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Weingut Buschenschank Lorenz - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 28. April 2015
Experte
Criticus
72
10
24
4Speisen
3Ambiente
4Service
22 Fotos1 Check-In

Das Weingut Lorenz mit angeschlossener Buschenschank und Gästezimmern befindet sich nicht – wie die Adresse für Ortsunkundige böserweise vermuten lassen könnte – in der Einöde, sondern eingebettet in einer idyllischen Landschaft im Naturpark Südsteirisches Weinland an der Südseite von Kitzeck im Sausal.

Dennoch dürfte eine Wegbeschreibung hilfreich sein: Auf der Pyhrnautobahn A 9 Richtung Süden, Ausfahrt Leibnitz, dann immer Richtung Osten der B 74 (Sulmtalbundesstraße) entlang über Heimschuh bis nach Fresing. In Fresing gleich nach der rechts gelegenen Kapelle nach rechts abbiegen, dann ca 1 km bergauf und nach dem Wald beim Wegweiser (Lorenz) nach links abbiegen und nach ca 200m ist man da.

Die Familie Pronegg führt schon seit zig Jahren in nunmehr dritter Generation das Weingut und den traditionellen Buschenschank. Gerti und Hans Pronegg schwingen zwar noch das Zepter, werden den Betrieb dem Vernehmen nach aber bald an den Sohn Michael mit seiner Michaela übergeben. Gerti Pronegg, die gute Seele des Hauses, kümmert sich schon seit Jahrzehnten immer mit besonderer Herzlichkeit um das Wohl der Buschenschank-Gäste und hat auch (fast) immer Zeit für ein Plauscherl. Daran wird sich wohl auch nach der Übergabe an den Sohn Michael nichts ändern. Auch wenn man einmal länger nicht da war, spürt man die ehrliche Freude des Wiedersehens, man fühlt sich sogleich wohl und angenommen.

Der Buschenschank trägt das Gütesiegel „Steirischer Qualitätsbuschenschank“ und man merkt auch, dass man hier bemüht ist, den Gästen bei Speis und Trank ohne Schnörksel Qualität zu bieten. Die Fleisch- und Wurstwaren werden von Bauernhöfen aus der näheren Umgebung bezogen. Ich habe hier schon oft im Gastgarten eine gute Steirische Brettljause mit einem fruchtig-eleganten Sauvignon Blanc genossen und den Blick in die Landschaft schweifen lassen. So auch heute. Die Brettljause (€ 6,70) ist gut belegt mit saftigem Schinken, aufgeschnittenem Hauswürstl, g’schmackigem Leberaufstrich, fein passiertem Verhackert (die Farbe ganz weiß – laut Critica ein Qualitätszeichen), Liptauer mit Kürbiskernen , Kren, Camembert, Emmentaler, Ei, Tomatenscheiben und Garnierungen. Bis auf das Verhackert (die Linie, die Linie) hab ich alles verdrückt. Ebenso den Käferbohnensalat mit Rettich (€ 3,80). Die fleischigen Käferbohnen im Konzert mit fein geschnittenem Rettich und Kernöl – eine ideale Ergänzung zur Brettljause.

Das Rohschinkenbrot von Critica (€ 3,80) war auch gut belegt, fein garniert und insgesamt von einer frischen Optik. Kein Wunder, dass auch Critica zufrieden war. Selbstverständlich werden auf der Speisekarte auch die üblichen allseits bekannten Buschenschank-Schmankerln angeboten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sowohl bei den Speisen als auch bei den Getränken absolut in Ordnung.

Um die Vinifizierung kümmert sich hauptsächlich Sohn Michael Pronegg. Die Weine werden klassissch, also im wesentlichen sortentypisch, frisch und fruchtig ausgebaut. Der Sausaler Urgesteinsboden eignet sich offenbar besonders für den Sauvignon Blanc, der nicht nur als Ortswein, sondern auch als Lagenwein ausgebaut wird. Freilich werden auch die anderen steirischen Klassiker wie Welschriesling, Morillon, Muskateller und Weißburgunder hergestellt. Michael Pronegg nimmt mit seinen „Lorenz-Weinen“ regelmäßig an Verkostungen und Wettbewerben teil und konnte schon beachtliche Erfolge einfahren.

Mit der Errichtung eines „Schau- und Patenschaftsweingartens“ hatte Hansi Pronegg 1999 eine recht originelle Idee: Gäste können für 10 Jahre eine Patenschaft für einen Rebstock übernehmen. Beim jährlichen Weinlesefest kann der Pate die Trauben seines Rebstocks selbst ernten und erhält eine Flasche Wein aus dem Verschnitt der verschiedenen Rebstöcke dieses besonderen „Weingartens“. Natürlich auch ein guter (gelungener) Marketing-Gag.

Die Einrichtung im Buschenschank selbst wie auch jene im Gastgarten ist zwar schon älteren Datums, sie wirkt auch schon „altbacken“, was aber nichts daran ändert, dass das Ambiente noch immer Gemütlichkeit vermittelt. Gerade in einem Buschenschank, der ja primär gemütlich sein soll, muss eine ältere Einrichtung nicht immer ein Nachteil sein. Die ebenfalls schon ältere etwas spartanische Einrichtung in den Gästezimmern sollte eher mal erneuert werden. Aber – Hand aufs Herz: wenn man einmal in einer Buschenschank übernachtet, wird man wohl nicht viel Zeit im Zimmer verbringen, sondern sich den Genüssen von Küche, Keller und Landschaft hingeben. Apropos Landschaft: in unmittelbarer Nähe stehen mehrere Wanderwege zur Verfügung, mit deren Hilfe man nicht nur die schöne Landschaft sondern auch andere Gaststätten in der Nähe erkunden kann.

Als Autofahrer und weil wir für den Tag auch gastronomisch noch etwas vor hatten, habe ich nur ein Glas Sauvignon Blanc getrunken (€ 2,80). Finalist der Steirischen Weintrophy 2015 in Gleichenberg. Frisch, sortentypisch, fruchtig, elegant, aber leicht hantig im Abgang. Ich hab daher 3 Flaschen vom teureren Steillagen-Sauvignon (€ 14,00 die Flasche mit Stammkundennachlass) und 3 Flaschen vom Muskateller (€ 7,80 die Flasche) für den Genuss zu Hause mitgenommen. Bis zum nächsten Mal.

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Kommentare (2)

am 30. April 2015 um 16:31

Lieber keis19: Dann würd' ich vielleicht mal die Buschenschank wechseln

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Experte
72
10
am 30. April 2015 um 09:21

Lieber keis19: Ein echtes steirisches Verhackert hat eine weiße Farbe bzw ist es maximal ganz leicht marmoriert. Die steirischen Bauern verwenden für das Original-Verhackert nur den Rückenspeck und geben KEIN FLEISCH dazu. Der Speck wird nur gesalzen, anschließend luftgetrocknet (wichtig für die Haltbarkeit) und dann faschiert. Sonst nichts. Manchmal sieht man im Verhackert kleine rote Stellen oder Punkte. Das sind oder waren die zarten Marmorierungen, die durch das Salzen rot oder rötlich geworden sind.

Wenn das Verhackert keine weiße Farbe hat, dann wurde entweder vom Schwein nicht der Rückenspeck genommen oder während der Verarbeitung Fleisch beigemengt. Das Verhackert, das man im Supermarkt zu kaufen bekommt, hat in der Regel keine weiße Farbe, eben weil Fleisch beigemengt wurde, wobei man davon ausgehen kann, dass nur Fleischabfall oder -reste verwendet wurden. Ich würde mir nie im Supermarkt ein Verhackert kaufen. Das original steirische Verhackert, das auf keinem steirischen Buffet und auf keiner steirischen Brettljause fehlen darf, hat eine weiße Farbe. Auch bei Weinverkostungen wird das Verhackert mit frischem Brot für zwischendurch immer beliebter.

Mir ist schon bewusst, dass man in der letzten Zeit wegen des hohen Fettgehalts vermehrt dazu übergegangen ist, dem Verhackert Fleisch beizumengen, was per se nichts Schlechtes ist. Es ist dann halt die Frage, von welcher Qualität das beigemengte Fleisch ist. Aber andererseits: so oft isst man ja auch keine Bretteljause, da kann bzw sollte es schon das Original sein. Übrigens: ein frisches Brot, fein bestrichen mit original steirischem Verhackert, belegt mit Tomatenscheiben und etwas gesalzen und gepfeffert ist schlichtwegs ein Genuss.

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Experte
72
10
Weingut Buschenschank Lorenz
Einöd 8
8442 Kitzeck im Sausal
Steiermark
Speisen
Ambiente
Service
40
30
40
1 Bewertung
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