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Specht - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 8. März 2015
Experte
BiancaC
43
60
19
2Speisen
4Ambiente
3Service

Ich habe mal wieder bei DailyDeal zugeschlagen und einen Gutschein für 2 Personen und 3 Gänge nach Wahl (aus der gesamten Karte) erstanden, da mir das Specht sehr geeignet für einen stilvollen Abend schien. Noch dazu haben sie Beef Tartar auf der Karte – ein weiterer Grund für mich, als Roh-Fleisch-Junkie, dem Restaurant einen Besuch abzustatten.

Ich reservierte relativ kurzfristig einen Tag davor per Online-Reservierung der Homepage, erwähnte, dass wir mit Gutschein kommen (Security-Code habe ich zur Sicherheit angegeben) und bat um einen Tisch für 2 Personen im Nichtraucher. Die Bestätigung trudelte zehn Minuten später per E-Mail ein. Sehr erfreulich!

Beim Betreten des Lokals fühlt man sich, als würde man ein eine andere Welt eintauchen. OK, vielleicht nicht ganz so extrem, aber man wird umhüllt von einer Woge an angenehmer Schummrigkeit, da gedimmtes Licht und gediegene Farbtöne das Ambiente dominieren. Der Barbereich ist relativ groß, die Bar selbst zieht sich durch den gesamten Raucherraum. Es ist sehr gemütlich und einladend eingerichtet, knautschige Sofasessel, Bänke und genügend Hocker an der Bar. Man riecht, dass hier geraucht wird, aber es frisst sich nicht penetrant in Haut und Haar.

Wir wurden sehr nett begrüßt, mit einem Späßchen („Ah! Ihr habt’s ja im Garten reserviert, gell?`“) bezirzt und zum Tisch geführt – durch die Glastür in den Nichtraucherbereich, der aus einem Gang (wo man auf kleinen Tischen an der Wand sitzen kann), einem Raum mit 5 größeren Tischen (für je 4-8 Personen) und einem 3 Stufen „tiefergelegtem“ dritten Raum besteht. Für uns war ein Tisch im hinteren Winkel ausgewählt worden – was mir sehr gefiel, da man dort eher privat sitzt und sich nicht von Nachbarn beim Gespräch gestört fühlt.

Die Karte kam prompt, die Bestellung erfolge dann fünf Minuten später. Wir wählten ein Achterl Gemischten Satz (für mich) und ein Krügerl Starobrno (für meine Begleitung) und orderten Vor- und Hauptspeisen. Zwei Mal Beef Tartar, für mich ein Schulterscherzerl im Wurzelsud und meine Begleitung nahm ein „Echtes Wiener“ mit Petererdäpfeln.

Die Getränke kamen relativ bald. Mein Wein war sehr gut, jedoch war das Bier etwas zu warm. Am Tisch stehen eine große Flasche Mineralwasser mit und eine ohne, von Römerquelle. Frei nach dem Motto „Wer Wasser will, der möge die Flasche öffnen.“ Zum Wein gabs kein Wiener Hochquellwasser frei Haus dazu. Aber ist beim Weißwein auch nicht sooo Usus wie bei einem Glaserl Rot.

Das Beef Tartar kommt. Tata!! Schaut gut aus. Schön angerichtet, sehr puristisch mit drei Kapernäpfeln, die bei meiner Begleitung halbiert auf Estragonmayonnaise drapiert waren, bei mir ohne Mayonnaise (Sonderwunsch) und im ganzen hingelegt. Auch eine halbierte Chilischote fand sich am Teller. Auf dem Tartar rote Zwiebelringerl. Beim ersten Happen war auch klar, dass die Chilischote einen Sinn hat, denn das kleingehackte (nicht maltretiert, sondern wirklich fein kleingeschnitten) Rind war sehr naturbelassen. Keine Spur von Tomate, kein Zwiebel miteingearbeitet, sehr wenig bis kein Salz, keine Schärfe, keine Säure. Schmeckte recht mollig und die Textur war sehr angenehm im Mund. Ich mag das ganz gern, so natürlich, weil ich den puren Fleischgeschmack sehr gern habe, aber es hat mit Kochkunst und Würzgefühl nicht viel zu tun, so einen Teller zu servieren. Ich habe auch nachgesalzen, fleißig frischen Pfeffer draufgerieben und die Chilischote mit dazugeknabbert, aber im Endeffekt kann man das daheim in der Form primitiv nach“kochen“. Gut, aber wirklich nichts Besonderes.

Man wartet gespannt auf die Hauptspeise, die zehn Minuten auf sich warten ließ. Große Portionen kommen auf uns zu, das Kalbsschnitzerl ein großes Drum, das geschmorte Schulterscherzerl im kleinen Pfännchen mit ein wenig Bouillon und Wurzelgemüse (gelbe und gewöhnliche Karrotten), dazu ein Extrateller mit drei Schälchen – Apfelkren, Schnittlauchsauce und Erdäpfelröster.

Zum Geschmorten: Gummi ist der Konsistenz sehr ähnlich. Leider ein Reinfall. Viel zu zäh und in milder Suppe, die dem Fleisch vermutlich mehr Geschmack entzogen als gegeben hat. Der Apfelkren war sehr schmackhaft und der Röster hatte ein gutes Röstaroma und war nicht gatschig. Die Schnittlauchsauce war auch nicht gewürzt, sondern hat geschmeckt, wie Sauerrahm mit Schnittlauch. Mehr nicht. Sehr schade.
Das Schnitzel war ein Bröselteppich – zu trocken, weil aus der Fritteuse und zu lang drin oder schlechte Fleischqualität? Die Panade war nämlich nicht zu braun, sondern eigentlich in Ordnung, aber das Fleisch war gar nicht toll. Leider auch nicht der Burner. Zusammengegessen haben wir beide nicht.
Das zwischenzeitlich bestellte Achterl Gelber Muskateller war eine gute Wahl, das zweite Bier war auch deutlich kühler , nur wurde dieses vergessen und kam – zum Leidwesen meiner Begleitung ob des drei-Mal-gestorbenen Kalbes – leider viel zu spät.

Da noch eine Nachspeise ausständig war bestellten wir, nach vielen Versuchen des Aufmerksamkeit-Erregens der Kellner, nochmals die Speisekarte und ich wollte einen Cocktail dazu (ist ja immerhin eine Restaurant-Cocktailbar), also auch die Cocktailkarte, bitteschön. Und wir warteten wieder. Irgendwann bekamen wir dann endlich die Speisekarte und orderten dann aber flott eine Marillenpalatschinke, einen Apfelstrudel mit Schlagobers (zur Auswahl entweder mit Vanillesauce ODER Schlagobers) und einen Pipeline (Vodka-Ananas-Gurke-Angostura-…).
Der Cocktail war flott am Tisch und so wie ich ihn mag. Exzellent.
Desserts kamen nach 10 Minuten. Mein Strudel ausgezeichnet, leider jedoch mit Vanillesauce UND Schlagobers – mag ich nicht so, die Sauce. War aus dem Packerl, ist zwar OK, ich mags halt trotzdem nicht. Die Palatschinke sehr flaumig und schmackhaft. Kurzfristig bestellter Espresso flott mit der Rechnung am Tisch und auch sehr gut. Angenehmer Abschluss.

Wir zahlten die Getränke (zwei Glaserl Weiß, zwei Krügerl, Cocktail und Espresso) mit Maut um € 30,-. Geht eigentlich.

Fazit: Ein sehr schönes Restaurant mit angenehmer Atrmosphäre, durchwachsener Speisenqualität und sehr guten Cocktails. Das Service hat uns, trotz des schönen Einstiegs, dann doch enttäuscht – entweder zu wenig Kellner und deswegen unaufmerksam, oder einfach nur unangebrachte Ignoranz. Ich denke eher Ersteres, deshalb auch ein "Gut".

Ob wir wieder kommen? Vermutlich nur an die Bar. ;)

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Kommentare (3)

am 8. März 2015 um 12:44

der gutschein hat 49€ gekostet und einen wert von 103.80€

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Experte
43
60
am 8. März 2015 um 12:26

sorry, schlecht gelesen, die 30 waren ja scheinbar nur die getränke.
was war der gutscheinpreis?

Gefällt mir
6
3
am 8. März 2015 um 12:24

guter Bericht!

mir ist schon klar, ihr hattet einen Gutschein, aber bei diesem Hammerpreis kannst du eigentlich gar nicht mehr Qualität erwarten, das ist ja fast schon geschenkt!

Gefällt mir
6
3
Specht
Bäckerstraße 12
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
30
41
32
9 Bewertungen
Specht - Karte
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