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Amon's Gastwirtschaft - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 9. Oktober 2015
Experte
Stammersdorfer
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2Speisen
3Ambiente
3Service
8 Fotos1 Check-In

Vorgestern Abend im 3ten, in AMON’S Gastwirtschaft und eines gleich vorweg, er war schon wesentlich besser.

Geparkt haben wir in der Erdberger Lände, kurz vor der Schlachthausgasse. Plätze gibt’s da um etwa 18:30 mehr als genug, aber Achtung, Kurzparkzone bis 22h. Die U3 hat in einigen hundert Metern Entfernung eine Station, die Busse 77 und 80A fast vor der Tür.

Wir haben vor wenigen Tagen telefonisch, bei einer freundlichen Stimme, reserviert, was auch bestens geklappt hat. Man kommt ins Lokal hinein, steht vor einem Pult mit dem Reservierungsbuch und dem dazugehörigen Mitarbeiter, der uns dann auch zu unserm Tisch bringt. Wir gehen durch einen langen Gang, am Ende links in einen Raum für etwa 40 Personen und dürfen dann aus zwei Tischen, einem 2er und einem 4er auswählen. Es wird der Größere, weil wir nebeneinander sitzen wollen, wie wir ihm sagen. Er meint mit einem schmunzeln, das hat er sich e gedacht. Einer an der Wand wars, zwischen den Tischen ein kleiner fahrbaren Teiler mit Grasbemalung. Das Ambiente ist mir irgendwie zu „bunt“, zu viele, eher dezente Farben, Bilder an den Wänden die da nahtlos dazu passen und an der Decke diese großen 70er Jahre Abzugsrohre. Die Sessel mit hohen Lehnen, vorne Leder, hinten was Rattan ähnliches, nicht sonderlich bequem. Wohlfühlambiente sieht für uns etwas anders aus.

2 Kellner betreuen uns den Abend über, sie weniger, er mehr. Beide sicher vom Fach, relativ freundlich und auch recht aufmerksam. Es geht alles recht rasch, wenn nicht gerade auf etwas vergessen wird. Das eine oder andere Mal wird nachgefragt. Sehr positiv ist bei ihm aufgefallen, dass er nicht gleich nach den Getränken fragt, obwohl wir das e immer schon im Vorhinein wissen. Weniger gut kommt an, wenn sie zum Tisch kommt, (gequält) lächelt, sich umdreht und man glaubt es regnet seit Wochen. Die Serviceleistung hat zwar grundsätzlich gepasst, aber da geht mehr, es war keine Freude am Job zu spüren.

Der Start in den Abend mit zwei Prosecco, die keine waren, sondern eher so eine Art Perlwein, mit einem leichten Muskatgeschmack. Er hatte eine leicht süßliche Note, war einigermaßen spritzig und hat uns sehr gut geschmeckt, etwas kälter hätte er vielleicht sein können, aber halt kein Prosecco. Zum Roten, der es heute sein sollte, kam eine Flasche Wasser, das später mit 0,00 Euro als Granderwasser auf der Rechnung stand. Es war ein 2010er, der Cuvee „Phoenix“ (CS, ME, BF, SH) vom Weingut Reumann aus Deutschkreutz/Burgenland. Er wurde vom Kellner dekantiert, was diesem ausgesprochen gut tat. Ein überaus harmonischer und weicher Wein, sehr fruchtig mit ganz wenig Säure, großartig.

Die eine Vorspeise für uns gemeinsam, war die „Wilde Variation“ bestehend aus Hirschrohschinken, Roastbeef vom Hirschkalb, Wildterrine, Eierschwammerltartar, dazu am Teller Preiselbeercreme und Kürbis Chutney. Der Rohschinken sehr zart, weich und ordentlich geräuchert, das Roastbeef leider das Gegenteil. Auch das Tartar konnte nicht überzeugen, zwar mit viel Zwiebel und Petersilie, aber schlicht fad, selbst nachwürzen half nix. Die Pastete einigermaßen geschmackvoll mit Preiselbeeren und Kürbiskernen drinnen. Die Creme sehr harmonisch, hat zu all dem gut dazu gepasst. Das Chutney hatte einen etwas eigentümlichen Geschmack, könnte Curry gewesen sein, dazu das Körberl mit frischem Gebäck.
Was stand in der Karte, bei einer der beiden Hauptspeisen, in der Pfanne herzhaft geröstet. Gemeint war das steirische Jagdgröstl mit edlem Wild. Die Viecher waren einfach nur trocken und zäh. Weiters waren da viele, recht gschmackige Erdäpfeln, Eierschwammerln, Lauch, Jungzwiebel, Preiselbeeren, Apfel und Birnenstücke, sowie Hirschschinken, der dem ganzen auch keinen Pepp verlieh. Wenn man sich die Zutaten so anschaut könnte man meinen, das muss doch gut sein, leider nein, kaum gewürzt, von herzhafter Röstung keine Spur, eine Enttäuschung.
Die Hauptspeise meiner lieben Gattin um einiges besser, sie hatte die rosa gebratenen Hirschkalbrückenmedaillons mit sautierten Kräuterseitlingen und selbst gemachten Pommes Duchesse. Der Hirsch kam medium daher, zart, weich und ordentlich angebraten, die Sauce mit den Seitlingen naja, jedenfalls auch da Lauch und Jungzwiebel, der das ganze doch halbwegs schmackhaft machte. Das Erdäpfelpüree aus dem Spritzsack war außen knusprig gebacken und innen sehr fein, änderte aber am sonst eher höhepunktlosen Essen auch nichts. Das hatte alles zusammen zwar keinen Fehler, aber es war schlicht fad. Als Deko, wie auch bei mir, zwei halbe Cherrytomaten, Petersilie und eine Orangenscheibe.

Alles in allem war’s, wie eingangs erwähnt, schon wesentlich besser, von ordentlich würzen, oder herzhaft rösten haben die da draußen in der Küche leider wenig Ahnung. Wenn ich nur das Gröstl betrachte hätte ich sogar einen 1er vergeben. Viele der Speisen gibt’s in den Varianten groß und klein. Das Ambiente, ja so einigermaßen, die fahrbaren Abtrennungen zu den Nachbartischen finden wir eine gute Idee. Was das Personal betrifft, auch da (viel) Luft nach oben.
Wir haben mit Trinkgeld € 115,-- gezahlt, wobei der Preis diese Leistung nicht rechtfertigt. Dass wir enttäuscht nach Hause gefahren sind, sei nur am Rande erwähnt und nein wir kommen nicht wieder.

Halt, hätt ich doch glatt auf den Segafredo vergessen, der war richtig gut, sehr stark und gar nicht bitter :-)

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Kommentare (2)

am 9. Oktober 2015 um 18:18

Unsere Erinnerunen von vor 5 bis 10 Jahren waren auch ziemlich gut. Liebe Freunde von uns haben allerdings vor etwa einem Monat ganz ähnliche Erfahrungen gemacht, wie wir, da ist das mit der weiteren Chance noch etwas schwerer. Wobei ich aber sehrwohl jemand bin der fast immer eine zweite Chance gibt.

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Experte
234
28
am 9. Oktober 2015 um 17:55

Schade, da habt ihr wohl alles am falschen Fuß erwischt.
Gerade die Wildkarte bürgt beim Amon immer besonders für Qualität.
Am Ambiente sieht man eindeutig mal das hier Geschmäcker wirklich sehr verschieden sein können, der Beschreibung nach gehe Ich davon aus ihr seid im Wintergarten gesessen, der für mich schönste Ort zu Speisen beim Amon.
Beim Service gebe Ich dir zweifellos recht, da gibt es seit ca. 2 Monaten 3 neue Kellner/innen, die haben de fact wirklich viel Luft nach oben!
Den Speisen würde Ich allerdings noch ein Chance geben, die Küche hat für gewöhnlich schon wirklich Ahnung vom kochen!

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3
Amon's Gastwirtschaft
Schlachthausgasse 13
1030 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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19 Bewertungen
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