RestaurantTester.at
Home Mein Profil Lokal Guides Events Lokal eintragen

Federico ll - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. November 2015
Experte
Stammersdorfer
234
28
27
5Speisen
4Ambiente
5Service
36 Fotos5 Check-Ins

Schon viel gelesen und auch einiges gehört über das FEDERICO II, die Erwartungen wurden aber noch bei weitem übertroffen, einfach genial was uns da geboten wurde……. :-))

Die „Anreise“ vom 8ten in den 3ten mit der 1er Bim, Station Radetzkyplatz. Dann ein Stück zu Fuß die Löwengasse entlang, bis zur Krieglergasse. Das Lokal am Eck mit der Unteren Weißgerberstraße, auf Hausnummer 14, gleich in der Nähe auch das Kunsthaus Wien.

Wir haben auf Verdacht etwa 45 Minuten vorher einen Tisch reserviert, was zumindest an diesem Abend nicht notwendig gewesen wäre, da (leider) außer uns nur noch 6 weitere Gäste anwesend waren, Platz ist für etwa 50 Leut würde ich meine und es handelt sich um ein Nichtraucher Lokal.

Ob das Ambiente typisch italienisch ist, haben wir uns gefragt? Wahrscheinlich ja, da die Betreiberfamilie aus Foggia, der Hauptstadt Apuliens kommt, wie mir deren HP verriet. Im Lokal roter Steinboden, ein großer Pizzaofen und eine Vielzahl an Bildern hängt herum. Ein sehr großes, mit der Spaghetti essenden Sophia Loren, blieb mir in Erinnerung. Die Tische recht nah beieinander, mit rot karierten Tischtüchern eingedeckt. Die dunklen Holzsessel laden nicht lange zum Verweilen ein, aber es war dann doch sehr gemütlich. A ja und so eine schöne große Speckschneidemaschine haben die auch und im Hintergrund läuft dezent, italienische Musik.

Das Servicepersonal bestand aus einem Zahlkellner und einem der auf Zuruf einschenkt und die Getränke zum Tisch bringt. Beide ausgesprochen freundlich, der „Wichtigere“ der beiden hat seinen Job sicher auch gelernt. Es geht alles sehr flott, die Wünsche werden einem quasi von den Augen abgelesen, ohne dabei aber aufdringlich zu sein. Es wird regelmäßig, unauffällig nachgefragt und es steht nichts zu lange am Tisch. Sehr souverän, unaufgeregt, dem Italienischen mächtig und man hat den Eindruck die Arbeit macht Spaß. Genau so stellen wir uns Service vor! Beim Gehen wurden wir mit Handschlag verabschiedet, wie wenn wir schon unzählige Male das gewesen wären. NEIN, aber das wird sich sicher ändern!

Der Prosecco zu Beginn top, der konnte Alles! :-) Wiener Hochquelle kam gleich unaufgefordert mit. Dann hatten wir einige Glas Sauvi, aus unserem südlichen Nachbarland, der war schlicht der Hammer. Grasig, stachelbeerig, phantastischer Geruch, fruchtig, einfach grandios. Woher genau? Jahrgang? leider keine Ahnung. Den Abschluss machte Foschi, Espresso vom Feinsten, sehr stark, schwarz wie die Nacht, wenn es was auszusetzen gab, dann vielleicht dass er eine Spur zu bitter war. Und dann war da noch der Grappa aufs Haus, so einen habe wir noch nie getrunken, leicht gekühlt, mit leicht süßlicher Note, einfach grenzgenial wie wir beide fanden!!

Die Vorspeise, eine gemeinsam und zwar Burrata mit kleinen Paradeisern und Rohschinken aus Faeto. Die Burratina, so stand‘s später auf der Rechnung, 2 an der Zahl, oben noch mit einem grünen Bandl zu einem Sackerl zugebunden, damit der herrliche, nahezu flüssige Kern, nicht raus kann. Der Prosciutto crudo, mit dem typischen, leicht salzigen Geschmack, ein Traum, ist sehr ähnlich einem Parmaschinken, wie der Kellner meinte. Die Paradeiser, trotz der Jahreszeit mit Geschmack und etwas getrocknetem Oregano. Dazu gabs herrliches Olivenöl, das man sich selbst drüber leert und auf Bestellung Focaccina, eine Empfehlung. Das war dünn, ähnlich einer Flade, mit Rosmarin und leicht salzig, hat ausgezeichnet dazu gepasst.

Meine Hauptspeisen eine Pizza Napoletana, zubereitet vom Schwiegersohn und Pizzameister des Hauses. Die kam dünn, sehr dünn und mit knusprigem Rand auf den Tisch, der hatte zwar einige etwas (zu) dunkle Stellen, hat aber überhaupt nicht gestört. Belegt war sie mit halben, schwarzen Oliven, Sardellen, Mozzarella und Tomaten. (ausnahmsweise heute keine Paradeiser) Was soll ich sagen, selten so eine gute Pizza gegessen, nein noch nie!
Meine liebste Gattin hatte eine Fischsuppe mit dem was der Fischmarkt anbietet, stand in der Karte. Der bot Mies- und Venusmuscheln, vom Tintenfisch sowohl Körper als auch Arme, alles schön weich, ein großes Stück Seeteufel (Angler) mit seinem festen weißen Fleisch und eine große Garnele. Weiters war da eher nicht vom Fischmarkt, Paradeiser, verschiedenste Kräuter und dazu getoastetes Weißbrot. Die Zuppa war dünn, leicht papriziert, sehr harmonisch und perfekt gewürzt. Irgendwie hatte die so einen leicht provencalischen Einschlag, ich weiß nicht wie ich das anders beschreiben soll? Einfach phantastisch! Und wie unser Kellern sah, dass ein Teller für die leeren Muschelschalen nicht ausreicht, war flugs ein zweiter da.
Den Abschluss machten Profiteroles, mit Schlagobers, etwas Schokosauce, unnötigen Ribiseln und einem Minzeblatt als Deko. Die drei kleinen Brandteigdinger waren gefüllt mit etwas puddingähnlichem, nur dünner, mit Vanillegeschmack. Der perfekte Abschluss!

Die Zusammenfassung der Geschicht, man glaubt man is(s)t in Italien. Die Rechnung 103,-- Euro mit. A ja der Koch ist Herr Esposto, das Familienoberhaupt selbst und der macht das sensationell!

Herzlichen Dank an die verschiedenen Vortester hier im Forum, für eure ausführlichen Bewertungen, ohne euch wäre ich wohl kaum ins FEDERICO II gekommen.

Was meinst du zu dieser Bewertung?
Hilfreich?Ja17Gefällt mir18Lesenswert16

Kommentare (5)

am 25. November 2015 um 15:44

"Paesano radicale" ist großartig!

Gefällt mir
Experte
48
22
am 25. November 2015 um 10:49

cmling: "dem Italienischen mächtig" ist glaube ich für alle Italiener typisch (außer beim Konjunktiv...).
Wichtig ist vor allem, dass die Italiener hierzulande ihre zuhause idealtypische Küche hier her bringen - und nicht nur das kochen, was 647 Convenience-"Ristoranti" eh schon machen.
Das gelingt meiner Meinung nach hier im Federico II ziemlich gut.

Gefällt mir2
Experte
315
75
am 25. November 2015 um 10:46

Carissimo paesano radicale (Stammersdorfer) ;-)
Ottimo testo, ma il pignolo amarone ti dice:
se racconti ad un barese che Foggia sia il capoluogo della Puglia - t'ammazza!! ;-)
(Der Fehler liegt aber ganz klar in der Übersetzung des italienischen Textes ins Deutsche - der Übersetzer hat sich hier offenbar durch "capoluogo di provincia della regione Puglia" reinlegen lassen - was soviel heißt wie "(eine) Provinzhauptstadt in/der Region Apulien" (es gibt ja mehrere Provinzen in Apulien).
;-)

Gefällt mir2
Experte
315
75
am 24. November 2015 um 19:25

Schön, dass es dir auch so gefallen hat!

Gefällt mir2
Experte
39
18
am 24. November 2015 um 19:11

"...dem Italienischen mächtig..."
Schön, aber doch eher für Italiener wichtig, denke ich. (Oder für Authentizitätsprüfer?)

Gefällt mir
Experte
48
22
Federico ll
Krieglergasse 14
1030 Wien
Speisen
Ambiente
Service
45
35
45
10 Bewertungen
Federico ll - Karte
Zum Lokal »
Zum Lokal »
Home|Sitemap|Neue Lokaleinträge|Neu anmelden|Lokal eintragen|Hilfe|AGB & Datenschutz

Copyright © 2008-2016 RestaurantTester.at
Cookies helfen uns, Ihnen eine bessere Erfahrung auf dieser Website zu bieten.
Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Mehr Info
OK