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Gasthaus Schödl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 8. Februar 2015
Experte
Alexgroops
53
7
18
3Speisen
4Ambiente
3Service

Schon die äußere Ansicht dieses Ecklokals am Gürtel lässt vermuten, dass es sich um ein typisches Wiener Wirtshaus handelt, eines von der "do fühlt ma si daham" - Sorte. Wir hatten das Gasthaus noch nicht einmal richtig betreten und waren gerade dabei, den Filzvorhang hinter der Eingangstür zur Seite zu schieben, als wir zu allererst auf tierische Weise geschimpft wurden.

Der kleine Haushund hat uns nämlich ordentlich verbellt, bevor er uns zur Begrüßung gemeinsam mit einem langhaarigen, aufgrund seiner Frisur auch lustig aussehenden Artgenossen von oben bis unten beschnüffelt hat, als wollten die beiden uns zwei Fremde einer Leibes und Geruchsvisitation unterziehen, bevor sie uns den Zutritt in das zweifellos hauptsächlich von Stammkunden frequentierte Wirtshaus gewähren.

Nachdem wir von den beiden Wirtsleuten freundlich begrüsst worden waren, ließen wir uns an einem Tisch im Raucherbereich nahe der Bar nieder, und stellten beim Rundblick sofort fest, dass sich mit der Eingangstür zum Gasthaus Schödl gleichzeitig ein Tor zurück in die Fünfziger bis Siebzigerjahre auftut. Die Beschaffenheit der Bar, die Resopaltische mit grüner Oberfläche, die Sessel, der Boden, die Dekoration, die Beleuchtung, die Farben,... alles wirkt wie Relikte aus der damaligen Zeit. Auf dem Tisch neben dem unseren befand sich das typische "Stammtisch - Gestell". Hier war die grüne Tischplatte vom Ablegen der Schnapskarten, die sich zuhauf in der Tischlade befanden, sichtbar abgewetzt! Das einzig Moderne an diesem Ort ist der große Flachbildfernseher an der Wand. Sogar das Outfit des Wirten, bestehend aus weißem Hemd, schwarzer Hose, riesigem Geldbörsel und Geschirrtuch am Gürtel, lässt das Herz eines Nostalgiefans spürbar höher schlagen und dem kompletten Ambiente sehr gute Noten ausstellen.

Die Auswahl in der Speisekarte ist nicht riesig, es findet sich aber genügend, um die Erwartungen eines nach Wiener Wirtshauskultur suchenden Gastes zu befriedigen. Wir bestellten ein Kaiser vom Fass und einen weißen Gspritzten, zu Essen ein Rinderragout mit Teigwaren (gab es heute zusätzlich zum Angebot in der Karte), sowie einen Zwiebelrostbraten mit Braterdäpfeln.

Während wir aufs Essen warteten, unterhielten wir uns mit den Besitzern des Hundes, der uns bei unserer Ankunft zusammen mit dem Haushund nach gründlicher Beschnüffelung des Gasthauses Schödl für würdig befunden hatte. Dass uns nicht einmal die Besitzer sagen konnten, welche und wie viele Hunderassen an der Bewerkstelligung dieses herzig und lustig aussehenden Tieres beteiligt waren, amüsierte uns noch zusätzlich. Das gleichzeitig ertönende Klopfgeräusch aus der Küche war ein Hinweis auf frisch gemachtes Essen.

Nach relativ kurzer Zeit durften wir uns bereits unser Essen einverleiben. Das Fleisch des Rinderragouts erzeugte zwar nicht jenes "zergeht fast im Mund - Gefühl", war aber ausreichend weich, und zusammen mit der guten Sauce, der ich mit Pfeffer eine dezente Schärfe verlieh, sowie den Mascherlnudeln, war das schon eine sehr anständige Kombination.

Beim Zwiebelrostbraten fiel auf, dass die Zwiebeln nicht geröstet, sondern gedünstet waren, was aber dem guten Geschmackserlebnis keinen Abbruch tat. Auch hier war das Fleisch weich, nicht durchwachsen und sorgte zusammen mit den weichen Braterdäpfeln für ein zufriedenstellendes Gaumenerlebnis. Die Portionen waren nicht so groß, wie ich das von anderen Wiener Wirtshäusern kenne, aber durchaus sattmachend. Wenigstens erspart man sich hier die Folie, und wer einen Bärenhunger mitbringt, kann sich ja vorher noch eine Suppe bestellen.

Ein Blick in den Nichtraucherbereich verriet mir, dass es sich um einen sehr gemütlich wirkenden Raum mit Platz für knapp vierzig Personen handelt, die sich auf mehrere, durch Holzgitterwände getrennte Tische aufteilen können.

Die Preise: 3,50 für ein Krügerl vielleicht für dieses athentische Wiener Wirtshaus um 20 oder 30 Cent zu hoch (jetzt spricht halt der reine Biertrinker in mir). Das Rinderragout um 8,50 geht grundsätzlich in Ordnung, ebenso drei Euro mehr für einen Zwiebelrostbraten, wenn nicht die nicht allzu große Portionsgröße das auf den ersten Blick gute Preis - Leistungsverhältnis ein klein wenig relativieren würde.

Trotzdem: Für Liebhaber von typischen und wirklich authentischen Wiener Wirtshäusern kann ich das Gasthaus Schödl ohne Bedenken empfehlen!

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Kommentare (6)

am 8. Februar 2015 um 21:53

Alles klar, danke für die Info!

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Experte
53
7
am 8. Februar 2015 um 21:34

in diesem Fall muss nicht neu für Dich gevotet werden. Auch ich hatte meinen Expertenstatus nach längerer Inaktivität kurzfristig verloren, - sollte, jetzt wo Du wieder aktiv bist, wieder hergestellt werden. Nötigenfalls eine Mail an den Admin schicken. Hat bei mir auch funktioniert.

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Experte
80
48
am 8. Februar 2015 um 20:42

Danke, liebe Kollegen! Ich hatte den Expertenstatus bereits, offenbar wurde der mir aufgrund meiner langen Abwesenheit wieder aberkannt (falls es so gewesen ist). Wie auch immer, das ist nicht schlimm. Hauptsache, ich bin hier wieder online und kann ein bisschen mitbewerten! :-)

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Experte
53
7
am 8. Februar 2015 um 20:24

auch meines :-)

Gefällt mir1
Experte
234
28
am 8. Februar 2015 um 20:14

Meines auch!

Gefällt mir1
Experte
388
56
am 8. Februar 2015 um 19:48

Welcome back!
Mein Expertenvoting hat ja schon längst.

Gefällt mir2
Experte
63
50
Gasthaus Schödl
Währinger Gürtel 148
1090 Wien
Speisen
Ambiente
Service
30
40
30
1 Bewertung
Gasthaus Schödl - Karte
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