger Form standen sowieso nicht zur Verfügung. Der Knödel passte geschmacklich perfekt zur Suppe. Etwas härtere Konsistenz, fein püriert und noch ganz leicht rosa im inneren. Eine Top Suppe auf meiner persönlichen Suppenrangliste.

Der Vanillerostbraten ließ etwas länger auf sich warten, denn es war eine größere Gruppe kurz vor mir eingetroffen und denen wurde vor mir ihr bestelltes Essen serviert. Jedoch war die Wartezeit durchaus im gängigen Rahmen. Auch hier wurde eine optisch äußerst erfreuliche Speise vor mir am Tisch abgestellt. Der Knoblauchgeruch ließ auch auf eine kulinarische Offenbarung hoffen. Am leicht ovalen weißen Porzellanteller befand sich ein größeres Stück Fleisch. Die reichlich darauf drapierten Knoblauchstücke ließen mich als Liebhaber dieser Gewürzpflanze frohlocken. Statt den beim Zwiebelrostbraten fast immer mitservierten Braterdäpfeln wurden hier zwei Stück von einem Erdäpfelauflauf in Laibchen Form serviert. Dies alles auf einer doch recht großen Menge Bratensaft. Alles mit feingehackten Petersilie verfeinert. Das Fleisch war nicht zu dick, sehr weich und mit einigen Fetteinlagerungen wie es sich für einen Rostbraten gehört versehen. In Kombination mit dem Knoblauch und den Saft ein wahres Geschmackserlebnis. Der Erdäpfelauflauf, welcher einem etwas festeren Erdäpfelpürre nicht unähnlich war die ideale Ergänzung zum Fleisch, und ließ die gewohnten Braterdäpfel vergessen. Leider blieb einiges an Bratensaft über. Schade darum, aber der Erdäpfelauflauf nahm nicht so viel Saft auf wie die Braterdäpfel. Schade dass dieses Gericht recht selten in den Gasthäusern angeboten wird. Vor allem wenn es so wie hier schmeckt, würde ich es durchaus öfters konsumieren.

Beim Abservieren wurde mir die Karte für die Nachspeisenwahl angeboten. Diese konnte ich ablehnen denn schon beim Auswählen der Hauptspeise fiel mir die Cremeschnitte mit Waldbeeren(€ 7,40) auf. Ein hervorragend Wahl wie ich kurze Zeit später feststellen konnte. Zwischen den Blätterteighälften eine Creme die nicht nur aus Schlagobers bestand, sondern genauso schmeckte wie man sie bei diversen Konditoreien in Cremeschnitten serviert bekommt. Kräftiger Vanillegeschmack und eine festere leicht puddingähnliche Creme. Dazu die diversen süßen Beeren. Genial im Geschmack. Bei dem Dessert war der mitbestellte Große Braune(€ 4,50) eigentlich nur Beiwerk. Obwohl auch dieser meinen Geschmack entsprach. Nicht zu bitter aber doch eine gewisse Stärke und mit einem Glas Wasser serviert.

Das Service - Was mir hier auffiel, war das bei meinen Besuch nur weibliche Servicekräfte am Werk sind. Diese machten ihren Job zu meiner vollsten Zufriedenheit. Die ältere etwas distanziert, jedoch eine der beiden jungen Damen die auch meine Rechnung kassierte, sehr freundlich und aufmerksam. Von ihr bekam ich auch diverse Informationen über das Lokal (Räumlichkeiten in Obergeschoß, Raucherbereich).

Mein Fazit – Ein Lokal welches durchaus ganz oben in meiner imaginären Rangliste der Lokale mit typischen Wiener Gerichten platziert wird. Ich habe überlegt ob ich eine 5 für die Speisen gebe, was ich aber in Anbetracht von erst einen Besuch unterließ. Sollten weitere Besuche auch so ausfallen wie dieser ist eine Korrektur durchaus denkbar. Auf jeden Fall eine absolute Empfehlung meinerseits.

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Kommentare (4)

am 20. Oktober 2016 um 19:31

Vorgestern war ich wieder im Stadtwirt, die Ganslzeit hat begonnen. Perfektes, zartes Bio-Gansl, tadellose Ganslsuppe, gutes Rotkraut, phänomenales Saft'l, flaumiger Erdäpfelknödel.

Simply the best.

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48
am 27. März 2016 um 18:05

sorry, meinte natürlich hbg338. :-o

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am 27. März 2016 um 18:05

stammersdorfer: fast hätten wir einander treffen können, ich war am 25. am Abend dort. ;-)

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80
48
am 27. März 2016 um 16:48

Mein kulinarisches Wohnzimmer. Seit 15 Jahren bin ich im Schnitt mindestens 1 - 2 Mal im Monat dort, die hohe Qualität von Küche und Service hat sich in all den Jahren nicht verändert, was eine beachtliche Leistung ist.

Gefällt mir2
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80
48
Stadtwirt
Untere Viaduktgasse 45
1030 Wien
Speisen
Ambiente
Service
37
35
37
23 Bewertungen
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