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Ilona Emmerich - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 14. Februar 2015
Experte
Alexgroops
53
7
18
5Speisen
4Ambiente
4Service

Warum in die Ferne schweifen, wenn sich für mich als Floridsdorfer das Glück nahe der Haustür befindet? Nicht nahe genug, um es schon früher entdeckt zu haben, aber heute statteten wir dem Gasthaus zu zweit einen Besuch ab, in der Hoffnung auf ein gutes Mittagessen. Den vorigen drei Bewertungen stand ich aufgrund der mäßigen Aussagekraft skeptisch gegenüber, doch in diesem Fall sollten sich die drei 5er fürs Essen gleich als wahr und richtig erweisen!

Es verwundert mich, dass die Gaststätte laut Aufschrift über der Eingangstür, sowie auf der Visitenkarte, als "Restaurant" geführt wird, hatte ich nach dem Betreten doch nicht den geringsten Zweifel, mich in einem typischen Wiener Wirtshaus zu befinden. Der an der langen Bar lehnende Herr, konzentriert seinen Gspritzten fixierend, gehörte für mich ebenso zum Wirtshausflair wie die Männerrunde am Tisch, die biertrinkend über Alltagsthemen philosophierte.

Der Barbereich des ziemlich großen Wirtshauses ist wahrscheinlich ein beliebter Stammkundentreff, links davon befindet sich der Nichtraucherbereich. Wir fanden unseren Platz an einem Vierertisch im anderen Raum, rechts von der Bar, direkt unter dem großen Flachbildfernseher. Auf den typischen Wirtshaustischen liegen grüne Tischtücher, darüber hat man kleinere beige mit Fransen gelegt.

Die nette, junge Kellnerin mit Tätowierung am Unterarm nahm, nach Übergabe der Speisekarten, sogleich unsere Getränkebestellungen entgegen. Nachdem sie uns den Gspritzten und das Himbeerwasser gebracht hatte, bestellten wir ein Schnitzel mit gemischtem Salat, sowie Grilllaibchen mit Erdäpfelpürree. Das anwesende Publikum diskutierte unterdessen auf wienerisch über Gott und die Welt, ganz wie es in einem Wirtshaus üblich ist, und mein angenehmes "Do fühl i mi daham" - Gefühl verstärkte sich.

Bald stand mein Salatschüsserl am Tisch. Zuerst machte ich den Erdäpfelsalat - Test: Jawohl, selbstgemacht, passt! Der Rest des Gemischten stand den Erdäpfeln geschmacklich um nichts nach. Frisch, gut, alles bestens! Nicht lange danach servierte uns die Kellnerin die Speisen. Ich sah meine Bestellung vor mir, und ein "Um Gottes Willen" - Gedanke durchzuckte meinen Kopf.

Gleichzeitig überlegte ich, ob die Kellnerin das Schnitzel vielleicht mit einer Schnitzelplatte für zwei Personen verwechselt hatte, jedoch findet sich letzteres gar nicht in der Speisekarte, deren vielfältiges Angebot bodenständiger Hausmannskost ich doch relativ genau durchgeblättert hatte. Vor mir lagen nicht nur zwei große, sondern auch dicke Stücke Fleisch. Gut, also alles für mich. Meine Begleitung starrte mit ähnlich großen Augen auf die beiden dicken Grilllaibchen.

Beide Gerichte waren auf jeden Fall ein optischer Hingucker.
Ich schnitt beinahe anmutig durch die goldbraune Panier und das weiche Fleisch, und beim ersten Bissen war mir klar: Das ist das Schnitzel, das ich im Wirtshaus essen will! Gute Qualität, flachsenfrei, saftig, und bestimmt nicht in altem Fett zubereitet. Die Grilllaibchen waren an der Oberfläche dunkelbraun und leicht knusprig, ansonsten wunderbar saftig und geschmacklich 1A, wirklich, ich war begeistert von der Kostprobe. Auch das selbstgemachte Erdäpfelpürree, sowie die gerösteten Zwiebeln wussten zu überzeugen.

"Braucht´s a Folie?", fragte die Kellnerin, die unseren resignierenden Blick auf die halbvollen Teller bemerkt zu haben schien. Dass sie die Folie bereits in der Hand hielt, ließ auf einen nicht verwunderlichen Routinevorgang in diesem Wirtshaus schließen. Später beobachtete ich die Kellnerin beim Servieren von Spareribs am Holztablett. Wer bitte kann die beiden riesigen Rippen und den Haufen Braterdäpfel alleine essen? Die Dame löste das Fleisch offensichtlich kinderleicht von den Knochen, somit konnte ich Qualität und Geschmack der Riesendinger zumindest erahnen.

"Ist die Folie groß genug und hat´s geschmeckt?" Wir bejahten beide Fragen der Kellnerin. Ich packte mein Mittagessen für morgen ein und bestellte zum Abschluss noch eine Melange. Auch hier stimmte alles. Milchschaum, ein bissl Kakaopulver drauf, das war der richtige abschließende Genuss. Auch ein zweiter Gspritzter wurde noch getrunken.

Die Rechnung machte inklusive Trinkgeld 26 Euro aus. 8,90 fürs Schnitzel, 7,80 für die Grilllaibchen. Viel? Mitnichten! Für diese Portionen empfinde ich das als günstig. Ganz bestimmt bin ich nicht zum letzten Mal hier gewesen!

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Kommentare (5)

am 15. Februar 2015 um 15:39

Danke, werde ich ausprobieren!

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Experte
53
7
am 15. Februar 2015 um 12:13

Starkbaum wird auch gelobt: Link

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Experte
92
38
am 15. Februar 2015 um 12:06

Die findest du eher in der Jedlersdorfer Amtsstraße! :-)
Mein Hauptaugenmerk gilt momentan Wirtshäusern, und ich freue mich natürlich ganz besonders über welche im Heimbezirk!

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Experte
53
7
am 15. Februar 2015 um 08:57

Das heißt, man sollte dort nicht nur nach Heurigen suchen. :-)

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Experte
92
38
am 15. Februar 2015 um 08:57

Das heißt, man sollte dort nicht nur nach Heurigen suchen. :-)

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92
38
Ilona Emmerich
Siemensstraße 63
1210 Wien
Speisen
Ambiente
Service
40
27
35
9 Bewertungen
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