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Gasthaus Muskovich - Zum Lercherl von Hernals - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 21. Juni 2015
Experte
Alphawoelfin
88
16
20
4Speisen
4Ambiente
3Service

Am frühen Samstag Nachmittag haben wir Hunger und durch die Bewertung von Bertl ist mir vor einiger Zeit der Muskovich wieder in Erinnerung gekommen.
Ich will unbedingt nach Hernals, also auf dahin.
Am Hernalser Spitz befand sich meine erste Wiener Wohnung. Und schon beim Parkplatzsuchen - kein Problem am Samstag Nachmittag - stellen sich ganz eigentümliche Gefühle ein: Eine Mischung aus Vertrautheit, gepaart mit Freude und gleichzeitig Trauer, weil sich Vieles hier verändert hat.
Am Schild des Gasthauses fällt mir auf, dass "Muskovich" nicht mehr vorkommt, es also offenbar einen Besitzerwechsel gab. Dies wundert mich auch nicht, denn als ich vor 25 Jahren zuletzt hier war, war Herr Muskovich schon ein paar Tage älter als 30.

Bereits beim Eintreten in die Gaststube stelle ich fest, dass sich offenbar nichts geändert hat.
Eine uralte Schank, Sitzbänke mit Patina, Resopalplatten-Tische, eine Menage mit Maggi (!), Salz, Pfeffer, Bierdeckel, ein alter, hölzerner Aufsteller mit einer speckig-abgegriffen Karte mit Schnaps-Auswahl.

Auf der Theke steht ein Erdnuss-Spender, wie ich ihn zuletzt vor vielen Jahren gesehen habe. Kunterbunt sind Fotos an der Theke befestigt, die "Prominenz" der im vis a vis gelegenen Metropol auftretrenden Künstler.

Der Schankraum ist auch der Rauchbereich. 4 Tische sind nachmittags um 13.30 besetzt, im weiter hinter gelegenen Nichtraucher-Raum offenbar auch einige, der Raum ist aber nicht einsehbar.

Relativ rasch ist eine junge Kellnerin an unserem Tisch und bringt die Karten.
Sie enthält für Vegetarier die üblichen gebackenen Gemüse, Käse, Knödel, etc.
Für Fleisch- und Innereien-Esser ist das Gebotene überwältigend: Ich wusste gar nicht, wieviele Innereien gebackener oder gerösteter Art es gibt...

Ich entscheide mich für den Schankwein, GV, vom Weingut Leberwurst, das Achterl zu 1,40. Der liebe Begleiter nimmt Chardonnay vom Weingut Tschida (da gibt es Einige, ich weiss nicht, welcher Tschida), das Achterl 2,50.
Der Grüve ist eher auf der Brünnerstrassenseite angesiedelt, aber okay für Schankwein. Der Chardonnay ist ausgesprochen resch mit sehr viel Säure.

Ich möchte Leberknödelsuppe und Knödel mit Ei und Blattsalat, der Begleiter ebenfalls die Suppe und danach Schweinsleber geröstet mit Salzkartoffel.

Die Serviererin ist sehr beschäftigt, weil allein im Einsatz und wir sehen, dass es sie ordentlich "herumreisst".
Nach geraumer Zeit kommt die Suppe.

Sie ist ausgesprochen köstlich, eine richtig kräftige Rindsuppe mit Fettaugerl, viel Schnittlauch und einem eher kleinen, aber sehr, sehr guten, hausgemachten Leberknödel - für uns etwas zu lind. Trotzdem ein glatter 5er.

Nach längerem Warten dann die Hauptspeisen.
Meine gerösteten Knödel (6,90) kommen in einem gusseisernen Pfandl. Dazu Blattsalat.
Die Knödel sind eine riesige Portion, obwohl sie auf der Karte als "kleine Speise" firmieren. Aber vielleicht ist das hier so, wie man es öfter in urigen Gasthäusern erlebt: Alles, was nicht fleischigen Ursprungs ist, wird als "klein, oder gesund, o.Ä." bezeichnet. Das passt auch gut zu Küchenmeisters Anekdote von Herrn Muskovichs Diät-Essen.

Die Knödel sind Durchschnitt, eher trocken, vom Ei ist zum Glück nicht allzuviel dazwischengeraten, von Würzung ebenfalls nicht genug.
Mit viel Salz und Pfeffer aus dem Streuer wird es etwas besser.
Der Blattsalat, Eisberg, ist ebenfalls kaum gewürzt, wurde aber mit der für solche Gasthäuser typischen süssen Marinade angemacht.
Note 3 für dieses Gericht.

Die Schweinsleber (7,50) kommt ebenfalls im gusseisernen Pfandl daher, daneben die Salzkartoffeln.
Ich koste den Saft und ein bisschen Leber. Es ist umwerfend: Einen derart würzigen, gschmackigen Saft, sämig, mit Majoran, unglaublich gut habe ich noch niemals das Vergnügen gehabt zu kosten.
Die Leber selbst zart, ohne Flachsen, perfekt.
Die Salzkartofferl frisch und fest.
Dieses Gericht hat einen 4er verdient.

Ich fühle mich wie auf einer Reise durch die Galaxis, fast überfordert: Es ist so klass in diesem Wirtshaus, so retro, so heimelig, so urig, so schön zu rauchen (bitte, macht Euch alle auf dorthin, so lange es noch möglich ist), so günstig, so köstliches Essen.

Besonders im Herbst, Winter stelle ich es mir schön vor, in dieser Gaststube "abzuhängen".

Der 3er für das Service liegt weniger an der Serviererin, sie ist sehr freundlich, als vielmehr daran, dass es eben länger dauert, bis das Essen serviert wird, noch länger dauert, bis es möglich ist, zu bezahlen.

Wir haben ab sofort ein neues Wirtshaus auf unserer Liste.

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Kommentare (15)

am 30. Juni 2015 um 13:15

na super - die einen haben Insider-Infos, die anderen (ich) stehen wieder mit wirren Threads da, weil einige Postings gelöscht wurden....öd, sehr öd

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Experte
54
8
am 30. Juni 2015 um 13:12

Alles nicht freiwillig passiert...

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27
18
am 30. Juni 2015 um 12:22

Ahja! Was ist denn schon wieder passiert?

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88
16
am 29. Juni 2015 um 16:14

Schwupps und schon ist er wieder weg, sozusagen ein Kurzauftritt!

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67
17
am 23. Juni 2015 um 07:12

Tatsächlich, er ist es!

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67
17
am 22. Juni 2015 um 20:06
Experte
67
17
am 22. Juni 2015 um 20:06

Wir hätten es auch auf Deutsch verstanden, FloppaX!

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67
17
am 22. Juni 2015 um 19:26

Leider nur mehr knapp 3 Jahre lame!

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63
50
am 21. Juni 2015 um 17:06

Zu lange her (das letzte Mal war ich nur auf ein Bier nach einem Konzert im Metropol*). Ich müßte schreiben: "Weiß nicht mehr, was ich gegessen habe, aber gefallen hat mir's." (Hiermit geschehen. Und das Bier war auch in Ordnung.)

*Colosseum - bewerte ich mit 4/5.

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48
22
am 21. Juni 2015 um 17:01

Na, geh! Warum bewertest Du es nicht?

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88
16
am 21. Juni 2015 um 16:59

War schon mehr als einmal dort - hat mir gut gefallen!

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48
22
am 21. Juni 2015 um 16:52

@cmling: Ja, genau. Dort wo die Hernalser Hauptstr. u. die Jörgerstraße zusammentreffen. So gefühlsmäßig glaube ich, dass Du beim Muskovich ganz gut aufgehoben wärest :-)

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88
16
am 21. Juni 2015 um 16:48

Hernalser Spitz - quasi am Elterleinplatz?

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48
22
am 21. Juni 2015 um 15:57

Das haben wir nicht gewusst, aber ich hab auch noch nie Leber geröstet. Jedenfalls: Diese dort war unglaublich.

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88
16
am 21. Juni 2015 um 15:56

Bei eurer gerösteten Leber könnte ich mir vorstellen, dass da noch die alte Kochkunst vertreten ist. Fast ganz zum Koch-Schluss ein Schluckerl Essig dazu und der Saft wird traumhaft.

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63
50
Gasthaus Muskovich - Zum Lercherl von Hernals
Hernalser Hauptstraße 70
1170 Wien
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