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Schilling - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 22. August 2015
Experte
Alexgroops
53
7
18
1Speisen
4Ambiente
3Service

Auf meiner Suche nach authentischen Wiener Wirtshäusern landete ich unlängst im Schilling, nachdem mich das Ambiente bereits auf den Fotos überzeugt hat, und allein sein Name dem Lokal eine nostalgische Note verleiht. Dazu kamen noch die durchwegs guten Bewertungen für das Essen, somit konnte also nicht viel schief gehen, wie ich dachte.

So betrat ich das Altwiener Wirtshaus mitsamt Begleitung kurz vor 20 Uhr. Sicherheitshalber hatte ich zwei Plätze reserviert, die uns auch sofort zugewiesen wurden. Ich kann bestätigen, dass die Bilder im Internet nicht gelogen hatten. Hier herrscht eindeutige Wirtshausatmosphäre, nostalgisch, viel Holz, ganz so, wie es mir gefällt. Rasch wurde uns die Speisekarte gereicht. Für mich sollte es ein grosses Villacher werden, für meine Begleitung ein Gspritzter. 3,90 fürs Krügel, recht viel für ein Wirtshaus, überlegte ich.

Dieser Eindruck bestätigte sich auch beim Blick auf die Essenspreise. "Nicht ohne", dachte ich ein zweites Mal. Nun gut, als ein junger Kellner erschien, bestellten wir den Zwiebelrostbraten um 19,90, sowie faschierte Laberln mit Erdäpfel - Vogerlsalat um 9,90. Bei diesen für uns ungewohnt hohen Preisen für ein Wirtshaus konnten wir bestimmt mit einer grossen Portion in Superqualität rechnen.

In der recht anständig besuchten Gaststätte herrschte ein Kommen und Gehen. Die Zeit verging, als nach ca. einer halben Stunde der Kellner an unseren Tisch trat mit der Frage, was wir nochmal bestellt hätten? Vielleicht hatte er nicht daran gedacht, unsere Bestellung an die Küche weiterzugeben, oder das Küchenpersonal hatte darauf vergessen. Okay, kann passieren. Wir sind schließlich alle nur Menschen. Nach einer Entschuldigung versicherte er, dass es nicht mehr lange dauern würde.

Kurz vor 21 Uhr wurden die Speisen serviert, mit knapp einer Stunde nach der Bestellung eine lange Zeit, zumal mir schon entsetzlich der Magen knurrte. Nach einigen Bissen war mir klar, dass ich unmöglich ein Gericht auf dem Teller haben konnte, das fast 20 Euro wert war. Meine Begleitung, die viel vom Kochen versteht, probierte vom Fleisch und stellte sowohl die Möglichkeit eines Rostbratens, sowie eines Beirieds infrage.

Ich, der weniger vom Kochen versteht, wusste zumindest, dass wenn ich mich beim Schneiden des dünnen Fleisches anstrengen muss, hier etwas absolut nicht stimmig sein kann. Was war passiert? Zu Tode gebraten? Für die Bezeichnung "Braterdäpfel" schmeckten die in kleine Stücke geschnittenen Erdäpfel eher langweilig. Die Zwiebel waren selbstgemacht, aber irgendwie ohne Würze, oder soll man sagen "ohne Liebe"? Ich weiss nicht genau, wie ich es ausdrücken soll, aber eines weiß ich: 19,90? Geht gar nicht!

Ähnliches bemängelte meine Begleitung an den Fleischlaberln. Der Erdäpfel - Vogerlsalat schmeckte fad, kaum gewürzt, wobei das Grünzeug nur sehr dezent vorhanden war, und die Erdäpfel geschmacklich an Gekaufte erinnerten. Von den Laberln vermutete sie die Zubereitung im Fritter.

Beide aßen wir nicht viel, bevor wir das Besteck zusammenlegten und reklamierten, dass wir ganz und gar nicht zufrieden waren. Zumindest zeigte man sich entgegenkommend, und wir mussten das Essen nicht bezahlen. Dieses Entgegenkommen lasse ich in die Benotung des Service einfließen, und generell kann ich niemandem Unhöflichkeit unterstellen. Das Personal war völlig in Ordnung.

Fazit: Die bisher durchwegs guten Bewertungen fürs Essen lassen die Vermutung aufkommen, dass wir vielleicht einfach nur Pech hatten. In jeder Küche, in jeder Gaststätte kann einmal etwas passieren, und immerhin war es unser erster Besuch dort. Trotzdem passte an jenem Abend das Preis - Leistungsverhältnis einfach nicht. Den Preis brauchten wir zwar nicht bezahlen, dennoch musste ich an um etwa 6 Euro günstigere Zwiebelrostbraten denken, die ich woanders butterweich und in Top - Qualität vorgesetzt bekam. Von "Wirtshauspreisen" kann im Schilling jedenfalls nicht die Rede sein, und ich habe in letzter Zeit viele Wirtshäuser besucht.

Keinesfalls möchte ich das Lokal jetzt als durchwegs "schlecht" stehen lassen. Es ist gut besucht, also kann es so schlecht wohl nicht sein. Für einen notorischen Wirtshaushocker wie mich sind die Preise für ein Wirtshaus definitiv zu hoch - aber das ist zweifellos Ansichtssache!

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Kommentare (1)

am 4. Oktober 2016 um 15:31

Ein Pseudo-Beisl wie aus dem Bilderbuch. Naja, was will man auch vom 7ten Bezirk erwarten.

Gefällt mir
197
51
Schilling
Burggasse 103
1070 Wien
Speisen
Ambiente
Service
35
37
32
16 Bewertungen
Schilling - Karte
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