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Weingut & Buschenschank Lazarus - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 4. September 2015
Experte
Criticus
72
10
24
3Speisen
3Ambiente
4Service
19 Fotos1 Check-In

„Freilich weiß ich nicht, ob der Sonne Licht morgen ich noch schau. Dass ich aber, wenn ich lebe, Gott zum Dank mein Glas erhebe, weiß ich ganz genau“.

Dieser Ausspruch des berühmten deutschen Dichters Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781), der Bescheidenheit und Lebensfreude gleichzeitig zum Ausdruck bringt, findet sich n der Speisekarte des Buschenschank Lazarus und soll wohl die Gäste positiv auf Speis und Trank einstimmen.

Es war Critica’s Idee bzw Wunsch, zum „Lazarus“ zu fahren, weil sie diesen bekannten Buschenschank an der Schilcher Weinstraße einmal kennen lernen wollte. Ich bin zwar kein Schilcher-Fan, war aber vor längerer Zeit einige wenige Male mit Freunden dort, woran ich mich aber kaum noch erinnern konnte.

Es dämmert bereits, als wir an einem Dienstag Abend beim Lazarus ankommen. Am Parkplatz stehen viele Autos, wir bekommen nur einen Platz mehr am Ende des unteren Parkplatzes. Die Aussicht über das weststeirische Wein- und Hügelland ist beeindruckend. Wir gehen die mit Holzbrettern eingeschlagenen Stufen zum Buschenschank hinauf. Der Gastgarten ist trotz der vielen Tische voll, weshalb wir hineingehen und uns im großen Gastraum an einem Fenstertisch niederlassen.

Der große Gastraum hat zwar eine Holzdecke und auch sichtbare Holzträme, in einer Ecke sehe ich auch einen Kachelofen, trotzdem wirkt der Raum ob seiner Größe wie ein Saal, der auf Busgäste wartet. Ein gemütliches Ambiente würde ich mir doch etwas anders vorstellen. Schade, dass „draußen“ alles voll war

Die Speisekarte bietet im wesentlichen das, was man in einem Buschenschank üblicherweise bekommt (Brettljause etc). Hervorzuheben wäre vielleicht das „Hirschrohwürstl“ (€ 4,20), das „Räucher-Forellenfilet mit Oberskren“ (€ 7,80) oder das „Forellensulzerl auf Blattsalat“ (€ 7,80).

Ich hätte mich eigentlich für einen „Rohschinken vom Rind geräuchert und luftgetrocknet“ (€ 9,00) entschieden, Critica ersucht mich jedoch, mit ihr bei der „Lazarus-Platte, fein aufgeschnitten, ab 2 Personen“ (€ 7,00 p.P.) mitzumachen. Sie meint, dass auf so einer Platte alles oben sein müsste und wir daher die ganze Palette verkosten könnten. Da ich Critica kaum einen Wunsch abschlagen kann, stimme ich natürlich zu.

Offenbar aufgrund des vollen Gastgartens dauert es doch einige Zeit, bis die Platte – auf einem ovalen Holzbrett – zu Tisch kommt. Ich konstatiere gleich beim ersten Blick, dass die Platte für 2 Personen etwas dürftig belegt ist. Critica gibt mir recht und moniert, dass 2 Brettljausen „mehr hergeben“. Auf der Platte befindet sich ein halbes „hartes Würstl“, Geselchtes, getrockneter Schinken, 3 dünne Blätter vom Brüstl, Emmentaler, Leberaufstrich, Verhackert, Liptauer, Kürbiskernaufstrich, 2 dünne Scheiben vom Ei, 2 kleine Spalten von der Tomate, ein aufgeschnittener Pfefferoni, Gurkerl und ein Schälchen Kren. Leider läßt auch die Qualität dfer Platte zu wünschen übrig: Das Geselchte und der getrocknete Schinken sind in Ordnung, das „harte Würstl“ und das Brüstl sind aber viel zu weich. Auch die Aufstriche sind so weich, dass sie nicht aufgestrichen werden können, die Konsistenz passt leider überhaupt nicht. Kurios: Wir löffeln die Aufstriche und essen das Brot dazu.

Dafür ist der Käferbohnensalat (€ 3,80) sowohl hinsichtlich Quantität als auch Qualität „erste Klasse“. Die bis zu 4 cm großen fleischigen Käferbohnen sind gut mariniert und schmecken ausgezeichnet. Beim Bestellen habe ich gefragt, ob wir den Käferbohnensalat mit Rettich haben können, was kein Problem war. Die große Schüssel wurde mehrlagig mit Rettichscheiben ausgelegt und erst darauf die Käferbohnen gegeben. Da Critica bei der Platte zurückhaltend war und auch kaum vom Käferbohnensalat genommen hat (jaja, die Linie) bin ich letztlich- mit der Nachspeise - doch noch satt geworden.

Für die Nachspeise wäre die „Käsevariation mit weststeirischem Käse“ (€ 8,00) verlockend, ich nehme dann aber doch die Mehlspeise, die ich in der Vitrine (am Weg zur Besichtigung des Verkaufsraumes) gesehen habe, nämlich eine Schilcher-Joghurt-Schnitte. Diese hat mittelprächtig geschmeckt, den Schilcher habe ich nicht bemerkt.

Das Positivste an diesem Abend war das wirklich sehr freundliche Service: Wir wurden abwechselnd von 3 Personen betreut, darunter glaube ich auch das junge Wirte-Ehepaar. Alle waren betont freundlich, es wurde mehrmals nachgefragt, ob alles in Ordnung ist; wir hatten den Eindruck, dass man um das Wohl der Gäste bemüht ist.

Wir haben mit Trinkgeld € 35,00 gezahlt, was in Ordnung gewesen wäre, wenn die Quantität und die Qualität der „Lazarus-Platte" besser gewesen wäre.
Für den Rettich zum Käferbohnensalat wurde uns nichts extra verrechnet.

Geärgert haben wir uns – mit anderen Gästen - auf dem Weg zu unserem Auto: Obwohl es „zappenduster“ (finster) war, hat es keine Beleuchtung gegeben, weshalb wir schlichtwegs nichts gesehen haben. Wenn mir nicht eingefallen wäre, dass ich bei meinem Smartphone eine Taschenlampen-Funktion habe, hätte ich mich wohl irgendwie Vorwärtstasten müssen. Die Nachlässigkeit der Familie Lazarus, für keine ordentliche Beleuchtung zu sorgen, ist verantwortungslos, weil ja die Gefahr besteht, dass ein Gast in der Finsternis stürzt und sich verletzt.

Zum Fazit unseres Besuches: Ein großer Buschenschank mit einer herrlichen Fernsicht. Die Qualität des Speisenangebotes ist verbesserungswürdig. Das Service ist sehr gut, man bemüht sich um den Gast. Die große Saal-ähnliche Gaststube ist eher für Busse geeignet. Im Gastgarten mit der tollen Fernsicht fühlt man sich sicher wohler. Ich denke, es wird wieder lange dauern, bis ich hier wieder einkehre.

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Kommentare (3)

am 13. September 2015 um 11:48

Der Lazarus ist ganz ok, aber auf den letzten 500m Weg dort hin gibts es mehrere die deutlich besser sind :)

Gefällt mir1
17
10
am 7. September 2015 um 13:36

Lieber Bertl2: Der Schilcher war wie das Essen - eher mittelprächtig. Er hatte auch nicht die für einen guten Schilcher übliche Zwiebelfarbe (siehe Foto). Ich gestehe aber, dass ich kein besonderer Schilcher-Fan bin. Man sagt ja auch, dass der Schilcher erst ab dem dritten Achterl zu schmecken beginnt....

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72
10
am 5. September 2015 um 07:02

War der Wein einigermaßen gut?

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92
38
Weingut & Buschenschank Lazarus
Langegg a.d. Schilcherstraße 20
8511 St. Stefan ob Stainz
Steiermark
Speisen
Ambiente
Service
30
30
40
1 Bewertung
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