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Peppino im Hofkeller - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 29. April 2015
Experte
Criticus
72
10
24
2Speisen
3Ambiente
3Service
8 Fotos1 Check-In

Und wieder ein neuer Italiener in Graz. Nachdem der vormalige Pächter Matjaz Ivanc schon nach relativ kurzer Zeit das Handtuch geworfen hat, ist nun ein Italiener in die traditionellen Räumlichkeiten des (ehemaligen) Hofkellers eingezogen und nennt sich „Peppino im Hofkeller“.

Die Einrichtung ist unverändert. Dieselben dunklen fast schwarzen Tische und Sessel, wie sie schon im früheren Hofkeller vorhanden waren, auch die dunkle Vertäfelung an den Wänden ist nach wie vor vorhanden. Die 10 Tische im Gastraum sind schön mit weißen Tischtüchern gedeckt. Ich werde freundlich von einem Kellner begrüßt und zu einem Tisch geleitet. Da der Kellner (offensichtlich ein Italiener) italienisch spricht, krame ich meine – dürftigen – Italienischkenntnisse hervor, um ihm auf italienisch zu antworten. Der Kellner hat mich nur mit „dottore“ angesprochen. Nachdem er auch den nächsten Gast sogleich mit „dottore“ begrüßt hat, obwohl er auch ihn sichtlich nicht gekannt hat, war ich wieder beruhigt.

Im früheren Hofkeller (Haubenlokal) gab es keine Speisekarte, damals kam der Kellner mit einer großen schwarzen Tafel, auf welcher mit Kreide das Tagesangebot geschrieben war. Bei „Peppino im Hofkeller“ gibt es eine Speisekarte, bei deren Studium man sofort merkt, dass „Peppino“ ein gehobener Italiener sein möchte. Das merkt man nicht nur an der Preisgestaltung, sondern auch daran, dass es keine Pizze gibt, dafür ein etwas umfangreicheres Angebot an Fischen und Meeresfrüchten. Ansonsten bietet die Speisekarte das, was üblicherweise ein gehobener Italiener anbietet.

Da mir nicht nach Fisch war, habe ich eine Minestrone und ein Saltimbocca alla romana sowie „insalata mista“ bestellt. Diese Auswahl habe ich später bereut, weil sowohl die Minestrone (€ 4,50) als auch das Saltimbocca alla romana (Kalbschnitzel mit Schinken auf Salbeisauce mit Kartoffeln um € 17,50) enttäuschend waren.

Die Minestrone war dünn und schal im Geschmack. Die Einlage bestand lediglich aus dünnen Gemüsestreiferln, wobei die Karotte ungut dominiert hat. Zum Glück befand sich am Tisch ein Pfefferstreuer, mit dem ich die Suppe etwas „aufpeppen“ konnte, was aber freilich nicht im Sinn des Erfinders sein kann. Als der Kellner das Saltimbocca brachte, hat er mir zusätzlich ein scharfes Steakmesser („zum Schneiden“) gegeben, was mich einigermaßen verunsichert hat. Ich werde doch für ein Kalbschnitzel kein scharfes Messer benötigen? Der Kellner hat aber schon gewusst, warum er mir zusätzlich ein scharfes Messer gegeben hat, weil das Fleisch war tatsächlich naja etwas hart. Nicht zäh, aber hart und auch etwas fasrig.. Die Fleischqualität war also – gelinde gesagt – nicht besonders. Der – für mich undefinierbare – Schinken (aus Parma war der jedenfalls nicht) wurde einfach irgendwie lieblos auf das Fleisch und die Kartoffel dazu gelegt. Der Salbeigeschmack der Salbeisauce war für meinen Geschmack viel zu stark, die Kombination Salbei-Fleisch-Schinken einfach nicht gelungen oder zumindest nicht ausgewogen. Beim insalata mista (€ 4,20) war der Endiviensalat schon etwas bräunlich, also nicht mehr ganz frisch. Ich habe es wirklich bereut, dass ich keinen Fisch genommen habe. Der hätte nur besser sein können.

Um meinen Gaumen auf andere Gedanken zu bringen, wollte ich ein Glas Chianti trinken. Der Kellner erklärte mir aber, dass es einen Chianti nur „flaschenweise“ (sic!) gäbe. Er empfahl mir dann einen Costera aus Sardinien, der von wirklich guter Qualität war und vortrefflich geschmeckt hat. Leider muss ich aber auch hier bemängeln, dass der Kellner zum Wein kein Glas Wasser serviert hat (immerhin hat das Achterl Costera € 4,70 gekostet, da wäre ein Glas Wasser wohl „drinnen“ gewesen!).

Fazit: Das Lokal wird seinen selbst gesteckten höheren Ansprüchen nicht gerecht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht in Ordnung. Ich habe für ein meines Erachtens „normales“ Mittagesse € 36,00 bezahlt und habe hiefür keine adäquate Gegenleistung erhalten. Ich betone aber, dass sich meine Beurteilungen und meine Bewertung natürlich nur auf das beziehen kann, was ich konsumiert habe.

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Kommentare (7)

am 10. Mai 2015 um 11:41

Ich auch :-)

Gefällt mir1
Experte
92
38
am 10. Mai 2015 um 09:42

Auch ich habe bereits für dich gevotet, bitte weiter so schöne Berichte......

Gefällt mir1
Experte
235
28
am 8. Mai 2015 um 11:52

Mein experte vote im vorraus! Nur noch eine Bewertung...

Gefällt mir1
Experte
152
83
am 8. Mai 2015 um 11:50

nomen est omen

Gefällt mir
Experte
152
83
am 2. Mai 2015 um 20:17

Assi ich finde es schon sehr dreist sich hier neu anzumelden um einen Tester, der seit bald einem Jahr hier im Forum sehr ordentliche Berichte schreibt, der Lüge zu bezichtigen.........

Gefällt mir6
Experte
235
28
am 2. Mai 2015 um 19:26

Nur zur Klarstellung:

1) Ich habe nicht behauptet, dass es sich bei "Peppino im Hofkeller" um eine "Pizzeria" handeln würde. Im Gegenteil: Ich habe sogar festgehalten, dass es hier KEINE Pizze gibt und dass man beim Studium der Speisekarte sofort merkt, dass es sich um einen "gehobenen Italiener" handelt (bzw handeln soll). Die Aufregung ist daher nicht nachvollziehbar.

2) Es ist richtig, dass der Kellner sehr gut Deutsch spricht. Gegenteiliges habe ich auch nicht behauptet. Ich habe auch auf meine dürftigen Italienisch-Kenntnisse verwiesen. Diese haben gerade noch ausgereicht, auf italienisch zu bestellen. Die weiteren paar Worte wurden auf Deutsch gewechselt. Dies alles ändert freilich nichts daran, das mich der Kellner jedesmal mit "dottore" angesprochen hat, auch noch beim zahlen, was mir eigentlich wurscht war, da er auch den nächsten Gast so angesprochen hat. Ist ja österreichisch, oder? Im Operncafe in Graz hat es einen allseits bekannten Kellner gegeben, der der große Schmähführer war und die Gäste immer mit "Herr Doktor" oder "Herr Kommerzialrat" angesprochen hat, was wohl für die meisten belustigend war, zumal es der Kellner auch so gemeint und vorgebracht hat. Der Kellner im "Peppino" war natürlich kein Schmähführer; er hat sich durch Freundlichkeit ausgezeichnet, was ich in meinem Review auch festgehalten habe.

Im "Peppino" hat das Personal untereinander jedoch nur italienisch gesprochen, was man als Unhöflichkeit gegenüber den Gästen auslegen könnte.

3) Wenn es assi oder auch anderen im Peppino "immer hervorragend mundet, egal ob Nudeln, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch usw", so freut mich das für Peppino, letztlich zeigt dies ja nur, dass die Geschmäcker (aber auch die Ansprüche!) eben verschieden sind. Mein Essen war jedenfalls nicht "vollkommen in Ordnung", was ich auch begründet und mit Fotos belegt habe.

Norbert Kabelka hat den Hofkeller gut 20 Jahre bestens geführt und zu einer Institution in Graz gemacht. Seinen Nachfolgern scheinen die Schuhe, die er hinterlassen hat, um eine Nummer zu groß zu sein. Sonst würde man wohl auch mit Kritik etwas professioneller umgehen.

Ich wünsche "Peppino" trotzdem alles Gute für seine gastronomische Zukunft.

Gefällt mir8
Experte
72
10
am 30. April 2015 um 20:36

Das Ambiente im "Peppino im Hofkeller" gefällt mir sehr. Der Kellner ist zwar Italiener, spricht aber ein sehr gutes DEUTSCH, ich wäre froh wenn ich so fließend italienisch könnte. Ich habe noch nie gehört, dass der Kellner irgendjemanden mit "dottore" angesprochen hat - und ich war schon sehr oft im "Peppino im Hofkeller".

Beim Studium der Speisekarte merkt man, dass man sich in einem Restaurant befindet und nicht in einer PIZZERIA und die Preisgestaltung ist vollkommen in Ordnung. Dort bekommt man QUALITÄT!!

Mir hat das Essen im "Peppino" immer hervorragend gemundet, egal ob Nudeln, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch usw..
Die Minestrone ist auf keinen Fall dünn und schal im Geschmack - sie ist ausgezeichnet.

Wer auch immer diesen Eintrag vom 29.4.2015 geschrieben hat, ich kann nur sagen es handelt sich um einen LÜGNER!!

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Peppino im Hofkeller
Hofgasse 8
8010 Graz
Steiermark
Speisen
Ambiente
Service
20
30
30
1 Bewertung
Peppino im Hofkeller - Karte
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