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Schwabl Wirt - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 25. Februar 2015
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4Speisen
3Ambiente
3Service
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Der Schwabl Wirt befindet sich neben dem Straßenbahnmuseum in Erdberg. Das Lokal liegt in unmittelbarer Nähe zur U3 Station Schlachthausgasse. Auch die Straßenbahnlinie 18 und die Autobuslinie 77A und 80A halten in Lokalnähe. Also die öffentliche Anbindung ist recht gut gegeben. Was man von der Parkplatzverfügbarkeit trotz Parkpickerl nicht unbedingt behaupten kann. Etwas ungewöhnlich und auch selten für ein Wiener Gasthaus, es werden hier auch Fremdenzimmer angeboten.

Mein Erstbesuch liegt sich schon in etwa 25 Jahre zurück. Vor drei Jahren eine Weihnachtsfeier, das war es eigentlich obwohl ich tagtäglich berufsbedingt hier vorbeikomme. Kurz vor Weihnachten hatte ich mich entschlossen hier einzukehren doch das Lokal war voll besetzt was mich natürlich noch mehr ermutigte hier zu speisen. Heute war es soweit. Wie schon von einem Vortester angemerkt liegt der Schwabl Wirt niveaumäßig irgendwo zwischen Gasthaus Bauer und Amon. Vor dem Lokal befindet sich zu Weihnachtszeit ein Punschstand und in der warmen Jahreszeit der Gastgarten. Liegt zwar auf der ruhigeren Straßenseite des Lokals ist aber trotzdem nicht vergleichbar mit einem Innenhofgastgarten. Der Schankraum, in welchen man unmittelbar nach dem Betreten des Lokals gelangt ist der Nichtraucherbereich. Viel helles Holz, dazu helle Bodenfliesen und Verzierungen aus Gusseisen vermitteln einen freundlichen und hellen Eindruck. Des Weiteren gibt es noch verschieden Lokalbereiche in unterschiedlicher Größe die sich für diverse Feierlichkeiten in privater Atmosphäre eignen. Auch gibt es im Nichtraucherbereich und auch im Raucherbereich Toiletteanlagen sodass man als Nichtraucher nicht mit dem Raucherbereich konfrontiert wird. Ich als Nichtraucher bekam nach Rückfrage bei einer der beiden Servicedamen einen Platz im Schankraum zugewiesen.

Die Speisekarte wurde prompt überreicht und die Getränkefrage ebenso rasch gestellt. Den großen Apfelsaft gespritzt(€ 3,60) mangels Alternativangebot gleich bestellt. Die Karte umfasst alles was die Wiener Küche bietet, Dazu Saisonale Gerichte, wie z.B. Schwammerl-, Wild-, oder Fischwochen. Auch die Nachspeisenauswahl kann sich sehen lassen. Torten, Cremeschnitte oder der hausgemachte Mohr im Hemd stehen auf der Karte. Ich entschied mich für eine Frittatensuppe(€ 3,10) und das Alt Wiener Backfleisch mit Rahm-Gurkensalat(€ 14,80). Das Backfleisch wird meistens aus dem Beiried vom Rind gemacht oder wie hier beim Schwabl aus dem Schweinefilet(Lungenbraten). Das Fleisch wird vor dem panieren mit Senf und frisch gerissenen Kren eingestrichen und anschließend wie ein klassisches Schnitzel paniert und herausgebacken. Eine eher seltene und etwas in Vergessenheit geratene Wiener Spezialität.

Die Suppe wurde umgehend serviert. Klassisch in der kleinen Suppenschüssel mit etwas Suppengemüse verfeinert. Reichlich gefüllt mit Frittaten und obenauf frisch geschnittener Schnittlauch. Angenehm temperiert, sodass ich gleich loslegen konnte ohne mir wie meisten die Zunge und den Gaumen zu verbrennen. Farbmäßig war die Suppe etwas hell, und es fehlte mir auch der intensive Rindfleischgeschmack. Sie war gut, aber der Wow Effekt fehlte. Der kam jedoch bei den Frittaten. In stärkere Streifen geschnitten. Auch die Palatschinken dürften etwas dicker gewesen sein, denn die Frittaten waren nicht matschig sondern hatten noch etwa Biss. Genau mein Geschmack. Leicht mit etwas Salz nachgewürzt um den Geschmack etwas zu unterstützen. Ich war dank der Frittaten mehr als zufrieden.

Auch die Wartezeit auf mein Alt Wiener Backfleisch war nicht lange. Das Klopfgeräusch aus der Küche war der Garant das hier nichts vorbereitet war, sondern für mich frisch gemacht wurde. Denn so viele Gäste waren am Nachmittag nicht mehr im Lokal um zu speisen. Das Mittagsgeschäft war vorbei, also lag die Vermutung nahe das mein Fleisch geklopft wird. Vier Stück Fleisch, ein mittelgroßes und drei kleinere mit einem Stück Zitrone waren auf dem Teller. Dazu eine vollgefüllte mittelgroße Schüssel Gurkensalat. Diesen kostete ich als erstes. Für mich war er genial. Die Gurken in Kombination mit dem leicht süßlichen Rahm waren perfekt. Dazu sehr gut temperiert und nicht eiskalt. Am liebsten hätte ich ihn gleich verputzt, doch das Fleisch gehörte auch dazu. Dieses stand dem Salat jedoch um nichts nach. Perfekt paniert und von Ölresten befreit. Man schmeckte den frischen Krenn und den Senfgeschmack deutlich heraus. Jedoch nicht zu dominierend. Das Fleisch weich ohne irgendwelche Spuren von Fett oder Flaxen. 1a Qualität. Das Gericht entsprach komplett meinen Erwartungen und Erinnerungen an mein letztes auch sehr gutes Backfleisch.

Mein Fazit. Ein Wiener Gasthaus mit tadelloser Küche in schönem gepflegtem Ambiente. Die Servicedamen machen einen unauffälligen Job, wurden aber aufgrund der Tageszeit nicht unbedingt gefordert. Verstehen aber ihren Job was man beim Servieren bemerkt. Ein Lokal welches sich für Familienfeste oder zu einem gepflegten Wochenendessen anbietet, und auch absolut zu empfehlen ist. Vor allem passt das Preis Leistungsverhältnis.

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Kommentare (12)

am 26. Februar 2015 um 16:13

das glaube ich dir schon das das Weltklasse war.
nur allein der vergleich ist ein wenig schwierig, der schwabl steht für gutbürgerliche wirtshausküche, der amon ist mehr gediegenes Restaurant der alte Klassiker teilweise neu interpretiert, aber wo die köche rein kochtechnisch schon sicher weit vorne sind.
so kocht der amon eindeutig auf einem anderen Niveau und das macht er mmn sehr gut, ergo ist das essen dort für mich gesamt besser, aber eben schwerer vergleich.
keinesfalls möchte ich den schwabl schlecht machen!!

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am 26. Februar 2015 um 13:38

Sollte ich mal Alt-Wiener Backfleisch probieren, dann wird's wohl eh bei einem Mal pro Jahr bleiben.
Ich denke, dass ich mir da die zwei, drei Euro "Aufpreis" für's Originalrezept ohne billiges Schweinefleisch leisten kann.

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am 26. Februar 2015 um 13:28

Erinnert mich irgendwie an eine Wiener Schnitzel Diskussion hier...(duckundrennweg)

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am 26. Februar 2015 um 12:49

Es ist einfach kein Alt Wiener Backfleisch wenn es vom Schwein ist! Es handelt sich ganz einfach um ein Scheinsschnitzel mit Senf und Kren abgeschmeckt, was natürlich auch sehr gut ein kann!

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am 26. Februar 2015 um 11:27

Also Alt Wiener Backfleisch vom Schwein ist ein No-Go!
Nicht das es nicht gut schmecken kann, aber dann ist es einfach nicht als Alt Wiener Backfleisch zu titulieren!

@Helmuth: schwabl in punkto essen klar über amon? schwer zu glauben!

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am 26. Februar 2015 um 10:00

Wir waren am Sonntag im Porterhouse. Dort wurde das Altwiener Backfleisch vom Rinderfilet zubereitet (war allerdings in der Karte auch so vermerkt).
Sonderbar fand ich allerdings, dass dort der Kren über das fertig gebackene Fleisch drübergestreut wurde, kannte ich so bisher noch nicht.

Scheinbar dürften sich die Wiener Gastronomen hier nicht ganz einig sein...

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33
am 26. Februar 2015 um 08:37

Ehrlich, vielleicht stand es da und ich hab es in meiner Euphorie und Vorfreude darauf überlesen. Da mir das Fleisch für Rindfleisch zu hell vorkam und auch mein letztes Backfleisch € 16,50 kostete habe ich beim Bezahlen die Damen gefragt welches Fleisch hier verwendet wurde. Das Fleisch war auf jeden Fall Weltklasse und stand einem Beiried um nichts nach.

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56
am 26. Februar 2015 um 06:44

nein - keineswegs. Ich finde nur Backfleisch vom Schwein sehr befremdlich - aber fände es natürlich OK, wenn man bei Bestellung darauf hingewiesen wird. Sonst nicht.

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am 25. Februar 2015 um 21:08

Willst mich nerven?

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am 25. Februar 2015 um 21:02

bei der Bestellung oder danach!?

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am 25. Februar 2015 um 20:13

Stephan. Nein das habe ich von der Servicedame erfahren.

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388
56
am 25. Februar 2015 um 19:34

steht in der Karte dabei, dass das Backfleisch vom Schwein ist?

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Schwabl Wirt
Erdbergstraße 111
1030 Wien
Speisen
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Schwabl Wirt - Karte
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