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Gasthaus Lendl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 5. Oktober 2015
Experte
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4Speisen
3Ambiente
4Service
19 Fotos1 Check-In

Das Gasthaus Lendl befindet sich im unteren Bereich der Favoritenstraße. Wenige Schritte vom Hauptbahnhof die Favoritenstraße stadtauswärts kurz vor dem Columbusplatz links in einer kleinen Seitengasse. Erreichbar mit der U1, diversen S-Bahnen, Straßenbahn- und Autobuslinien welche am Hauptbahnhof halten. Die Parkplatzsituation kann ich nicht beurteilen, jedoch gibt es einige Parkhäuser in der Nähe. Vor dem Lokal befindet sich in der warmen Jahreszeit ein kleiner Gastgarten, dieser wurde allerdings wenige Tage vor meinen Besuch abgebaut.

Über den leicht erhöhten Eingang erreicht man den Schankraum. Eine alte Schank mit einigen Sitzmöglichkeiten auf Barhockern davor. Hier darf geraucht werden und der Schmäh rennt. Angrenzend ist die Küche und durch an dieser vorbei erreicht man die Toiletten. Alt aber sauber. Damen, Herrenbereich mit getrennten Pissoir. Spätestens hier hat sich, auch wenn man den Eingang überwunden hat, das Wort barrierefrei erledigt. Zu klein und zu eng um mit einen Rollstuhl hier herein zu kommen. Nach dem Schankraum erstreckt sich der Speiseraum für die Raucher. Hier befinden sich fünf Tische an denen jeweils vier bis fünf Gäste Platz haben. Durch eine permanent offenstehende Türe gelangt man in den Nichtraucherbereich. Näher beschreiben kann ich diesen nicht da ich diesen nicht betreten habe da nach Rückfrage beim Ober kein Platz frei war, aber nach den Außenmaßen des Lokals dürfte dieser nicht viel größer sein als der Raucherbereich. Optisch das perfekte Ambiente eines typisches Vorstadtgasthau. Fliesenboden, die Wände im unteren Bereich mit Holpanelen verkleidet. Einige mehr oder weniger kitschige Bilder an der Wand, die Beleuchtung erfolgt mittels Deckenspots. Was man nicht erwartet es gibt eine Klimaanlage.


Das Personal im Gäste und Schankbereich ist hier männlich. Einer ist für die Rechnung, das Kassieren und mit Unterstützung einer weiteren männlichen Person für die Schank zuständig. Einer serviert Speisen und Getränke. Alles in perfekter Kombination sodass Elisabet T. Spira ihre Freude hätte, und genügend Stoff für eine Folge der Alltagsgeschichten. Der Essensträger kommentierte immer wieder seine Bestellungen an der Schank, auch wenn dort ein Missgeschick geschah oder etwas vergessen wurde, auf äußerst humorvolle Art. Auch für die Stammgäste, und derer dürfte es viele geben hatte er immer wieder einen Kommentar über. Nicht nervig oder derb und auch nicht unter der Gürtellinie. Eigentlich das Gegenteil vom verrufenen grantigen, mürrischen Wiener Kellner. Bei allen Schmähführen wurde nicht auf die Arbeit vergessen. Die Speiskarte wurde auf meinen Wunsch gebracht. Wahrscheinlich sind hier zur Mittagszeit die beiden Menüangebote der Renner das die meisten Gäste diese bestellen uns selten a la carte bestellt wird. Bei dem Preis für Suppe und Hauptspeise um € 5,90 auch nicht verwunderlich. Ich bestellte ohne in die Karte zu blicken einen großen Apfelsaft gespritzt mit Sodawasser(€ 3,60). Mittlerweile habe ich schon ein Gefühl entwickelt in welchen Lokalen ich eine Alternative zu meinen bevorzugten Apfelsaft gespritzt bekommen könnte. Hier erwartete ich keine Alternative. Das Speisenangebot ist das was man in einen Wiener Vorstadtgasthaus erwartet. Ich wählte die Frittatensuppe(€ 2,20) und die gebackene Leber mit Erdäpfelsalat(€ 6,90). Die Wartezeit auf die Speisen wurde dank der Servicetruppe recht kurzweilig.


Nach kurzer Zeit wurde eine nicht zu heiße Suppe, was ich sehr angenehm empfand, da ich mir bei den ersten Löffeln immer wieder den Mund verbrenne, in einer klassischen Löwenkopftasse serviert. Die Suppe sehr schmackhaft, farblich nicht zu hell aber auch nicht gekünstelt dunkel, und mit reichlichen Frittaten welche ebenfalls ausgezeichnet waren versehen. Etwas breiter geschnitten und nicht zu dünn, dadurch auch fester und nicht matschig. Obenauf reichlich Schnittlauch. Kein Industrieprodukt sondern selbst hergestellt. Salz, Pfeffer und auch Maggi blieben unbenützt.

Als ich fertig gegessen hatte wurde die leere Suppenschüssel prompt im Vorbeigehen vom Kellner mitgenommen. Auch die Hauptspeise ließ trotz sehr gut besuchtem Lokal, nicht zu lange auf sich warten. Eine mittelgroße Schüssel mit Erdäpfelsalat wurde serviert. Sehr ansprechend dekoriert mit einem Stück Paradeiser und Schnittlauch. Auf einem großen Salatblatt welches in die Schüssel gelegt wurde kam der Erdäpfelsalat darauf. Hier wurde reichlich roter Zwiebel verarbeitet. Trotzdem war der Salat eher süßlich mariniert. Das war früher in meiner Jugend gang und gäbe. Sehr angenehm der Salat war nicht eiskalt sondern sehr wohlbekommend temperiert. Ein Erdäpfelsalat der sehr nahe an den für mich perfekten Erdäpfelsalat kam.

Auf einen klassischen runden weißen Porzellanteller wurden drei Stück mittelgroße Stück Leber serviert. Zusätzlich ein Stück Zitrone welches auf einem Stück Salatblatt dekorativ abgelegt war. Die Panier etwas dunkler was aber bei der Leber meistens so ist. Die Konsistenz der Panier nahezu perfekt. Leicht knusprig, ohne trocken oder zu hart zu sein dazu eine perfekte Verbindung mit der Leber. Die Leber selbst etwas dicker geschnitten. Dadurch war diese nicht so weich wie meistens. Sowieso ist die Schweinsleber meines Erachtens immer etwas fester als die Hühnerleber. Für mich kein Problem da ich eigentlich immer alles etwas fester will. Sei es Knödel, Nockerln oder auch die Leber. Sie war aber keineswegs hart oder zäh. Auch waren keinerlei Einlagerungen vorhanden welche sich störend auf den Geschmack auswirkten. Geschmacklich einwandfrei und ohne Makel.

Mein Fazit – Ein Vorstadtgasthaus wie man es sich wünscht. Sehr viele Stammgäste zeugen von der Beliebtheit und der ansprechenden Küche. Ein Service welches neben den üblichen Job auch noch für Unterhaltung sorgt. Das alles zu einem fairen Preis. Komme gerne wieder.

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Kommentare (1)

am 18. Oktober 2015 um 10:44

Sehr informatv, danke! Und danke im allgemeinen für Deine hilfreichen Listen.

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Reisingergasse 10
1100 Wien
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