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der Brandstetter - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 21. März 2015
Experte
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3Speisen
3Ambiente
3Service
10 Fotos1 Check-In

Das Gasthaus Brandstetter befindet sich direkt an der Hernalser Hauptstraße in unmittelbarer Nähe der Kreuzung mit der Wattgasse. Die Straßenbahnlinie 43 hält unmittelbar vor dem Lokaleingang und dank der Parkpickerlregelung die auch im 16.ten und 17.ten Bezirk gilt, ist die Parkplatzsituation durchaus entspannt. Der Haupteingang in das Lokal ist über drei Stufen zu erreichen. Es gibt noch einen zweiten Eingang in der Hernalser Hauptstraße dieser ist nur mit einer Stufe versehen und daher für gehbeeinträchtigte leichter zu bewältigen.

Wie schon vom Vortester festgestellt ist das erste was einem auffällt, der sehr starke Zigarettenrauch. Auch die Wandfarbe ist durchtränkt von Nikotin durch unzählige Zigaretten. Das gesamte Ambiente passend zu einem typischen alt Wiener Vorstadtgasthaus. Alter Holzboden der sicher schon manches Krügel Bier oder Spritzwein abbekommen hat. Die Schank und die Wandverkleidung passen ebenfalls perfekt zum gesamten Ambiente. Hier wurde nichts teilerneuert oder restauriert. Alles ist miteinander gealtert. Das einzige was nicht zum Ambiente passt ist der Flachbildfernseher welcher über der Lokaltüre aufgehängt ist. Die Optik ist allerding durchaus mein Geschmack, oder auch wie für Elisabeth T. Spira‘s Alltagsgeschichten gemacht. Nach Rücksprache mit der Kellnerin nahm ich trotz starker Geruchsbeinträchtigung im Schankbereich=Raucherbereich Platz. Die Speisekarte nahm ich mir in vorbeigehen gleich von der Schank selbst mit. Die Karte selbst beinhaltet im Großen und Ganzen einen Querschnitt durch die Wiener Küche. Nichts mit Spare Ribs, Chicken Wings und dergleichen.

Als Getränk wurde in Ermangelung geeigneter Alternativen der große Apfelsaft mit Soda gespritzt(€ 3,80) bestellt. Zum Essen eine schon ewige Zeiten nicht gegessenen und in Lokalen eher selten angebotene Backerbsensuppe(€ 2,70), und als Hautspeise das Alt Wiener Backfleisch mit Erdäpfel-Vogerlsalat(€ 15,90). Der Saft wurde sofort serviert und nur wenige Augenblicke darauf kam auch meine Suppe. Optisch einwandfrei in einer klassischen Suppenschüssel serviert. Reichlich Backerbsen bestreut mit Schnittlauch. Ganz wichtig, die Backerbsen wurden unmittelbar vorm servieren hineingegeben, und die Suppe stand auch in der Küche nicht lange in der Warteschleife. Dadurch war es kein Gatsch und die Backerbsen hatte noch genügend Biss. Die Rindsuppe selbst war nicht überwältigend. Gut gewürzt aber der intensive typische Rindfleischgeschmack fehlte. Für mich eine klassische typische durchschnittliche Gasthaussuppe. Ich habe schon einige Suppen in Lokalen gegessen und diese würde ich im Mittelfeld einordnen.

Während der Wartezeit auf meine Hauptspeise wurden die Toiletteanlagen aufgesucht, vorbei an der Küche wo ich das Klopfen meines Backfleisches hörte. Die Toiletten sind deutlich neuer als das restliche Lokal, sauber und gepflegt. Ungewöhnlich sind die zwei komplett voneinander getrennten Eingänge. Für die Herren links von der Schank und die Damen rechts von der Schank.

Verschiedenste Veranstaltungen, wie Lesungen mit Texten von Christine Nöstlinger oder Musikveranstaltungen sind im Lokal mittels Plakaten angekündigt. Auch Eintrittskarten für den Hernalser Traditionsfussballverein Wiener Sportclub werden hier verkauft.

Wieder zurück an meinen Platz wurde die Kellnerin mittels Klingen aufgefordert in die Küche zu kommen und mein Backfleich zu holen. Das erste was mir auffiel war die Portionsgröße. Drei mittelgroße Stück Fleisch mit einem Salatblatt und einem Stück Paradeiser garniert. Die Zitrone lag am Fleisch In einer mittelgroßen Schüssel der Salat auch in einer ansehnlichen Menge. Das zweite was auffiel war leider das die Panier noch ziemlich ölgetränkt war. Schade. Als erstes kostet ich den Erdäpfel-Vogerlsalat. Sehr schmackhaft. Verfeinert mit reichlich rotem Zwiebel und das Mischverhältniss zwischen Erdäpfel und grünen Salat war auch in Ordnung.
Die Panier des Backfleisch war knusprig und schön mit leichten blasen und wellen aufgegangen. Die Fleischqualität war sehr gut. Ein nahezu fettfreier Rostbraten nicht zu dünn. Keine Flaxen und dergleichen. Auch der Senfgeschmack war deutlich zu schmecken. Den Kren habe ich nicht geschmeckt und auch nicht gesehen. Trotzdem war es zwar nicht top aber durchaus recht gut und schmackhaft.

Das Service hielt sich dezent im Hintergrund. Eine Nachfrage ob es geschmeckt hat gab es beim Abservieren. Bedienung war prompt, und man merkte die Dame ist vom Fach.

Mein Fazit. Ein gutes Wiener Vorstadtgasthaus, welches zwar nicht auf meine imaginäre „Ich komme wieder mit meiner Frau“ Liste kommt, jedoch für mich falls ich in der Gegend bin, und mich der Hunger überkommt durchaus einen widerholungsbesuch wert ist. Eine Extraanfahrt aus Transdanubien ist es allerding mir nicht wert.

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Kommentare (2)

am 21. Juli 2015 um 15:41

Villacher Bier war gut gezapft, die angeblich selbstgemachten Erdäpfelpuffer (Platzki) bestanden wahrscheinlich aus einem Fertigteig für Kartoffelknödel und waren viel zu fett ausgebacken!

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9
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am 22. März 2015 um 06:34

Ja, jetzt wo es nur mehr wenige Bier- und Weinhäuser gibt, lernt man sie zu schätzen (eine Zeit lang wurde ihre Abnahme von Gastrokritikern begrüßt). Der dazugehörige Tabakduft sollte eigentlich zum Weltkulturerbe erklärt werden. :-)

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der Brandstetter
Hernalser Hauptstraße 134
1170 Wien
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