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Das Schick - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. Dezember 2015
Experte
bluesky73
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29
4Speisen
5Ambiente
4Service
13 Fotos1 Check-In

Es war gar nicht so einfach zu entscheiden, wo wir den Samstagabend in Wien verbringen werden – viel zu viele Möglichkeiten standen zur Auswahl. Letztendlich haben wir doch einen Kompromiss zwischen Nähe zu unserem Hotel, Ambiente und kulinarischer Ausrichtung gefunden und die Wahl fällt auf „Das Schick“. Die telefonische Tischreservierung gut eine Woche vorher funktioniert problemlos, man freue sich auf uns.

Das Schick liegt fast im obersten Stock des Hotels am Parkring, die Dame an der Rezeption erkennt uns wohl sofort als Restaurantgäste und schickt uns ohne weitere Umschweife in Richtung Aufzüge. Die sind eher von der kleinen Sorte, bringen uns aber ohne Probleme ins gewünschte Stockwerk. Aufgrund der sehr detaillierten Beschreibung der Gegebenheiten in vorangegangenen Reviews (Dank gilt an dieser Stelle den wie immer sehr guten Ausführungen der sehr geschätzten bubafant), ersparen wir uns das Suchen und steuern zielstrebig auf die Rauchglastüre zu, die den Weg ins Lokal freigibt.

Wir werden vom jüngeren der beiden Herren aus dem Service freundlich in Empfang genommen und nach kurzem Check unserer Reservierung nimmt man uns die Mäntel ab. Ein Platz an der Glasfront bleibt uns leider verwehrt – ich hatte allerdings aus Unwissenheit auch nicht dezidiert bei der Reservierung danach gefragt. Der Ausblick vom leicht erhöhten Podest, auf dem sich unser Tisch findet ist auch nicht schlecht. Der erfahrenere der beiden Servicekräfte begrüßt uns nochmal freundlich und reicht die Karten. Der Nachbartisch bleibt unbesetzt und wird an unseren angedockt – das ist auch gut so, denn ohne die zusätzliche Fläche wäre es etwas eng am Tisch geworden.

Die Karte liest sich spannend, wir wussten bereits im Vorhinein, dass österreichische Küche mit spanischem Einschlag auf uns zukommt. Am Verlockendsten erscheint uns das regelmäßig wechselnde Schick Menü, für das wir uns beide entscheiden (je Euro 48), ich wähle zusätzlich die Weinbegleitung (Euro 20).

Das Ambiente ist durch den Ausblick auf Wien außergewöhnlich. Im Lokal fühlt man sich recht wohl, gedämpftes Licht, bequeme Sessel, lediglich die etwas zu kleinen und eng stehenden Tische könnten an stärker besuchten Abenden zu Lasten der Privatsphäre gehen.

Wir bekommen das Gedeck (Euro 3) serviert und erklärt. Der Brotkorb ist abwechslungsreich gefüllt, Butter, Spezialsalz und beim Portionieren zelebriertes, spanisches Olivenöl haben sich seit der Bewertung von bubafant nicht geändert. Auch der Gruß aus der Küche war vor eineinhalb Jahren schon aktuell: Wiener Erdäpfelgulasch mit Chorizo. Viel Porzellan für den kleinen Happen denkt man sich – geschmacklich gibt’s aber keine Kritik.

Nach einer kurzen Wartezeit geht’s schon los mit der Vorspeise: Gebratene Jakobsmuschel, Kokos-Paprikaragout, Krebsenschaum. Nein, das ist kein 2. Gruß aus der Küche, das ist wirklich schon die Vorspeise. Die Jakobsmuschel war noch sehr jung, als sie geerntet wurde, trotzdem hat man es geschafft, sie nochmal längs zu halbieren. Die weiteren Komponenten harmonieren sehr gut miteinander, man hätte sich ein wenig mehr davon gewünscht.

Steinpilzschaumsuppe, Wurzelspeck, Grammelknödel. Hier wird an der Menge nicht gespart. Der große Teller ist mit einer anständigen Portion gut aufgeschäumter, eine Spur zu würziger Suppe gefüllt. Der Grammelknödel schmeckt interessant, ist aber auch sehr gehaltvoll und ein wenig patzig. Der dazu gereichte Grüne Veltliner passt perfekt. Beim Abservieren erkundigt man sich nach jedem Gang, ob alles zu unserer Zufriedenheit war und ob man eine kleine Pause einlegen möchte – vor dem Hauptgang passt uns das ganz gut um einerseits den Weißwein fertig genießen zu können und danach dem Pinot Noir für die Hauptspeise Zeit zum Atmen zu lassen.

Die beiden Herren aus dem Service agieren sehr gut aufeinander abgestimmt und souverän. Gerichte werden beim Servieren erklärt, nichts bleibt länger am Tisch stehen als notwendig.

Nach guten 20 Minuten geht es weiter mit dem Hauptgang: Steak vom Hirschrücken, Dulce de membrillo, Preiselbeerchutney, Wasabirauke, Püree von der Petersilwurzel, marinierte rote Rüben. Der Teller kommt sehr nett angerichtet auf den Tisch. Das Fleisch ist durchgängig rosa und sehr schmackhaft, wenn auch ein wenig dünn tranchiert. Die restlichen Komponenten ergeben ein sehr interessantes geschmackliches Zusammenspiel zwischen süßlich uns säuerlich mit einer leichten pfeffrigen Note. Der Pinot Noir begleitet die Speise wiederum hervorragend, auch Fr. bluesky wünscht sich nach dem Kostschluck ein Glas (Euro 5,50).

Vor der Nachspeise gönnen wir uns wieder eine kleine Pause, bis wir zum Finale schreiten. Quintett vom Kürbis (Magdalenas, Terrine, Creme Catalane , Eis, Schokolade-Kürbiskrokant-Mousse). Es ist spannend, wie viele verschiedene Zubereitungsarten eines Desserts mit Bezug zu Kürbis die Küche hervorbringt. Die Creme Catalane bleibt mir ebenso wie die Terrine am Besten in Erinnerung, bei den Magdalenas vermisst man die sonst typische Muschelform. Der gereichte Wein (ich habe mir leider weder Sorte, noch Produzent gemerkt) ist kräftig und so süß, dass er für sich genommen schon fast als Nachspeise durchgeht.

Trotz der kleinen Portionen sorgt die Anzahl der Gänge für ein angenehmes Sättigungsgefühl. Als wirklichen Abschluss bekommen wir noch je drei „süße Kleine“ von der Traditionsconfiserie Altmann & Kühne serviert. Der Bitte nach der Rechnung wird rasch nachgekommen, in Summe sind für Speisen und Getränke knapp über 127 Euro angefallen – nicht günstig, aber für das Gebotene und den Ausblick ok.
Nach dem Bezahlen bekommen wir von einem der beiden Kellner noch den Tipp, dass einen Stock über dem Lokal ein kleiner Raucherbalkon liegt, von dem aus man einen noch schöneren Ausblick über die Stadt genießen kann – das schauen wir uns natürlich noch an. Davor gilt es die Mäntel selbst zu suchen (auch das hat sich in den letzten Jahren offenbar nicht geändert) – wir werden nach der Eingangstüre links am Weg zum WC fündig.

Zum Fazit: „Das Schick“ ist ein gehobenes Restaurant in prominenter Lage am Wiener Parkring. Das Ambiente ist sehr angenehm, die Aussicht über die Stadt ist ausgesprochen sehenswert. Das Service vertreten durch die beiden Herren agierte bei unserem Besuch tadellos und aufmerksam. Die von uns gegessenen Speisen waren durchwegs sehr gut, die Komponenten teilweise ungewöhnlich, aber stets passend kombiniert. Wir haben es nicht bereut, uns für das Schick entschieden zu haben und behalten einen netten Abend mit gutem Essen in Erinnerung.

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Kommentare (2)

am 16. Jänner 2016 um 13:46

Danke für die detaillierte Bewertung!

Gefällt mir1
9
0
am 3. Dezember 2015 um 13:45

Sehr feine Bewertung, wie immer! :)

Gefällt mir1
17
10
Das Schick
Parkring 12
1010 Wien
Schick- Hotel am Parkring
Speisen
Ambiente
Service
38
41
40
9 Bewertungen
Das Schick - Karte
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