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Simorgh - Küche mit Kultur - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 30. November 2014
Experte
bubafant
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4Speisen
3Ambiente
4Service
16 Fotos1 Check-In

Wenn man an einem Samstag schon viel Geld beim Optiker liegen lässt, dann will man es sich zu Mittag gut gehen lassen und eine neue Küchennation ausprobieren. Simorgh ist ein Fabelwesen der persischen Mythologie, und es handelt unter anderem über Selbsterkenntnis und Wahrheit (© Homepage + Speisekarte). Das Ensemble Simorgh gibt es seit 2011, eine Gruppe, die persische Musik, Poesie und Tanz mit indischen, andalusischen, türkischen und griechischen Elementen verbindet. Daraus entstand die Idee, Kulinarik mit Kunst - eben Küche mit Kultur – zu verbinden, und es mündete im Lokal in Wien 9. Man kann das Lokal für eine Veranstaltung mieten, oder auch Catering im privaten Rahmen buchen, beides auch jeweils mit Musik möglich. Man bietet ein Mittagsmenü an, jeweils mit Tagessuppe und Nachspeise, in der vegetarischen Form um EUR 5,80, mit Fleisch oder Fisch um EUR 6,80. Auf Wunsch werden die Gerichte milder oder schärfer angeboten, bzw. kann man sich an der Würzbar bedienen.

Das Lokal schmiegt sich unauffällig in die Fassadenflucht, in großen Lettern prangt der Lokalname, und was wie rotes Graffiti aussieht, zieht sich als Corporate Identity durch bis zu Speisekarte (erinnert an rote Korallen). Über eine kleine Stufe betritt man das Lokal und befindet sich im Gästebereich, der jetzt kaum orientalisch wirkt, mit der schlichten Theke, links davon geht's zu den Sanitärräumen und auf der anderen Seite in die Küche. Es ist going-punkt-zwölf und wir sind die einzigen Gäste, sehen uns etwas suchend um, und die Kellnerin zeigt uns auch den zweiten Gästeraum, der uns sofort positiv anspricht. Grundsätzlich ist es hier nicht viel anders, wirkt fast wie ein klassisches Wiener Gasthaus, ABER: die tiefen Nischen in den Fensterleibungen sind wie ein Diwan ausgestaltet, mit buntem Stoff als Sitzunterlage und einer Unmenge an Kissen. Der Platz gehört sofort mir, allerdings nur für 10 Minuten, denn hier fällt die kalte Luft von der großen Fensterfläche herab, und ich tausche meinen Platz.

Die Tische sind eingedeckt mit weißen Tischtüchern und weinroten Paarläufern, Blümchen, und eine originelle Menage. Auf unserem Tisch sind kleine orange Farbpunkte auf dem Weiß, möglicherweise ist Curry sehr hartnäckig. Auf den Holzstühlen dicke Sitzpolsterl, sehr bequem. An der seitlichen Wand eine durchgehende Bank, ebenfalls mit einer Unmenge an Pölstern. An der Decke herrliche orientalische Lampen, würde ich sofort gegen meine zu Hause tauschen, und passende Appliken an den Wänden.

Samosa mit Mango-Chutney (EUR 3,60)
Sehr nett angerichtet kommt der Teller. Apropos Teller, das Geschirr ist ausgefallen, dickes weißes Porzellan, Servierbereich und außen mächtige Rillen. Die Samosa ist in aufrecht stehender Form, einem Tetra-Pack ähnlich drapiert. Der Teig ist sehr knusprig herausgebacken, die Fülle mit Gemüse und Kartoffeln weich und mit leichter Schärfe. Quasi unmarinierter Salat mit Tomaten und Gurken als Garnitur – es würde doch nicht viel Aufwand sein, etwas Dressing darüber zu geben. Der Kräuter-Joghurt-Dipp als perfekte Ergänzung.
Für eine Vorspeise ist die Portion gar nicht so klein.

Morgh Makni (EUR 11,80)
Die Hühnerbrustfilets, mariniert in Tandoori, sind in relativ große Brocken geteilt, allerdings sehr zart und fein, man kann es mit der Gabel alleine zerteilen. Die Butter-Paradeis-Sauce weist von den Gewürzen eine leichte Schärfe auf. Als Beilage gibt es Naan-Brot im Extra-Körbchen. Ganz in Ordnung, allerdings haben wir das schon etwas besser gegessen.

Curry Madras und Kokosreis (EUR 10,60)
Schon beim Servieren merkt die Kellnerin mit einem Schmunzeln an, dass die Gerichte fast identisch aussehen, es aber doch zwei verschiedene Gerichte sind. Auch hier mit Huhn, und die Curry Madras-Sauce liegt farbtechnisch auf der RAL-Karte sicher gleich neben dem Morgh Makni. Es ist auf alle Fälle weniger scharf, die Hühnerstücke ebenfalls zart und weich gekocht. Der Beilagenreis wird auf einem Extrateller serviert, kaum gesalzen, sehr locker und mit vielen Kokosflocken durchsetzt.
Die Gerichte entsprechen unseren Erwartungen, sind geschmacklich und von der Präsentation her sehr mit indischen Gerichten zu vergleichen.

Fazit:
Die Speisen sind in einem wohltuenden finanziellen Rahmen. Beim Naanbrot wurde nachgefragt, ob wir mehr davon möchten, der Beilagenreis war ungelogen mehr im Volumen als die Hauptspeise selbst. Allerdings sind die Getränke etwas happiger – ¼ l Mango Lassi um EUR 3,20 und ½ l Soda um EUR 3,40.
Service ist einfach toll. Unaufgeregt, mit Erklärungen zur Stelle, wenn es notwendig ist, das richtige Timing mit einer netten Art (Frau schaute sehr oft nach uns, ob alles in Ordnung ist).
Das Ambiente ist im Extra-Gastraum sehr urig. Es hat fast etwas von einem Altwiener Beisl, allerdings sind die Fensternischen unschlagbar und ein Unikat. Die Sanitäranlagen sind nagelneu und top in Ordnung, erreichbar über zwei mit LEDs beleuchtete Stufen.
Wir haben für den nächsten Optiker-Besuch schon ein Lokal in der Warteschlage, ansonsten wüssten wir schon, wohin.
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Kommentare (6)

am 30. November 2014 um 21:12

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am 30. November 2014 um 20:19

Jetzt weiß ich's - Hansl-Wirt!

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am 30. November 2014 um 15:12

War ja auch mal ein Altwiener Gasthaus - Hansl oder Hansy, wenn ich mich recht erinnere ...

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am 30. November 2014 um 14:57
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283
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am 30. November 2014 um 14:48
Experte
92
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am 30. November 2014 um 12:02

Sehr interessant, ein doch ziemlich anderes Programm als beim in der Nähe gelegenen Perser "Hatam".

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Simorgh - Küche mit Kultur
Sechsschimmelgasse 7
1090 Wien
Speisen
Ambiente
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2 Bewertungen
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