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Kristians Monastiri - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 1. März 2015
FloV
10
40
9
4Speisen
4Ambiente
5Service

Aus Döbling zu kommen, und in einem Schloss in Grinzing zu wohnen, bringt nicht nur Verpflichtungen mit sich, sondern auch den Umstand, im Besitz sämtlicher Edelmetallkreditkarten zu sein.

Dies wiederum führt dazu, dass man sich bei der Wiener Restaurantwoche bereits einen Monat vorher einchecken kann, noch bevor der restliche Pöbel die Möglichkeit dazu erhält.

Da ich aufgrund dieser Tatsache aber ein soziales schlechtes Gewissen habe, fällt die Wahl meiner Essensbegleitung an jedem Samstag auf "meine bessere Hälfte" in Form eines arbeitslosen Doktors der aussieht wie ein Augustin Verkäufer und durch zusammengeschnorrte Haubengerichte es auf stolze 130kg bringt.

Da es diesmal ein Haubenlokal wird, das es durch uns zu bewerten gilt, ziehen wir uns "etwas Schönes" an, mein Mitesser sieht danach aus wie ein Augustinverkäufer mit Sakko. Die Wahl des Lokals fiel auf "Kristians Monastiri",klingt wie ein Kloster irgendwie, und fiel mir beim spazieren gehen in der Neustiftgasse 16 auf.

Schon beim Betreten fallen die beigebraunen Leinenvorhänge, die auch als Raumteiler fungieren, das orange gedämpfte Licht, und die dicken Klostermauern (das Monastiri war tatsächlich mal ein Kloster) angenehm auf.

Wir werden sogleich von einer "chefähnlichen" Person freundlich in Empfang genommen, unserer Kleidung fachmännisch beraubt, um hernach zu unserem Tisch geleitet zu werden. Dort angekommen, wird noch geklärt, ob der Tisch genehm wäre, wir: "ja !" und so nehmen wir Platz.

Ambiente: Tischtücher ! Gläser ! Servietten ! Kerze ! ,...aber trotzdem nicht unangenehm nobel, weil das Service uns den ganzen Abend mit routinierter Unverkrampftheit umsorgte.

Nach einer kurzen Gedankenpause, die Aperitifempfehlung des Hauses: Schilchersekt mit Birne, der Herr Dr. schlägt zu, ich bleibe alkoholfrei und bekomme eine Flasche Ribiselsaft mit Mineral.

Der Aperitif schmeckt ausgezeichnet, und da ich meinen Saft "stilecht" ins Weinglas eingeschenkt bekomme, fühle ich mich als Abstinenzler auch nicht wie ein Aussätziger.

Und dann kam auch schon das Gedeck ( 3,20 p.P. im Restaurantwochen Menü nicht inkludiert ) : sehr gutes und frisches Ciabatta sowie ein knuspriges dunkles Kornbrot: hervorragend zwar, aber nichts absolut aussergewöhnliches.

Dazu ein kleines Schüsserl Aufstrich, in dem man zumindest Estragon und Honignuancen in locker cremiger Konsistenz ausmachen konnte und "meiner besseren Hälfte" und mir sehr schmeckten, so gut, dass am Ende leider zu wenig Aufstrich und zu viel gutes Brot übrig blieben.

Sehr erfreulich: die Küche grüsste uns!
Das Amuse bouche bestand aus marinierter Hirse und einem Stückchen Pata Negra, wobei der Kellner in seiner Ausführung verschwieg, ob es sich denn um "Bellota" handele oder nicht. Angerichtet beides auf einem Löffel, der seinerseits auf einem kleinen Gläschen mit Sellerieschaum drapiert war.

Die Hirse war sehr essiglastig, was IHR geschmacklich gut stand, nicht jedoch dem zarten Schinken, dessen schüchternes Aroma vom Essig schlicht erschlagen wurde. Was für einen "Jamon Iberico Pata Negra de bellota" eher untypisch ist.

Soll heissen: ein sehr heller eher schwachbrüstiger Vertreter seiner Gattung. Hätte man ihn mir als San Daniele verkauft wäre es mir geschmacklich plausibler vorgekommen...

Der Sellerieschaum allerdings war ohne Einschränkung sehr gut.

Es folgt die Vorspeise, Krustentiercocktail auf Avocadosalat. Was soll ich sagen, wir waren beide begeistert, die Krustentiere knackig, thronten auf ihrem Bettchen aus herrlich weichem Avocadosalat, der NICHT an Guacamole erinnerte, sondern geschmacklich ein uns vollkommen neues, fruchtig heiteres Gemüth darbot.

Dazu in einer verschlossenen, kleinen Tube: hausgemachte Cocktailsauce ! (mit solchen Gimmicks kann man mich kaufen, ich bin beeindruckt und die Sauce schmeckt nebenbei auch sehr gut)

Beim Hauptgericht trennten sich kulinarisch unsere Wege und mein Mitesser entschied sich für das Zweierlei vom Rind, ich jedoch für die Lachsforelle.

Das Rind bestand aus einem Schulter und einem Filetstück, das Schulterstück war, wie zu erwarten, ein wenig "fester", aber sehr gut zubereitet und angenehm erdig im Geschmack, das Filet wunderbar weich avantgardistisch angerichtet, mit der roten Schnittfläche nach oben. Macht nichts, hin und wieder kann man moderne Kunst schon vertragen! Vor allem wenn man die Schnittstelle mit einer dichten leckeren dunklen Sauce verdecken kann.

Dazu auch sehr gute weisse Bohnen.

Sehr erfreulich für ein Restaurant dieser Kategorie: Die Portion war ordenlich!

Die Lachsforelle kam in schickem lachsrosa, sogar mit leichtem Orangestich, (könnte aber auch am Licht gelegen haben) alles in allem wunderschön anzusehen. Begleitet von Karotten, Sellerie und Lauch, befand sie sich in bester Gesellschaft und der undefinierbare, aber fantastisch schmeckende Schaum machten dieses Hauptgericht für mich zum Highlight des Abends. Wunderbar zart zerfiel der Fisch förmlich auf der Zunge, um mich mit seinem Geschmack einfach nur beeindrucken zu wollen - ...und das hat er geschafft, Gratulation an die Küche!

Nach unsererm "hauptgerichtlichem" Alleingang, fanden "meine bessere Hälfte" und ich schliesslich beim Dessert wieder zusammen, und wir entschieden uns beide für "Dessert süss bitte!" da wir uns sehr schwer tun, "Walnuss-Dacquoise" auszusprechen, ...nur weil ich reich bin, heisst das noch lange nicht dass ich auch Spanisch können muss !

Das Dessert rundete den Abend erwartungsgmäß ab und erzeugte in uns, nussig, nougatig, birnig, heiteres Wohlwollen. Die Nougatcreme geschmacksintensiv, (allerdings mit Alkohol) die glasierte Walnuss comme il faut, und das Kleckschen Birnensorbet kontrastierte, ohne dabei aufdringlich zu wirken, geschmacklich hervorragend.

Ein gelungener Abend, trotz meiner Begleitung, bei dem es im Bezug auf die Speisen eigentlich nichts zu beanstanden gab, und das ganze (dank der Restaurantwoche) für rund 40€ pro Person, veranlasste uns, über die Speisenbewertung 5 nachzudenken, einzig und allein der Umstand, dass wir uns nach oben noch Möglichkeiten offenhalten wollen, ließ uns zur Note 4 tendieren, aber eine verdammt gute 4, so gesehen,

Auf Wiedersehen!

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Kommentare (18)

am 1. März 2015 um 12:51

Ah, ich kann mich daran erinnern. Das war ja die Dame im roten Minikleid, die vor mir den Nobelpreis in "Essen" erhalten hat.

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27
18
am 1. März 2015 um 12:33

...meine Freundin hat 150kg und einen Nobelpreis in "Essen" !...

Gefällt mir2
10
40
am 1. März 2015 um 12:31

Also bei aller Liebe und Phantasie, ich verstehe den Schmäh weder in FloV´s Kommentaren noch in der Bewertung. Tut mir Leid, ich würde mich sehr über eine Aufklärung freuen.

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17
6
am 1. März 2015 um 12:27

Ach, das ist ja gar nichts... Wir wohnen zwar auch in Döbling, aber mein Mann wiegt über 130 kg und ist Professor.

Gefällt mir3
27
18
am 1. März 2015 um 12:21

...ist "Centurion" etwa kein Edelmetall ? (in Physik war ich nie der Stärkste)...

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10
40
am 1. März 2015 um 12:14

Pffff...
Edelmetall Kreditkarte...
Haben sie dir die schwarze Mastercard verweigert...

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Experte
70
6
am 1. März 2015 um 12:06

...sowas nennen wir in Döbling "Nutzfahrzeug", ausserhalb von unserem Bezirk, sind das sogenannte "Traktoren" oder "Mähdrescher" die die Bevölkerung, welche unterprivilegiert und nicht das Glück hatte auf "unserer Seite" der Bezirksgrenze geboren zu sein, und gemeinhin als "Bauern" bekannt sind, verwendet um die Mühen des Alltags zu bewältigen, ...so wie wir eben z.B. "BMW Z4's"...

StephanS: ...die übersetzen gerade den Wikipedia Artikel, um ihn mir danach vorzulesen und versuchen nach wie vor krampfhaft einen spanischen Koch aufzutreiben !

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10
40
am 1. März 2015 um 12:02

Wo steht der Maserati ? Würde ihn spesenfrei in meine Garage
abschleppen und Ihnen dafür den Straßenbahnfahrschein ersetzen ;)

Gefällt mir2
0
2
am 1. März 2015 um 12:02

@FloV: ich glaube du hast da etwas missverstanden: Ich habe dich nicht über deine ,, mangelnden Sprach bzw. Lesegescheithei" (deine Worte) beleidigt. Ich äusserte mich nur, dass ich deinen Beitrag protzig und überheblich finde. Da liegt ein großer Unterschied.
Und ich protze nicht, ich wollte Dich nur aufklären :-)!

Das nächste mal kannst du das Autohaus Keusch auch direkt anrufen, die liefern dir den Maserati direkt vor die Haustüre.

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17
6
am 1. März 2015 um 11:28

Du fahrst mit der Bim zu Autohändler: *Kopfschüttel* - wozu hat man Personal...

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Experte
54
8
am 1. März 2015 um 11:23

Maserati? Prolet.

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9
2
am 1. März 2015 um 10:33

...nein Martin ! ich bin nur reich an, hmm, Geld ! Das reicht mir aber eigentlich auch, ich möchte hier nicht unbescheiden wirken !

Lieber StephanS, Schmäh ist das wirklich keiner! Erst als neulich mein Maserati wieder leer war, (ich tu mir mit dem tanken schwer) ich ihn stehen ließ um mir beim Händler einen neuen, vollen zu kaufen und somit gezwungen war mit dem restlichen Pöbel die Strassenbahn zu nehmen fiel mir auf, dass es eine eigene "working class" Zeitung gibt, fast wie eine richtige Zeitung nur viel einfacher geschrieben und mit viel mehr Bildern und lustigen Reimen, lieben Tieren und so, wohl um die Aufmerksamkeit der "einfachen Bevölkerung" länger bei der Stange zu halten.

Obendrein ist die auch noch kostenlos !!! ...und was sehe ich dort drinnen !? Selbst über diese Gratiszeitung !!!!! kommt man in den Genuss bei der Wiener Restaurantwoche bevorzugt reservieren zu können !

Ich verstehe also ihren Unmut darüber, mit Arbö oder Mömax Karten bei der Restaurantwoche einchecken zu können, die Realität allerdings sieht noch viel viel schlimmer aus! Glauben Sie mir das !

...und wenn ich mir schon die Mühe mache und die Kommentare hier lese (ich kann nicht so gut lesen) finde ich es intolerant mich aufgrund meiner mangelnden Sprach bzw. Lesegescheitheit zu beleidigen!

Aber so ist die erdig, harte Arbeiterklasse halt, roh und unbarmherzig!

...und Pinky: Hör auf mit deinen Sprachkenntnissen hier zu protzen! Den Wikipedia Artikel hätte es nämlich sehr wohl auch in "simple english" gegeben, aber nein die Frau "Universitätsprofessorin Dr. Pinky" muss ja das "schwierige" Englisch nehmen, das das kein Mensch versteht, und jetzt weiss ich immer noch nicht was es mit diesem spanischen Dessert auf sich hat : )...

Gefällt mir5
10
40
am 1. März 2015 um 09:48

Da haben wohl ein paar ihren Ironiedetektor schon länger nicht in Betrieb gehabt, oder?
Und Pinky, das mit spanisch/französisch war jetzt schon "stating the obvious". Apropos, das war Englisch. Also nicht das "apropos". Naja, ich will hier keinen verwirren. Aber ich hab ne vage Idee, wieso du nicht "Brain" heißt.
Jetzt könnten wir noch drüber diskutieren, wer "reich" ist. Und was das bedeutet. Möglich, daß FloV auch reich an Erfahrung ist. Oder reich an Eloquenz. Schönen Sonntag noch, Mädels.

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9
2
am 1. März 2015 um 08:18

Also Schmäh ist das nicht für mich! Ich gehöre wohl zu dem restlichen Pöbel dazu.

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17
6
am 1. März 2015 um 08:10

Leute, verstehts ihr alle keinen Schmäh? Ich hab den Bericht echt witzig gefunden - allein das "vorher einchecken" bei den Restaurantwochen, das ja nun wirklich mit jeder Möbelix- und Arbökarte geht...

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Experte
54
8
am 1. März 2015 um 08:01

Ich habe nach den ersten zwei Absätzen aufgehört zu lesen.

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Experte
67
17
am 1. März 2015 um 07:56

Ich finde deinen Beitrag sehr überheblich und protzig.
A propos: Walnuss-Dacquoise ist kein Spanisch, sondern Französisch. Aber du hast Recht, nur weil du reich bist, musst du kein Spanisch können und vorallem auch keine Intelligenz haben.Und vielleicht wenn es der Reichtum erlaubt verstehst du etwas englisch : Link

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17
6
am 1. März 2015 um 07:56

Ich finde deinen Beitrag sehr überheblich und protzig.
A propos: Walnuss-Dacquoise ist kein Spanisch, sondern Französisch. Aber du hast Recht, nur weil du reich bist, musst du kein Spanisch können und vorallem auch keine Intelligenz haben.Und vielleicht wenn es der Reichtum erlaubt verstehst du etwas englisch : Link

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17
6
Kristians Monastiri
Neustiftgasse 16
1070 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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