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Restaurant Tartuf - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 16. Oktober 2015
Experte
kuechenmeister
193
27
25
5Speisen
4Ambiente
5Service

Die Wirtsleute vom Tartuf haben sich für ihr Lokal nicht gerade das netteste Plätzchen von Wien ausgesucht, hier an der Ecke Zinckgasse-Felberstraße, mit Blick auf das Parkhaus vom Westbahnhof. Aber gut zu erreichen ist es, öffentlich sowieso und parken kann man auch.

Uns haben die Trüffel hierher gelockt. Feine istrische Küche ist das Programm im Tartuf, und da gehören die wunderbaren Knollen ebenso dazu wie der Fisch und das exzellente Fleisch vom Boškarin-Rind.

Das Ambiente überrascht uns. Tische und Stühle aus massiver Eiche, die Wände aus unverputztem Sandstein, teilweise mit istrischen Motiven bemalt, der Dielenboden im Holzdesign, die Hussen und die Lederpolsterung in dunkelrot, die Leuchten an den Wänden erinnern an Fackeln – alles ein wenig wie in einer Burg, aber in einer nagelneuen, exquisiten. Anzuschauen hier: Link

Heute ist ein verregneter, kalter Oktoberabend, wochentags. Nicht sehr verlockend zum Ausgehen, aber das Lokal ist recht gut besetzt. Zwei, drei Tische nur bleiben frei. Die Kellnerin empfängt uns äußerst freundlich und aufmerksam. Wir haben reserviert, ein bestens gedeckter Tisch wartet auf uns. Wir studieren die Karte und werden rasch fündig. Sehr verlockende Sachen stehen da drauf. In Istrien kocht man ganz anders als in Dalmatien und im Tartuf hat man ganz offenkundig einen besonderen Anspruch, der weit über die Alltagsküche hinausgeht. Vergessen Sie also das Grillfleisch mit Pommes. Hier gibt es Thunfischcarpaccio, Gänseleber, glasierte Wachteln, schwarzes Tintenfischrisotto, in Teran geschmorte Boškarin-Rindsbackerln mit glasierter Birne – und natürlich Trüffel. Wir freuen uns schon.

Hausgemachtes Brot, Olivenöl und eine hübsch als Blüte angerichtete feine Käsescheibe als Gruß aus der Küche machen den Anfang. Das Bier ist aus Zipf, das Mineralwasser aus San Pellegrino, der Wein kommt aus Slavonien: Graševina vom Weingut Krauthacker steht auf der Karte und das müssen wir ausnutzen. Der beste Welschriesling, den ich kenne, die Steirer mögen mir verzeihen. Und die Istrier, die natürlich auch angeboten werden, aber deren Malvasija wir an diesem Abend ungetrunken lassen.

Ich starte mit den Tagliolini mit Trüffeln. Cremig, hervorragend, intensiv. Die Kellnerin hobelt noch ein wenig frischen weißen Trüffel drüber. Für dieses Gericht wäre ich auch gern ein paar hundert Kilometer bis nach Istrien gefahren.

Meine Frau bekommt ein himmlisches, zartes Thunfischcarpaccio. Glasierte rote Zwiebel, Salsa Verde, Limette und Honig sorgen für das Aroma.

Danach kommen auf unseren Tisch: eine zartrosa Entenbrust mit Merlotsauce und glasierten Äpfeln, die sehr gelobt wird. Ein köstlicher, gebratener Oktopus mit intensiven Röstaromen. Trüffeln und Kürbiscreme sind dabei, einfach ein Gedicht. Und ein Wolfsbarsch, äußerst professionell filetiert, mit viel Gefühl auf den Punkt gebraten. Dazu eine optisch kuriose, geschmacklich wunderbare schwarze Karfiolcreme (Sepia?) mit Trüffeln.

Auch die Dessertkarte hätte Trüffel zu bieten gehabt (Schokoladesouffle in einer kalten Vanille- und Trüffelsauce), aber wir sind satt und lassen es gut sein. Sehr gut sogar. Das Tartuf hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen.

Fazit: Ein hervorragendes Restaurant mit exquisiter istrischer Küche und Top-Service. Auf jeden Fall einen Besuch wert. Und die Kollegen vom Gault Millau könnten hier durchaus auch einmal vorbeischauen!

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Kommentare (4)

am 16. Oktober 2015 um 21:33

Ja, die Rosmarinzweige sind dämlich. Sie treten an die Stelle der Achteltomate und des Salatblattes. (Die Radieschen lasse ich durchgehen. Wenn sie nach mehr als Wasser schmecken, wäre ich allerdings erstaunt.)
Die Tellerarrangements finde ich akzeptabel, wenngleich unintelligent. Bemühen ist spürbar - man freue sich!

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Experte
48
22
am 16. Oktober 2015 um 14:01

mich begeistern die Fotos nicht vollständig...für die "hohe Kochkunst" sind mir die Radischenscheiben, der Rosmarinzweig usw. doch ein bisserl zu "rustikal" - und für bodenständige Küche sind mir die Teller wiederum zu "aufgeräumt".
Mir kommt das - rein nach den Fotos beurteilt! - ein bisserl so vor, wie wenn ein exzellenter Hausmannskost-Koch einen auf neue nordische Küche macht.
Versteht mich nicht falsch - das Essen sieht exzellent aus - ich nörgle hier auf sicher sehr hohem Niveau.

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54
8
am 16. Oktober 2015 um 13:17

Mir geht es nicht anders...

Gefällt mir1
Experte
48
22
am 16. Oktober 2015 um 12:59

Pooooooh..Hunger!

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88
16
Restaurant Tartuf
Zinckgasse 2
1150 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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40
50
2 Bewertungen
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