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Ostwind - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 12. Jänner 2016
Update am 21. Jänner 2016
Experte
BruderBernhard
38
8
19
4Speisen
3Ambiente
3Service

Das Ostwind wurde mir immer wieder genannt hier in Wien, manche bezeichnen es als bestes Chinarestaurant, noch vor dem No. 27, meinem Liebling der letzten Saison. Und so habe ich beschlossen, meinen Liebling der aktuellen Saison, das Dim-Sum im Chinazentrum, mal auszulassen und habe das Mittagessen also im Ostwind riskiert.

Beim Eintreten, kurz vor 12 ist das Lokal noch fast leer, wird mir als einzelner Gast der Tisch im Eingangsbereich zugewiesen - verständlich. Der Kellner bringt die Karte, und ich habe noch kaum zwei Seiten gescannt, will er schon die Bestellung aufnehmen. Aber da habe ich erst die interessante hintere Hälfte der Speisekarte entdeckt, jenseits der Normmenus 'chinesischer Küche', mit Frühlingsrolle, Reis und einem typischen Belag wie Fleisch, Fisch, Huhn. Deswegen bin ich nicht hier. Ich bin hier wegen Schweinedarm und sonstigen Innereien!

Die Karte kann auf der Webseite des Restaurants konsultiert werden, ich werde mich also hier kurz fassen und erwähne nur kurz, dass die Beschreibungen der Schweinereien mein Interesse nicht wirklich wecken, es ist immer etwas dabei, das dämpfend wirkt, wie etwa chinesisches Sauerkraut. Darauf bin ich jetzt nicht so gespannt. Ich bestelle also schlussendlich das marinierte Rindfleisch mit Kutteln und einen Rettichsalat, dazu eines meiner Lieblingsgerichte beim Sechuan-Chinesen, das Mapu Tofu. Dazu Grüntee. 20 Euro werden dann fällig.

Am Rande erwähne ich vielleicht noch, dass der Kellner ganz selbstverständlich Messer und Gabel aufdeckt, ohne mich zu fragen. Ich muss die Stäblein verlangen. Dabei sehe ich, dass alle die später hinzugekommenen Mittagsgäste tatsächlich mit Messer und Gabel hantieren. Das erklärt dann auch das Spätere.

Das Rindfleisch ist gut mariniert, recht schmackhaft, aber nicht über dem Durchschnitt. Der Rettichsalat kommt als Krautsalat gelber Farbe auf den Tisch. Curry? Etwas pikant, leicht süss, aber ohne rechten Pfiff. Dafür ist dann der Mapu Tofu wirklich himmlisch. Wenig gehacktes Fleisch über butterweiche Tofuwürfel, eine kräftige Sauce mit viel rotem Öl, allerdings dominiert der Sechuan-Pfeffer etwas zu stark. Ich vermute, dass die Schärfe für Messer-und-Gabel-Gäste optimiert worden ist und deshalb die Mischung nun aus der Balance geriet. Schade, ich hätte es gerne um ein bis sogar zwei Grade schärfer gehabt. Da wurde wohl kräftig runter geschraubt, europäisiert, dem Kompromiss gehuldigt. Dazu passt, dass ich bis auf eine Ausnahme keine asiatischen Gäste gesehen habe.

Persönliches Fazit: Das Ostwind lohnt auf jeden Fall einen Besuch, wer allerdings echte Sechuan-Küche sucht, sollte der Konkurrenz an der Ungargasse den Vorzug geben - so diese nicht auch die Schärfe runtergedimmt hat seit meinem Besuch vor einem Jahr!

Der Service war ziemlich in Eile, obwohl ich keinen Riesenandrang ins Lokal feststellen konnte. Dafür ging dann der Rettichsalat vergessen und musste im Sonderzug nachgeliefert werden, was natürlich den Rhythmus etwas bricht. Nach der Schärfe wurde ich auch nicht gefragt, was mir erst im Nachhinein aufgefallen ist - wenn schon entschärft wird, dann sollte doch wenigstens die Option 'normale Schärfe' angeboten werden. Allerdings wurden diese fachlichen Schwächen durch angenehme Nettigkeit wieder ausgeglichen.

Update: ein paar Tage später habe ich es auf Anraten der Kommentatoren hier nochmals versucht und bei der Bestellung sofort klar gemacht, dass ich es scharf will. Die Kellnerin hat dann beim ersten Gericht gefragt, ob das so scharf genug sei und dann für den weiteren Verlauf den Schärfegrad erhöhen lassen. Das war dann wirklich gut.

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Kommentare (1)

am 12. Jänner 2016 um 23:15

Am Wochenende abends sind die meisten Gäste Asiaten, bei der Bestellung auf Originalschärfe bestehen und es wird dir besser schmecken...

Gefällt mir2
Experte
70
6
Ostwind
Lindengasse 24
1070 Wien
Speisen
Ambiente
Service
39
33
36
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Ostwind - Karte
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