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Salzamt - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 14. März 2015
Experte
Stammersdorfer
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4Speisen
2Ambiente
2Service
3 Fotos2 Check-Ins

Gestern Abend mit einer lieben Freundin im SALZAMT, gleich neben Wiens ältester Kirche, der Ruprechtskirche, zu finden. (im Jahr 1200 die erste urkundliche Erwähnung)

Viele Wege führen hin, etwa die U1 und U4, Station Schwedenplatz, die Busse 1A und 3A, Hoher Markt, aber auch die 1er Bim, Station Salztorbrücke, dann jeweils einige hundert Meter zu Fuß. Das Thema Parkplätze und 1010 Wien ist hinlänglich bekannt, aber es gibt einige (teure) Parkhäuser in der Nähe.

Die telefonische Reservierung einen Tag zuvor, hat funktioniert, war aber sehr holprig, weil mich mein Gesprächspartner am anderen Ende schlecht verstanden hat und NEIN ich habe nicht Wiener Dialekt gesprochen :-)

Das Lokal war gestern Abend gut besucht, aber nicht voll, auch meine Freunde die Glücksritter haben ihren Platz bekommen. Was aufgefallen ist, viele der Gäste waren Touristen aus den verschiedensten Ländern. Gut vorstellbar, dass sich der Wirt in einigen Wien Reiseführern als Beispiel für typische Wiener (Österreichische) Küche, findet.

Wenn man hinein kommt, steht man im Glimmstängel Bereich, gleich rechts die Bar, der Raum sehr dunkel, mit einigen wenigen Sitzgelegenheiten. Geradeaus, gut durch eine permanent geschlossene Glastür getrennt, der Nichtraucher, da war unser Tisch, einer für 4. Das Lokal schwierig zu beschreiben, von jedem Dorf ein Hund trifft’s wahrscheinlich am Besten. Kein einheitlicher Stil, alles in die Jahre gekommen, heller Steinboden, dunkle unbequeme Holzsessel, aus hellerem Holz die Sitzbänke, in verschiedenen Gelbtönen die Wandbemalung. Die Decke mit halbrunden Bögen, ganz entsetzliche Beleuchtungskörper hängen herunter, da gleicht kein Luster dem Anderen, alles wie aus dem Fundus. Ebenfalls oben, in zwei Bahnen quer durchs Lokal, eine grauenvolle 70er Jahre blech Belüftungsanlage. Bei den Fenstern mit Blick in die Salzgasse, jeweils links und rechts sind Spiegel angebracht. Auch sehr auffällig, sind die Mitten im Lokal stehenden Holzsäulen und oben drauf runde Beleuchtungskörper. Das ganz hat in etwa den Charme einer schlauchförmigen Bahnhofshalle und die haben mittlerweile oft mehr.

Zwei männliche Kellner treiben ihr Unwesen, der Jünger sicher ungelernt, aus unserem Lieblingsnachbarland, der Andere hat seinen Job gelernt, dürfte schon länger da sein, kennt der doch einige Gäste beim Namen und ist wahrscheinlich ungarischer Herkunft. Beide sehr freundlich, relativ langsam und wenig umsichtig und es wird auch kaum nachgefragt. Das Geschirr steht für meine Begriffe viele zu lange am Tisch und die Gläser sind oft leer. Schwache Serviceleistung!

Die Getränke, zu Beginn zwei Glas eines köstlichen Prosecco, gut gekühlt, leicht süßlich, aber in entsetzlichen Gläsern serviert, mit sehr kurzem Stiel, zwar tulpenförmig aber mit niedrigen Wänden. In weiter Folge hatte ich 2 Achterln eines 2013er gelben Muskateller vom Muster aus Gamlitz/Südsteiermark. Der war sehr harmonisch, zwar mit wenig Geruch, hat aber sehr intensiv nach der Traube geschmeckt, eine sehr gute Wahl. Etwas später dann noch ein Glas Rioja, Jahrgang keine Ahnung, von Marques de Vitoria aus Oion, nahe der Stadt Logroño. (Hauptstadt der Provinz La Rioja UND unser Polster Toni schoss dort in der Saison 91-92, in 38 Spielen 14 Tore für den CD Logrones) Der war ein sehr weicher, überaus angenehm zu trinkender Wein. Es wurde allerdings für weiß und rot dieselben Gläser verwendet, naja. Zum Schluss hatten wir noch je ein Seidl Ottakringer Helles. Sie trank dazwischen nur Wiener Hochquelle, die wir unaufgefordert auf den Tisch bekamen, das Wasser fand sich später nicht auf der Rechnung. Mein kleiner schwarzer starker, wie immer zu Schluss, konnte sich sehen lassen, weil wenig bitter und der Löffel ist auch fast drinnen gestanden.

Kulinarisch hatte ich zu Beginn eine sehr gelungene ungarische Krautsuppe, nicht ZU würzig, mit Erdäpfeln, Rindfleisch, Speckwürfeln und sehr viel Kraut, das nicht tot gekocht, aber auch nicht zu knackig. Die Suppe selbst war dünn und papriziert, oben drauf etwas Sauerrahm. Köstlich! Dazu gabs das Körberl mit frischem Weiß- und Schwarzbrot. Als Hauptspeise wollte ich das Reisfleisch, leider AUS, also wurde es eine geröstete Kalbsleber mit, laut Karte, Erdäpfelschmarrn, war dann aber eher einem Püree ähnlich, was dem guten Geschmack aber keinen Abbruch tat. Die Leber sehr zart und weich, mit einem herzhaften Saftl, was drinnen allerdings die kleine Paprikastücke in rot und gelb verloren hatten, sollte ein Rätsel bleiben, für mich, unnötig, aber es war richtig gut!

Sie hatte eine Frittatensuppe und danach Piroggi, das waren vier große Teigtaschen, gefüllt mit irgendwas, vielleicht eine Topfen Erdäpfel Masse? aber kein Fleisch und oben drauf angeschwitzter Zwiebel, dazu gabs grünen Salat. Die Nachspeise, Orangenparfait. Wie ich hörte war sie mit dem Gebotenen überaus zufrieden.

Alles in allem gibt’s im SALZAMT ausgezeichnetes Essen, wegen dem man gerne wieder kommen kann, bei schwachem Service, in einer Location die schon bessere Zeiten gesehen hat. SIE hat mit Maut 70,-- Euro gecasht.

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Kommentare (1)

am 14. März 2015 um 18:10

Ja, richtig, das war die Saison, in der der Toni Polster dort zum absoluten Hero wurde, als er den historischen 1:0 - Sieg des CD Logrones gegen das große Real Madrid fixierte. Schöne Erinnerungen...

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Salzamt
Ruprechtsplatz 1
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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