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Oberböck's WIP Schmankerl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 27. September 2015
Meidlingerin13
34
3
5
4Speisen
4Ambiente
5Service

Als mein Lebensgefährte und ich am 1. April 2015 zum ersten Mal in das neue Oberböcks WIP-Schmankerl einkehrten, schlug unser Herz schon Purzelbäume. Wir kannten das Lokal schon vorher, waren wir doch treue Stammgäste bei den ehemaligen Pächtern.

Nun war unser ehemaliges Stammlokal also endlich wieder geöffnet! Es dauerte nicht lange, und viele der "alteingesessenen" Gäste, die auch damals regelmäßig kamen, waren vor Ort. Man begrüßte sich freudig, setzte sich hin und inspizierte das Innere des "neuen" WIP. Die Räumlichkeiten waren frisch ausgemalt, sogar die Garderobenhaken waren blitzblank poliert! Beide Gastwirte, die einen äußerst sympathischen Eindruck machten, flitzten bemüht im Lokal herum - stets ein Lächeln und ein "Herzlich Willkommen" auf den Lippen. Im Hintergrund hörte man abwechslungsreiche Musik verschiedener Stilrichtungen in angenehmer Lautstärke. Wenn das mal nicht Laune auf mehr machte!

Mein Lebensgefährte bestellte sich Käsespätzle, ich eine Frittatensuppe und ein Kalbsbutterschnitzel mit Kartoffeln. Als die Suppe kam, war ich bereits skeptisch. Vom Aussehen her war sie sehr dunkel. Sie schmeckte auch eigenartig - trotz nachsalzen und pfeffern konnte sie mich nicht überzeugen. Im Kalbsbutterschnitzel waren grobe "Kruschpeln" drin, die da überhaupt nichts zu suchen hatten. Die Käsespätzle waren auch nicht gerade der Renner, geschmacklich ziemlich fade, denn ein passender Käse sollte auch gut ausgesucht sein. Insgesamt war die Größe der Portionen auch nicht ausreichend. Mein Lebensgefährte hat dann dem Wirt auch mitgeteilt, dass der Käse für dieses Gericht etwas "gschmackiger" sein hätte können, ich verkniff mir meine Meinung, denn sie hatten am Eröffnungstag schon genug um die Ohren.

Das war im April 2015. Das Problem war der Koch. Der gar keiner war. Das Credo des neu eröffneten WIP heißt "FRISCHE", wurde uns mitgeteilt. Leider wusste der Koch nicht mal, wie man eine Rindsuppe ohne Brühwürfel ansetzt. Leider ist das in der heutigen Zeit in sehr vielen Restaurants so. Darum musste er zum Glück nach einigen Wochen das WIP verlassen und an seiner statt fing eine ungarische Köchin an. Ab diesem Zeitpunkt ging es mit den Speisen - und auch der Größe derselben - rapide nach oben. Uns war klar - wenn man in der Anfangszeit einen schlechten Koch und dazu noch zu kleine Portionen hat, kann man sich viel verhauen, denn die meisten Leute kommen ein Mal und nie wieder.

Wir wollten das einfach nicht hinnehmen. Als wir hörten, dass es eine neue Köchin gab, wollten wir dem Ganzen noch eine Chance geben. Gesagt, getan - dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht. Auch die nachfolgenden Male war alles in Ordnung, selbst die Portionen wurden größer. So groß, dass ich meistens gar nicht zusammenessen kann. Zuerst gab es z.B. kein Cordon Bleu, keinen Hirtenspieß, kein Schnitzel vom Schwein oder auch keinen Schinken-Käse-Toast auf der Karte, man wollte halt nicht so sein, wie alle anderen 08/15-Lokale. Das änderte sich, als mehrere der Stammgäste diesbezüglich mit den Wirten sprachen. Solche Speisen schmecken den Gästen eben, darum hat man sich auch angepasst.

Als die ungarische Köchin plötzlich krank wurde und wir erfuhren, dass sie nicht mehr im WIP kochen wird, schlugen wir innerlich schon die Hände über dem Kopf zusammen. Dann sagte man uns, dass ihr Ehemann, der ausgebildeter Koch ist und bereits in namhaften Restaurants in Budapest gekocht hat, übernehmen wird und wir schöpften wieder Hoffnung. Es hat sich wirklich ausgezahlt. Dieser Mann kann ein Cordon Bleu zaubern, das seinesgleichen sucht! Hochwertiger Schinken, guter Käse, tolle Panade, viele Petersilien-Erdäpfel. Die Portion für mich als Frau unbezwingbar.

Es gibt nun sogar Somlauer Nockerln, die ungarische National-Nachspeise, auf der Karte! Ab dem frühen Sommer hielten dann auch verschiedene Veranstaltungen Einzug, z.B. ein "Barbecue-Abend", ein "Italienischer Abend", "Spanferkel-Grillen", "Heurigenabend mit Live-Musik", "Steaks & Cocktails ", "Oktoberfest", um nur ein paar zu nennen. Dies wollen die Wirte auch in Zukunft fortführen. Weiters gibt es jetzt auch im Herbst den Schmankerl-Teller, jeden Dienstag Abend von 17-19 Uhr, ein äußerst preiswertes Gericht um € 3,80, welches immer abwechselt. Wir besuchten bis jetzt den Barbecue- und den Italienischen Abend und bei den Steaks & Cocktails waren wir auch dabei. Alle Speisen wurden mit viel Liebe und Engagement zubereitet. Besonders beim Italienischen Abend und bei den Steaks hat man gemerkt, dass der Koch sehr viel von seinem Handwerk versteht. Das Piccata Milanese war so, wie es sein sollte, Nudeln perfekt al dente, Tomatensauce herrlich, Panade der Schnitzerl ein Gedicht. A bisserl Zitronensaft darüber - schon ist die Meidlingerin glücklich!
Am Steak-Abend haben sie das Ganze noch mal getoppt. Mein Lebensgefährte bestellte ein T-Bone-Steak mit Pfeffersauce. Ich aß ein Filet-Steak mit Kartoffel samt Schnittlauchsauce und als Steak-Fetischistin muss ich wirklich sagen: Fleisch-Qualität der Hammer, ich wollte es medium - es war PERFEKT getroffen und die Schnittlauchsauce auf dem Erdapfel gab dem Essen den letzten Schliff. Bei der Nachspeise war ich dann schon so angegessen, dass ich nur noch die Hälfte des guten Brownies hinunterbrachte. Wir tranken dazu Merlot und obwohl ich keine Rotwein-Kennerin bin, passte dieser Wein perfekt zum Gericht.

Erwähnenswert neben den überaus freundlichen Gastwirten Andi und Günther ist auch der Richi, das fleißige "Allround-Talent" - immer gut drauf und sehr bemüht. Nicht zu vergessen auch Günthers Gattin Karin, die schon das eine oder andere Mal gekocht hat - diese Lasagne macht ihr so schnell keiner nach! Außerdem muss ich noch erwähnen, dass dieses Lokal sehr hundefreundlich ist. Man bekommt umgehend Wasser fürs Wauzi und ab und zu hat unser Hund schon Schinken oder auch ein paar Fleischstücke abgeräumt - herzlichen Dank dafür!

Wenn man sich an die Bar stellt, können schon Freundschaften entstehen - ich weiß, wovon ich spreche. Man muss sich nur darauf einlassen - selbst, wenn man an der Bar sowie im gesamten Lokal nicht Rauchen darf. Als Nichtraucherin ist mir das ohnehin egal, es würde mich als toleranten Menschen aber auch nicht stören. Ich stelle mich schließlich nicht an eine Bar, um zu rauchen, sondern um mich zu unterhalten und eine schöne Zeit zu verbringen. Die Kettenraucher mögen mir vergeben.

Im Sommer ist der Gastgarten sehr einladend, die Sessel sind bequem. Ist man eine größere Partie, werden Tische zusammengerückt und die Sommerabende können herrlich ausklingen.

Durch diese Erfahrungen habe ich gelernt, dass nicht immer der erste Eindruck zählt, sondern dass man durchaus auch zwei oder sogar drei Mal hinschauen muss, um etwas beurteilen zu können. Ich kann das WIP uneingeschränkt jedermann empfehlen, der auf Frische, gute bodenständige Küche, nette und lustige Gastgeber und geselliges Beisammensein Wert legt.

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Kommentare (1)

am 25. November 2015 um 17:42

Sehr erfreulich, von der Wiedergeburt dieses Lokals zu lesen - und von den beiden "Meidlingern" ;-)

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Experte
315
75
Oberböck's WIP Schmankerl
Sagedergasse 8
1120 Wien
Speisen
Ambiente
Service
35
40
47
3 Bewertungen
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