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Brigittenauer Stadl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. August 2015
Experte
Alphawoelfin
88
16
20
0Speisen
3Ambiente
4Service

Gleich vorweg: Ich habe jetzt längere Zeit überlegt, ob 0 oder 1 für die Speisen. Aber sie waren wirklich mangelhaft, also 0.

Beinahe geniere ich mich, zu erzählen, dass wir gestern im "Stadl" waren.
Aber die Patentante aus der Schweiz macht eine Schifffahrt bis zum schwarzen Meer, legte an der Anlegestelle "Handelskai" an und da nur 3 Stunden zur Verfügung standen, schlugen wir ihr den "Stadl" vor ( von wegen "der ist urig", "wienerisch", etc.). Aber vor allem die Nähe zieht uns an.

Gesagt, getan.
Das Wetter hatte sich gebessert, sodaß es möglich war, im Gastgarten zu sitzen.

Augenblicklich kam ein Kellner, um unsere Wünsche aufzunehmen. Mangels Zeit bestellten wir erstmal nur Wein (Chardonnay um die 3,-- und Veltliner-Schankwein, ich glaube € 1,80). Der Chardonnay ausgezeichnet, der Schankwein halt ein Schankwein.

Auf der Karte finden sich einige Eierschwammerlgerichte und ich entscheide mich für die gerösteten Schwammerl mit Blattsalat.
Zuvor eine Leberknödelsuppe.

Die Tante ist satt vom 4-Stern-Essen auf dem "Kreuzfahrtschiff", aber der liebe Begleiter wählt die selben Speisen.

Sehr rasch kommt die Leberknödelsuppe. Und jetzt muss ich sofort an Bertl's Kommentar bezüglich der Härte von Knödeln denken: Der Leberknödel ist steinhart, industriell gefertigt, flachsig und springt beim Zerteilen fast an den Nachbartisch...;-)
Die Suppe ist eine Rindsuppe, der Knödel allerdings einer der grauslichsten, die ich seit längerer Zeit verkosten durfte.

Anyway. Wir freuen uns auf die Eierschwammerl (zumal wir am Vortag ganz Ausgezeichnete gegessen haben).

Kurz darauf serviert der Kellner zwei große Portionen der Schwammerl. Auf den ersten Blick vergeht mir alles:
Auf dem Teller befindet sich eine graue Pampe, mit Eiern vermischt, und das Ganze schwimmt in gräulichem Wasser.
Die Eierschwammerl sind matschig und alles zusammen schmeckt - bei aller Höflichkeit - ekelhaft.

Ich weiss nicht, welche Fehler man hier begangen hat. Aber es waren jedenfalls alle, die möglich sind.

Zur Sicherheit koste ich noch den Salat. Auch dieser bekäme nur einen 1er.

Der liebe Begleiter versucht, den Haufen Undefinierbarkeit zu essen, aber auch er muss aufgeben.
Ich rufe den Kellner und mit den Worten "das esse ich nicht und das zahle ich auch nicht" schiebe ich ihm den Teller hin.
Überraschung: Er schaut den Matschhaufen an und sagt sofort "Ja, natürlich . Das verstehe ich. Die sind ja nicht angeröstet, sondern gedünstet".

Anstandslos nimmt er beide Speisen mit, will uns unbedingt eine neue Portion Schwammerl bringen oder eben irgendetwas anderes.
Ich lehne dankend ab. Der liebe Begleiter entscheidet sich für "Würstel mit Saft" (er meint, da könne man nicht viel falsch machen).
Rasch sind die Würsterl serviert und der Kellner - diesmal ein anderer, offenbar Dienstälterer - sagt dazu: "Hoffentlich schmeckt es Ihnen, denn auch ein Gulaschsaft kann ja amal sauer werden, so wie eine Suppe, bei der Hitze".
Na, dankschön.

Allerdings sind die Würstel und der Saft in Ordnung.

Dieser dienstältere Kellner, der sich ein bisschen "chefmässig" geriert, lädt uns auf je ein Achterl Chardonnay ein, entschuldigt sich mehrmals, kommt im 4-Minuten-Takt an den Tisch, um nachzufragen.

Kurzum: Die Beschwerdekultur ist ganz ausgezeichnet und versöhnt uns wieder.

Ich weiss nicht, welches Problem dieser Stadl hat, aber dass alle Speisen so grauslich sind, rundherum (mit Ausnahme "unseres" Kellners) nur junge Burschen herumrennen, die nicht einmal grüßen, wenn man ihnen begegnet und die auch sonst kein gutes Benehmen erkennen lassen, wirft ein sehr schlechtes Licht auf das Lokal.

Schade, denn der Gastgarten wäre ganz nett und auch die Location lässt vermuten, dass dort ohnehin immer viele Gäste anzutreffen sind. Aber vielleicht ist genau das der Grund: Der Laden brummt ohnehin, weil es kaum Konkurrenz gibt.

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Kommentare (4)

am 3. August 2015 um 12:14

Gräulich, vielleicht auch greulich... ;-)

Gefällt mir1
Experte
92
38
am 3. August 2015 um 12:06

Das Mehl hab ich eigentlich nicht gespürt/gesehen, es war eben nur so graues Wasser..

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Experte
88
16
am 3. August 2015 um 11:57

Zap1501: nein, ausnahmsweise hier eher nicht.
Denn: Eierschwammerl kann man im Gegensatz zu Steinpilzen nicht einfrieren (auch nicht trocknen, die werden zäh und bitter dadurch), zumindest nicht, ohne sie vorher zu blanchieren.
Es gibt unterschiedliche Fehler, die man bei Eierschwammerln machen kann.
Erstens mal: sind sie frisch? Sind sie nass - wie zur Zeit nach ausgiebig Regen (bei uns in Kärnten hat's massig geregnet, da sind die frischen Schwammerln regelrecht "durchg'waschlt".
Jetzt sagt man ja: beim Anrösten nicht salzen, da die Struktur der Pilze Wasser in Massen rauszieht.
Ich mag aber Eierschwammerl nicht wirklich, wenn man sie nur kurz anröstet und das ganze Wasser in den Pilzen noch drinnen bleibt.
Wenn man dann auch noch mit Wasser "streckt", weil man sparen will, wird's richtig grauslich - vielleicht hat der Koch dann auch noch mit Mehl versucht, zu retten, was zu retten ist.
Heraus kommt eine graue, mehlige, aber immer noch flüssige Brühe mit schleimigen Eierschwammerln.
Da hat wohl jemand gehudelt - und kennt sich auch mit der Physiologie von Pilzen nicht wirklich aus ;-)

Gefällt mir2
Experte
315
75
am 3. August 2015 um 11:08

Klingt nach TK-Schwammerl direkt aus der Packung...

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Experte
48
22
Brigittenauer Stadl
Griegstraße 1-3
1200 Wien
Speisen
Ambiente
Service
31
36
34
23 Bewertungen
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