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König von Ungarn - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 27. September 2015
Chemicus
14
1
3
1Speisen
4Ambiente
2Service

Meine Bewertung richtet sich insbesondere daran, dass dieses Lokal Teil eines 4-Sterne Hotels ist. Lt Wikipedia sollte ich demnach eine hohe Dienstleistungsqualität erwarten können.

Der erste Eindruck - positiv. Die Räume sehen aus meiner Sicht ordentlich aus. Auch Tische usw. sind sauber und gefplegt. Die Begrüßung im Lokal ist freundlich. Das war aber dann schon der bis zum Verlassen des Lokals positivste Eindruck.

Doch der erste Fehler lässt nicht lange auf sich warten: Wir haben per Groupon-Deal ein 5-Gänge Menü bestellt, u.a. mit der "Tagessuppe" und einer Auswahl an Hauptgerichten. Weder die Tagessuppe noch die Auswahl der Hauptgerichte wird uns anständig erklärt, im Verlaufe des Essens sehen wir den selben Kellner bei einem älteren Ehepaar genau diese Punkte genauer erklärend. Es entstand somit bald der Eindruck, dass nicht nur der Service patzte, sondern - noch schlimmer - wir aufgrund unseres relativ jungen Alters (um die 30) anders behandelt werden würden als ältere Gäste. Weiteres zum Service später.

Gedeck um je 2,5 € p.P. (wenn ich mich richtig des Betrages erinnere)...es gab Brot, welches der Optik nach Original von Hofer gewesen sein könnte (dies fiel meiner Begleitung auf), dazu im ersten Gang eine lieblose Mischung (sowohl in der Art des Anrichtens als auch des Geschmacks) aus u.a. Hering mit Zwiebeln (frisch aus dem Glas), Räucherlachs (frisch aus der Verpackung) und anderen Brotauflagen ähnlicher "Qualität". Der Ei-Parika-Aufstrich könnte sogar tatsächlich vom Hotel selbst gemacht worden sein.

Der 2. Gang - die Tagessuppe... sie wurde - wie eigentlich alle Gänge - mit erheblichen Zeitabstand zwischen dem vorherigen und nachfolgendem Gang serviert (wie eigentlich alle Gänge jeweils lange auf sich warten ließen). Auf Nachfrage wurde uns mitgeteilt, es handle sich um eine Kürbissuppe. Farbe und Geschmack sowie Brocken anderen Gemüses wiesen uns aber darauf hin, dass es lediglich eine Gemüsesuppe war, in die sich unglücklicherweise auch ein paar arme Kürbisstücke hinein verirrt haben dürften. Mehr aber nicht.

Zu dem Zeitpunkt scherzten wir dann schon, ob wir erneut ein "alchile-Erlebnis" (siehe Link) haben würden... wir wurden mit unserer Erwartung bzw Befürchtung nicht enttäuscht.

Der dritte Gang sollte ein Limettensorbet sein - um es kurz zu sagen: Wir spekulierten eher auf ein fix und fertig-Produkt normalen Zitronen-Eises. Wie Sorbet wirkte es nicht mal im Ansatz. Wie auch die Gänge zuvor lockte diese nicht zum "Fertigessen".

Der vierte Gang war für meine Begleitung ein "Kalbsschnitzel", für mich war es die nicht genauer erklärte "Fischvariation". Für meine Begleitung war hier wenigstens 1 positive Überraschung erkennbar - der Kartoffelsalat dürfte tatsächlich selbstgemacht sein. Das Schnitzel dafür erinnerte mich (ich durfte probieren) geschmacklich und optisch aber eher an die fertigen Hühnerschnitzel von Hofer. Auch meine Begleitung war nur wenig angetan im Verhältnis zu euren vorherigen Erwartungen.

Meine Fischvariation war aber deutlich schlimmer - eines der 3 Fischstücke (u.a. waren Lachs und Scholle dabei) war EXTREM versalzen - und ich gelte eher als Salzfreund und empfand dies als kaum noch genießbar. Das und die eindeutige Gemüse-Tiefkühl-Fertigmischung ließen mich schon von der qualitativ eher besseren Küche der Kantine träumen... (ich weiß: ein in meinen Kritiken gerne bemühter, böser, aber leider immer wieder passender Vergleich).

Als Nachspeise dann eine Mischung aus kürzlich aufgetautem Apfelkuchen, lieblos geschnittenen Obst und Obst-Saucen und etwas, was sich wohl Crème brûlée nennen lassen wollte, aber weder war außen heiß karamellisiert noch etwas anderes als eine Art "Fertigpudding" unter der Zuckerbestreuung erkennbar.

Wenn man mir die Wal ließe zwischen dem Essen oder dem Kebapladen bei mir um die Ecke, weiß ich, dass letzterer sich wenigstens Mühe gibt und würde diesen jederzeit bevorzugen...und diesem Mann kann man wenigstens dabei zuschauen, wie er viele seiner Speisen selbst zubereitet. Beim König von Ungarn scheint man eher Praktikanten beim Aufwärmen von Fertig-Essen zu beschäftigen. Ich als nicht-Koch könnte alleine einen Fisch nicht so quälen und ihn richtiggehend "pöckeln", wie hier geschehen.

Zum Service: Wie eingangs erwähnt hielt man uns offensichtlich für "einfaches" Publikum, das leicht zu beeindrucken sei durch ein wenig Lächeln.
Keine Entsprechende Erklärung der Gänge war somit ja schon der erste Fehler. Es folgten: Unvollständiges/falsches Decken des Tisches (Fischbesteck?), nicht Einhalten der Zeitangaben bis zum nächsten Gang, generelles Ignorieren, dass wir sowohl zwischendurch keine Getränke hatten (bzw die Gläser bis zum Schluss stehen blieben und nie weggeräumt wurden), Vergessen von Getränkebestellungen, ein halb-zerbrochenes Glas, das mir zum daraus Trinken angeboten wurde... und weitere Fehler, die ich nicht weiter ausführen möchte (die ich teilweise zu Gunsten des 2. jungen Kellners dahingehend auslegen möchte, dass er hoch nervös wirkte). Doch das mit Abstand sonderbarste, wenn nicht sogar beleidigende Verhalten war, als wir zahlen wollten, brachte der Kellner die typische, kleine "Bezahlmappe" mit der Rechnung (also wo der Kunde das Geld reinlegen sollte und der Kellner holt diese wieder)... und blieb wartend daneben stehen und erwartete die Bezahlung direkt an ihn. Was sollte das? Traute man uns nicht zu eine zweistellige Rechnung korrekt zu bezahlen oder gar einfach abzuhauen? Der Kellner schien von sich auf andere zu schließen...

Alles in allem ist dieses Lokal - insbesondere mit Blick auf den Preis (dieses Menü würde ohne Getränke für 2 Personen über 80 Euro kosten) - weniger als genügend, sogar für weitaus günstigere Lokale eigentlich eine Beleidigung. Vielleicht gibt es hier auch eine 2-Klassen-Mentalität, dass junge und/oder Groupon-Kunden anders bedient und bekocht werden. Aber das soll keine Entschuldigung sein für dieses Lokal, sondern eher das Gegenteil.

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Kommentare (2)

am 28. September 2015 um 14:31

Schade, in einem der Bücher, die Christoph Wagner abseits vom Gault Millau geschrieben hat, war es einer seiner Favoriten.

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Experte
92
38
am 27. September 2015 um 20:45

und da ich - als beweis für den schlechten Service, der nicht mal die Gläser abräumt - es nicht schafte, ein Foto an den Originalpost anzuhängen, hole ich das hier nach:

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14
1
König von Ungarn
Schulerstrasse 10
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
21
36
32
3 Bewertungen
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