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Burgtaverne Kreuzenstein - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 26. Oktober 2015
Experte
hautschi
107
33
24
3Speisen
2Ambiente
1Service
1 Check-In

In Anbetracht der vielen guten Bewertungen wollten auch wir die Burgtaverne Kreuzenstein kennenlernen.
Vorweggenommen sei gesagt, die insgesamt 130 Kilometer Zu- und Abfahrt gehören wohl zu den unnötigsten meines Lebens….

Es begann noch ganz positiv am Samstag mit der telefonischen Reservierung. Es wurde in einem sehr netten Telefonat (ich glaube mit der Chefin persönlich) für den Feiertag am Montag ein Tisch für 2 Personen um 12.30 Uhr reserviert. Es geht klar und man freut sich uns zu sehen, super wir freuen uns auch!

Am Montag erreichen wir pünktlich und hungrig die Burg Kreuzenstein. Das Auto wird am ausreichend groß dimensionierten Parkplatz abgestellt, die letzten paar Meter zur Taverne werden zu Fuß in Angriff genommen.

Mehrmals habe ich in den vorigen Bewertungen gelesen, dass die neuen Gäste von der Chefin empfangen und zu ihrem Platz gebracht wurden.
Uns hat leider niemand empfangen, besser gesagt, wir wurden nicht einmal ignoriert. Das Servicepersonal wuselte im vollen Haus an uns vorbei, keiner nahm Notiz.

Nach einiger Zeit habe ich dann einen der Kellner angesprochen. Es war der junge Mann mit neckischem Zöpfchen und noch neckischerem rot karierten Röckchen. Über diesen Gastronomiespezialisten wird es noch einiges zu berichten geben.

Fakt ist, der reservierte Tisch war nicht zu finden. Die Frage, ob wir vielleicht unter anderem Namen reserviert hätten, ist bei einem reservierten Zweiertisch auch eher obskur, meinen Künstlernamen verwende ich eher selten zur Tischreservierung…..

Im Reservierungsbuch fand sich unsere Reservierung sehr wohl, Rotröckchen überprüfte nochmals die Tische. Als Erklärung führte er an, dass der Chef eine Schrift wie Sau habe und man die Zettel sowieso nicht lesen könne.

Tisch gab es keinen, wir wurden zum weiteren Warten verdonnert. Als ich von meinem WC-Besuch zurückkam (diese befinden sich im Untergeschoß und waren soweit in Ordnung) waren die liebste Frau und der Wackeldackel von der „Warteposition“ verschwunden.

Rotröckchen hatte sie zwischenzeitlich wo dazugesetzt. Nur wo, das ist der Clou: Ein etwas größerer Zweiertisch (als Info für die Chefin: der erste, direkt neben dem Zugang zur Schank) war bereits von 2 Gästen besetzt. Zu diesem Tisch durften wir uns dann gnadenhalber zu zweit inklusive Wackeldackel dazukuscheln. Es sei angemerkt, dass auch die bereits sitzenden Gäste (verständlicherweise) keine besondere Freude mit dem Neuzugang hatten.
Auch für mich war zu diesem Zeitpunkt der Groschen bereits gefallen. Wozu reserviere ich, wenn die Sache dann so endet..
Der Lokalinnenbereich wurde von anderen Testern schon sehr treffend beschrieben, uns hätte es eigentlich auch sehr gut in der Taverne gefallen. Aufgrund unseres herrlichen Platzes kann ich das Ambiente bei unserem Besuch allerdings leider nur mit 2 von 5 Punkten bewerten.

Zum Service: Es gibt Mitarbeiter in der Gastronomie, die haben einen Schmäh. Kommt da eine flapsigere Meldung bekommt das kein Gast in den falschen Hals, ganz im Gegenteil.
Auch Freund Rotröckchen glaubt cool und mit gutem Schmäh ausgestattet zu sein. Leider ist das ein Irrglaube.
Hierzu zwei Beispiele:
Die liebste Frau bittet bei der Getränkebestellung um ein Colalight. Antwort von Rotröckchen „Cola!“. Meine Frau: „Ja bitte ein Colalight“. Er: „Cola!“
Das ging so mehrmals hin- und her. Fakt ist, es gibt nur Cola. Dies zu kommunizieren tut sich Rotröckchen allerdings etwas schwer obwohl doch Deutsch sichtlich seine Muttersprache ist.

Das heutige Speisenangebot, für unseren Geschmack speziell bei den fleischlichen Gerichten, etwas minimalistisch. Die liebste Frau entschied sich für einen gratinierten Erdapfel. Rotröckchen schüttelt den Kopf und sagt „eieiei“. Gut Gericht scheinbar aus, kann passieren. Ich entschloss mich für die zerfetzte Sau. Rotröckchen schüttelt wieder das Köpfchen „eieiei“. Nachdem er sich genug gefreut hatte, dass es nichts was wir wollen gibt, versuchte er uns zu trösten: „Scho a blede Gschicht, wann allas was ma wü aus is gö – hihihi“.
Schlussendlich bestellten wir zweimal Frittatensuppe und zweimal Linseneintopf – und siehe da, man glaubt es kaum, diese Gerichte waren sogar verfügbar…

Mir ist vollkommen bewusst, dass es sich bei der Burgtaverne Kreuzenstein um ein Ausflugslokal handelt und man hier gerade in Stoßzeiten sicherlich auf ungelernte Aushilfskräfte zurückgreifen muss. Trotzdem darf ich mir als zahlender Gast einen vernünftigen Kellner und keinen selbsternannten Pausenclown erwarten 1 von 5 Punkten.

Die Frittatensuppe (3,20) kommt ausreichend warm mit guten hausgemachten Frittaten an den Tisch. Die Suppe eine echte Rindsuppe. Für meinen Geschmack hat etwas Salz gefehlt. Das Problem konnte ich leider auch nicht lösen, es gibt auf keinem einzigen Tisch der Burgtaverne Salz oder Pfeffer. Rotröcken wollte ich nicht bemühen. Er war sowieso gerade dabei einer Dame am Nebentisch eine blöde Pappn anzuhängen. Diese hatte sich erfrecht um Besteck zu bitten. 3 von 5 Punkten.

Linseneintopf (8,90): Serviert in einem Kupferkessel kommt der Linseneintopf auf Tomatenbasis daher. Das Gericht schön heiß, in den Linsen kleingeschnittene Würstelstücke. Dazu wurden zwei Jour-Baguettes serviert. Das Gericht hat uns beiden gut geschmeckt. 3 von 5 Punkten.

Die Getränke (stilles Mineral und Apfelsaft gespritzt) waren in Ordnung.

Fazit: Ein herziges Lokal in schöner Lage mit gutem Essen. Das Personal bei unserem Besuch tiefste Schublade. Ob es in Ordnung ist, dass um 12.30 Uhr bei einer doch relativ kleinen Karte die Speisen ausgehen sei der Beurteilung jedes Betrachters überlassen.
Für uns, unter anderem auch der großen Entfernung geschuldet, wird es definitiv keinen Zweitbesuch geben.

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Kommentare (5)

am 27. Oktober 2015 um 18:05

Die Antwort der Chefin der Burgtaverne ist jedenfalls zu begrüßen, ich finde es nett, wenn sich ein(e) Lokalbesitzer(in) einer Kritik offen und sachlich stellt. Den letzten Satz (Rotröckchen, ....) finde ich persönlich entbehrlich, - dies ist, wie in einem Blog, eine sehr subjektive Wiedergabe eines Lokalbesuchs, kein trockener Auditreport und keine Bewertung durch professionelle Tester.

Hautschi hat m.E. die Grenzen der Sachlichkeit zu keiner Zeit überschritten, etwas Humor, Schmäh und Augenzwinkern tut der Bewertung gut, macht sie lebendiger und auch unterhaltsamer. Natürlich darf sie niemals beleidigend oder herabwürdigend sein, aber das ist auch hier nicht der Fall.

Vor allem, wenn man seinem Personal zugesteht, mit "Schmäh" einen Org-Lapsus zu bügeln, sollte man bei etwas "Schmäh" in einer Bewertung nicht zu wehleidig sein.

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Experte
80
48
am 27. Oktober 2015 um 09:18

Hallo Frau Lukas,

es freut mich sehr, dass Sie auf meine Kritik so rasch und professionell reagiert haben. Schön, dass die gemachten Fehler eingesehen werden und nicht wie so oft die Schuld letztendlich am Gast gesucht wird.

Wie Sie sich sicher vorstellen können, habe ich die Bewertung nicht verfasst um etwas gratis zu bekommen. Ihre Einladung auf Kaffee und Kuchen muss ich daher leider ausschlagen.
ABER: Ich verspreche Ihnen, sollte unser Weg wieder einmal in Ihre Gegend führen, werden wir nochmals in der Burgtaverne Kreuzenstein einkehren - und ich bin fast überzeugt davon, nach diesem Besuch eine ähnlich positive Bewertung wie die anderen Tester abgeben zu können.

PS: zu Ihrem PS: Es imponiert mir sehr, dass Sie zu Ihren Mitarbeitern stehen, nämlich auch dann, wenn nicht alles rund rennt.
Wenn Sie sich vielleicht kurz Zeit nehmen und über meine anderen Bewertungen drüberschauen, werden Sie erkennen, dass gerade ich kein Tester bin, der in irgendeinerweise auf Verriss aus ist (ich nenne selbst einen Dienstleistungsbetrieb mein eigen). Die meisten meiner Bewertungen sind lobender Natur.
Nur was Ihren "Kellner" betrifft, muss ich ein altes Sprichwort bemühen: Wie es in den Wald hineinhallt.........

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Experte
107
33
am 26. Oktober 2015 um 22:52

Lieber Gast!

Schade, schade, schade... dass ihr Besuch so bei uns so unzufrieden verlaufen ist. Üblicher Weise machen wir das einfach besser.

Vorne weg - ich war heute aus persönlichen Gründen nicht selbst im Lokal anwesend. Und leider ein Feiertag ... Nach bestem Wissen der letzten Jahre - wo am Nationalfeiertag trotz immer schönem Wetter unterdurchschnittlich wenig Besucheraufkommen war (der vielen Events in Wien wahrscheinlich zu schulden) - haben wir unser Personal eingeteilt ... und wir haben uns heuer verschätzt. Aufgrund des außerordentlich schönen Wetters (das so schön auf meinem Handy eigentlich gar nicht angesagt war) führte dies zu zu vielen Gästen und zu wenig Personal, wodurch zwangsläufig viele Fehler entstehen. Dies ist wirklich keine Entschuldigung, aber nur zum Verständnis eine Erklärung.

Was mich selbst ärgert, ist, dass ihr reservierter Tisch nicht gefunden wurde. Das ist inakzeptabel und sollte wirklich nicht passieren.

Warum's heut passiert ist? Meine Schuld. Die werte Frau Chefin hatte aufgrund der Erfahrungswerte der letzen Jahre am heutigen Tag keinen "Platzanweiser" an der Tür einkalkuliert. Was ist passiert - die vielen vielen vielen unerwarteten Gäste waren ziemlich unbeeindruckt von Reservierungszetterl und haben sich dennoch platziert, wo eben gerade frei war. Die Kellner müssen zwischendurch Gäste wieder umsetzen. Dann wirds schon mal etwas unübersichtlich. Eine zweier-Reservierung ist unter gegangen.

Aber was machen wir, wenn's doch passiert? Tisch herzaubern geht leider nicht, Gäste wegschicken ist noch schlimmer - so hat sich mein Mitarbeiter dazu entschieden, sie an einem Tisch dazu zu setzen. Ein Kompromiss mit den besten Absichten, der eben nur ein Kompromiss bleibt. Ich verstehe das. Ein umsetzen auf einen frei gewordenen Tisch war aber kurze Zeit möglich - wie mir berichtet wurde.

Die Stimmung schon ein wenig getrübt, der Kellner bemüht mit Witz diese zu heben. "Cola - Cola light - Cola." Der Stresslevel für ihn heute hoch, die Situation bei Ihnen schon ein wenig angespannt, der Kellner heute nicht sensibel genug um zu erkennen, dass diese Art von Humor nicht auf Beiderseitigkeit beruht. Schade.

Starkes Wochenende hinter uns. Da wir frisch kochen wurden bei manchen Gerichten die Vorräte dünn, zu wenig Zeit zum Nachproduzieren - der Koch hats einfach bis Mittag nicht geschafft die Karte wieder ganz aufzufüllen. Und dann schlägt natürlich das Gastronomische Gesetz wie's Amen im Gebet zu: der Gast bestellt zielsicher genau das und als Alternative genau das zweite, was aus ist!
Ja - ich kenne es selbst: Jetzt wird's peinlich!

Eine Erwähnung davor hätt vieles gebracht, jetzt ist es auch schon zu spät. Da muss der Kellner nun durch. Und nachdem auf die Knie fallen und sich bitterlich entschuldigen auch wenig hilft, versucht man's durch Schmäh. Fifty fifty Chance, dass man die Kurve damit kriegt. Leider diesmal nicht. Dass da auch gutes Essen nicht mehr so schmeckt, wie bei guter Laune, dafür habe ich Verständnis.

I'm so sorry: "We lose the game". Ich hab mich bei der Organisation des heutigen Tages verschätzt. Gäste verloren.

Kann passieren. Soll nicht passieren. Darf eigentlich nicht passieren. Und passiert natürlich ausgerechnet beim Restaurant-Tester-Experten.

Aber so ist's Leben.
Die Bestrafung in Form dieser Bewertung folgte auf den Fuß. Wir nehmen's mit gesenktem Haupte hin. Es tut uns leid.

Gerne würde ich Sie für einen anderen Eindruck auf Kaffee und Kuchen einladen, sollten Sie dennoch einmal den Weg zu uns auf sich nehmen. Eine kurze Mail an: kontakt@burgtaverne-kreuzenstein.at

Katharina Lukas

P.S.: Auch wenn Sie nicht mit unserem Mitarbeiter auf einer Sympathiewelle waren, bitte ich dennoch um Respekt Dienstleistern im allgemeinen gegenüber. Wenn wir schon Schmäh kritisieren - vielleicht überdenken Sie ebenfalls spitze Bemerkungen wie "Gastronomiespezialist" und "Rotröckchen" bei weiteren Bewertungen. Kellner tut's auch ;-)

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0
1
am 26. Oktober 2015 um 18:39

Danke adn, auch ich war ob der guten Bewertungen (nämlich von Top Testern) auf ein gutes und gemütliches Mittagessen eingestellt.

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Experte
107
33
am 26. Oktober 2015 um 18:29

Tolle Bewertung, hatschi, wenngleich das, was Ihr dort erlebt habt, wirklich entsetzlich ist. Hoffentlich ein Einzelfall, wär' schade um das Lokal, wenn die Qualität von Service und Logistik so nachließe. Ich war das erste Mal vor 2 1/2 Jahren dort, dann etwa vor 1 Jahr, beide Male war's sehr gut.

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Experte
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48
Burgtaverne Kreuzenstein
Burg Kreuzenstein 2
2100 Leobendorf
Niederösterreich
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Ambiente
Service
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